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	<title>Stadtlexikon - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<title>De:Lexikon:bio-0506</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Hirsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_Hirsch_8_SpoA_1300.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Das Innentrio der Altmeister-Mannschaft des KFV: &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0501&amp;quot;&amp;gt;Fritz Förderer&amp;lt;/lex&amp;gt;, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch (von links), 1921, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 1300.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige der Deutschen Signalflaggenfabrik G.m.b.H, in: Deutsche Staedte, Stuttgart 1922, S. 154.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Hirsch=&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballnationalspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 7. April 1892 Achern/Lkr. Ortenaukreis, † 1943 Auschwitz (am 8. Mai 1945 für tot erklärt), jüd., ∞ 30. Oktober 1920 Ella Karoline Wilhelmine Hauser (ev.), 1 Tochter, 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Julius Hirsch wurde als jüngster Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruher Tuchwarenkaufmanns Berthold Hirsch, der Mitinhaber eines Tuchwarengeschäfts war, während eines Aufenthaltes seiner Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern geboren. Die zweijährige Kaufmannslehre schloss er nach der Mittleren Reife und dem Besuch einer Handelsschule bei der Karlsruher Lederhandlung Freud und Strauss am 1. September 1910 ab, für die er bis zum 22. März 1912 arbeitete. Vom 1. April 1913 bis zum 31. Juli 1914 war er bei der Nürnberger Spielwarenfabrik Bing AG angestellt, für die er wieder vom 1. Dezember 1918 bis zum 30. März 1919 arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler trat Hirsch 1902 in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein, 1909 spielte er in der ersten Mannschaft, an deren Deutscher Meisterschaft 1910 er maßgeblichen Anteil hatte. 1911 erfolgte die Berufung in die Nationalmannschaft - er war damit der erste von nur zwei deutschen Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Es folgte ihm nur noch sein kongenialer Sturmpartner beim KFV und in der Nationalmannschaft &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0503&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Fuchs&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1913 wechselte er aus beruflichen Gründen nach Fürth zur dortigen Spielvereinigung, mit der er 1914 noch einmal Deutscher Meister wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Erste Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; verhinderte weitere nationale und internationale Erfolge. So blieb es bei nur sieben Länderspielen mit vier Toren, alle beim 5:5 gegen Holland am 24. März 1912 erzielt. Hirsch ist damit der einzige Karlsruher Fußballnationalspieler, der mit zwei verschiedenen Mannschaften Deutscher Meister wurde, und der erste deutsche Fußballnationalspieler, der vier Tore in einem Länderspiel erzielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsdienst 1914 bis 1918 spielte Hirsch - er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und die bayerische Dienstauszeichnung - wieder kurz bei der Spielvereinigung Fürth und kehrte schon 1919 zum KFV zurück, wo er aber an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen konnte. 1923 beendete er, seit 1921 Ehrenspielführer, seine aktive Laufbahn, blieb aber dem KFV verbunden, so war er zeitweise Mitglied des Spielausschusses.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hirsch erfuhr, dass der KFV zu den Vereinen gehörte, die am 9. April 1933 den neuen NS-Machthabern eilfertig versichert hatten, dass sie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; ausschließen würden, kam er am 10. April 1933 dem Ausschluss durch seinen Austritt zuvor. Sportlich versuchte Hirsch nun als Trainer im Ausland zu arbeiten, was ihm nur für kurze Zeit im Elsass gelang. In Karlsruhe schloss er sich dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1631&amp;quot;&amp;gt;Jüdischen Turnklub 03&amp;lt;/lex&amp;gt; an, mit dem er als Aktiver noch einmal eine Meisterschaft gewinnen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirsch arbeitete nach dem Krieg in der Firma des Vaters und dessen Bruder, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0021&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co&amp;lt;/lex&amp;gt;  in Karlsruhe, für die er 1924 die Prokura erhielt und die er 1926 mit seinem Bruder Max als Geschäftsführer übernahm. Schon in den 1920er-Jahren hatte die Firma mit wirschaftlichen Problemen zu kämpfen, an der sich zeitweise der inzwischen im väterlichen Betrieb tätige Gottfried Fuchs beteilgte. Dennochmusste 1930 musste die Firma, die seit 1926 Sigfa, Sportgesellschaft mit beschränkter Haftung, vormals Deutsche Signalflaggenfabrik Karlsruhe hieß, die Produktion als Folge der Weltwirtschaftkrise einstellen und sich auf den Vertrieb von Sportartikeln beschränken, im Februar 1933 dann aber doch Konkurs anmelden. Beruflich hielt Julius Hirsch sich danach als Textilvertreter, dann als Hilfsbuchhalter bei den Zellstoff- und Papierfabriken Ettlingen und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0121&amp;quot;&amp;gt;Maxau&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zu deren &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Arisierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; im Jahr 1938 über Wasser. Wohl nicht zuletzt wegen der ungeheuren seelischen Belastung erkrankte Hirsch Ende 1938 und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Bar-Le-Duc in Lothringen behandelt. Am 1. Januar 1939 musste er wie alle männlichen deutschen Juden den Zusatzvornamen Israel führen. Um seine christliche Frau Ella und zwei Kinder zu schützen, ließ er sich 1942 scheiden. Von der Deportation der Karlsruhe Juden im Oktober 1940 nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1325&amp;quot;&amp;gt;Gurs&amp;lt;/lex&amp;gt; in Südfrankreich blieb Hirsch dank seiner &amp;quot;Mischehe&amp;quot; noch verschont, doch am 1. März 1943 wurde Hirsch, der seit 1939 als Scuttplatzarbeiter bei der Stadt Karlsruhe angestellt war, mit elf anderen Karlsruher Juden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Möglichkeit, mit einem versiegelten Postwagen in die Schweiz zu fliehen, hatte er zuvor nicht genutzt, wohl in Unterschätzung der ihm drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stiftete 2005 den Julius-Hirsch-Preis, mit dem er an einen von nur zwei jüdischen deutschen Nationalspielern erinnert. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am Karlsruher Weg eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußball­na­tio­nal­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Umbenennung eines Teils des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Wegs&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==		&lt;br /&gt;
GLA 480 9259; StadtAK 3/B Standesbücher, 8/ZGS Personen; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff am 20. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 20. August 2025); Andreas Hirsch: Über seinen Großvater Julius Hirsch und seine Familiengeschichte, Interview vom 11. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludger Syré: Julius Hirsch, in: Badische Biographien, NF, Bd. V, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 2005, S. 124-126; Gereon Tönnihsen: Julius Hirsch. Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, Karlsruhe 2008 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 10), darin S. 11-15, Ernst Otto Bräunche: Die Stellung von Julius Hirsch in der Karlsruher Fußballgeschichte; Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage Göttingen 2016.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0506</title>
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		<updated>2026-09-01T12:21:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Julius Hirsch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Hirsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_Hirsch_8_SpoA_1300.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Das Innentrio der Altmeister-Mannschaft des KFV: &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0501&amp;quot;&amp;gt;Fritz Förderer&amp;lt;/lex&amp;gt;, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch (von links), 1921, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 1300.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige der Deutschen Signalflaggenfabrik G.m.b.H, in: Deutsche Staedte, Stuttgart 1922, S. 154.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Hirsch=&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballnationalspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 7. April 1892 Achern/Lkr. Ortenaukreis, † 1943 Auschwitz (am 8. Mai 1945 für tot erklärt), jüd., ∞ 30. Oktober 1920 Ella Karoline Wilhelmine Hauser (ev.), 1 Tochter, 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Julius Hirsch wurde als jüngster Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruher Tuchwarenkaufmanns Berthold Hirsch, der Mitinhaber eines Tuchwarengeschäfts war, während eines Aufenthaltes seiner Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern geboren. Die zweijährige Kaufmannslehre schloss er nach der Mittleren Reife und dem Besuch einer Handelsschule bei der Karlsruher Lederhandlung Freud und Strauss am 1. September 1910 ab, für die er bis zum 22. März 1912 arbeitete. Vom 1. April 1913 bis zum 31. Juli 1914 war er bei der Nürnberger Spielwarenfabrik Bing AG angestellt, für die er wieder vom 1. Dezember 1918 bis zum 30. März 1919 arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler trat Hirsch 1902 in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein, 1909 spielte er in der ersten Mannschaft, an deren Deutscher Meisterschaft 1910 er maßgeblichen Anteil hatte. 1911 erfolgte die Berufung in die Nationalmannschaft - er war damit der erste von nur zwei deutschen Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Es folgte ihm nur noch sein kongenialer Sturmpartner beim KFV und in der Nationalmannschaft &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0503&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Fuchs&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1913 wechselte er aus beruflichen Gründen nach Fürth zur dortigen Spielvereinigung, mit der er 1914 noch einmal Deutscher Meister wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Erste Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; verhinderte weitere nationale und internationale Erfolge. So blieb es bei nur sieben Länderspielen mit vier Toren, alle beim 5:5 gegen Holland am 24. März 1912 erzielt. Hirsch ist damit der einzige Karlsruher Fußballnationalspieler, der mit zwei verschiedenen Mannschaften Deutscher Meister wurde, und der erste deutsche Fußballnationalspieler, der vier Tore in einem Länderspiel erzielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsdienst 1914 bis 1918 spielte Hirsch - er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und die bayerische Dienstauszeichnung - wieder kurz bei der Spielvereinigung Fürth und kehrte schon 1919 zum KFV zurück, wo er aber an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen konnte. 1923 beendete er, seit 1921 Ehrenspielführer, seine aktive Laufbahn, blieb aber dem KFV verbunden, so war er zeitweise Mitglied des Spielausschusses.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hirsch erfuhr, dass der KFV zu den Vereinen gehörte, die am 9. April 1933 den neuen NS-Machthabern eilfertig versichert hatten, dass sie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; ausschließen würden, kam er am 10. April 1933 dem Ausschluss durch seinen Austritt zuvor. Sportlich versuchte Hirsch nun als Trainer im Ausland zu arbeiten, was ihm nur für kurze Zeit im Elsass gelang. In Karlsruhe schloss er sich dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1631&amp;quot;&amp;gt;Jüdischen Turnklub 03&amp;lt;/lex&amp;gt; an, mit dem er als Aktiver noch einmal eine Meisterschaft gewinnen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirsch arbeitete nach dem Krieg in der Firma des Vaters und dessen Bruder, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0021&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co&amp;lt;/lex&amp;gt;  in Karlsruhe, für die er 1924 die Prokura erhielt und die er 1926 mit seinem Bruder Max als Geschäftsführer übernahm. Schon in den 1920er-Jahren hatte die Firma mit wirschaftlichen Problemen zu kämpfen, an der sich zeitweise der inzwischen im väterlichen Betrieb tätige Gottfried Fuchs beteilgte. Dennochmusste 1930 musste die Firma, die seit 1926 Sigfa, Sportgesellschaft mit beschränkter Haftung, vormals Deutsche Signalflaggenfabrik Karlsruhe hieß, die Produktion als Folge der Weltwirtschaftkrise einstellen und sich auf den Vertrieb von Sportartikeln beschränken, im Februar 1933 dann aber doch Konkurs anmelden. Beruflich hielt Julius Hirsch sich danach als Textilvertreter, dann als Hilfsbuchhalter bei den Zellstoff- und Papierfabriken Ettlingen und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0121&amp;quot;&amp;gt;Maxau&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zu deren &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Arisierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; im Jahr 1938 über Wasser. Wohl nicht zuletzt wegen der ungeheuren seelischen Belastung erkrankte Hirsch Ende 1938 und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Bar-Le-Duc in Lothringen behandelt. Am 1. Januar 1939 musste er wie alle männlichen deutschen Juden den Zusatzvornamen Israel führen. Um seine christliche Frau Ella und zwei Kinder zu schützen, ließ er sich 1942 scheiden. Von der Deportation der Karlsruhe Juden im Oktober 1940 nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1325&amp;quot;&amp;gt;Gurs&amp;lt;/lex&amp;gt; in Südfrankreich blieb Hirsch dank seiner &amp;quot;Mischehe&amp;quot; noch verschont, doch am 1. März 1943 wurde Hirsch, der seit 1939 als Scuttplatzarbeiter bei der Stadt Karlsruhe angestellt war, mit elf anderen Karlsruher Juden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Möglichkeit, mit einem versiegelten Postwagen in die Schweiz zu fliehen, hatte er zuvor nicht genutzt, wohl in Unterschätzung der ihm drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stiftete 2005 den Julius-Hirsch-Preis, mit dem er an einen von nur zwei jüdischen deutschen Nationalspielern erinnert. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am Karlsruher Weg eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußball­na­tio­nal­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Umbenennung eines Teils des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Wegs&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==		&lt;br /&gt;
GLA 480 9259; StadtAK 8/ZGS Personen; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff am 20. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 20. August 2025); Andreas Hirsch: Über seinen Großvater Julius Hirsch und seine Familiengeschichte, Interview vom 11. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludger Syré: Julius Hirsch, in: Badische Biographien, NF, Bd. V, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 2005, S. 124-126; Gereon Tönnihsen: Julius Hirsch. Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, Karlsruhe 2008 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 10), darin S. 11-15, Ernst Otto Bräunche: Die Stellung von Julius Hirsch in der Karlsruher Fußballgeschichte; Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage Göttingen 2016.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2205</title>
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		<updated>2026-09-01T12:06:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Ludwig Gottfried Werle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Ludwig Gottfried Werle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ludwig Gottfried Werle=&lt;br /&gt;
[[Datei:Werle Ludwig 8 Alben12 80a.jpg|alternativtext=Ludwig Gottfried Werle, Foto 1933, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/80a.|links|mini|Ludwig Gottfried Werle, Foto 1933, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/80a.]]&lt;br /&gt;
Kaufmann, Schreiner, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt;-Funktionär, * 24. Mai 1897 Kaiserslautern, † 13. Oktober 1979 Merzig, kath., gottgläubig, ∞ 8. November 1928 Elly Wittmann, 3 Kinder. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Schreinermeisters besuchte 1903 die Volksschule Wieblingen bei Heidelberg, 1903/04 die Bürgerschule Mannheim und dann 1904 bis 1907 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1459&amp;quot;&amp;gt;Nebeniusschule&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruhe. Nach dem Reformgymnasium, heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1425&amp;quot;&amp;gt;Goethe-Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; (1907 bis 1910) arbeitete er als Lehrling in der väterlichen Schreinerei. In dieser Zeit besuchte er auch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1142&amp;quot;&amp;gt;Handelsschule&amp;lt;/lex&amp;gt; und belegte einen Zeichen- und Modellierfachkurs an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0931&amp;quot;&amp;gt;Kunstgewerbeschule&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1912 bis 1914 gehörte er dem Katholischen Jugendverein, 1914 bis 1916 dem katholischen Kaufmännischen Verein Fidelitas an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; war er bis 1916 Mitglied der Karlsruher Jugendwehr. 1916 bis 1918 leistete er Kriegsdienst, zuletzt als Gefreiter beim Infanterieregiment 114 und 185 und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Kriegsversehrtenkreuz ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 trat er mit der Mitgliedsnummer 622 dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; rechtsradikalen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1911&amp;quot;&amp;gt;Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund&amp;lt;/lex&amp;gt; bei und gehörte diesem bis zu dessen Verbot 1922 an. Seit Herbst 1920 war Werle auch Mitglied der neu gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Deutschland (NSDAP) mit der Mitgliedsnummer 37931. 1924/25 trat er in der Verbotszeit der NSDAP deren Tarnorganisation, der Deutschen Partei, bei. Nach der Wiedergründung der NSDAP 1925 trat er dieser wieder bei und erhielt die Mitgliedsnummer 24373. Werle war damit nicht nur ein &amp;quot;alter Kämpfer&amp;quot;, sondern wohl auch das erste nachweisbare NSDAP-Mitglied aus Karlsruhe. Der spätere Kreisleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1011&amp;quot;&amp;gt;Willi Worch&amp;lt;/lex&amp;gt; bezeichnete ihn als &amp;quot;ein Stück Geschichte der NSDAP des Gaus Baden&amp;quot;. Dafür wurde er später mit dem Goldenen Parteiabzeichen, dem Gauehrenzeichen in Silber und Gold und der Dienstauszeichnung in Bronze und Silber geehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 25. März 1925 bis 15. Januar 1929 fungierte er als Stellvertretender Gaukassier, vom 2. Februar 1929 bis zum 16. Oktober 1929 hatte er das Amt des Gauschatzmeisters der Standarte 32 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, deren Mitbegründer er war. In der Partei war er vom 1. April 1930 bis 1. August 1934 Sektionsführer, die Ortsgruppenleitung Karlsruhe Südwest hatte er von Januar 1933 bis Juli 1934 und dann wieder ab November 1938 inne. Dem Reservesturm 10/109 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; der NSDAP gehörte er vom 24. März 1931 bis 12. Augst 1932 an. 1933 trat er der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1949&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Arbeitsfront (DAF)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei, 1934 wurde er zudem Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, zum 1. Juli 1934 wurde er Förderndes Mitglied der SS, am 1. Februar 1935 schließlich Kreisamtsleiter des Amts für Kommunalpolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt eines &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm er am 16. November 1930. Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschuss&amp;lt;/lex&amp;gt; war er ordentliches Mitglied des Ausschusses für Bau- und Denkmalpflege, außerdem war er Stellvertretendes Mitglied des Beschwerdeausschusses für das Fürsorgewesen. An der als &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0290&amp;quot;&amp;gt;Rathausschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; bezeichneten Schlägerei im Bürgerausschuss war Werle beteiligt. Am 11. Juli 1933 wurde er auch &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, nachdem die Stadträte der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Deutschen Arbeiterpartei (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; widerrechtlich ausgeschlossen worden waren. Vom 14. November 1933 bis zum 20. Juni 1938 war er Karlsruher Ratsherr, ehe er am 30. Juni 1938 sein Amt im Bezirksrat antrat. Zuvor war er am 1. Mai 1938 städtischer Beamter mit dem Rang eines Verwaltungsoberinspektors geworden, als er Vorsitzender des Ortsgerichtsrats wurde, dessen Mitglied er seit 1935 war. Nun verkaufte er auch die väterliche Schreinerei, die er Ende 1932 nach dem Tod des Vaters übernommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Wehrmacht war er 1939 in der Landeschützenkompagnie Heilbronn aktiv, ehe er im Januar 1940 seinen Dienst bei der Stadt wieder aufnahm. 1943 war er nochmal einige Monate bei der Wehrmacht in Donaueschingen und Kehl tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; hielt die Polizeibehörde in dem Bericht für das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; fest, dass Werle &amp;quot;immer noch ein fanatischer Anhänger einer kläglich zusammengebrochenen Weltanschauung&amp;quot; sei. Werle war unter anderem im Lager Ludwigsburg und in einem amerikanischen Lager in Garmisch interniert. Verurteilt wurde Werle im Juli 1949 zunächst als Hauptschuldiger zu drei Jahren Lagerhaft, die er durch die Internierung abgebüßt hatte, sein Vermögen wurde eingezogen. Im Oktober 1949 wurde er zurückgestuft als nun nur noch Belasteter, das Vermögen nur noch zu 20 Prozent eingezogen. Eine erneute Berufung Werles wurde 1952 endgültig abgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werle lebte bis in die 1970er-Jahre in Karlsruhe, ehe er nach Merzig verzog. Im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; ist er als Verwaltungsangestellter aufgeführt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtA Kaiserslautern, Standesbücher; StadtAK 1/POA 5875 a und b; GLA 465d Nr. 664, 465 f Nr. 1632.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0506</title>
