Außenansicht der Europahalle, 1989, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Bildstelle II 1737

Europahalle

Die 1981-1983 nach Plänen des Karlsruher Architekturbüros Schmitt, Kasimir + Partner (SKP) errichtete Europahalle war das Ergebnis einer seit 1969 geführten Diskussion über den Bau einer Großsporthalle. Die 1953 am Festplatz erbaute Schwarzwaldhalle wurde zwar für Großsportveranstaltungen genutzt, war aber nur für bestimmte Sportarten wie Handball, Kunstturnen, Boxen und Rollschuhkunstlauf geeignet. Vor allem die Austragung von Leichtathletik-Wettkämpfen war darin nicht möglich, weswegen in der Programmstellung für den Hallenneubau die Nutzung für Leichtathletik im Vordergrund stand. Die 200-Meter-Rundbahn bestimmt deshalb auch die Grundform der Europahalle, die im Innenraum alle Einzelanlagen enthält, welche für die Durchführung internationaler Hallenleichtathletik-Meetings erforderlich sind. Architektonische Besonderheiten sind das Absenken der Halle um ein Nutzungsgeschoss (Sportler-Ebene) sowie die an Seilbindern aufgehängte Dachkonstruktion, welche eine 6.450 Quadratmeter große Hallenfläche stützenfrei überspannt. Die eigentliche Nutzfläche beträgt 2.200 Quadratmeter.

Neben den Großsportveranstaltungen wie das Internationale Hallenleichtathletik-Meeting (1985-2014), die 32. Internationalen Deutschen Tischtennismeisterschaften (1986), die 3. World-Games (1989), Basketball-Europameisterschaften (1985, 1993), Basketball-Weltmeisterschaften (1998) und Boxweltmeisterschaften (2000, 2011) stand die Europahalle von Anfang an auch dem Vereins- und Schulsport offen; die Schuldichte in ihrer Umgebung war letztendlich ausschlaggebend für die Standortwahl gewesen. Seit Mitte der 1990er-Jahre wird die vom Bund Deutscher Architekten ausgezeichnete Halle zunehmend auch für große Konzertveranstaltungen genutzt, weshalb die anfänglich vorhandenen 4.000 Sitz- und 800 Stehplätze mittelst zusätzlicher Tribünen, Innenraumbestuhlung und Stehplätze auf bis zu 9.000 Besucher erweitert wurde.

1993/94 wurde die Halle um einen dreigeschossigen Anbau, wiederum nach Plänen von SKP, ergänzt, in dem verschiedene Funktionsräume (Carl-Benz- und Karl-Wolf-Saal; Sitzungs- und Besprechungsräume, Bistro etc.) untergebracht sind. Durch die Umwandlung der Karlsruher Kongress- und Ausstellungs-Gesellschaft (KKA) in die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK) 2001 ging die damals größte Karlsruher Veranstaltungshalle in den Zuständigkeitsbereich der KMK über. Aus Brandschutzgründen musste die seit der Eröffnung der neuen Messe Karlsruhe 2003 nach der dm-arena nur noch zweitgrößte Halle Anfang Juni 2014 für Veranstaltungen ab 200 Personen gesperrt werden. Derzeit steht sie nur dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung. Bis zu ihrer Wiedereröffnung nach einer umfassenden Generalsanierung voraussichtlich 2019/20 finden Großveranstaltungen, auch sportlicher Art (Indoor Meeting 2015), in der Messe Karlsruhe statt.

Katja Förster 2015

Literatur

Susanne Schmitt/Bund Deutscher Architekten (BDA): Bauten für Sport und Freizeit. Großsporthalle Europahalle Karlsruhe, http://www.bda-architekten.de/susanne-schmitt/projects/bauten-fr-sport-und-freizeit-grosssporthalle-europahalle-karlsruhe.html (Zugriff am 27. April 2015); Karlsruhe: Presseportal vom 5. Juni 2014, http://presse.karlsruhe.de/db/meldungen/umwelt/europahalle_steht_fur_groveranstaltungen.html (Zugriff am 27. April 2015); Volker Steck: Sport in Karlsruhe 1945 bis heute, in: Sport in Karlsruhe von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 112-157, bes. S. 146-148 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28).