Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 374.

August Klose

Bankier, Oberbürgermeister, * 20. Juli 1791 Karlsruhe, † 23. März 1872 Hofstetten bei Brienz/Kanton Bern/Schweiz, ledig.

Klose stammte aus einer verzweigten großbürgerlichen Familie, die ursprünglich in Mannheim beheimatet war. Sein Vater war Fürstlicher Rentkammerrat. Mit 21 Jahren trat er das Karlsruher Bürgerrecht an und betrieb als Kaufmann einen Großhandel mit kostbaren Importgütern, bald firmierte er nur noch als Bankier, der auch in Baden-Baden einen Geschäftsraum unterhielt. Neben seinen Bankgeschäften war Klose in mehreren Bereichen aktiv. So zählte er 1818 zu den Initiatoren und ersten Vorstandsmitgliedern des Badischen Kunstvereins. 1825 gründete er mit seinem Schwager, dem Maler und Kupferstecher Carl Ludwig Frommel, einen Kunstverlag mit Kupferdruckerei, die erste ihrer Art in Deutschland. Seine politisch liberale Haltung zeigte sich 1831 in der Beteiligung an der Gründung eines Polenvereins in Karlsruhe. Diese Vereine wollten die Polen bei der Erringung ihrer nationalen Selbstständigkeit gegenüber dem Zarenreich unterstützen.

Im selben Jahr 1831 zog er als Vertreter Karlsruhes in die badische Ständeversammlung ein. Sein Engagement für seine Vaterstadt führte schließlich zur Wahl als Oberbürgermeister im September 1830. Dank seines hohen Ansehens in der Bürgerschaft wurde er entsprechend der neuen Gemeindeordnung im November 1830 dann direkt gewählt. Krankheitshalber legte er das Amt aber schon im Januar 1833 nieder. Noch einmal übernahm er 1847 von Mai bis September in der unruhigen vorrevolutionären Stimmung das Amt des Oberbürgermeisters. Seine liberale, auf Transparenz zielende Amtsführung stieß neben großer Zustimmung bei der Bürgerschaft im Gemeinderat aber auch auf Ablehnung. Die politischen Richtungsstreitigkeiten in dem Gremium veranlassten ihn, das Amt wieder aufzugeben.

Vom Wohlstand August Kloses zeugte sein um 1850 erbautes Wohnhaus vor dem Ettlinger Tor, später Kriegsstraße 5. Es entstand auf dem großen Gelände außerhalb der Stadt, auf dem sich früher seine Kupferdruckerei befand. Die 1944 bei einem Luftangriff zerstörte Villa Klose war wegen ihrer Gestaltung und Ausstattung durch Künstler, an der auch sein Neffe Wilhelm Klose beteiligt war, sowie wegen ihrer großzügigen Gartenanlage weithin bekannt.

Manfred Koch 2015

Quellen

GLA Nl Klose 69 Nr. 20 (Vermögens- und Geschäftsverhältnisse von August Klose); Adressbücher der Stadt Karlsruhe.

Literatur

Angelika Herkert: August Klose, in: Leonhard Müller/Manfred Koch (Hrsg.): Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge 1988-1993, Karlsruhe 1994, S. 240-242; Rainer Fürst: OB August Klose (1791-1872) und der „Kunstverlag“ in Karlsruhe, in: ebda., S. 134-137; Susanne Asche: Residenzstadt – Bürgerstadt – Großstadt. Auf dem Weg von der Residenz zum Industrie- und Verwaltungszentrum 1806-1914, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 266-271.