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		<updated>2026-09-01T12:05:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Julius Hirsch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Hirsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_Hirsch_8_SpoA_1300.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Das Innentrio der Altmeister-Mannschaft des KFV: &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0501&amp;quot;&amp;gt;Fritz Förderer&amp;lt;/lex&amp;gt;, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch (von links), 1921, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 1300.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige der Deutschen Signalflaggenfabrik G.m.b.H, in: Deutsche Staedte, Stuttgart 1922, S. 154.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Hirsch=&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballnationalspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 7. April 1892 Achern/Lkr. Ortenaukreis, † 1943 Auschwitz (am 8. Mai 1945 für tot erklärt), jüd., ∞ 1920 Ella Hauser (ev.), 1 Tochter, 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Julius Hirsch wurde als jüngster Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruher Tuchwarenkaufmanns Berthold Hirsch, der Mitinhaber eines Tuchwarengeschäfts war, während eines Aufenthaltes seiner Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern geboren. Die zweijährige Kaufmannslehre schloss er nach der Mittleren Reife und dem Besuch einer Handelsschule bei der Karlsruher Lederhandlung Freud und Strauss am 1. September 1910 ab, für die er bis zum 22. März 1912 arbeitete. Vom 1. April 1913 bis zum 31. Juli 1914 war er bei der Nürnberger Spielwarenfabrik Bing AG angestellt, für die er wieder vom 1. Dezember 1918 bis zum 30. März 1919 arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler trat Hirsch 1902 in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein, 1909 spielte er in der ersten Mannschaft, an deren Deutscher Meisterschaft 1910 er maßgeblichen Anteil hatte. 1911 erfolgte die Berufung in die Nationalmannschaft - er war damit der erste von nur zwei deutschen Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Es folgte ihm nur noch sein kongenialer Sturmpartner beim KFV und in der Nationalmannschaft &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0503&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Fuchs&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1913 wechselte er aus beruflichen Gründen nach Fürth zur dortigen Spielvereinigung, mit der er 1914 noch einmal Deutscher Meister wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Erste Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; verhinderte weitere nationale und internationale Erfolge. So blieb es bei nur sieben Länderspielen mit vier Toren, alle beim 5:5 gegen Holland am 24. März 1912 erzielt. Hirsch ist damit der einzige Karlsruher Fußballnationalspieler, der mit zwei verschiedenen Mannschaften Deutscher Meister wurde, und der erste deutsche Fußballnationalspieler, der vier Tore in einem Länderspiel erzielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsdienst 1914 bis 1918 spielte Hirsch - er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und die bayerische Dienstauszeichnung - wieder kurz bei der Spielvereinigung Fürth und kehrte schon 1919 zum KFV zurück, wo er aber an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen konnte. 1923 beendete er, seit 1921 Ehrenspielführer, seine aktive Laufbahn, blieb aber dem KFV verbunden, so war er zeitweise Mitglied des Spielausschusses.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hirsch erfuhr, dass der KFV zu den Vereinen gehörte, die am 9. April 1933 den neuen NS-Machthabern eilfertig versichert hatten, dass sie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; ausschließen würden, kam er am 10. April 1933 dem Ausschluss durch seinen Austritt zuvor. Sportlich versuchte Hirsch nun als Trainer im Ausland zu arbeiten, was ihm nur für kurze Zeit im Elsass gelang. In Karlsruhe schloss er sich dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1631&amp;quot;&amp;gt;Jüdischen Turnklub 03&amp;lt;/lex&amp;gt; an, mit dem er als Aktiver noch einmal eine Meisterschaft gewinnen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirsch arbeitete nach dem Krieg in der Firma des Vaters und dessen Bruder, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0021&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co&amp;lt;/lex&amp;gt;  in Karlsruhe, für die er 1924 die Prokura erhielt und die er 1926 mit seinem Bruder Max als Geschäftsführer übernahm. Schon in den 1920er-Jahren hatte die Firma mit wirschaftlichen Problemen zu kämpfen, an der sich zeitweise der inzwischen im väterlichen Betrieb tätige Gottfried Fuchs beteilgte. Dennochmusste 1930 musste die Firma, die seit 1926 Sigfa, Sportgesellschaft mit beschränkter Haftung, vormals Deutsche Signalflaggenfabrik Karlsruhe hieß, die Produktion als Folge der Weltwirtschaftkrise einstellen und sich auf den Vertrieb von Sportartikeln beschränken, im Februar 1933 dann aber doch Konkurs anmelden. Beruflich hielt Julius Hirsch sich danach als Textilvertreter, dann als Hilfsbuchhalter bei den Zellstoff- und Papierfabriken Ettlingen und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0121&amp;quot;&amp;gt;Maxau&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zu deren &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Arisierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; im Jahr 1938 über Wasser. Wohl nicht zuletzt wegen der ungeheuren seelischen Belastung erkrankte Hirsch Ende 1938 und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Bar-Le-Duc in Lothringen behandelt. Um seine christliche Frau Ella und zwei Kinder zu schützen, ließ er sich 1942 scheiden. Von der Deportation der Karlsruhe Juden im Oktober 1940 nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1325&amp;quot;&amp;gt;Gurs&amp;lt;/lex&amp;gt; in Südfrankreich blieb Hirsch dank seiner &amp;quot;Mischehe&amp;quot; noch verschont, doch am 1. März 1943 wurde Hirsch, der seit 1939 als Scuttplatzarbeiter bei der Stadt Karlsruhe angestellt war, mit elf anderen Karlsruher Juden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Möglichkeit, mit einem versiegelten Postwagen in die Schweiz zu fliehen, hatte er zuvor nicht genutzt, wohl in Unterschätzung der ihm drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stiftete 2005 den Julius-Hirsch-Preis, mit dem er an einen von nur zwei jüdischen deutschen Nationalspielern erinnert. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am Karlsruher Weg eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußball­na­tio­nal­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Umbenennung eines Teils des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Wegs&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==		&lt;br /&gt;
GLA 480 9259; StadtAK 8/ZGS Personen; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff am 20. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 20. August 2025); Andreas Hirsch: Über seinen Großvater Julius Hirsch und seine Familiengeschichte, Interview vom 11. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludger Syré: Julius Hirsch, in: Badische Biographien, NF, Bd. V, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 2005, S. 124-126; Gereon Tönnihsen: Julius Hirsch. Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, Karlsruhe 2008 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 10), darin S. 11-15, Ernst Otto Bräunche: Die Stellung von Julius Hirsch in der Karlsruher Fußballgeschichte; Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage Göttingen 2016.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<title>De:Lexikon:bio-0506</title>
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		<updated>2026-09-01T12:01:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Julius Hirsch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Hirsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_Hirsch_8_SpoA_1300.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Das Innentrio der Altmeister-Mannschaft des KFV: &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0501&amp;quot;&amp;gt;Fritz Förderer&amp;lt;/lex&amp;gt;, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch (von links), 1921, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 1300.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige der Deutschen Signalflaggenfabrik G.m.b.H, in: Deutsche Staedte. Stuttgart 1922, S. 154.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Hirsch=&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballnationalspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 7. April 1892 Achern/Lkr. Ortenaukreis, † 1943 Auschwitz (am 8. Mai 1945 für tot erklärt), jüd., ∞ 1920 Ella Hauser (ev.), 1 Tochter, 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Julius Hirsch wurde als jüngster Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruher Tuchwarenkaufmanns Berthold Hirsch, der Mitinhaber eines Tuchwarengeschäfts war, während eines Aufenthaltes seiner Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern geboren. Die zweijährige Kaufmannslehre schloss er nach der Mittleren Reife und dem Besuch einer Handelsschule bei der Karlsruher Lederhandlung Freud und Strauss am 1. September 1910 ab, für die er bis zum 22. März 1912 arbeitete. Vom 1. April 1913 bis zum 31. Juli 1914 war er bei der Nürnberger Spielwarenfabrik Bing AG angestellt, für die er wieder vom 1. Dezember 1918 bis zum 30. März 1919 arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler trat Hirsch 1902 in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein, 1909 spielte er in der ersten Mannschaft, an deren Deutscher Meisterschaft 1910 er maßgeblichen Anteil hatte. 1911 erfolgte die Berufung in die Nationalmannschaft - er war damit der erste von nur zwei deutschen Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Es folgte ihm nur noch sein kongenialer Sturmpartner beim KFV und in der Nationalmannschaft &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0503&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Fuchs&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1913 wechselte er aus beruflichen Gründen nach Fürth zur dortigen Spielvereinigung, mit der er 1914 noch einmal Deutscher Meister wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Erste Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; verhinderte weitere nationale und internationale Erfolge. So blieb es bei nur sieben Länderspielen mit vier Toren, alle beim 5:5 gegen Holland am 24. März 1912 erzielt. Hirsch ist damit der einzige Karlsruher Fußballnationalspieler, der mit zwei verschiedenen Mannschaften Deutscher Meister wurde, und der erste deutsche Fußballnationalspieler, der vier Tore in einem Länderspiel erzielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsdienst 1914 bis 1918 spielte Hirsch - er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und die bayerische Dienstauszeichnung - wieder kurz bei der Spielvereinigung Fürth und kehrte schon 1919 zum KFV zurück, wo er aber an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen konnte. 1923 beendete er, seit 1921 Ehrenspielführer, seine aktive Laufbahn, blieb aber dem KFV verbunden, so war er zeitweise Mitglied des Spielausschusses.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hirsch erfuhr, dass der KFV zu den Vereinen gehörte, die am 9. April 1933 den neuen NS-Machthabern eilfertig versichert hatten, dass sie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; ausschließen würden, kam er am 10. April 1933 dem Ausschluss durch seinen Austritt zuvor. Sportlich versuchte Hirsch nun als Trainer im Ausland zu arbeiten, was ihm nur für kurze Zeit im Elsass gelang. In Karlsruhe schloss er sich dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1631&amp;quot;&amp;gt;Jüdischen Turnklub 03&amp;lt;/lex&amp;gt; an, mit dem er als Aktiver noch einmal eine Meisterschaft gewinnen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirsch arbeitete nach dem Krieg in der Firma des Vaters und dessen Bruder, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0021&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co&amp;lt;/lex&amp;gt;  in Karlsruhe, für die er 1924 die Prokura erhielt und die er 1926 mit seinem Bruder Max als Geschäftsführer übernahm. Schon in den 1920er-Jahren hatte die Firma mit wirschaftlichen Problemen zu kämpfen, an der sich zeitweise der inzwischen im väterlichen Betrieb tätige Gottfried Fuchs beteilgte. Dennochmusste 1930 musste die Firma, die seit 1926 Sigfa, Sportgesellschaft mit beschränkter Haftung, vormals Deutsche Signalflaggenfabrik Karlsruhe hieß, die Produktion als Folge der Weltwirtschaftkrise einstellen und sich auf den Vertrieb von Sportartikeln beschränken, im Februar 1933 dann aber doch Konkurs anmelden. Beruflich hielt Julius Hirsch sich danach als Textilvertreter, dann als Hilfsbuchhalter bei den Zellstoff- und Papierfabriken Ettlingen und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0121&amp;quot;&amp;gt;Maxau&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zu deren &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Arisierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; im Jahr 1938 über Wasser. Wohl nicht zuletzt wegen der ungeheuren seelischen Belastung erkrankte Hirsch Ende 1938 und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Bar-Le-Duc in Lothringen behandelt. Um seine christliche Frau Ella und zwei Kinder zu schützen, ließ er sich 1942 scheiden. Von der Deportation der Karlsruhe Juden im Oktober 1940 nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1325&amp;quot;&amp;gt;Gurs&amp;lt;/lex&amp;gt; in Südfrankreich blieb Hirsch dank seiner &amp;quot;Mischehe&amp;quot; noch verschont, doch am 1. März 1943 wurde Hirsch, der seit 1939 als Scuttplatzarbeiter bei der Stadt Karlsruhe angestellt war, mit elf anderen Karlsruher Juden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Möglichkeit, mit einem versiegelten Postwagen in die Schweiz zu fliehen, hatte er zuvor nicht genutzt, wohl in Unterschätzung der ihm drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stiftete 2005 den Julius-Hirsch-Preis, mit dem er an einen von nur zwei jüdischen deutschen Nationalspielern erinnert. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am Karlsruher Weg eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußball­na­tio­nal­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Umbenennung eines Teils des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Wegs&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==		&lt;br /&gt;
GLA 480 9259; StadtAK 8/ZGS Personen; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff am 20. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 20. August 2025); Andreas Hirsch: Über seinen Großvater Julius Hirsch und seine Familiengeschichte, Interview vom 11. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludger Syré: Julius Hirsch, in: Badische Biographien, NF, Bd. V, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 2005, S. 124-126; Gereon Tönnihsen: Julius Hirsch. Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, Karlsruhe 2008 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 10), darin S. 11-15, Ernst Otto Bräunche: Die Stellung von Julius Hirsch in der Karlsruher Fußballgeschichte; Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage Göttingen 2016.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-1959&amp;diff=599202</id>
		<title>De:Lexikon:bio-1959</title>
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		<updated>2026-09-01T11:46:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Bernhard Schmitt (ONUK) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Bernhard Schmitt (ONUK)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Bernhard Schmitt (ONUK)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Schmitt Bernhard ONUK Selbstportrait.jpg|alternativtext=Bernhard Schmitt (ONUK), Selbstporträt.|links|mini|Bernhard Schmitt (ONUK), Selbstporträt 19. Oktober 2009.]]&lt;br /&gt;
Historiker, Fotograf und Künstler, * 29. Januar 1955 Karlsruhe, † 13. Januar 2018 Karlsruhe, ∞ 2. Ehe, Bettina Wohlwend 2011.  &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn des Karlsruher Stadtsyndikus Kuno Schmitt wuchs in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3075&amp;quot;&amp;gt;Dammerstocksiedlung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf und studierte nach dem Besuch des Eichendorff-Gymnasiums in Ettlingen Geschichte, Soziologie und Politologie an der TH Darmstadt. Danach war er 16 Jahre als Bereichsleiter Literatur, Film und Heimatpflege im städtischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1039&amp;quot;&amp;gt;Kulturreferat&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, die letzten sechs Jahre nur noch mit einer halben Stelle, da er sich zunehmend als freier Fotograf und Künstler betätigte, der sich bald über Karlsruhe hinaus einen Ruf erarbeitete. In Fotoworkshops ermöglichte er den Teilnehmenden den Einstieg in die Systemfotografie, die Porträt-, Nacht-, und Architekturfotografie. In der Stadt Karlsruhe war Bernhard Schmitt in der Kultur stets präsent und hat markante Spuren hinterlassen. Für seine Bescheidenheit, seine Freundlichkeit, seinen zuweilen rabenschwarzen Humor und seine Selbstironie war er bekannt und geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freiberuflich fotografierte er für das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badische Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;, das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtische Galerie&amp;lt;/lex&amp;gt; (heute Kunstmuseum Karlsruhe), das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0845&amp;quot;&amp;gt;Badische Staatstheater&amp;lt;/lex&amp;gt;, das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&amp;quot;&amp;gt;Zentrum für Kunst und Medien (ZKM)&amp;lt;/lex&amp;gt;, das Fraunhofer-Institut ICT, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1145&amp;quot;&amp;gt;Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)&amp;lt;/lex&amp;gt; und KA-News. Fotografien erschienen unter anderem im Spiegel, den Zeitschriften Amica und Wiener. Der umfangreiche Nachlass von Bernhard Schmitt (ONUK) wird heute im Stadtarchiv Karlsruhe aufbewahrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Künstler ONUK – der Künstlername ist ein Anagramm des Vornamens des von ihm sehr verehrten Vaters Kuno - zeigte Ausstellungen in nationalen und internationalen Museen. Er veröffentlichte zahlreiche Bildbände und war beteiligt an vielen Kulturprojekten. Unter der Vielzahl ragen heraus die Projekte „Karlsruhe erwacht“ und das Gemeinschaftsprojekt „110.000 Tage Karlsruhe“ (zum Ideenwettbewerb 300. Stadtjubiläum Karlsruhe 2015) sowie das Kunstprojekt „Ab- und Zufall / Wertstoff“ mit Markus Jäger ([http://www.recycling-world.eu www.recycling-world.eu], Zugriff am 20. August 2026). Sein Interesse galt nicht nur dem lokalen und regionalen Geschehen, seine Bildbände zu Großstädten wie Bangkok, London, Paris und Shanghai setzen deren Dynamik im Alltagsgeschehen durch die mit der ONUK eigenen Unschärfe eindrucksvoll in Szene. Auf Kunstmessen war er in Berlin, Köln und Nancy vertreten. 2014 wurde er zum Dozenten bei der „Europäischen Medien- und Event-Akademie gGmbH“ berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA ONUK, 8/ZGS Einzelpersonen.