Luise Kornsand

Malerin, * 11. Juli 1876 Wilferdingen (heute zu Remchingen/Enzkreis), † 4. März 1972 South Dennis, Massachusetts (USA), ∞ Karl Kornsand, 1 Sohn.

Luise Kornsand wurde als jüngste von fünf Töchtern des Steinbruchbesitzers Johann Lutzweiler in Wilferdingen geboren. Anfang der 1890er-Jahre zog sie nach Karlsruhe, um Malerin zu werden. In einfachen Malstunden lernte sie zunächst Kochdeckel und Ofenschirme mit populären Motiven zu bemalen. 1901 wurde Kornsand an der Malerinnenschule Karlsruhe angenommen und studierte dort bis 1905 in der Aktklasse von Ludwig Schmid-Reutte. Außerdem erhielt sie Unterricht bei Julius Scholdt, einem Meisterschüler Wilhelm Trübners. Ab 1913 waren ihre Arbeiten in der Deutschen Kunstausstellung in Baden-Baden, der Internationalen Frauenkunst-Ausstellung in Turin sowie den Großen Kunstausstellungen in Düsseldorf und Berlin zu sehen.

Im Sommer 1922 zog Kornsand nach Berlin. 1939 folgte sie ihrem Sohn Emil, der nach den nationalsozialistischen Rassegesetzen als Halbjude galt, in die Emigration in die USA. Viele ihrer in Deutschland zurückgelassenen Werke wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ihr erhaltenes Œuvre umfasst gut 200 Bilder und zeigt überwiegend Stillleben und Porträts.

René Gilbert 2016

Quelle

Emil Kornsand: Luise Kornsand und ihr Lebenswerk. Kurze Biographie, geschrieben von ihrem Sohn, September 1970 (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Akten zur Badischen Malerei).

Werk

Stilleben mit Äpfeln und blaugrauem Krug, Öl auf Leinwand 1909; Stilleben mit Narrenzylinder, Öl auf Leinwand; Stilleben mit Zinnteller, Radieschen, Bierflasche und Glas (alle drei Staatliche Kunsthalle Karlsruhe); Blumenschale, Öl auf Leinwand 1915; Goldfasan, Öl auf Holz 1918/19; Heiliger Johannes, Öl auf Leinwand 1930 (alle drei Privatbesitz).

Literatur

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Hrsg.): Kunst in Karlsruhe: 1900-1950, Ausstellung im Badischen Kunstverein 24. Mai - 19. Juli 1981, Karlsruhe 1981, S. 155; Leo Mülfarth, Kleines Lexikon Karlsruher Maler, Karlsruhe 1987, S. 195; Gerlinde Brandenburger-Eisele: Malerinnen in Karlsruhe 1715-1918, in: Karlsruher Frauen 1715-1945. Eine Stadtgeschichte, Karlsruhe 1992, S. 264 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 15); Gerlinde Brandenburger-Eisele: Von Hofmalerinnen und Malweibern. Karlsruher Künstlerinnen im 19. Jahrhundert, in: Frauen im Aufbruch? – Künstlerinnen im deutschen Südwesten 1800-1945, hrsg. von Sylvia Bieber, Karlsruhe 1995, S. 129-149, hier S. 141, 422.