Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 807.

Christoph Vorholz

Bäckermeister, Dichter, * 11. April 1801 Karlsruhe, † 1. Juni 1865 Karlsruhe, ∞ 1824.

Seinen Wunsch, Landpfarrer zu werden, musste Christoph Vorholz nach dem frühen Tod des Vaters aufgeben. Sein Bruder übernahm dessen Buchdruckerei, er erlernte das Bäckerhandwerk und erhielt 1824 den Meisterbrief. Bis 1858 übte er seinen Beruf aus.

Vorholz war bei seinen Zeitgenossen geschätzt und bei gesellschaftlichen Anlässen, wo er seine volkstümlichen Verse vortrug, gern gesehen. Er dichtete unter anderem Balladen, Fabeln und Grablieder sowie ein Mundartepos über "Die Rückkunft eines alten Karlsruhers im Jahr 1840". 1835 gründete er einen Vorläufer der heutigen Bürgervereine, der durch Tanzabende und das Gemeinschaftsgefühl der Bürger stärken sollte.

Am 31. März 1843 stiftete er 25 Gulden, deren Zinserlös zur Anschaffung "guter Jugendschriften" für die Stadtknabenschule verwandt werden sollte. Die Bäckermeister Vorholzsche Stiftung bestand bis 1942, als sie mit sieben anderen Stiftungen vereinigt wurde. Heute erinnern die Vorholzstraße in der Südweststadt und eine Gedenktafel an seinem Sterbehaus in der Ritterstraße 26 an diesen Karlsruher Dichter.

Ernst Otto Bräunche 2013

Werk

Lyraklänge, Ernstes und Heiteres aus dem Leben eines Handwerksmannes, Karlsruhe 1840.

Literatur

Ludwig Eichrodt: Vorholz, Christoph, in: Friedrich v. Weech (Hrsg.): Badische Biographien, Bd. 2, Heidelberg 1875, S. 416 f.; Hans Leopold Zollner: Bäcker und Poet dazu: über Christoph Vorholz und sein Dichten, in: Badische Heimat, 57 (1977), S. 47-56.