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Einzelausstellungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Museum für Literatur am Oberrhein Karlsruhe, Stadtmuseen Karlsruhe und Crailsheim, Goethe-Institute, Nancy (Frankreich) und Bangkok (Thailand), Chulalongkorn-Universität, Bangkok, Rathaus Bretten, Rathaus Halle (Saale), Rathaus Timisoara (Rumänien), Rathaus Bruchsal, Kunstverein Neckar-Odenwald, Buchen, Humboldt-Vereinigung, Guatemala-Stadt, Participation Citoyenne: Le Cas Stuttgart 21, ZKM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gemeinschaftsausstellungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim, Theater im Pfalzbau, Ludwigshafen, 2004, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, Goethe-Institut, Nancy, Stuttgarter Fotosommer, Kulturzentrum, Städtische Galerie, Rastatt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Aufsätze&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Spannungsfeld von Assimilation, Antisemitismus und Zionismus, in: Juden in Karlsruhe, hrsg. von Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt, Karlsruhe 1988, S. 121-154 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 8); Der erste Luftangriff auf Karlsruhe am 15. Juni 1915, in: Blick in die Geschichte, hrsg. vom Forum  für Stadtgeschichte und Kultur, Bd. 1 Karlsruhe 1994, S. 67-69, file://///storage/home/KultA/ernst.braeunche/Downloads/Blick_in_die_Geschichte_Bd1_opt.pdf (Zugriff am 17. August 2026).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eigene Veröffentlichungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Hälfte des Lebens. Frauen um 40, Karlsruhe 1996; Lebensstufen. Frauen um zwanzig und siebzig, Karlsruhe 1999; Laos, Karlsruhe 2001; Ankunft einer Generation. Integrationsgeschichten von Spätaussiedlern. Hrsg. Lena Khuen-Belasi/Internationaler Bund, Texte: L. Khuen-Belasi u. a., Karlsruhe 2003; Karlsruhe. Architektur im Blick. Hrsg. mit Annette Ludwig und Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Karlsruhe 2005; Stadtlandschaften, Text: Peter Weibel, Karlsruhe 2005; Daheim in fremden Ländern. Frauen stellen sich vor. Texte: G. Strecker u. a., Karlsruhe 2001; Neue Rhythmen am Rhein. Frauen aus Lateinamerika. Texte: Gun Strecker, Elisabeth Schraut, Karlsruhe 2007; Temporär. Fotografien von ONUK Bernhard Schmitt, hrsg. von Thomas Lindemann, Karlsruhe 2015 (= Lindemanns Bibliothek Bd. 227).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Beteiligungen&#039;&#039;&#039;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Karlsruhe. Portrait der badischen Fächerstadt, Text: Ulrich Hartmann, Karlsruhe 1999; Karlsruhe. Bilder der Fächerstadt, Text: Michael Hübl, Karlsruhe 2006; mit Peter Bastian und Anke Mührenberg: Das Tullabad, Karlsruhe 2008; mit Fabian Müller: Beleuchtung im Freiraum, München 2010; mit Yps Knauber: Durlach. Ansichten und Einblicke, Leinfelden-Echterdingen 2012; Blütenträume für zu Hause, Ostfildern 2013; Talent Leidenschaft Anerkennung. Karlsruher Potenziale in Wissenschaft und Kultur, hrsg. von: C. Böckelmann, T. Hoyer, G. Weigand, Karlsruhe 2013; Von der Pfandleihe zum Stadtarchiv, Karlsruhe 2013 (= Häuser- und Baugeschichte, Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 12); Karlsruher Sommermärchen. Die Fächerstadt feiert 300. Geburtstag, hrsg. von Klaus Michael Baur, Karlsruhe 2015.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2205&amp;diff=599193</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2205</title>
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		<updated>2026-09-01T10:05:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Ludwig Gottfried Werle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Ludwig Gottfried Werle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ludwig Gottfried Werle=&lt;br /&gt;
[[Datei:Werle Ludwig 8 Alben12 80a.jpg|alternativtext=Ludwig Gottfried Werle, Foto 1933, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/80a.|links|mini|Ludwig Gottfried Werle, Foto 1933, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/80a.]]&lt;br /&gt;
Kaufmann, Schreiner, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt;-Funktionär, * 24. Mai 1897 Kaiserslautern, † 13. Oktober 1979 Merzig, kath., gottgläubig, ∞ 8. November 1928 Elly Wittmann, 3 Kinder. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Schreinermeisters besuchte 1903 die Volksschule Wieblingen bei Heidelberg, 1903/04 die Bürgerschule Mannheim und dann 1904 bis 1907 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1459&amp;quot;&amp;gt;Nebeniusschule&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruhe. Nach dem Reformgymnasium, heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1425&amp;quot;&amp;gt;Goethe-Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; (1907 bis 1910) arbeitete er als Lehrling in der väterlichen Schreinerei. In dieser Zeit besuchte er auch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1142&amp;quot;&amp;gt;Handelsschule&amp;lt;/lex&amp;gt; und belegte einen Zeichen- und Modellierfachkurs an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0931&amp;quot;&amp;gt;Kunstgewerbeschule&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1912 bis 1914 gehörte er dem Katholischen Jugendverein, 1914 bis 1916 dem katholischen Kaufmännischen Verein Fidelitas an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; war er bis 1916 Mitglied der Karlsruher Jugendwehr. 1916 bis 1918 leistete er Kriegsdienst, zuletzt als Gefreiter beim Infanterieregiment 114 und 185 und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Kriegsversehrtenkreuz ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 trat er mit der Mitgliedsnummer 622 dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; rechtsradikalen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1911&amp;quot;&amp;gt;Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund&amp;lt;/lex&amp;gt; bei und gehörte diesem bis zu dessen Verbot 1922 an. Seit Herbst 1920 war Werle auch Mitglied der neu gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Deutschland (NSDAP) mit der Mitgliedsnummer 37931. 1924/25 trat er in der Verbotszeit der NSDAP deren Tarnorganisation, der Deutschen Partei, bei. Nach der Wiedergründung der NSDAP 1925 trat er dieser wieder bei und erhielt die Mitgliedsnummer 24373. Werle war damit nicht nur ein &amp;quot;alter Kämpfer&amp;quot;, sondern wohl auch das erste nachweisbare NSDAP-Mitglied aus Karlsruhe. Der spätere Kreisleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1011&amp;quot;&amp;gt;Willi Worch&amp;lt;/lex&amp;gt; bezeichnete ihn als &amp;quot;ein Stück Geschichte der NSDAP des Gaus Baden&amp;quot;. Dafür wurde er später mit dem Goldenen Parteiabzeichen, dem Gauehrenzeichen in Silber und Gold und der Dienstauszeichnung in Bronze und Silber geehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 25. März 1925 bis 15. Januar 1929 fungierte er als Stellvertretender Gaukassier, vom 2. Februar 1929 bis zum 16. Oktober 1929 hatte er das Amt des Gauschatzmeisters der Standarte 32 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, deren Mitbegründer er war. In der Partei war er vom 1. April 1930 bis 1. August 1934 Sektionsführer, die Ortsgruppenleitung Karlsruhe Südwest hatte er von Januar 1933 bis Juli 1934 und dann wieder ab November 1938 inne. Dem Reservesturm 10/109 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; der NSDAP gehörte er vom 24. März 1931 bis 12. Augst 1932 an. 1933 trat er der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1949&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Arbeitsfront (DAF)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei, 1934 wurde er zudem Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, zum 1. Juli 1934 wurde er Förderndes Mitglied der SS, am 1. Februar 1935 schließlich Kreisamtsleiter des Amts für Kommunalpolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Amt eines &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm er am 16. November 1930. Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschuss&amp;lt;/lex&amp;gt; war er ordentliches Mitglied des Ausschusses für Bau- und Denkmalpflege, außerdem war er Stellvertretendes Mitglied des Beschwerdeausschusses für das Fürsorgewesen. An der als &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0290&amp;quot;&amp;gt;Rathausschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; bezeichneten Schlägerei im Bürgerausschuss war Werle beteiligt. Am 11. Juli 1933 wurde er auch &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, nachdem die Stadträte der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Deutschen Arbeiterpartei (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; widerrechtlich ausgeschlossen worden waren. Vom 14. November 1933 bis zum 20. Juni 1938 war er Karlsruher Ratsherr, ehe er am 30. Juni 1938 sein Amt im Bezirksrat antrat. Zuvor war er am 1. Mai 1938 städtischer Beamter mit dem Rang eines Verwaltungsoberinspektors geworden, als er Vorsitzender des Ortsgerichtsrats wurde, dessen Mitglied er seit 1935 war. Nun verkaufte er auch die väterliche Schreinerei, die er Ende 1932 nach dem Tod des Vaters übernommen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Wehrmacht war er 1939 in der Landeschützenkompagnie Heilbronn aktiv, ehe er im Januar 1940 seinen Dienst bei der Stadt wieder aufnahm. 1943 war er nochmal einige Monate bei der Wehrmacht in Donaueschingen und Kehl tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; hielt die Polizeibehörde in dem Bericht für das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; fest, dass Werle &amp;quot;immer noch ein fanatischer Anhänger einer kläglich zusammengebrochenen Weltanschauung&amp;quot; sei. Werle war unter anderem im Lager Ludwigsburg und in einem amerikanischen Lager in Garmisch interniert. Verurteilt wurde Werle im Juli 1949 zunächst als Hauptschuldiger zu drei Jahren Lagerhaft, die er durch die Internierung abgebüßt hatte, sein Vermögen wurde eingezogen. Im Oktober 1949 wurde er zurückgestuft als nun nur noch Belasteter, das Vermögen nur noch zu 20 Prozent eingezogen. Eine erneute Berufung Werles wurde 1952 endgültig abgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werle lebte bis in die 1970er-Jahre in Karlsruhe, ehe er nach Merzig verzog. Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; ist er als Verwaltungsangestellter aufgeführt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtA Kaiserslautern, Standesbücher; StadtAK 1/POA 5875 a und b; GLA 465d Nr. 664, 465 f Nr. 1632.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0621&amp;diff=599181</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0621</title>
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		<updated>2026-08-20T14:39:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Friedrich Otto Aristides von Weech */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Otto Aristides von Weech}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Otto Aristides von Weech=&lt;br /&gt;
[[Datei:Weech Friedrich 8 PBS oIII 1574.jpg|alternativtext=Friedrich von Weech, um 1905, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1574.|links|mini|Friedrich von Weech, um 1905, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1574.]]&lt;br /&gt;
Archivar und Historiker, * 16. Oktober 1837 München, † 17. November 1905 Karlsruhe, kath., ∞ 1865 Theresia Augusta Antonia Seuffert, 3 Töchter. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Als der Badische Kammerherr, Geheimrat und Archivdirektor Friedrich von Weech im Alter von 68 Jahren verstarb, würdigten zahlreiche Nachrufe seine Person und sein Wirken als Archivar und Historiker. „Ein trefflicher Forscher und Gelehrter voll Geist und sprühender Laune, voll vielseitiger Interessen, ein liebenswürdiger Gesellschafter, in dessen gastlichem Hause der Sinn für alles Schöne gepflegt und allen wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen ein feines Verständnis entgegengebracht wurde.“, schrieb zum Beispiel die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1181&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des in griechischen Diensten stehenden Hauptmanns Friedrich von Weech wurde unter anderem in der „geistlichen Erziehungsanstalt“ des Benediktinerklosters Metten in Niederbayern unterrichtet und studierte nach dem Abitur, das er 1856 am Maximiliansgymnasium München ablegte, an den Universitäten München und Heidelberg Rechtswissenschaft und Geschichte. 1860 wurde er in München zum Doktor der Philosophie promoviert. Während des Studiums 1858 trat er dem Corps Guestphalia Heidelberg bei. &lt;br /&gt;
1862 habilitierte er sich an der Universität Freiburg als Privatdozent der Geschichte, nachdem er zuvor Vorlesungen unter anderem von Leopold von Ranke und Johann Gustav Droysen in Berlin besucht hatte. In der Freiburger Zeit begann eine Freundschaft mit Heinrich von Treitschke, mit dem er gemeinsam dem Comitee für Schleswig-Holstein angehörte. Später kühlte das Verhältnis wegen inhaltlicher Differenzen deutlich ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Tätigkeit für die Königliche Akademie der Wissenschaften in München, wo er an der Herausgabe der Chronik der deutschen Städte mitwirkte, wurde er 1864 als Nachfolger von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0972&amp;quot;&amp;gt;Joseph Bader&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0808&amp;quot;&amp;gt;Großherzoglichen Hofbibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; mit dem Titel „Hilfsarbeiter“ angestellt. Ende 1867 wurde er Archivrat am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0802&amp;quot;&amp;gt;Badischen Generallandesarchiv&amp;lt;/lex&amp;gt; und 1886 dessen Direktor. In seiner Amtszeit wurde das Generallandesarchiv zu einem wissenschaftlichen Institut erhoben, und die Herausgabe der Inventare des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs begann. In seiner Amtszeit entstanden so 156 Repertorien und das Generallandesarchiv wurde nicht nur „zu einem wissenschaftlichen Institut erhoben, das durch seine Einrichtungen vielfach vorbildlich geworden ist“, es erhielt auch ein neues Archivgebäude an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2039&amp;quot;&amp;gt;Hildapromenade&amp;lt;/lex&amp;gt;, das damals Maßstäbe setzte. Bereits 1883 war er Sekretär der neugegründeten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1715&amp;quot;&amp;gt;Badischen Historischen Kommission&amp;lt;/lex&amp;gt; geworden, deren Gründung er nachhaltig betrieben hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Stadt Karlsruhe erwarb sich von Weech durch seine Beteiligung beim Aufbau des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchivs&amp;lt;/lex&amp;gt; große Verdienste. Drei Jahre nach dessen Gründung wurde er im Jahr 1888 in die städtische &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1931&amp;quot;&amp;gt;Archivkommission&amp;lt;/lex&amp;gt; berufen, der er bis kurz vor seinem Tode angehörte. Im Auftrag der Archivkommission verfasste von Weech eine dreibändige Stadtgeschichte, deren erster Band 1895 erschien und die 1904 abgeschlossen wurde. Darüberhinaus war von Weech als &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneter&amp;lt;/lex&amp;gt; Mitglied des Ortschulrats. Als Mitglied und Vorstand des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1347&amp;quot;&amp;gt;Männerhilfsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; und als Mitglied des Gesamtvorstandes des Badischen Landesvereins vom Roten Kreuz erwarb er sich Verdienste im  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0066&amp;quot;&amp;gt;Deutsch-Französischen Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; bei der Belagerung von Straßburg.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus war er ein bedeutender Landeshistoriker. Seit 1901 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ab 1868 Mitherausgeber der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Die Liste der Veröffentlichungen des Archivars ist zu lang, als dass man ihr auch nur annähernd gerecht werden könnte – ein Bayer, der badische Landesgeschichte schrieb. Seine 1890 erschienene Badische Geschichte brachte ihm allerdings nicht nur Lob ein, die Kritiken reichten bis zur Bezeichnung Hofhistoriograph. Diese Nähe zum Hof, die auch in seiner Karlsruher Stadtgeschichte durchaus erkennbar ist, schmälert aber von Weechs Lebensleistung nicht. Ihm sind nicht zuletzt auch die bis in die Gegenwart fortgeführten Badischen Biographien zu verdanken, deren erster Band 1875 erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus war Weech auch journalistisch tätig. Er schrieb unter anderem für die Augsburger und die Münchner Allgemeine, die Straßburger Post sowie die Karlsruher Zeitung, für die er von 1879 bis 1881 die Literarische Beilage herausgab. &lt;br /&gt;
Seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, zum Beispiel als langjähriger Vorstand des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1347&amp;quot;&amp;gt;Männerhilfsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; und des Gesamtvorstandes des badischen Landesvereins vom &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1535&amp;quot;&amp;gt;Roten Kreuz&amp;lt;/lex&amp;gt; oder als Mitglied des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschusses&amp;lt;/lex&amp;gt;, unterstreichen, dass Friedrich von Weech ein Mann der Tat war, der sich mit aller Kraft für die Badische Geschichtsschreibung, das Badische Generallandesarchiv und für seine zweite Heimatstadt Karlsruhe eingesetzt und verdient gemacht hat.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wegen seiner Verdienste wurde von Weech vielfach geehrt, so wurden ihm die Titel Großherzoglich Badischer Kammerherr und Geheimer Rat II. Klasse, das Kommandokreuz des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1607&amp;quot;&amp;gt;Zähringer Löwenordens&amp;lt;/lex&amp;gt; II. Klasse, das Eiserne Kreuz am weißen Band, sowie 1872 der württembergische Olga-Orden verliehen. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2886&amp;quot;&amp;gt;Weechstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde 1960 nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen; Nachruf in Chronik 1905, S. 165-167; StadtAK 8/StS13, 845, S. 40-42.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Baden unter den Großherzögen Karl Friedrich, Karl, Ludwig 1738–1830, Freiburg 1864; Korrespondenzen und Aktenstücke zur Geschichte der Ministerkonferenzen von Karlsbad und Wien 1819–20 und 1834. Leipzig 1865; Geschichte der badischen Verfassung, Karlsruhe 1868; Baden in den Jahren 1852 bis 1877, Karlsruhe 1877; Aus alter und neuer Zeit. Nachträge und Aufsätze; Leipzig 1878; Die Deutschen seit der Reformation. Mit besonderer Berücksichtigung der Culturgeschichte, Leipzig 1878; Die Zähringer in Baden. Karlsruhe 1881; Karl Friedrich von Baden. Aus dem Nachlass von K. F. Nebenius, Karlsruhe 1868; Beschreibung des schwedischen Kriegs von Sebastian Burster, 1630–1647, Leipzig 1875; (Hrsg.) Badische Biographien, Heidelberg 1875; Codex diplomaticus Salemitanus. Urkundenbuch der Cistercienser-Abtei Salem (1134–1498), 3 Bde., Karlsruhe 1883–1895; Siegel und Urkunden aus dem badischen Generallandesarchiv, Frankfurt 1883–1886; Badische Geschichte, Karlsruhe 1890; Karlsruhe. Geschichte der Stadt und ihrer Verwaltung, 3 Bde., Karlsruhe 1895–1904, http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/Drucke/content/titleinfo/264911 (Zugriff am 4. August 2026); komplette Bibliographie siehe Literatur, Karl Obser.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Albert Krieger: Friedrich von Weech, in: Albert Krieger (Hrsg.): Badische Biographien. Teil VI: (1902–1911), Winter, Heidelberg 1927, S. 1–13, https://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/titleinfo/6541097 (Zugriff am 4. August 2026); Karl Obser: Friedrich von Weech. Nachruf, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO). Neue Folge Band XXI, 1906, S. 323–344, S. 334 ff. Bibliographische Übersicht; Peter P. Albert: Friedrich von Weech und seine Verdienste um die badische Geschichtsforschung, in: Alemannia, NF 7, S. 1–13, Internet Archive.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Friedrich Otto Aristides von Weech */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Otto Aristides von Weech}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Otto Aristides von Weech=&lt;br /&gt;
[[Datei:Weech Friedrich 8 PBS oIII 1574.jpg|alternativtext=Friedrich von Weech, um 1905, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1574.|links|mini|Friedrich von Weech, um 1905, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1574.]]&lt;br /&gt;
