Karl Köbler

Bauingenieur, Oberregierungsbaurat, * 31. August 1893 Grötzingen, † 25. September 1941 Bühl/Baden, ev., ∞ 1920 Marie Emmy Elise Hoff, 3 Kinder.

Karl Köbler war der Sohn eines Hauptmanns und besuchte 1902-1911 die Gymnasien in Durlach, Karlsruhe und Bruchsal. Nach dem Abitur studierte er Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe und legte 1915 das Diplom-Examen, 1919 das Staatsexamen ab. Unterbrochen wurde das Studium durch seine Teilnahme als Sanitäter am Ersten Weltkrieg. Bereits in seiner Studienzeit erwarb Köbler praktische Erfahrung als Ingenieur in der Maschinenfabrik Bruchsal, dem Tiefbauunternehmen Grün und Bilfinger AG in Mannheim und der Bahninspektion Mannheim. Anschließend arbeitete Köbler als außerplanmäßiger Beamter beim Kulturbauamt Karlsruhe. 1921 wechselte er in die Privatwirtschaft und wurde Mitarbeiter der Ludin AG, dem von Adolf Ludin gegründeten Karlsruher Ingenieurbüro.

1926 kehrte Köbler in den badischen Staatsdienst zurück, wo er 1926/27 für das Wasser- und Straßenbauamt Wertheim und danach für das Wasser- und Straßenbauamt Waldshut tätig war. 1930 wurde Köbler zum Reichswasserdienst beurlaubt, um dort im Rang eines Regierungsbaumeisters den Vorstand der Bauleitung der Staustufe Freudenberg am Main zu übernehmen. 1933 wurde Köbler bei Robert Haas und Theodor Rehbock an der TH Karlsruhe promoviert. Anschließend arbeitete er als wasserwirtschaftlicher Sachbearbeiter beim badischen Finanz- und Wirtschaftsministerium.

Bekannt wurde Köbler durch seine führende Beteiligung an der Planung und Durchführung der über Deutschland hinaus für Beachtung sorgenden Pfinz-Saalbach-Korrektion, der Acher-Rench-Korrektion sowie der Kinzig-Korrektion in den 1930er- und frühen 1940er-Jahren. Große Verdienste erwarb sich Köbler darüber hinaus beim Entwurf und Bau zahlreicher Klein- und Großwasserkraftwerke im Schwarzwald, bei der Entwicklung der badischen Wasserwirtschaft, der landwirtschaftlichen Meliorationen sowie der Wasserversorgung.

Aufgrund seines umfangreichen Wissens und seiner praktischen Erfahrung im Bereich der Wasserwirtschaft erhielt Köbler einen vom Reichserziehungsministerium finanzierten Lehrauftrag für praktische Fragen der Wasserwirtschaft und Kulturtechnik am Lehrstuhl für Wasserwirtschaft und Bodenkultur der TH Karlsruhe. Außerdem hielt er Vorlesungen über Wasserwirtschaft am Badischen Staatstechnikum (heute Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft). Köbler, der im Karlsruher Stadtteil Rüppurr lebte, starb während eines Ausflugs bei der Burgruine Alt-Windeck bei Bühl.

1958 wurde der Köblerweg in Grötzingen nach ihm benannt.

René Gilbert 2017

Quellen

KIT-Archiv 21013/666, 21015/2011; Badische Presse vom 27./28. September 1941.

Werk

Die Aufgaben der deutschen Wasserwirtschaft zur Behebung der Arbeitslosigkeit, um 1932; Die Nutzbarmachung großer Niederdrucklaufwerke zur Deckung von Überlandbedarf durch Zusammenarbeit mit Dampfkraft und Speicherpumpwerken, Diss. Karlsruhe 1933; Die wasserwirtschaftliche Bereinigung der badischen Rheinebene, in: Deutsche Wasserwirtschaft, Jg. 31, 1936, S. 210-218, 235-246, 256-260; Planvolle Wasserwirtschaft und Landeskultur, in: Wasserkraft und Wasserwirtschaft, Jg. 31, 1936, S. 195-198; Die Meliorierung in der badischen Rheinebene, zur Erinnerung an Johann Gottfried Tulla, den Schöpfer der Oberrheinkorrektion, in: Deutsche Wasserwirtschaft, Jg. 32, 1937, S. 143-146; Aufgaben und Stand des Landeskulturwerks in Baden, in: Wasserkraft und Wasserwirtschaft, Jg. 32, 1937, S. 6-10, 19-25.

Literatur

Stadt Karlsruhe (Hrsg.): Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 129 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).