Alfred Ludwig Freiherr von Degenfeld, um 1880, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 226.

Alfred Ludwig Freiherr von Degenfeld(-Neuhaus)

General, Politiker, * 9. Februar 1816 Gernsbach, † 16. November 1888 Karlsruhe, ev., ∞ 1844 Augusta Gräfin von Sponeck, 3 Töchter, 1 Sohn.

Als jüngerer von zwei Söhnen des Oberforstmeisters und badischen Kammerherrn Christoph Ferdinand IV. Philipp von Degenfeld besuchte Alfred Ludwig von Degenfeld das Lyzeum und die Militär-Bildungsanstalt in Karlsruhe. 1833 begann er seine militärische Laufbahn und trat in das 3. Badische Infanterieregiment ein. Es folgte bis 1845 ein zügiger Aufstieg als Offizier bis zum Hauptmann. Während der Revolution 1848/49 nahm Degenfeld an Kämpfen gegen die einheimischen Aufständischen teil. Im Zuge der Wiederaufstellung des badischen Armeekorps wurde er 1850 dem 2. Infanterie-Regiment zugeteilt und kam 1855 zum badischen Leibgrenadier-Regiment. 1858 erfolgte seine Beförderung zum Major, 1860 die zum Oberstleutnant. 1863 wurde Degenfeld Kommandeur des badischen Kontingents der Bundesfestung Rastatt. Nach seiner Beförderung zum Oberst 1865 und der damit einhergehenden Übertragung des Kommandos über das Leibgrenadier-Regiment befehligte Degenfeld dieses als Teil der Badischen Division im Deutschen Krieg von 1866, in dem er an den Gefechten von Hundheim, Werbach und Gernsheim teilnahm.

1868 wurde Degenfeld zum Generalmajor befördert und erhielt das Kommando über die 2. Infanteriebrigade. Diese führte er im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 als Teil der Division unter dem Befehl des Generals August Graf von Werder bei mehreren Kampfhandlungen an, so in dem Gefecht bei Villersexel oder der Schlacht an der Lisaine.

Unter Ernennung zum Generalleutnant schied Degenfeld im Oktober 1871 auf eigenen Wunsch aus dem aktiven Militärdienst aus. Er wurde von Großherzog Friedrich I. zum Vorsitzenden des Badischen Militärvereins-Verbands berufen, dessen Mitgliederzahl sich unter Degenfeld auf über 50.000 erhöhte. Sein unprätentiöses Wesen in Verbindung mit seiner fürsorglich-menschlichen Art brachte ihm den Beinamen "Vater Degenfeld" ein.

1887 wurde er für den Wahlkreis Offenburg-Kehl als Abgeordneter der Nationalliberalen Partei in den Reichstag gewählt, dem er bis zu seinem Tod angehörte. Wenige Monate nach seinem Ableben wurde 1889 in der Karlsruher Oststadt die Degenfeldstraße nach ihm benannt.

René Gilbert 2016

Literatur

Friedrich von Weech (Hrsg.): Alfred Freiherr von Degenfeld-Neuhaus, in: Badische Biographien, Bd. 4, Karlsruhe 1891, S. 77-81, http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/pageview/152903 (Zugriff am 1. August 2016).