Archivar und Historiker, * 16. Oktober 1837 München, † 17. November 1905 Karlsruhe, kath., ∞ 1865 Theresia Augusta Antonia Seuffert, 3 Töchter. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Als der Badische Kammerherr, Geheimrat und Archivdirektor Friedrich von Weech im Alter von 68 Jahren verstarb, würdigten zahlreiche Nachrufe seine Person und sein Wirken als Archivar und Historiker. „Ein trefflicher Forscher und Gelehrter voll Geist und sprühender Laune, voll vielseitiger Interessen, ein liebenswürdiger Gesellschafter, in dessen gastlichem Hause der Sinn für alles Schöne gepflegt und allen wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen ein feines Verständnis entgegengebracht wurde.“, schrieb zum Beispiel die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1181&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des in griechischen Diensten stehenden Hauptmanns Friedrich von Weech wurde unter anderem in der „geistlichen Erziehungsanstalt“ des Benediktinerklosters Metten in Niederbayern unterrichtet und studierte nach dem Abitur, das er 1856 am Maximiliansgymnasium München ablegte, an den Universitäten München und Heidelberg Rechtswissenschaft und Geschichte. 1860 wurde er in München zum Doktor der Philosophie promoviert. Während des Studiums 1858 trat er dem Corps Guestphalia Heidelberg bei. &lt;br /&gt;
1862 habilitierte er sich an der Universität Freiburg als Privatdozent der Geschichte, nachdem er zuvor Vorlesungen unter anderem von Leopold von Ranke und Johann Gustav Droysen in Berlin besucht hatte. In der Freiburger Zeit begann eine Freundschaft mit Heinrich von Treitschke, mit dem er gemeinsam dem Comitee für Schleswig-Holstein angehörte. Später kühlte das Verhältnis wegen inhaltlicher Differenzen deutlich ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Tätigkeit für die Königliche Akademie der Wissenschaften in München, wo er an der Herausgabe der Chronik der deutschen Städte mitwirkte, wurde er 1864 als Nachfolger von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0972&amp;quot;&amp;gt;Joseph Bader&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0808&amp;quot;&amp;gt;Großherzoglichen Hofbibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; mit dem Titel „Hilfsarbeiter“ angestellt. Ende 1867 wurde er Archivrat am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0802&amp;quot;&amp;gt;Badischen Generallandesarchiv&amp;lt;/lex&amp;gt; und 1886 dessen Direktor. In seiner Amtszeit wurde das Generallandesarchiv zu einem wissenschaftlichen Institut erhoben, und die Herausgabe der Inventare des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs begann. In seiner Amtszeit entstanden so 156 Repertorien und das Generallandesarchiv wurde nicht nur „zu einem wissenschaftlichen Institut erhoben, das durch seine Einrichtungen vielfach vorbildlich geworden ist“, es erhielt auch ein neues Archivgebäude an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2039&amp;quot;&amp;gt;Hildapromenade&amp;lt;/lex&amp;gt;, das damals Maßstäbe setzte. Bereits 1883 war er Sekretär der neugegründeten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1715&amp;quot;&amp;gt;Badischen Historischen Kommission&amp;lt;/lex&amp;gt; geworden, deren Gründung er nachhaltig betrieben hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Stadt Karlsruhe erwarb sich von Weech durch seine Beteiligung beim Aufbau des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchivs&amp;lt;/lex&amp;gt; große Verdienste. Drei Jahre nach dessen Gründung wurde er im Jahr 1888 in die städtische &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1931&amp;quot;&amp;gt;Archivkommission&amp;lt;/lex&amp;gt; berufen, der er bis kurz vor seinem Tode angehörte. Im Auftrag der Archivkommission verfasste von Weech eine dreibändige Stadtgeschichte, deren erster Band 1895 erschien und die 1904 abgeschlossen wurde. Darüberhinaus war von Weech als Stadtverordneter Mitglied des Ortschulrats. Als Mitglied und Vorstand des Männerhilfsvereins und als Mitglied des Gesamtvorstandes des Badischen Landesvereins vom Roten Kreuz erwarb er sich Verdienste im Deutsch-Französischen Krieg bei der Belagerung von Straßburg.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus war er ein bedeutender Landeshistoriker. Seit 1901 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ab 1868 Mitherausgeber der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Die Liste der Veröffentlichungen des Archivars ist zu lang, als dass man ihr auch nur annähernd gerecht werden könnte – ein Bayer, der badische Landesgeschichte schrieb. Seine 1890 erschienene Badische Geschichte brachte ihm allerdings nicht nur Lob ein, die Kritiken reichten bis zur Bezeichnung Hofhistoriograph. Diese Nähe zum Hof, die auch in seiner Karlsruher Stadtgeschichte durchaus erkennbar ist, schmälert aber von Weechs Lebensleistung nicht. Ihm sind nicht zuletzt auch die bis in die Gegenwart fortgeführten Badischen Biographien zu verdanken, deren erster Band 1875 erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus war Weech auch journalistisch tätig. Er schrieb unter anderem für die Augsburger und die Münchner Allgemeine, die Straßburger Post sowie die Karlsruher Zeitung, für die er von 1879 bis 1881 die Literarische Beilage herausgab. &lt;br /&gt;
Seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, zum Beispiel als langjähriger Vorstand des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1347&amp;quot;&amp;gt;Männerhilfsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; und des Gesamtvorstandes des badischen Landesvereins vom &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1535&amp;quot;&amp;gt;Roten Kreuz&amp;lt;/lex&amp;gt; oder als Mitglied des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschusses&amp;lt;/lex&amp;gt;, unterstreichen, dass Friedrich von Weech ein Mann der Tat war, der sich mit aller Kraft für die Badische Geschichtsschreibung, das Badische Generallandesarchiv und für seine zweite Heimatstadt Karlsruhe eingesetzt und verdient gemacht hat.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wegen seiner Verdienste wurde von Weech vielfach geehrt, so wurden ihm die Titel Großherzoglich Badischer Kammerherr und Geheimer Rat II. Klasse, das Kommandokreuz des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1607&amp;quot;&amp;gt;Zähringer Löwenordens&amp;lt;/lex&amp;gt; II. Klasse, das Eiserne Kreuz am weißen Band, sowie 1872 der württembergische Olga-Orden verliehen. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2886&amp;quot;&amp;gt;Weechstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde 1960 nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen; Nachruf in Chronik 1905, S. 165-167; StadtAK 8/StS13, 845, S. 40-42.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Baden unter den Großherzögen Karl Friedrich, Karl, Ludwig 1738–1830, Freiburg 1864; Korrespondenzen und Aktenstücke zur Geschichte der Ministerkonferenzen von Karlsbad und Wien 1819–20 und 1834. Leipzig 1865; Geschichte der badischen Verfassung, Karlsruhe 1868; Baden in den Jahren 1852 bis 1877, Karlsruhe 1877; Aus alter und neuer Zeit. Nachträge und Aufsätze; Leipzig 1878; Die Deutschen seit der Reformation. Mit besonderer Berücksichtigung der Culturgeschichte, Leipzig 1878; Die Zähringer in Baden. Karlsruhe 1881; Karl Friedrich von Baden. Aus dem Nachlass von K. F. Nebenius, Karlsruhe 1868; Beschreibung des schwedischen Kriegs von Sebastian Burster, 1630–1647, Leipzig 1875; (Hrsg.) Badische Biographien, Heidelberg 1875; Codex diplomaticus Salemitanus. Urkundenbuch der Cistercienser-Abtei Salem (1134–1498), 3 Bde., Karlsruhe 1883–1895; Siegel und Urkunden aus dem badischen Generallandesarchiv, Frankfurt 1883–1886; Badische Geschichte, Karlsruhe 1890; Karlsruhe. Geschichte der Stadt und ihrer Verwaltung, 3 Bde., Karlsruhe 1895–1904, http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/Drucke/content/titleinfo/264911 (Zugriff am 4. August 2026); komplette Bibliographie siehe Literatur, Karl Obser.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Albert Krieger: Friedrich von Weech, in: Albert Krieger (Hrsg.): Badische Biographien. Teil VI: (1902–1911), Winter, Heidelberg 1927, S. 1–13, https://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/titleinfo/6541097 (Zugriff am 4. August 2026); Karl Obser: Friedrich von Weech. Nachruf, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO). Neue Folge Band XXI, 1906, S. 323–344, S. 334 ff. Bibliographische Übersicht; Peter P. Albert: Friedrich von Weech und seine Verdienste um die badische Geschichtsforschung, in: Alemannia, NF 7, S. 1–13, Internet Archive.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0621</title>
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		<updated>2026-08-20T14:10:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Otto Aristides von Weech}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Otto Aristides von Weech=&lt;br /&gt;
[[Datei:Weech Friedrich 8 PBS oIII 1574.jpg|alternativtext=Friedrich von Weech, um 1905, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1574.|links|mini|Friedrich von Weech, um 1905, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1574.]]&lt;br /&gt;
Archivar und Historiker, * 16. Oktober 1837 München, † 17. November 1905 Karlsruhe, kath., ∞ 1865 Theresia Augusta Antonia Seuffert, 3 Töchter. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Als der Badische Kammerherr, Geheimrat und Archivdirektor Friedrich von Weech im Alter von 68 Jahren verstarb, würdigten zahlreiche Nachrufe seine Person und sein Wirken als Archivar und Historiker. „Ein trefflicher Forscher und Gelehrter voll Geist und sprühender Laune, voll vielseitiger Interessen, ein liebenswürdiger Gesellschafter, in dessen gastlichem Hause der Sinn für alles Schöne gepflegt und allen wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen ein feines Verständnis entgegengebracht wurde.“, schrieb zum Beispiel die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1181&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn des in griechischen Diensten stehenden Hauptmanns Friedrich von Weech wurde unter anderem in der „geistlichen Erziehungsanstalt“ des Benediktinerklosters Metten in Niederbayern unterrichtet und studierte nach dem Abitur, das er 1856 am Maximiliansgymnasium München ablegte, an den Universitäten München und Heidelberg Rechtswissenschaft und Geschichte. 1860 wurde er in München zum Doktor der Philosophie promoviert. Während des Studiums 1858 trat er dem Corps Guestphalia Heidelberg bei. &lt;br /&gt;
1862 habilitierte er sich an der Universität Freiburg als Privatdozent der Geschichte, nachdem er zuvor Vorlesungen unter anderem von Leopold von Ranke und Johann Gustav Droysen in Berlin besucht hatte. In der Freiburger Zeit begann eine Freundschaft mit Heinrich von Treitschke, mit dem er gemeinsam dem Comitee für Schleswig-Holstein angehörte. Später kühlte das Verhältnis wegen inhaltlicher Differenzen deutlich ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach zwei Jahren Tätigkeit für die Königliche Akademie der Wissenschaften in München, wo er an der Herausgabe der Chronik der deutschen Städte mitwirkte, wurde er 1864 als Nachfolger von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0972&amp;quot;&amp;gt;Joseph Bader&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0808&amp;quot;&amp;gt;Großherzoglichen Hofbibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; mit dem Titel „Hilfsarbeiter“ angestellt. Ende 1867 wurde er Archivrat am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0802&amp;quot;&amp;gt;Badischen Generallandesarchiv&amp;lt;/lex&amp;gt; und 1886 dessen Direktor. In seiner Amtszeit wurde das Generallandesarchiv zu einem wissenschaftlichen Institut erhoben, und die Herausgabe der Inventare des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs begann. In seiner Amtszeit entstanden so 156 Repertorien und das Generallandesarchiv wurde nicht nur „zu einem wissenschaftlichen Institut erhoben, das durch seine Einrichtungen vielfach vorbildlich geworden ist“, es erhielt auch ein neues Archivgebäude an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2039&amp;quot;&amp;gt;Hildapromenade&amp;lt;/lex&amp;gt;, das damals Maßstäbe setzte. Bereits 1883 war er Sekretär der neugegründeten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1715&amp;quot;&amp;gt;Badischen Historischen Kommission&amp;lt;/lex&amp;gt; geworden, deren Gründung er nachhaltig betrieben hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Stadt Karlsruhe erwarb sich von Weech durch seine Beteiligung beim Aufbau des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchivs&amp;lt;/lex&amp;gt; große Verdienste. Drei Jahre nach dessen Gründung wurde er im Jahr 1888 in die städtische &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1931&amp;quot;&amp;gt;Archivkommission&amp;lt;/lex&amp;gt; berufen, der er bis kurz vor seinem Tode angehörte. Im Auftrag der Archivkommission verfasste von Weech eine dreibändige Stadtgeschichte, deren erster Band 1895 erschien und die 1904 abgeschlossen wurde. Darüber hinaus war er ein bedeutender Landeshistoriker. Seit 1901 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ab 1868 Mitherausgeber der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Liste der Veröffentlichungen des Archivars ist zu lang, als dass man ihr auch nur annähernd gerecht werden könnte – ein Bayer, der badische Landesgeschichte schrieb. Seine 1890 erschienene Badische Geschichte brachte ihm allerdings nicht nur Lob ein, die Kritiken reichten bis zur Bezeichnung Hofhistoriograph. Diese Nähe zum Hof, die auch in seiner Karlsruher Stadtgeschichte durchaus erkennbar ist, schmälert aber von Weechs Lebensleistung nicht. Ihm sind nicht zuletzt auch die bis in die Gegenwart fortgeführten Badischen Biographien, deren erster Band 1875 erschien, zu verdanken.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Darüber hinaus war Weech auch journalistisch tätig. Er schrieb unter anderem für die Augsburger und die Münchner Allgemeine, die Straßburger Post sowie die Karlsruher Zeitung, für die er von 1879 bis 1881 die Literarische Beilage herausgab. &lt;br /&gt;
Seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, zum Beispiel als langjähriger Vorstand des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1347&amp;quot;&amp;gt;Männerhilfsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; und des Gesamtvorstandes des badischen Landesvereins vom &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1535&amp;quot;&amp;gt;Roten Kreuz&amp;lt;/lex&amp;gt; oder als Mitglied des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschusses&amp;lt;/lex&amp;gt;, unterstreichen, dass Friedrich von Weech ein Mann der Tat war, der sich mit aller Kraft für die Badische Geschichtsschreibung, das Badische Generallandesarchiv und für seine zweite Heimatstadt Karlsruhe eingesetzt und verdient gemacht hat.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Wegen seiner Verdienste wurde von Weech vielfach geehrt, so wurden ihm die Titel Großherzoglich Badischer Kammerherr und Geheimer Rat II. Klasse, das Kommandokreuz des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1607&amp;quot;&amp;gt;Zähringer Löwenordens&amp;lt;/lex&amp;gt; II. Klasse, das Eiserne Kreuz am weißen Band, sowie 1872 der württembergische Olga-Orden verliehen. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2886&amp;quot;&amp;gt;Weechstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde 1960 nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen; Nachruf in Chronik 1905, S. 165-167; StadtAK 8/StS13, 845, S. 40-42.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Baden unter den Großherzögen Karl Friedrich, Karl, Ludwig 1738–1830, Freiburg 1864; Korrespondenzen und Aktenstücke zur Geschichte der Ministerkonferenzen von Karlsbad und Wien 1819–20 und 1834. Leipzig 1865; Geschichte der badischen Verfassung, Karlsruhe 1868; Baden in den Jahren 1852 bis 1877, Karlsruhe 1877; Aus alter und neuer Zeit. Nachträge und Aufsätze; Leipzig 1878; Die Deutschen seit der Reformation. Mit besonderer Berücksichtigung der Culturgeschichte, Leipzig 1878; Die Zähringer in Baden. Karlsruhe 1881; Karl Friedrich von Baden. Aus dem Nachlass von K. F. Nebenius, Karlsruhe 1868; Beschreibung des schwedischen Kriegs von Sebastian Burster, 1630–1647, Leipzig 1875; (Hrsg.) Badische Biographien, Heidelberg 1875; Codex diplomaticus Salemitanus. Urkundenbuch der Cistercienser-Abtei Salem (1134–1498), 3 Bde., Karlsruhe 1883–1895; Siegel und Urkunden aus dem badischen Generallandesarchiv, Frankfurt 1883–1886; Badische Geschichte, Karlsruhe 1890; Karlsruhe. Geschichte der Stadt und ihrer Verwaltung, 3 Bde., Karlsruhe 1895–1904, http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/Drucke/content/titleinfo/264911 (Zugriff am 4. August 2026); komplette Bibliographie siehe Literatur, Karl Obser.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Albert Krieger: Friedrich von Weech, in: Albert Krieger (Hrsg.): Badische Biographien. Teil VI: (1902–1911), Winter, Heidelberg 1927, S. 1–13, https://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/titleinfo/6541097 (Zugriff am 4. August 2026); Karl Obser: Friedrich von Weech. Nachruf, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO). Neue Folge Band XXI, 1906, S. 323–344, S. 334 ff. Bibliographische Übersicht; Peter P. Albert: Friedrich von Weech und seine Verdienste um die badische Geschichtsforschung, in: Alemannia, NF 7, S. 1–13, Internet Archive.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:ins-0043</title>
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		<updated>2026-08-20T10:20:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Badenia-Verlag und Druckerei AG */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Badenia-Verlag und Druckerei AG}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0043_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Gebäudekomplex der Badenia-Druckerei mit Badischem Beobachter Ecke Adlerstraße/&amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2649&amp;quot;&amp;gt;Steinstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 1927, Badenia-Archiv.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0043_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Rotationstiefdruckhalle des Badenia-Verlags in der Adlerstraße, 1968, Foto: Erich Bauer, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVf 449.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0043_3.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Setzerei des Badenia-Verlags in der Adlerstraße, um 1960, Foto: Erich Bauer, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVf 438.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Badenia-Verlag und Druckerei AG=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. Dezember 1873 beschlossen die führenden Politiker der Katholischen Volkspartei, des späteren &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrums&amp;lt;/lex&amp;gt;, die Gründung der BADENIA Verlag und Druckerei AG, um den Druck der seit 1859 zunächst als Karlsruher Anzeiger, dann seit 1863 als &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt; erscheinenden Parteizeitung auf eine sichere Basis zu stellen. Der Badische Beobachter hatte wegen seiner großdeutschen Haltung zunehmend Schwierigkeiten bekommen. Als deshalb im Sommer 1866 der Karlsruher Verleger Theodor Gerbracht den Druck des Blattes kündigte, fand sich trotz intensiver Bemühungen keine neue Druckerei, so dass der Beobachter zum 1. August 1866 nach Freiburg umgezogen war. Dieser erzwungene Umzug gab letztlich den Anstoß zur Gründung der Badenia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Treibende Kraft war Franz Xaver Lender, der Fraktionsvorsitzende der Katholischen Volkspartei, unterstützt von der gesamten Parteispitze, um die finanzielle Basis des Badischen Beobachters zu sichern. Tatsächlich wurde die Zeitung wohl nur so vor dem drohenden Ruin gerettet. Die erste Generalversammlung fand am 7. April 1874 in Achern statt. Unter den 260 Aktionären waren allein 174 Pfarrer oder sonstige Geistliche, das heißt sie stellten zwei Drittel der Aktionäre. Außerdem besaßen einige badische Kirchenkapitel noch 45 Aktien. Die übrigen Aktien waren und blieben bis auf wenige Ausnahmen in den Händen von Personen, die der Katholischen Volkspartei nahestanden. Bereits zum 1. April war die Druckerei Leopold Schweiß, die den Badischen Beobachter seit dem 1. Oktober 1871 druckte, in den Besitz der im Entstehen begriffenen Aktiengesellschaft übergegangen. Am 1. April erschien die erste Nummer der Zeitung mit dem Signum &amp;quot;Druck und Verlag der A.G. Badenia, L. Großmann, Faktor&amp;quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1874 druckte die Badenia die Werbematerialen der Katholischen Volkspartei, später des Zentrums. Im Laufe der Jahre waren zudem eine Reihe von Unterhaltungsblättern gegründet worden, deren erfolgreichstes &amp;quot;Sterne und Blumen&amp;quot; eine weite Verbreitung im In- und Ausland fand. Zum festen Repertoire der Verlagstätigkeit gehörten seit der Gründung der Badenia aber vor allem religiöse, heimatkundliche und politische Schriften. Bei kirchlichen Jubiläen erschienen entsprechende Schriften, der badische Zentrumsführer Theodor Wacker ließ seine Veröffentlichungen bei der Badenia drucken, 1899 waren es allein drei. Ein regelrechter Buch-Verlag wurde aber erst im Jahr 1913 gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Kriegszeit&amp;lt;/lex&amp;gt; versuchte der Verlag, dem stetigen Rückgang der Einnahmen bei den Unterhaltungsblättern entgegenzuwirken, und brachte ein katholisches Familienblatt heraus, das &amp;quot;St. Konradsblatt. Familienblatt der Erzdiözese Freiburg&amp;quot;. Schon im ersten Jahr des Erscheinens stieg die Auflage von 15.000 auf 27.000 Exemplare. Dafür mussten allerdings 1919 die seitherigen Unterhaltungsblätter &amp;quot;Sonntagsblatt&amp;quot; und &amp;quot;Sonntagsfeier&amp;quot;, 1920 auch &amp;quot;Sterne und Blumen&amp;quot; ihr Erscheinen einstellen, was aber durch die gute Aufnahme des “St. Konradsblattes” mehr als wettgemacht wurde. Nach Kriegsende stieg die Auflagenhöhe kontinuierlich an und erreichte 1925 über 80.0000 Exemplare. Auch der 1917 erstmals aufgelegte St. Konradskalender trug wesentlich dazu bei, dass keine Verluste auftraten. Die Wirtschaftskrisen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; überstand der Verlag insgesamt relativ unbeschadet. Obwohl der Badische Beobachter nach wie vor ein Zuschussgeschäft war und auch immer wieder Mittel an die Zentrumspartei abgeführt wurden, erwies sich die enge Anbindung an den erzbischöflichen Stuhl als ein sicheres Fundament. Doch seit 1931 zeigte die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0210&amp;quot;&amp;gt;Weltwirtschaftskrise&amp;lt;/lex&amp;gt; ihre Wirkung, die Einnahmen gingen zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; änderten sich die Rahmenbedingungen grundlegend. Schon bald hatte die Badenia den Druck der seit 1928 von den vier badischen Handwerkskammern herausgegebenen und in der Badenia-Druckerei hergestellten Halbmonatsschrift &amp;quot;Badisches Handwerk&amp;quot; eingestellt. Als Verlag der von den Nationalsozialisten bekämpften Zentrumspartei war man sofort von der politischen Neuorientierung betroffen. Ein weiteres Standbein verschaffte sich die Badenia nun aber durch den Druck des Katholischen Gemeindeblatts Karlsruhe, das aufgrund entsprechender Vereinbarungen mit dem Stadtdekanat gemeinsam mit dem Konradsblatt herausgegeben wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Badische Beobachter nach mehr als 70 Jahren sein Erscheinen aufgrund der Anordnung des Präsidenten der Reichspressekammer vom 24. April 1935 zur Wahrung der Unabhängigkeit des Zeitungsverlagswesens einstellen müssen. Am 31. Dezember 1935 erschien die letzte Ausgabe. Der dadurch bedingte Umsatzrückgang wirkte sich aber erst 1936 aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; blieben die Gebäude der Badenia nicht von Kriegsschäden verschont, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0009&amp;quot;&amp;gt;Adlerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 42 wurde vollständig zerstört, die anderen Gebäude schwer beschädigt. 