Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1753.

Franz Xaver Winterhalter

Maler, * 20. April 1805 Menzenschwand/Lkr. Waldshut, † 8. Juli 1873 Frankfurt a. M., ledig.

Aufgrund seines zeichnerischen Talents begann Franz Xaver Winterhalter, Sohn eines einfachen Bauern, 1818 in Freiburg eine Ausbildung zum Grafiker, die er 1820 am Kunstinstitut des Herderschen Verlags fortsetzte. 1823-1827 studierte er an der Münchner Kunstakademie. Das Studium finanzierte er sich 1823-1825 durch Lithografieren und Porträtzeichnungen, 1825-1827 durch ein Stipendium Großherzog Ludwigs I. von Baden, das ihm David Seligmann Freiherr von Eichthal vermittelt hatte. Nach einer längeren Reise durch den süddeutschen Raum ließ er sich 1828/29 in Karlsruhe nieder, wo er der Zeichenlehrer von Prinzessin Sophie wurde. Ein weiteres Stipendium aus dem Fonds für Künste und Wissenschaften ermöglichte es ihm, von 1829-1830 nochmals in München zu arbeiten, bevor er sich 1830/31 zum zweiten Mal in Karlsruhe aufhielt und mehrere Mitglieder des Großherzoglichen Hauses, unter anderem Großherzog Leopold und Großherzogin Sophie (beide Bildnisse im Badischen Landesmuseum Karlsruhe) porträtierte. 1832-1834 hielt er sich in Italien auf.

Nach seiner Rückkehr nach Baden ernannte ihn Großherzog Leopold am 20. August 1834 zum Hofmaler. Noch im selben Jahr brach Winterhalter zur Vollendung seiner künstlerischen Ausbildung nach Paris auf, wo er durch seine Verbindungen zum badischen Hof – Stephanie Beauharnais, die Adoptivtochter Napoleons I. und Gattin des verstorbenen Großherzogs Karl, pflegte enge Beziehungen zum französischen Adel – bald Zugang in die Kreise um den Bürgerkönig Louis-Philippe I. fand, den er mehrmals porträtierte. Bis zur Revolution von 1848 war er für das Haus Orléans tätig, seit 1853 für Kaiser Napoleon III.

Seit Ende der 1830er-Jahre war Franz Xaver Winterhalter der gefragteste Fürstenmaler Europas, kaum ein europäisches Königshaus nahm seine Dienste nicht in Anspruch. König Wilhelm I. von Preußen, Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth von Österreich, Queen Victoria und andere standen ihm wiederholt Modell. Nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 siedelte er noch im selben Jahr nach Karlsruhe über. Die schlechte Auftragslage in Baden führte ihn öfter in die aristokratischen Kreise von Frankfurt a. M., wo er noch einige letzte Bildnisse schuf.

Katja Förster 2013

Literatur

Armin Panter: Studien zu Franz Xaver Winterhalter (1805-1873), Diss. Univ. Karlsruhe 1988, Karlsruhe 1996; Hubert Mayer: Franz Xaver Winterhalter – biographische Notizen zu seinem 200. Geburtstag, in: Heimat am Hochrhein, Jahrbuch des Landkreises Waldshut 2005, Bd. 30, Landshut 2004, S. 9-38; Ingeborg Eismann: Franz Xaver Winterhalter (1805–1873). Der Fürstenmaler Europas, Petersberg 2007.