Friedrich Moest bei der Arbeit an einer Skulptur von Großherzogin Hilda von Baden, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1050.

Karl Friedrich Moest

Bildhauer, * 6. März 1838 Gernsbach, † 7. August 1923 Karlsruhe, ∞ 1868 Luise Himmel, 3 Söhne.

Nach der Lehre in der Büchsenmacherwerkstatt des Vaters arbeitete Karl Friedrich Moest als Graveur und Modelleur in einer Pforzheimer Silberwarenfabrik. Anschließend besuchte er für wenige Monate das Polytechnikum in Karlsruhe, um unter anderem Architektur zu studieren. Von 1859-1868 war er Schüler von Ludwig Des Coudres, Johann Wilhelm Schirmer und Carl Johann Steinhäuser an der Großherzoglichen Kunstschule. Bevor er in die Bildhauerklasse Steinhäusers eintrat, besuchte er noch das private Bildhaueratelier von Hans Baur, das sich damals im Neubau der Kunstakademie an der Bismarckstraße befand.

Mit dem Entwurf einer überlebensgroßen Bronzebüste Ferdinand Redtenbachers (seit 1925 vor dem Haupteingang des Maschinenbaugebäudes der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe) erhielt Moest noch als Meisterschüler Steinhäusers 1865/66 den ersten wichtigen Auftrag. 1866/67 folgte unter künstlerischer Oberaufsicht Steinhäusers der Entwurf einer Marmorbüste des 1863 verstorbenen Oberbaudirektors Heinrich Hübsch (Standort Botanischer Garten, zwischen Kunsthalle und Orangerie). Die zur gleichen Zeit ausgeführte Statuengruppe Minerva mit Handel und Industrie für die Eisenbahnbrücke in Mannheim machte seinen Namen international bekannt.

Anfang der 1870er-Jahre stand Moest bei der Zementfabrik Dyckerhoff & Widmann in Karlsruhe unter Vertrag. Zu den von ihm modellierten Gussformen gehörte unter anderem die Figurengruppe des Galatea-Brunnens (seit 1954 im Garten des Bundesgerichtshofs), den die Stadt Karlsruhe 1871 bei der Firma bestellt hatte. Weitere bekannte Arbeiten sind die Nischenfiguren des ehemaligen Malsch-Brunnens (1872-1875), das Bismarck-Denkmal (1900-1904) und das ehemalige Alfred-Maul-Denkmal (1910/11; nicht erhalten).

Von 1867-1872 war Moest als Lehrer und von 1872-1879 als Professor an der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Karlsruhe tätig. Er war Ritter des Zähringer Löwen- und des preußischen Kronenordens.

Katja Förster 2013

Literatur

Gerlinde Brandenburger u. a.: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, Karlsruhe 1987, S. 54, 86, 94, 686 u. Kat.-Nr. 36, 37, 41, 45, 71, 88 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7).