1945 musste die Badenia, die 14 Personen beschäftigte, schließlich ihren Betrieb einstellen. Die Genehmigung zum Betrieb der Druckerei wurde aber noch im Juli erteilt. Dagegen zögerte sich die Lizenzerteilung für den Verlag bis Ende Dezember hinaus. Nun konnte im Laufe des Januar 1946 die eigentliche Verlagstätigkeit wieder aufgenommen werden, das Konradsblatt erschien wieder, der Konradskalender folgte 1949.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die am 1. Juli 1953 mit maßgeblicher Hilfe des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg erstmals erschienene &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1148&amp;quot;&amp;gt;Badische Volkszeitung&amp;lt;/lex&amp;gt; konnte nie an den Erfolg des Badischen Beobachters anschließen und musste im Zuge der Zeitungskrise in den 1960er-Jahren ihr Erscheinen zum 31. Mai 1968 gegen den Widerstand des Aufsichtsratsvorsitzenden und letzten Zentrumsvorsitzenden Generalvikar Ernst Föhr einstellen. Die Auflage hatte sich von rund 25.000 im Jahr 1953 fast halbiert. Zu diesem Zeitpunkt war aus der AG eine GmbH geworden und mit dem Neubau in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2367&amp;quot;&amp;gt;Rudolf-Freytag-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; begonnen worden, der am 2. Oktober 1969 eingeweiht wurde. Unter der Leitung des 1963 eingestellten Direktors Helmut Walter wurde der Betrieb, der 1999 im 125. Jubiläumsjahr 295 Personen beschäftigte, kontinuierlich modernisiert. Dennoch mussten der Buchverlag, der auf mehr als 1.000 verlegte Bücher zurückblicken konnte, 2002 und die Druckerei 2013 den Betrieb einstellen. Die Druckerei beschäftigte zu diesem Zeitpunkt noch rund 100 Personen. Die Gebäude in der Rudolf-Freytag-Straße wurden verkauft und im Oktober 2015 abgerissen, heute steht dort das Fitnessstudio Pfitzenmeier Premium Resort Karlsruhe. Den Verlagsschwerpunkt bildet seitdem das Konradsblatt als 2023 zweitgrößte Bistumszeitung Deutschlands. Das Redaktionsbüro befindet sich im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0053&amp;quot;&amp;gt;Röserhaus&amp;lt;/lex&amp;gt; am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Verlag, der dort auch zehn Jahre firmierte, zog Anfang 2024 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1485&amp;quot;&amp;gt;Karlstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 45A.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Erzbischöfliches Archiv Freiburg (EAF) EAF B2-43-29-30, B 2-43-47-49; GLA 234/9413-9414, 9418-9419; StadtAK 1/SAS 390, 486; 8/ZGS 52; 75 Jahre Badenia. Festschrift, hrsg. von der Badenia Verlag und Druckerei AG, Karlsruhe 1949; &lt;br /&gt;
Badischer Beobachter, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411045 (Zugriff am 4. Oktober 2023); Badische Volkszeitung, StadtAK 8/Ze 20; Rechenschafts-Berichte der Actiengesellschaft &amp;quot;Badenia&amp;quot; erstattet von dem Directorium, Karlsruhe 1877ff.; WIR Hauszeitschrift der Badenia Verlag und Druckerei 1965-2002.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;ein gewiß zeitgemäßes Unternehmen&amp;quot;. 125 Jahre Badenia-Verlag und -Druckerei Karlsruhe, Karlsruhe 1999 (dort weitere Literatur).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1147&amp;diff=599176</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1147</title>
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		<updated>2026-08-19T19:41:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Badische Presse */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Badische Presse}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-1147.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Sondermeldung der Badischen Presse: Frankreich muß die Waffen strecken. Zusammenkunft des Führers mit dem Duce, 17. Juni 1940, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 3157.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Badische Presse=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe erschien vor der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 eine Vielzahl von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt;, zu denen die Badische Presse gehörte, die auf die am 18. April 1885 gegründete Badische Dorfzeitung zurückging, dann bald Neuester Badischer Landesbote hieß und am 1. Mai 1886 als Kleine Presse unter der Redaktion von Karl Raupp (vorher Gustav Höcker und Ludwig Krapf) weitergeführt wurde. Sie galt als &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;nationalliberal&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 11. März 1888 erschien dann die erste Ausgabe der Badischen Presse. Der Erfolg stellte sich ein, als &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0684&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Thiergarten&amp;lt;/lex&amp;gt;, Besitzer der gleichnamigen 1874 gegründeten Buchdruckerei, die Zeitung zum 1. März 1891 übernahm. Auch die Einstellung des Chefredakteurs &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1088&amp;quot;&amp;gt;Albert Herzog&amp;lt;/lex&amp;gt; 1893 wirkte sich positiv aus, so dass die sich selbst als gemäßigt liberal bezeichnende Zeitung zur auflagenstärksten Karlsruher Zeitung wurde. Herzog wurde 1908 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er in einem Artikel zwei Jahre zuvor bezweifelt hatte, dass der Jurist Carl Hau seine Schwiegermutter ermordet habe. Da darin eine Herabwürdigung der Richter gesehen wurde, kam es zur Anklage. Von den zwölf Monaten Haft musste Herzog vier verbüßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Badische Presse überflügelte rasch die nationalliberale Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1144&amp;quot;&amp;gt;Badische Landeszeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;, die sie zum 1. Juni 1922 ankaufte und deren Namen fortan im Untertitel führte. Die Badische Presse unterstützte in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; zunächst die linksliberale &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Demokratische Partei (DDP)&amp;lt;/lex&amp;gt;, dann eher die rechtsliberale &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0311&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Volkspartei (DVP)&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; hatte sie 1911 eine Auflage von 35.000 Exemplaren, die in der Weimarer Republik auf über 50.000 anstieg. Damit lag sie um mehr als das Doppelte über der zweitstärksten in Karlsruhe erscheinenden Zeitung, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischen&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt;. Besitzer war inzwischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1464&amp;quot;&amp;gt;Bruno Thiergarten&amp;lt;/lex&amp;gt;, der noch als Bruno Schultz - den Namen Thiergarten nahm er später an - nach dem Tod von Ferdinand Thiergarten am 15. Mai 1919 den Verlag übernommen hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auflage, die 1932 noch bei 54.000 Exemplaren lag, ging nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten innerhalb eines Jahres um ein Drittel zurück. Der Verlag geriet durch unternehmerische Fehler, überteuerte Immobilienkäufe und einen aufwendigen Lebensstil des Verlegers in eine immer stärkere finanzielle Schwierigkeiten. So war Bruno Thiergarten gezwungen, die Badische Presse 1934 an die Südwestdeutsche Druck und Verlagsgesellschaft zu verkaufen, die zu 60 Prozent dem Buchdruckereibesitzer und Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1522&amp;quot;&amp;gt;Karl Fritz &amp;lt;/lex&amp;gt; und zu 40 Prozent dem Führer-Verlag gehörte. Die Zeitung musste ihr Verlagsgebäude an der Ecke &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3043&amp;quot;&amp;gt;Zirkel&amp;lt;/lex&amp;gt;/&amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1658&amp;quot;&amp;gt;Lammstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem sie seit 1898 nach dem Umzug aus der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1485&amp;quot;&amp;gt;Karlstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 27 residierte, für das NS-Organ &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; räumen und zog in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1459&amp;quot;&amp;gt;Karl-Friedrich-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; 6. 1936 ging die Zeitung an den Grenzmark-Druckerei und Verlag GmbH in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2864&amp;quot;&amp;gt;Waldstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 28 über, die später zum NS-Verlag Franz Eher Nachfolger GmbH gehörende Herold Verlagsanstalt überging. Neben politischen Gründen sollen aber auch wirtschaftliche Schwierigkeiten Thiergartens dafür verantwortlich gewesen sein. Die Badische Presse beanspruchte zwar, weiterhin eine bürgerliche Zeitung zu sein, war aber dennoch bald weitgehend &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;gleichgeschaltet&amp;lt;/lex&amp;gt; und war spätestens nach dem Verkauf an die Herold Verlagsanstalt eine &amp;quot;verdeckt nationalsozialistische&amp;quot; Zeitung. Am 30. März 1944 erschien die letzte Ausgabe der Badischen Presse, deren Namen heute im Untertitel der Badischen Neuesten Nachrichten weiterlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verlag in der Waldstraße 28 existierte nach dem Krieg weiter unter dem Namen Badische Presse. Grenzmark-Druckerei und Verlag. Hier wurde 1947 bis 1949 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1842&amp;quot;&amp;gt;Süddeutsche Allgemeine Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt; gedruckt, ab 1950 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1805&amp;quot;&amp;gt;die Allgemeine Zeitung (AZ)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bruno Thiergarten- Schultz klagte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; auf Rückerstattung Firma, da der Verkauf 1933 auf maßgeblichen Druck des NS-Gauleiters und Reichstatthalters &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; weit unter Wert erfolgt sei, und erhielt teilweise Recht. Von dem Streitwert, der bei einer Million DM lag, bekam die Familie Thiergarten 39 Prozent zugesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/Ze 7 http://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/zeitungen/periodical/titleinfo/2411029 (Zugriff am 23. März 2016); Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1886, Jg. 2. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1887, S. 40; Albert Herzog: Ihr glücklichen Augen. Ein Karlsruher Journalist erzählt aus einem Leben, Karlsruhe 2008.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;Schon wieder eine neue Zeitung!&amp;quot; Ein Überblick zur Entwicklung der Presselandschaft in Karlsruhe seit dem 18. Jahrhundert, in: Manfred Koch (Hrsg.): Bewegte Zeiten. Beiträge zur Karlsruher Geschichte, Ubstadt-Weiher 2022, S. 187-216 (= Forschungen und Quellen. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 21); Hubert Doerrschuck: Vom &amp;quot;Blätterwald&amp;quot; zum &amp;quot;Einzelblatt&amp;quot;. Kleine Geschichte des Karlsruher Zeitungswesens, in: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge Bd. 1, 1988-1993, Karlsruhe 1994, S. 32-35; Konrad Dussel: Pressebilder in der Weimarer Republik: Entgrenzung der Information, Münster 2012. S. 93-94 (= Kommunikationsgeschichte Bd. 29); Konrad Dussel: Die Nazifizierung der deutschen Presse. Eine Fallstudie am Beispiel der Presse Badens 1932 bis 1944, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) 161, 2013, S. 427-456, https://d-nb.info/1242055878/34 (Zugriff am 21. Juli 2025); Ludger Syré: Digital stöbern. Karlsruher Zeitungen als Geschichtsquelle, in: Badische Heimat 2/2016, S. 207-224; Sibylle Peine: Pioniere, Diven, Hasardeure. Die schillernden badischen Unternehmerfamilien Thiergarten und Utz, Ahrensburg 2024; Badische Presse, in Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Badische_Presse (Zugriff am 18. März 2025); Annika Kleine: Badische Presse - Aufstige zur auflagenstärksten Tageszeitung Badens, in: BLBlog vom 11. März  2026 https://www.blb-karlsruhe.de/blblog/artikel/zeitungen-ii-die-badische-presse&amp;lt;nowiki/&amp;gt;(Zugriff am 18. August 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2002&amp;diff=599175</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2002</title>
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		<updated>2026-08-19T19:25:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* August Herrmann */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:August Herrmann}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2002.jpg|200px|thumb|left|August Herrmann, 1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/68a.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=August Herrmann=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lokomotivführer, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 14. Januar 1867 Pforzheim, † 7. August 1928 Karlsruhe, kath., ∞ Wilhelmine Schleicher, keine Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
August Herrmann arbeitete als Lokomotivführer bei der Reichsbahn, bis er vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen in Rente gehen musste. Er war aktiv bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer tätig und saß im Vorstand der Gemeinnützigen Eisenbahner-Baugenossenschaft e. G. m. b. H. und dem Versicherungsverein Deutscher Lokomotivführer. Herrmann war langjähriges Mitglied im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1579&amp;quot;&amp;gt;Bürgerverein Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1904 bis 1922 gehörte August Herrmann als Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0316&amp;quot;&amp;gt;Fortschrittlichen Volkspartei&amp;lt;/lex&amp;gt;, die nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Demokratischen Partei (DDP)&amp;lt;/lex&amp;gt; aufging, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschuss&amp;lt;/lex&amp;gt; als &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneter&amp;lt;/lex&amp;gt; an. 1922 trat er aus der DDP aus und verlor damit auch sein Mandat als Stadtverordneter. Er wurde danach Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0327&amp;quot;&amp;gt;Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung&amp;lt;/lex&amp;gt; (andere Namen: Volksrechtspartei, Aufwertungs- oder Sparer-Partei), für die er im Dezember 1926 Stadtrat wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Nachruf bezeichnete ihn der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; – die Zeitung der Karlruher und mittelbadischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) &amp;lt;/lex&amp;gt;– als überall geachteten, echten Demokraten, der großes soziales Verständnis aufbrachte, was ihn oft veranlasste, im Stadtrat und Bürgerausschuss mit den Sozialdemokraten abzustimmen: Auf einer außerordentlichen Sitzung des Stadtrates würdigte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1663&amp;quot;&amp;gt;Bürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0854&amp;quot;&amp;gt;Heinrich Sauer&amp;lt;/lex&amp;gt; den Verstorbenen für seinen uneigennützigen Einsatz für unverschuldet in Not geratene Bürger. Sein Nachfolger als Stadtrat wurde am 17. September 1928 Rechtsanwalt Dr. &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2026&amp;quot;&amp;gt;Edwin Müller&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Tagblatt, Nr. 220 vom 9. August 1928, StadtAK 8/Ze 2 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411037 (Zugriff am 19. Januar 2021); Badische Presse, Nr. 368 vom 8. August 1928, StadtAK 8/Ze 7 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411029 (Zugriff am 19. Januar 2020); Volksfreund, Nr. 184 vom 8. August 1928, StadtAK 8/Ze 16 https://digital.blb-karlsruhe.de/6357964 (Zugriff am 19. Januar 2021); Sterberegister StadtAK Nr.1131/1928.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0712&amp;diff=599174</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0712</title>
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		<updated>2026-08-19T09:58:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Karl Desepte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karl Desepte}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0712.jpg|200px|thumb|left|Karl Desepte, um 1890, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/15b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karl Desepte=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oberrechnungsrat, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 3. November 1822 Altbreisach/Lkr. Breisgau-Hochschwarzwald, † 26. Juli 1900 Karlsruhe, altkath., ∞ 1. Charlotte Emilie Milster, 2. Sofie Fahrer.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Karl Desepte, über dessen erste beiden Lebensjahrzehnte nichts bekannt ist, begann seine berufliche Laufbahn 1844 als Kameralassistent. 1850 wurde er Stabsquartiermeister bei der Badischen Militärverwaltung. 1858 folgte seine Beförderung zum Regimentsquartiermeister im Rang eines Hauptmanns. Unter Ernennung zum Oberrechnungsrat wurde Desepte 1868 zur badischen Oberrechnungskammer in Karlsruhe versetzt, für die er bis zu seiner Pensionierung 1890 tätig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl von eher introvertiertem Charakter engagierte sich der national gesinnte Desepte bei den badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;Nationalliberalen&amp;lt;/lex&amp;gt; für die Schaffung eines deutschen konstitutionellen Bundesstaats. Gleichwohl kritisierte er während der Regierungszeit Otto von Bismarcks öffentlich die Politik des Reichskanzlers, insbesondere seine Haltung im Kulturkampf und seine Pläne zur Militärorganisation. Dennoch anerkannte Desepte nach der Entlassung Bismarcks dessen Lebensleistung, sodass er sich 1892 als fast 70-jähriger in vorderer Reihe an den Huldigungsfahrten für Bismarck nach Kissingen und Friedrichsruh beteiligte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe gehörte Desepte zu den Mitbegründern der Nationalliberalen Partei, für die er 1875-1899 als Stadtrat amtierte. Außerdem war er Mitbegründer und Vorstandsmitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0340&amp;quot;&amp;gt;altkatholischen Gemeinde&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruhe und bis zu seinem Tod Vorstand des nationalliberalen Vereins Karlsruhe, zuletzt als Ehrenmitglied. In letzterer Funktion verkehrte Desepte häufig in der Wirtschaft der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0134&amp;quot;&amp;gt;Brauerei Schrempp&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2864&amp;quot;&amp;gt;Waldstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;, wo sich Parteifreunde, darunter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0684&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Thiergarten&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0062&amp;quot;&amp;gt;Karl Schrempp&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0690&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Hoepfner&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0663&amp;quot;&amp;gt;Emil Fieser&amp;lt;/lex&amp;gt;, zum sogenannten Runden Tisch, einem Forum des badischen Nationalliberalismus, trafen und Themen diskutierten, von denen manche zu einem späteren Zeitpunkt auf der Kommunal- oder Landesebene politisch umgesetzt wurden. Desepte war der Onkel des  Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeisters&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0023&amp;quot;&amp;gt;Karl Schnetzler&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 1/POA 2/826, 8/StS 13/840 (Blätter 70, 71); Chronik der Landeshauptstadt Karlsruhe für das Jahr 1900, Jg. 16, Karlsruhe 1901, S. 109; Nachruf in: Badische Landeszeitung vom 26. Juli 1900 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/calendar/2935014?d=1900 (Zugriff am 19. Augsut 2026).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Friedrich von Weech: Karlsruhe. Geschichte der Stadt und ihrer Verwaltung, Bd. 3, 2. Hälfte 1875-1900, Karlsruhe 1904, S. 483, 523, 639, http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/266472&lt;br /&gt;
(Zugriff am 1. August 2016); Benno Schöke: 80 Jahre Alt-Katholische Kirchengemeinde in Karlsruhe, Bonn 1958, S. 5 f.; Albert Herzog: Ihr glücklichen Augen. Ein Karlsruher Journalist erzählt aus seinem Leben, Karlsruhe 2008, S. 88 f., 285 (= Kleine Karlsruher Bibliothek Bd. 3).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:ins-1194</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Volksfreund */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Der Volksfreund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1194.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Werbeplakat für den Volksfreund, 1920, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 2963.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Volksfreund=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe erschien vor der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 eine Vielzahl von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt;, zu denen der  am 1. April 1889 als Parteizeitung der nach dem Fall des Sozialistengesetzes auch hier erstarkenden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; gegründete Volksfreund gehörte. Vorgänger war der 1880 in Offenburg von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1465&amp;quot;&amp;gt;Adolf Geck&amp;lt;/lex&amp;gt; gegründete Rheinbote, der dort zuletzt dreimal in der Woche erschien. 1882 schloß sich dieser mit dem Mittelrheinischen Wochenblatt zusammen, so dass die Zahl der Abonnenten auf 1.000  stieg.  Das Experiment, die Zeitung dreimal in Offenburg und dreimal in Karlsruhe zu drucken, war zuvor gescheitert. In der Zeit des Sozialistengesetzes hatte es die Zeitung schwer, 1887 wurde sie verboten. Erst im Oktober 1890 konnte der Volksfreund, der inzwischen in den Besitz der Partei übergegangen war, wider erscheinen. In deren Auftrag konnte die Freiburger Drucker Johann Melchior Burger und Rudolf Goldschagg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2923&amp;quot;&amp;gt;Werderstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 31 in Karlsruhe die dafür erforderliche Druckerei betrieben. Dort war auch die Redaktion untergebracht. Die Geschäftsleitung übernahm &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0751&amp;quot;&amp;gt;Eugen Geck&amp;lt;/lex&amp;gt;, die Redaktion lag bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1466&amp;quot;&amp;gt;Anton Fendrich&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0682&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Kolb&amp;lt;/lex&amp;gt;, der nach dem Ausscheiden Fendrichs von 1908-1918 alleiniger Redakteur war. Der Volksfreund wurde so zum Sprachrohr der revisionistischen Politik der badischen SPD. Nach dem Tod von Kolb folgte ihm 1918 der Reichstagsabgeordnete &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt; (Pseudonym Isegrim) in der Chefredaktion, der die vieköpfige Redaktion leitete. Zahlreiche Artikel aus seiner Feder bekämpften seit 1920 von Anbeginn an die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Partei Deutschlands (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt;.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 übernahm die Partei mit der Gründung der OHG Geck &amp;amp; Co den Druck in Eigenregie in einem vormals vom &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0180&amp;quot;&amp;gt;Lebensbedürfnisverein&amp;lt;/lex&amp;gt; genutzten Haus, &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1806&amp;quot;&amp;gt;Luisenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 24. Bis zur Verselbständigung der Tochtergründung Volkswacht in Freiburg 1911 war der Volksfreund das SPD-Blatt für Mittel- und Oberbaden. Die Volkswacht übernahm zum 1. Juli 1911 6.000 Abonnenten des Volksfreunds. Die Auflage des Volksfreunds blieb dennoch vor dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; im fünfstelligen Bereich und erreichte in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; 1932 mit ca. 21.000 ihren Höhepunkt. Im Laufe der Zeit bekam der Volksfreund dem Beispiel anderer Zeitungen folgend etliche Wochenbeilagen, 1932 waren es sechs: Heimat und Wandern; Unterhaltung, Wissen, Kunst; Sozialistische Jugend; Die Musestunde; Sport und Spiel sowie Die Welt der Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. September 1926 wurde die OHG in eine GmbH umgebildet, deren Aufsichtsrat der spätere &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0028&amp;quot;&amp;gt;Fritz Töpper&amp;lt;/lex&amp;gt; leitete. Dringendste Aufgabe war zu dieser Zeit der Neubau eines modernen Verlagsgebäudes, das in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2864&amp;quot;&amp;gt;Waldstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 28 nach Plänen des Architekten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0245&amp;quot;&amp;gt;Hans Zippelius&amp;lt;/lex&amp;gt; am 10. Juni 1927 feierlich eingeweiht werden konnte. Im neuen Verlagsgebäude waren auch das Parteisekretariat und eine Volksbuchhandlung untergebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Weimarer Republik vertrat der Volksfreund die sozialdemokratischen Positionen in scharfer Abgrenzung nach links vor allem gegen die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; und nach rechts gegen die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0311&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Volkspartei (DVP)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationale Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und vor allem die NSDAP. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits nach der Ernennung &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Hitlers&amp;lt;/lex&amp;gt; zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurde der Volksfreund im Wahlkampf zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0299&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahl&amp;lt;/lex&amp;gt; wiederholt verboten, am 18. März musste er sein Erscheinen einstellen. Der letzte Chefredakteur &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1232&amp;quot;&amp;gt;Sally Grünebaum&amp;lt;/lex&amp;gt; gehörte zu den sieben Sozialdemokraten, die am 16. Mai mit einer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0229&amp;quot;&amp;gt;Schaufahrt&amp;lt;/lex&amp;gt; ins KZ &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1739&amp;quot;&amp;gt;Kislau&amp;lt;/lex&amp;gt; gebracht wurden. Das Verlagsgebäude wurde enteignet und von der NS-Gauzeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; weiter genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg knüpften die Südwestdeutsche Allgemeine Zeitung (1947-1949) und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1805&amp;quot;&amp;gt;AZ Badische Abend-Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt; (1950 - 1968) an die sozialdemokratische Tradition einer eigenen Parteizeitung an, die beide in der Waldstraße 28 gedrückt wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auflage: &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1904:   9.000&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1907: 15.500&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1914: 14.000&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1925: 18.600&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1928: 19.400&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1932: 20.900&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/Ze 16; Volksfreund, 14. April 1906, 1. April 1924 und Sonderbeilage &amp;quot;Zur festlichen Eröffnung des Neubaus der Druckerei des Volksfreundes&amp;quot; vom 11. Juni 1927; 50 Jahre Volksfreund. Beilage zur Ausgabe vom 30. April 1931&amp;lt;nowiki/&amp;gt;https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3689161&amp;lt;nowiki/&amp;gt;(Zugriff am 27. Dezember 2024).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;Schon wieder eine neue Zeitung!&amp;quot; Ein Überblick zur Entwicklung der Presselandschaft in Karlsruhe seit dem 18. Jahrhundert, in: Manfred Koch (Hrsg.): Bewegte Zeiten. Beiträge zur Karlsruher Geschichte, Ubstadt-Weiher 2022, S. 187-216 (= Forschungen und Quellen. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 21); Jörg Schadt/Wolfgang Schmierer (Hrsg.): Die SPD in Baden-Württemberg und ihre Geschichte, Stuttgart 1979, S. 94-97 (= Schriften zur politischen Landeskunde Bd. 3); Konrad Dussel: Pressebilder in der Weimarer Republik: Entgrenzung der Information, Münster 2012 (= Kommunikationsgeschichte Bd. 29); Annika Kleine: Der Volksfreund – Zeitung der badischen Sozialdemokratie, in: BLBlog vom 17. August 2026 &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.blb-karlsruhe.de/blblog/artikel/zeitungen-iii-der-volksfreund&amp;lt;/nowiki&amp;gt; (Zugriff am 18. August 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:ins-1194</title>
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		<updated>2026-08-18T07:57:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Volksfreund */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Der Volksfreund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1194.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Werbeplakat für den Volksfreund, 1920, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 2963.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Volksfreund=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe erschien vor der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 eine Vielzahl von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt;, zu denen der  am 1. April 1889 als Parteizeitung der nach dem Fall des Sozialistengesetzes auch hier erstarkenden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; gegründete Volksfreund gehörte. Vorgänger war der 1880 in Offenburg von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1465&amp;quot;&amp;gt;Adolf Geck&amp;lt;/lex&amp;gt; gegründete Rheinbote, der dort zuletzt dreimal in der Woche erschien. 1882 schloß sich dieser mit dem Mittelrheinischen Wochenblatt zusammen, so dass die Zahl der Abonnenten auf 1.000  stieg.  Das Experiment, die Zeitung dreimal in Offenburg und dreimal in Karlsruhe zu drucken, war zuvor gescheitert. In der Zeit des Sozialistengesetzes hatte es die Zeitung schwer, 1887 wurde sie verboten. Erst im Oktober 1890 konnte der Volksfreund, der inzwischen in den Besitz der Partei übergegangen war, wider erscheinen. In deren Auftrag konnte die Freiburger Drucker Johann Melchior Burger und Rudolf Goldschagg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2923&amp;quot;&amp;gt;Werderstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 31 in Karlsruhe die dafür erforderliche Druckerei betrieben. Dort war auch die Redaktion untergebracht. Die Geschäftsleitung übernahm &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0751&amp;quot;&amp;gt;Eugen Geck&amp;lt;/lex&amp;gt;, die Redaktion lag bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1466&amp;quot;&amp;gt;Anton Fendrich&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0682&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Kolb&amp;lt;/lex&amp;gt;, der nach dem Ausscheiden Fendrichs von 1908-1918 alleiniger Redakteur war. Der Volksfreund wurde so zum Sprachrohr der revisionistischen Politik der badischen SPD. Nach dem Tod von Kolb folgte ihm 1918 der Reichstagsabgeordnete Georg Schöpfin in der Chefredaktion, der die vieköpfige Redaktion leitete. Zahlreiche Artikel aus seiner Feder bekämpften seit 1920 von Anbeginn an die  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1904 übernahm die Partei mit der Gründung der OHG Geck &amp;amp; Co den Druck in Eigenregie in einem vormals vom &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0180&amp;quot;&amp;gt;Lebensbedürfnisverein&amp;lt;/lex&amp;gt; genutzten Haus, &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1806&amp;quot;&amp;gt;Luisenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 24. Bis zur Verselbständigung der Tochtergründung Volkswacht in Freiburg 1911 war der Volksfreund das SPD-Blatt für Mittel- und Oberbaden. Die Volkswacht übernahm zum 1. Juli 1911 6.000 Abonnenten des Volksfreunds. Die Auflage des Volksfreunds blieb dennoch vor dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; im fünfstelligen Bereich und erreichte in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; 1932 mit ca. 22.000 ihren Höhepunkt. Im Laufe der Zeit bekam der Volksfreund dem Beispiel anderer Zeitungen folgend etliche Wochenbeilagen, 1932 waren es sechs: Heimat und Wandern; Unterhaltung, Wissen, Kunst; Sozialistische Jugend; Die Musestunde; Sport und Spiel sowie Die Welt der Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. September 1926 wurde die OHG in eine GmbH umgebildet, deren Aufsichtsrat der spätere &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0028&amp;quot;&amp;gt;Fritz Töpper&amp;lt;/lex&amp;gt; leitete. Dringendste Aufgabe war zu dieser Zeit der Neubau eines modernen Verlagsgebäudes, das in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2864&amp;quot;&amp;gt;Waldstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 28 nach Plänen des Architekten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0245&amp;quot;&amp;gt;Hans Zippelius&amp;lt;/lex&amp;gt; am 10. Juni 1927 feierlich eingeweiht werden konnte. Im neuen Verlagsgebäude waren auch das Parteisekretariat und eine Volksbuchhandlung untergebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Weimarer Republik vertrat der Volksfreund die sozialdemokratischen Positionen in scharfer Abgrenzung nach links vor allem gegen die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; und nach rechts gegen die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0311&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Volkspartei (DVP)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationale Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und vor allem die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Partei Deutschlands (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits nach der Ernennung &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Hitlers&amp;lt;/lex&amp;gt; zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurde der Volksfreund im Wahlkampf zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0299&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahl&amp;lt;/lex&amp;gt; wiederholt verboten, am 18. März musste er sein Erscheinen einstellen. Der letzte Chefredakteur &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1232&amp;quot;&amp;gt;Sally Grünebaum&amp;lt;/lex&amp;gt; gehörte zu den sieben Sozialdemokraten, die am 16. Mai mit einer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0229&amp;quot;&amp;gt;Schaufahrt&amp;lt;/lex&amp;gt; ins KZ &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1739&amp;quot;&amp;gt;Kislau&amp;lt;/lex&amp;gt; gebracht wurden. Das Verlagsgebäude wurde enteignet und von der NS-Gauzeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; weiter genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg knüpften die Südwestdeutsche Allgemeine Zeitung (1947-1949) und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1805&amp;quot;&amp;gt;AZ Badische Abend-Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt; (1950 - 1968) an die sozialdemokratische Tradition einer eigenen Parteizeitung an, die beide in der Waldstraße 28 gedrückt wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auflage: &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1904:   9.000&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1907: 15.500&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1914: 14.000&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1925: 18.600&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1928: 19.400&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
1932: 20.900&amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/Ze 16; Volksfreund, 14. April 1906, 1. April 1924 und Sonderbeilage &amp;quot;Zur festlichen Eröffnung des Neubaus der Druckerei des Volksfreundes&amp;quot; vom 11. Juni 1927; 50 Jahre Volksfreund. Beilage zur Ausgabe vom 30. April 1931&amp;lt;nowiki/&amp;gt;https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3689161&amp;lt;nowiki/&amp;gt;(Zugriff am 27. Dezember 2024).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;Schon wieder eine neue Zeitung!&amp;quot; Ein Überblick zur Entwicklung der Presselandschaft in Karlsruhe seit dem 18. Jahrhundert, in: Manfred Koch (Hrsg.): Bewegte Zeiten. Beiträge zur Karlsruher Geschichte, Ubstadt-Weiher 2022, S. 187-216 (= Forschungen und Quellen. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 21); Jörg Schadt/Wolfgang Schmierer (Hrsg.): Die SPD in Baden-Württemberg und ihre Geschichte, Stuttgart 1979, S. 94-97 (= Schriften zur politischen Landeskunde Bd. 3); Konrad Dussel: Pressebilder in der Weimarer Republik: Entgrenzung der Information, Münster 2012 (= Kommunikationsgeschichte Bd. 29); Annika Kleine: Der Volksfreund – Zeitung der badischen Sozialdemokratie, in: BLBlog vom 17. August 2026 &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.blb-karlsruhe.de/blblog/artikel/zeitungen-iii-der-volksfreund&amp;lt;/nowiki&amp;gt; (Zugriff am 18. August 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0506</title>
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		<updated>2026-08-17T09:21:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Julius Hirsch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Hirsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_Hirsch_8_SpoA_1300.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Das Innentrio der Altmeister-Mannschaft des KFV: &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0501&amp;quot;&amp;gt;Fritz Förderer&amp;lt;/lex&amp;gt;, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch (von links), 1921, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 1300.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige der Deutschen Signalflaggenfabrik G.m.b.H, in: Deutsche Staedte. Stuttgart 1922, S. 154.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Hirsch=&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballnationalspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 7. April 1892 Achern/Lkr. Ortenaukreis, † 1943 Auschwitz (am 8. Mai 1945 für tot erklärt), jüd., ∞ 1920 Ella Hauser (ev.), 1 Tochter, 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Julius Hirsch wurde als jüngster Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruher Tuchwarenkaufmanns Berthold Hirsch, der Mitinhaber eines Tuchwarengeschäfts war, während eines Aufenthaltes seiner Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern geboren. Die zweijährige Kaufmannslehre schloss er nach der Mittleren Reife und dem Besuch einer Handelsschule bei der Karlsruher Lederhandlung Freud und Strauss am 1. Oktober 1908 ab, für die er bis zum 22. März 1912 arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler trat Hirsch 1902 in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein, 1909 spielte er in der ersten Mannschaft, an deren Deutscher Meisterschaft 1910 er maßgeblichen Anteil hatte. 1911 erfolgte die Berufung in die Nationalmannschaft - er war damit der erste von nur zwei deutschen Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Es folgte ihm nur noch sein kongenialer Sturmpartner beim KFV und in der Nationalmannschaft &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0503&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Fuchs&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1913 wechselte er aus beruflichen Gründen nach Fürth zur dortigen Spielvereinigung, mit der er 1914 noch einmal Deutscher Meister wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Erste Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; verhinderte weitere nationale und internationale Erfolge. So blieb es bei nur sieben Länderspielen mit vier Toren, alle beim 5:5 gegen Holland am 24. März 1912 erzielt. Hirsch ist damit der einzige Karlsruher Fußballnationalspieler, der mit zwei verschiedenen Mannschaften Deutscher Meister wurde, und der erste deutsche Fußballnationalspieler, der vier Tore in einem Länderspiel erzielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsdienst 1914 bis 1918 spielte Hirsch - er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und die bayerische Dienstauszeichnung - wieder kurz bei der Spielvereinigung Fürth und kehrte schon 1919 zum KFV zurück, wo er aber an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen konnte. 1923 beendete er, seit 1921 Ehrenspielführer, seine aktive Laufbahn, blieb aber dem KFV verbunden, so war er zeitweise Mitglied des Spielausschusses.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hirsch erfuhr, dass der KFV zu den Vereinen gehörte, die am 9. April 1933 den neuen NS-Machthabern eilfertig versichert hatten, dass sie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; ausschließen würden, kam er am 10. April 1933 dem Ausschluss durch seinen Austritt zuvor. Sportlich versuchte Hirsch nun als Trainer im Ausland zu arbeiten, was ihm nur für kurze Zeit im Elsass gelang. In Karlsruhe schloss er sich dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1631&amp;quot;&amp;gt;Jüdischen Turnklub 03&amp;lt;/lex&amp;gt; an, mit dem er als Aktiver noch einmal eine Meisterschaft gewinnen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirsch arbeitete nach dem Krieg in der Firma des Vaters und dessen Bruder, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0021&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co&amp;lt;/lex&amp;gt;  in Karlsruhe, für die er 1924 die Prokura erhielt und die er 1926 mit seinem Bruder Max als Geschäftsführer übernahm. 1930 musste die Firma, die seit 1926 Sigfa, Sportgesellschaft mit beschränkter Haftung, vormals Deutsche Signalflaggenfabrik Karlsruhe hieß, die Produktion als Folge der Weltwirtschaftkrise einstellen und sich auf den Vertrieb von Sportartikeln beschränken, im Februar 1933 dann aber doch Konkurs anmelden. Beruflich hielt Julius Hirsch sich danach als Textilvertreter, dann als Hilfsbuchhalter bei den Zellstoff- und Papierfabriken Ettlingen und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0121&amp;quot;&amp;gt;Maxau&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zu deren &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Arisierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; im Jahr 1938 über Wasser. Wohl nicht zuletzt wegen der ungeheuren seelischen Belastung erkrankte Hirsch Ende 1938 und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Bar-Le-Duc in Lothringen behandelt. Um seine christliche Frau Ella und zwei Kinder zu schützen, ließ er sich 1942 scheiden. Von der Deportation der Karlsruhe Juden im Oktober 1940 nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1325&amp;quot;&amp;gt;Gurs&amp;lt;/lex&amp;gt; in Südfrankreich blieb Hirsch dank seiner &amp;quot;Mischehe&amp;quot; noch verschont, doch am 1. März 1943 wurde Hirsch mit elf anderen Karlsruher Juden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Möglichkeit, mit einem versiegelten Postwagen in die Schweiz zu fliehen, hatte er zuvor nicht genutzt, wohl in Unterschätzung der ihm drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stiftete 2005 den Julius-Hirsch-Preis, mit dem er an einen von nur zwei jüdischen deutschen Nationalspielern erinnert. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am Karlsruher Weg eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußball­na­tio­nal­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Umbenennung eines Teils des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Wegs&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==		&lt;br /&gt;
Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff am 20. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 20. August 2025); Andreas Hirsch: Über seinen Großvater Julius Hirsch und seine Familiengeschichte, Interview vom 11. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludger Syré: Julius Hirsch, in: Badische Biographien, NF, Bd. V, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 2005, S. 124-126; Gereon Tönnihsen: Julius Hirsch. Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, Karlsruhe 2008 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 10), darin S. 11-15, Ernst Otto Bräunche: Die Stellung von Julius Hirsch in der Karlsruher Fußballgeschichte; Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage Göttingen 2016.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0506&amp;diff=599155</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0506</title>
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		<updated>2026-08-17T09:19:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Julius Hirsch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Hirsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_Hirsch_8_SpoA_1300.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Das Innentrio der Altmeister-Mannschaft des KFV: &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0501&amp;quot;&amp;gt;Fritz Förderer&amp;lt;/lex&amp;gt;, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch (von links), 1921, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 1300.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige der Deutschen Signalflaggenfabrik G.m.b.H, in: Deutsche Staedte. Stuttgart 1922, S. 154.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Hirsch=&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballnationalspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 7. April 1892 Achern/Lkr. Ortenaukreis, † 1943 Auschwitz (am 8. Mai 1945 für tot erklärt), jüd., ∞ 1920 Ella Hauser (ev.), 1 Tochter, 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Julius Hirsch wurde als jüngster Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruher Tuchwarenkaufmanns Berthold Hirsch, der Mitinhaber eines Tuchwarengeschäfts war, während eines Aufenthaltes seiner Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern geboren. Die zweijährige Kaufmannslehre schloss er nach der Mittleren Reife und dem Besuch einer Handelsschule bei der Karlsruher Lederhandlung Freud und Strauss am 1. Oktober 1908 ab, für die er bis zum 22. März 1912 arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler trat Hirsch 1902 in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein, 1909 spielte er in der ersten Mannschaft, an deren Deutscher Meisterschaft 1910 er maßgeblichen Anteil hatte. 1911 erfolgte die Berufung in die Nationalmannschaft - er war damit der erste von nur zwei deutschen Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Es folgte ihm nur noch sein kongenialer Sturmpartner beim KFV und in der Nationalmannschaft &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0503&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Fuchs&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1913 wechselte er aus beruflichen Gründen nach Fürth zur dortigen Spielvereinigung, mit der er 1914 noch einmal Deutscher Meister wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Erste Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; verhinderte weitere nationale und internationale Erfolge. So blieb es bei nur sieben Länderspielen mit vier Toren, alle beim 5:5 gegen Holland am 24. März 1912 erzielt. Hirsch ist damit der einzige Karlsruher Fußballnationalspieler, der mit zwei verschiedenen Mannschaften Deutscher Meister wurde, und der erste deutsche Fußballnationalspieler, der vier Tore in einem Länderspiel erzielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsdienst 1914 bis 1918 spielte Hirsch - er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und die bayerische Dienstauszeichnung - wieder kurz bei der Spielvereinigung Fürth und kehrte schon 1919 zum KFV zurück, wo er aber an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen konnte. 1923 beendete er, seit 1921 Ehrenspielführer, seine aktive Laufbahn, blieb aber dem KFV verbunden, so war er zeitweise Mitglied des Spielausschusses.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hirsch erfuhr, dass der KFV zu den Vereinen gehörte, die am 9. April 1933 den neuen NS-Machthabern eilfertig versichert hatten, dass sie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; ausschließen würden, kam er am 10. April 1933 dem Ausschluss durch seinen Austritt zuvor. Sportlich versuchte Hirsch nun als Trainer im Ausland zu arbeiten, was ihm nur für kurze Zeit im Elsass gelang. In Karlsruhe schloss er sich dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1631&amp;quot;&amp;gt;Jüdischen Turnklub 03&amp;lt;/lex&amp;gt; an, mit dem er als Aktiver noch einmal eine Meisterschaft gewinnen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirsch arbeitete nach dem Krieg in der Firma des Vaters und dessen Bruder, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0021&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co&amp;lt;/lex&amp;gt; Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co in Karlsruhe, für die er 1924 die Prokura erhielt und die er 1926 mit seinem Bruder Max als Geschäftsführer übernahm. 1930 musste die Firma, die seit 1926 Sigfa, Sportgesellschaft mit beschränkter Haftung, vormals Deutsche Signalflaggenfabrik Karlsruhe hieß, die Produktion als Folge der Weltwirtschaftkrise einstellen und sich auf den Vertrieb von Sportartikeln beschränken, im Februar 1933 dann aber doch Konkurs anmelden. Beruflich hielt Julius Hirsch sich danach als Textilvertreter, dann als Hilfsbuchhalter bei den Zellstoff- und Papierfabriken Ettlingen und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0121&amp;quot;&amp;gt;Maxau&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zu deren &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Arisierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; im Jahr 1938 über Wasser. Wohl nicht zuletzt wegen der ungeheuren seelischen Belastung erkrankte Hirsch Ende 1938 und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Bar-Le-Duc in Lothringen behandelt. Um seine christliche Frau Ella und zwei Kinder zu schützen, ließ er sich 1942 scheiden. Von der Deportation der Karlsruhe Juden im Oktober 1940 nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1325&amp;quot;&amp;gt;Gurs&amp;lt;/lex&amp;gt; in Südfrankreich blieb Hirsch dank seiner &amp;quot;Mischehe&amp;quot; noch verschont, doch am 1. März 1943 wurde Hirsch mit elf anderen Karlsruher Juden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Möglichkeit, mit einem versiegelten Postwagen in die Schweiz zu fliehen, hatte er zuvor nicht genutzt, wohl in Unterschätzung der ihm drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stiftete 2005 den Julius-Hirsch-Preis, mit dem er an einen von nur zwei jüdischen deutschen Nationalspielern erinnert. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am Karlsruher Weg eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußball­na­tio­nal­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Umbenennung eines Teils des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Wegs&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==		&lt;br /&gt;
Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff am 20. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 20. August 2025); Andreas Hirsch: Über seinen Großvater Julius Hirsch und seine Familiengeschichte, Interview vom 11. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludger Syré: Julius Hirsch, in: Badische Biographien, NF, Bd. V, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 2005, S. 124-126; Gereon Tönnihsen: Julius Hirsch. Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, Karlsruhe 2008 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 10), darin S. 11-15, Ernst Otto Bräunche: Die Stellung von Julius Hirsch in der Karlsruher Fußballgeschichte; Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage Göttingen 2016.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0580&amp;diff=599154</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0580</title>
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		<updated>2026-08-13T20:43:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Luise (Lilli) Fischel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Luise (Lilli) Fischel=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunsthistorikerin, Museumsdirektorin, * 14. Januar 1891 Bruchsal, † 28. Dezember 1978 Karlsruhe, ev., später Christian Scientists.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
1906 zog die Familie nach Karlsruhe, wo Lilli Fischel als jüngstes von vier Kindern 1909 am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0932&amp;quot;&amp;gt;Mädchengymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; Abitur machte. Dem Kunststudium in Karlsruhe ab 1909 folgte das der Kunstgeschichte und Archäologie an den Universitäten Freiburg und Frankfurt a. M. 1919 wurde sie in Frankfurt bei dem Mittelalterspezialisten Rudolf Kautzsch promoviert. Die Promotion bildete den Auftakt zu zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Beiträgen auf ihren Spezialgebieten der Oberrheinischen Skulptur, Malerei und Glasmalerei des Spätmittelalters, der Graphik des 15. und 16. Jahrhunderts und des französischen Impressionismus. Von 1919-1925 im Kunsthandel tätig, wurde sie im April 1925 als wissenschaftliche Hilfsarbeiterin (heute Volontärin) an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0836&amp;quot;&amp;gt;Badischen Kunsthalle&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruhe eingestellt. Der damalige Direktor &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1108&amp;quot;&amp;gt;Willy Storck&amp;lt;/lex&amp;gt;, Begründer der modernen Sammlung des Hauses, war 1925 bereits schwer krank, so dass sie weitgehend auf sich gestellt nach dessen Weisung arbeitete. Nach Storcks Tod im August 1927 setzte Fischel trotz massiver Widerstände seitens der ultrakonservativen Künstlerschaft und völkisch gesinnter Presseorgane dessen fortschrittliche Kunst- und Ankaufspolitik fort. Im Oktober 1928 erhielt sie die Ernennung zur planmäßigen Konservatorin und im Mai 1930 wurde sie offiziell mit der Führung der Geschäfte des Direktors betraut, die sie bis dahin kommissarisch übernommen hatte. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1933 erwarb Fischel vor allem Werke des deutschen Impressionismus, der Neuen Sachlichkeit sowie von Hans von Marées, Gustave Courbet, Eduard Munch und Ernst Barlach. Neben der Erweiterung des Sammlungsbestands, darunter auch einige zentrale Ergänzungen der Abteilung für mittelalterliche Malerei am Oberrhein, organisierte sie eine Reihe von Ausstellungen (Vincent van Gogh, 1928; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0406&amp;quot;&amp;gt;Anselm Feuerbach&amp;lt;/lex&amp;gt;, 1929; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0489&amp;quot;&amp;gt;Christoph Voll&amp;lt;/lex&amp;gt;, 1931) und ordnete fast den gesamten neueren Bestand der Kunsthalle neu. &amp;lt;br/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1933 wurde Lilli Fischel wegen ihres jüdischen Vaters - die Mutter war evangelisch - und ihrer Ankäufe moderner Kunst von den Nationalsozialisten entlassen. Noch im gleichen Jahr emigrierte Fischel nach Paris, wo sie sich bis zur Rückkehr nach Deutschland 1939 im Kunsthandel durchschlug. Von 1940 bis Ende 1951 war sie als Kunsthändlerin in München tätig. Von Januar 1952 bis zur Verabschiedung in den Ruhestand Ende Mai 1956 leitete sie das Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Bis 1973 war sie noch publizistisch tätig.									&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2014&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Mittelrheinische Plastik des 14. Jahrhunderts, Diss. Frankfurt a. M., München 1923; Katalog der Badischen Kunsthalle, Neuausgabe, 1929; Die Karlsruher Passion und ihre Meister, Karlsruhe 1952; Notizen zur Geschichte des Karlsruher Kupferstichkabinetts, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 105, 1957, S. 265-294; Bilderfolgen im frühen Buchdruck. Studien zur Inkunabel-Illustration in Ulm und Straßburg, Konstanz/Stuttgart 1963; Von der Bildform der französischen Impressionisten, in: Jahrbuch der Berliner Museen, 15, 1973, S. 58-154.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Marlene Angermeyer-Deubner: Die Kunsthalle Karlsruhe – Der Beginn einer modernen Sammlung. Willy Storck (1920-1927) und Lilli Fischel (1927-1933) Teil II, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, Jg. 37, 2000, S. 109-136; Ulrike Wendland: Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil. Leben und Werk der unter dem Nationalsozialismus verfolgten und vertriebenen Wissenschaftler, Diss. Hamburg, München 1999, Bd. 1, S. 144-146; Thomas Frank: Lilli Fischel – Kämpferin für moderne Kunst &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www.kunsthalle-karlsruhe.de&amp;lt;/nowiki&amp;gt;  ›  blog  ›  lilli-fischel-kaempferin-fuer-moderne-kunst  (Zugriff am 13. August 2021); Susanne Asche: Fischel, Luise, in: Baden-Württembergische Biographien IX, hrsg. von Martin Furtwängler, Ostfildern 2025, S. 107-110.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2108&amp;diff=599153</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2108&amp;diff=599153"/>
		<updated>2026-08-13T20:36:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen, sondern auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte hielt er fest, dass die Generation kultivierter Theaterbesucher ausgestorben sei, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26 vom 30. Juni 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artikel, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Tatsächlich war Röder von antisemitischen und von rassenideologischen geprägten Vorstellungen abgerückt, wie sie z. B. der Vorsitzende des Karlsruher [[De:Lexikon:ins-1896|Alldeutschen Verbandes]] und Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2085&amp;quot;&amp;gt;Otto Ammon&amp;lt;/lex&amp;gt; vertrat, den Röder im Kaiserreich noch sehr geschätzt hatte. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, so schrieb er 1925, dass  die &amp;quot;absolute Einheitlichkeit des ganzen Menschengeschlechts, physiologisch und psychologisch,  eine Tatsche von unbedingter Gewißheit&amp;quot; sei. (Kunstwarte Nr. 8 von 8. Januar 1925)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf der Reichswahlliste des Zentrums in den Reichstag gewählt. Der zeitweise einzige Protestant in der Fraktion geriet immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen. So war er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Schöplin hob auch hervor, dass Röder  zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen sei, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0227&amp;diff=599152</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0227</title>
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		<updated>2026-08-13T18:54:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 BA Schmeiser 647.jpg|alternativtext=Geschäftshaus des Stoff- und Manufakturwarenladens Leipheimer &amp;amp; Mende in der Kaiserstraße 169, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schmeiser 647.|links|mini|Geschäftshaus des Stoff- und Manufakturwarenladens Leipheimer &amp;amp; Mende in der Kaiserstraße 169, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schmeiser 647.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 PBS X 0294.jpg|alternativtext=Geschäftsräume der Leipheimer &amp;amp; Mende Manufakturwarenhandlung, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 294.|links|mini|Geschäftsräume der Leipheimer &amp;amp; Mende Manufakturwarenhandlung, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 294.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 BA Schlesiger A12 56 2 9.jpg|alternativtext=Bauarbeiten in der Kaiserstraße, im Hintergrund das Geschäftshaus Leipheimer &amp;amp; Mende, 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A12/56/2/9 (Ausschnitt).|links|mini|Bauarbeiten in der Kaiserstraße, im Hintergrund das Geschäftshaus Leipheimer &amp;amp; Mende, 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A12/56/2/9 (Ausschnitt).]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1834 gründete der Geschäftsmann Georg Leipheimer (1810-1874), Sohn eines Karlsruher Bürgers, gemeinsam mit Friedrich Mathis (1809-1879), kaiserlich brasilianischer Generalkonsul aus Straßburg, eine Ellenwarenhandlung unter dem Namen Mathis &amp;amp; Leipheimer. Aus dieser sollte später die bekannte und erfolgreiche Großhandlung für Stoffe &amp;quot;Leipheimer &amp;amp; Mende&amp;quot; hervorgehen.&lt;br /&gt;
Die Gründung des Deutschen Zollvereins kurz zuvor ließ auf eine florierende Wirtschaft und damit auf ein gut anlaufendes Geschäft hoffen. Vor diesem Hintergrund nahm Leipheimer am 1. Juli 1834 den ersten Eintrag in das über viele Jahrzehnte bestehende Hauptbuch der Firma vor. Der Fokus des Sortiments lag von Beginn an auf Stoffen und Heimtextilien, die in enger Verbindung mit dem Stoff verarbeitenden Handwerk, Stoffgeschäften und Privathaushalten auf den Markt gebracht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Verkaufsraum diente den Geschäftsleuten zunächst der elterliche Gasthof Leipheimers Zum Kaiser Alexander in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1485&amp;quot;&amp;gt;Karlstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 27. Ab Oktober 1834 konnten schließlich Räumlichkeiten in der Lange Straße 149 – heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 151 – bezogen werden. Nachdem das Geschäft erfolgreich angelaufen war, reichten die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr aus. Leipheimer und Mathis bauten daraufhin ein neues Haus in der Kaiserstraße 86, das sie am 13. Mai 1841 beziehen konnten. Von Beginn an maßen die Firmeninhaber dem geschäftlichen Reisen eine hohe Bedeutung zu. Auf direkte Weise war es ihnen so möglich, weitere Bezugsquellen ausfindig zu machen und ein stabiles Geschäftsnetzwerk aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebeutelt von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0225&amp;quot;&amp;gt;Revolution 1848/49&amp;lt;/lex&amp;gt; kam das Geschäft zwischenzeitlich ins Stocken. Anschließend normalisierte es sich im Laufe der Jahre wieder zügig. 1867 verließ Mathis aus gesundheitlichen Gründen das gemeinsame Geschäft. Seither lebte er bis zu seinem Tod am 14. November 1879 als Privatmann und kaiserlich brasilianischer Konsul weiterhin in Karlsruhe. Nach dem Ausscheiden Mathis‘ entschied sich Georg Leipheimer, seinen Sohn Max (1846-1936) an seine Seite zu holen. Zusammen leiteten sie die Firma bis ins Jahr 1871, als Georg Leipheimer aus dem Geschäft ausschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An seine Stelle trat 1871 der Geschäftsmann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0664&amp;quot;&amp;gt;Julius Mende&amp;lt;/lex&amp;gt; aus Glachau, Landkreis Zwickau. Zum Jahresanfang erfolgte vor diesem Hintergrund die Firmenumbenennung in Leipheimer und Mende. Mende ging nun häufiger auf Geschäftsreisen und setzte sich besonders für den Großhandel ein. Doch auch der Einzelhandel nahm zu und die Geschäftsräume weiteten sich auf das Nachbarhaus, die Kaiserstraße 88, sowie die Hinterhäuser bis zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2327&amp;quot;&amp;gt;Ritterstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 stieg Karl von Pfeil (1871-1915), ein Neffe Leipheimers, als Teilhaber in die Firmenleitung ein. Leipheimer zog sich nun Stück für Stück aus den Geschäften zurück. In den folgenden Jahren wuchs das Geschäft weiterhin in solchem Maße an, dass ein Neubau in Erwägung gezogen wurde, der den bestehenden Erfordernissen Rechnung tragen konnte. 1899 erwarb die Firma das frühere Levingersche Anwesen und errichtete von März bis November 1900 auf dem Grundstück einen Neubau in der Kaiserstraße 169. Dieser wurde als &amp;quot;Schmuck&amp;quot; der Stadt bezeichnet und mit neuester Technik ausgestattet. Eine moderne Moore-Lichtanlage – der Vorgänger der Neonleuchte – wurde zu einer viel besprochenen Sehenswürdigkeit, die auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; Aufsehen erregte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr stieg Leipheimer vollständig aus der Firma aus und blieb als stiller Teilhaber dem Geschäft verbunden. Nun trat Julius Trück aus Baden-Baden, bereits 1889 Lehrling in der Firma, in die Leitung ein. Wenig später, im Jahr 1904, starb Mende nach langer und schwerer Krankheit. Die Firma wurde seither von Karl von Pfeil und Julius Trück alleine weitergeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; kam das Geschäft erneut ins Stocken. Neben einigen Mitarbeitern trat auch von Pfeil als Reserveoffizier in den Militärdienst ein. Am 22. April 1915 wurde er bei Ypern als Oberleutnant der Landwehr und Regimentsadjutant des Reserve-Infanterie-Regiments 238 tödlich verwundet. Zusätzlich wurde das Geschäft durch den herrschenden Rohstoffmangel belastet. Gegen Ende des Krieges versuchte man notgedrungen mit Stoffen, die aus Papiergarn hergestellt wurden, dem Mangel entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende des Kriegs machte sich auch in der Belegschaft das Fehlen der Kriegsopfer bemerkbar. Elf Mitarbeiter kehrten nicht zurück. Trück war nun alleiniger Inhaber, bis 1919 Ernst Stuffer (1894-1967), ein Neffe Trücks, aus Baden-Baden in die Firmenleitung eintrat. Im Laufe der Zeit wurden erneut Dienstreisen aufgenommen und das Geschäft lief wieder an. 1927 wurde die Firma in eine offene Handelsgemeinschaft (oHG) umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem das Geschäft auch nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0203&amp;quot;&amp;gt;Inflation&amp;lt;/lex&amp;gt; in den 1920er-Jahren weiter florierte, begann man in den Jahren 1937/38 mit einem Anbau und der Vergrößerung der Kaiserstraße 169/171. Die Firma überstand wirtschaftliche und politische Krisen, wofür sie ihren weiterhin aufrecht erhaltenen Charakter als Spezialgeschäft für Stoffe verantwortlich machte. Auch in Zeiten von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0008&amp;quot;&amp;gt;Industrialisierung&amp;lt;/lex&amp;gt; und fortschreitender Mechanisierung hielt sich der Groß- und Einzelhandel mit dem Fokus auf die Verbindung zum Schneiderhandwerk und zur &amp;quot;selbstschaffenden Hausfrau&amp;quot; auf diese Weise aufrecht. 1939 gründeten Stuffer und Trück die gleichnamige Firma Stuffer &amp;amp; Trück. Sie wurde zum Träger von Leipheimer &amp;amp; Mende, dessen Name jedoch unverändert blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Trück im Jahr 1943 als Teilhaber ausstieg, leitete Stuffer beide Firmen als Einzelkaufmann weiter. In den folgenden Jahren avancierte er gleichzeitig in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1072&amp;quot;&amp;gt;Industrie und Handelskammer Karlsruhe (IHK)&amp;lt;/lex&amp;gt; zu einem langjährigen geschätzten Mitglied und schließlich zum Vizepräsidenten (1949-1962).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; hatte die Firma, wie viele andere Geschäfte, erneut mit Personalmangel und der Knappheit von Rohstoffen zu kämpfen. Die Beschaffung von Waren war in Zeiten der Kriegswirtschaft beschwerlich und nach einer prioritätenbasierten Punkteliste reglementiert. 1944 wurden sowohl die Geschäftsräume als auch das Warenlager in der Kaiserstraße 169 bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Juli und September zerstört. Die in den Gebäuden vorübergehend eingerichteten Notunterkünfte wurden ebenfalls am 4. Dezember in Schutt und Asche gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem mit den Gebäuden auch alle verbliebenen Warenbestände vernichtet worden waren, war es noch schwieriger, neue Waren zu beschaffen: &amp;quot;Fliegerschäden&amp;quot; waren kein Grund, bevorzugt Waren zu bekommen. Auch bei den einstigen Lieferanten selbst waren die Engpässe so groß, dass es bis ins Frühjahr 1945 dauerte, bis neue Warenbeschaffungen erfolgen und damit die Geschäfte wieder anlaufen konnten. Ab diesem Zeitpunkt waren erstmalig Reisen wieder möglich. Als Geschäftsräumlichkeiten dienten seit der Zerstörung nunmehr der Keller der Kaiserstraße 171 und ein Ausweichlager im Karlsruher Umland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1946 bis 1948 wurde in dem in der der französischen Besatzungszone gelegenen Baden-Baden eine neue Außenstelle eröffnet. Aus der Not heraus, war man in jener Zeit dazu übergegangen, auch Haushaltsgegenstände zu verkaufen. 1949 konnte der erste Wiederaufbau des Erdgeschosses und des Ersten Obergeschosses in der Kaiserstraße 171 abgeschlossen werden. Über deren Wiedereröffnung sowie die Dekoration der Schaufenster wurde vielfach in der Presse berichtet. Zwei Jahre später erfolgte der zweite Wiederaufbau: Das zweite und dritte Obergeschoss konnten wiederbezogen werden. Im Jahr 1953 trat Stuffers Neffe Hanns-Christian Heyer-Stuffer (1927-2021) ins Geschäft ein. Er wurde Junior-Chef und Prokurist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1950er-Jahren lief die Wirtschaft wieder merklich an. Es wurde verstärkt geworben, eine ausgefeilte und in der Presse gelobte Schaufensterdekoration erstellt und gemeinsam mit der Firma &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0085&amp;quot;&amp;gt;Haid und Neu&amp;lt;/lex&amp;gt; Amateur-Modenschauen ins Leben gerufen. Ein Jahr später war der dritte Wiederaufbau abgeschlossen. Am 30. November 1957 konnte die Eröffnung des sich nun auf die Kaiserstraße 169/171 erstreckenden modernen Ladens gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1959 beging Stuffer sein 40jähriges Arbeitsjubiläum. Gleichzeitig wurde die Firma 125 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum verteilte man am 1. Juli eine kurze Chronik und eine Replik des Gemäldes &amp;quot;Dame im Stoffladen&amp;quot; von Jacob Dorner. Zu dieser Zeit trat die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft in Kraft und der Handel weitete sich über alte Grenzen hinaus aus. 1964 wurden die Geschäftsräume noch einmal umgebaut und modernisiert mit einer pressewirksamen Wiedereröffnung. In den folgenden Jahren gab es immer wieder öffentliche Veranstaltungen, wie 1965 einen Kindermalwettbewerb. 1967 verstarb Ernst Stuffer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nun folgenden Erbauseinandersetzungen führten trotz guter Geschäftslage zur Schließung der Traditionsfirma, die letztmals 1970 in den Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbüchern&amp;lt;/lex&amp;gt; als in der Kaiserstraße 169/171 ansässig aufgeführt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leonie Mohr 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Manufakturwarenhandlung Leipheimer und Mende (Hrsg.): Fünfundsiebzig Jahre der Firma Leipheimer &amp;amp; Mende. Den Freunden des Hauses gewidmet, Karlsruhe 1909; Manufakturwarenhandlung Leipheimer und Mende (Hrsg.): Leipheimer &amp;amp; Mende. 1834-1934. Karlsruhe in Baden, Karlsruhe 1934; StadtAK 1/Wi-ko-Amt 3877, 4950; StadtAK 8/StS 24/699, 795, 798; StadtAK 8/ZGS Sachthemen – 484.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2188&amp;diff=599151</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2188</title>
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		<updated>2026-08-13T18:44:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Paul Maria Dorr */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Paul Maria Dorr}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Paul Maria Dorr=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reichsbankbeamter, Brigadeführer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 18. Februar 1900 Saarbrücken, † 4. Februar 1969 Donaueschingen, kath., 1926 aus der Kirche ausgetreten, ∞ 16. Februar 1932 Lotte Charlotte Narr, keine Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Einer der ranghöchsten badischen SA-Führer war der Reichsbankbeamte Paul Dorr, Sohn eines Gerichtsaktuars. Schon im Ruhrkampf 1923 aktiv, kam er in diesem Jahr mit der NSDAP in Kontakt, trat dieser aber erst nach deren Wiedergründung 1925 in Düsseldorf bei, Mitgliedsnummer 25.557, und wurde dort erster Führer der SA. 1927/28 zog er nach Karlsruhe, trat auch dort im Februar 1928 in die SA ein und war an etlichen Straßenschlachten und Schlägereien mit gegnerischen Parteien beteiligt, unter anderem an der so genannten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt;. Nach dem Reichsparteitag der NSDAP im Jahr 1929 wurde er Leiter der Karlsruher SA-Standarte 1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1930 zog er nach Kaiserslautern, 1933 nach Schwabach, wo er jeweils die Führung der SA übernahm. Zum 1. Juni 1935 wurde er Leiter der SA-Standarte 126 in Donaueschingen, ehe er Ende 1937 die Führung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm. In Donaueschingen kam er 1934 im Zusammenhang mit der sogenannten Röhm-Affaire kurz in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0137&amp;quot;&amp;gt;„Schutzhaft“&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1936 leitete er den Bau der SA-Gruppenschule Südwest in Klein-Ingersheim östlich von Bietigheim, einer Kaderschmiede der SA. Es folgte 1938 die Beförderung zum SA-Oberführer. Er trat nun auch bei Versammlungen als Reichsredner auf. 1941 wurde er SA-Brigadeführer, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsass aufgebaut hatte. Als er im Mai 1941 die SA-Gruppe Oberrhein an seinen Nachfolger Leopold Damian übergab, wurden seine Verdienste um den Aufbau der SA im Elsass hervorgehoben und betont, dass er als alter Gardist der Bewegung einer der ältesten SA-Führer im Gau Baden sei (Straßburger Neueste Nachrichten vom 27. Mai 1941).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; nahm Dorr, der bei Kriegsbeginn Oberleutnant der Reserve war, am Frankreichfeldzug, dann am Russlandfeldzug teil und wurde 1944 als vermisst gemeldet, geriet aber, wie sich später herausstellte, in russische Gefangenschaft. Nach seiner Rückkehr nach Donaueschingen Ende 1949, wohin seine Frau nach dem Krieg von Karlsruhe, zuletzt in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1195&amp;quot;&amp;gt;Hermann-Billing-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; 6 wohnhaft, wieder gezogen war, kam ihm in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; zugute, dass dieses erst nach Beginn des Kalten Krieges durchgeführt wurde. Folgerichtig wurde ihm von der Verteidigung bescheinigt, dass er als „Idealist“ 1925 in die NSDAP, die damals einzige Partei, die den aggressiven Weltkommunismus auf das Heftigste bekämpft habe, eingetreten sei. Seine Beteiligung an der Niederschlagung der kommunistischen Aufstände 1919/20 wurden ihm ebenfalls positiv angerechnet, da er schon damals „die Gefahr des aggressiven Kommunismus für die zivilisierte Welt erkannt“ habe. Betont wurde, dass sich dies „zwangsläufig aus der heutigen politischen Situation“ als richtig erwiesen habe. Dieser Argumentation in Zeiten des Kalten Krieges folgte die Kammer und stufte ihn als Minderbelasteten ein, der mit zwei Jahren Haft auf Bewährung davonkam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dorr arbeitete nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft als Buchhalter bei einer Großhandlung in Donaueschingen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtA Donaueschingen Meldekartei, Sterberegister, Personalakten Lotte Dorr; StAF D 180/2 Nr. 225324; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 15. Mai 2026), u. a. Artikel von Paul Dorr „Von Mühlburg bis Rintheim oder ‚Parole: Rache‘. Erinnerungen aus der Kampfzeit“ in: Der Führer vom 30. Januar 1938.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-12T10:12:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juni 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Tatsächlich war Röder von antisemitischen und von rassenideologischen geprägten Vorstellungen abgerückt, wie sie z. B. der Vorsitzende des Karlsruher [[De:Lexikon:ins-1896|Alldeutschen Verbandes]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt; und Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2085&amp;quot;&amp;gt;Otto Ammon&amp;lt;/lex&amp;gt; vertrat, den Röder im Kaiserreich noch sehr geschätzt hatte. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, so schrieb er 1925, dass  die &amp;quot;absolute Einheitlichkeit des ganzen Menschengeschlechts, physiologisch und psychologisch,  eine Tatsche von unbedingter Gewißheit&amp;quot; sei. (Kunstwarte Nr. 8 von 8. Januar 1925)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juni 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Tatsächlich war Röder von  antisemitischen, von rassenideologischen geprägten Vorstellungen abegrückt, wie sie z. B. der Vorsitzende des Karlsruher[[De:Lexikon:ins-1896|Alldeutschen Verbandes]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;und Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland , den Röder im Kaiserreich noch sehr schätzte. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, so schrieb er 1925, dass  die &amp;quot;absolute Einheitlichkeit des ganzen Menschengeschlechts, physiologisch und psychologisch,  eine Tatsche von von unbedingter Gewißheit&amp;quot; sei. (Kunstwarte Nr. 8 von 8. Januar 1925)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-12T09:38:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juni 1926). Die Kunstwarte habe ihr Erscheinen weniger aus wirtschaftlichen als persönlichen Gründen  einstellen müssen. Er habe festgestellt, dass er sich nicht mehr in dem Maße um die Wochenschrift kümmern könne, wie dies nötig sei. Zudem plane er die Herausgabe eines größeren Werkes über die kulturpsychologische Mentalität der Epoche mit dem Titel „Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, eine Feststellung und Zielsetzung“, das allerdings nie erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. 1925 schrieb er zurückblickend, dass er zur Erkenntnis der &amp;quot;absolututen Einheitlichkeit des ganzen Menschengeschlechts&amp;quot; gekommen sei, und er sich gegen &amp;quot;einen gedanken- und geistlosen Antisemitismus&amp;quot; wende.  (Kunstwarte Nr. 8, 21. Januar 1925)  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2108&amp;diff=599147</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juni 1926). Die Kunstwarte habe ihr Erscheinen weniger aus wirtschaftlichen als persönlichen Gründen  einstellen müssen. Er habe festgestellt, dass er sich nicht mehr in dem Maße um die Wochenschrift kümmern könne, wie dies nötig sei. Zudem plane er die Herausgabe eines größeren Werkes über die kulturpsychologische Mentalität der Epoche mit dem Titel „Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, eine Feststellung und Zielsetzung“, das allerdings nie erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2108&amp;diff=599145</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-11T18:04:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, woran später auch in der lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Presse erinnert wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalisten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredakteurs und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &amp;quot;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechtskonservativen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen. Röder wurde bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt und war zeitweise der einzige Protestant in der Fraktion, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er aus Protest demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener Gegner der SPD gewesen, bei dem es sich aber immer gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-11T17:47:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, ohne dies zu belegen. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalsiten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredaktuers und längjährigen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &#039;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigenen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch nicht der rechstkonservativen DNVP beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen (Volksfreund vom 15. November 1928). Röder war bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt worden und war zeitweise der einzige Protestant, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrusmpolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener der SPD gewesen, bei dem es sich aber gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder, obwohl selbst als Antisemit im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Kaiserreich&amp;lt;/lex&amp;gt; aktiv, sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2108&amp;diff=599143</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-11T17:44:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, ohne dies zu belegen. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratische&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; würdigte den Senior der Karlsruher Journalsiten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredaktuers und längjähringen Reichstagsabgeordneten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0755&amp;quot;&amp;gt;Georg Schöpflin&amp;lt;/lex&amp;gt;, hob hervor, dass  Röder &#039;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigeen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch der rechstkonsrevativen DNVP beigetreten, sondern habe sich dem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrum&amp;lt;/lex&amp;gt; angeschlossen (Volksfreund vom 15. November 1928). Röder war bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf dessen Reichswahlliste des in den Reichstag gewählt worden und war zeitweise der einzige Protestant, der immer wieder in Opposition zu manchen Zentrumspositionen geraten sei. So sei er demonstrativ dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten, als der vormalige Reichskanzler und Zentrusmpolitiker Wilhelm Marx diesen im Juli 1927 verließ. Röder sei zwar immer ein entschiedener der SPD gewesen, bei dem es sich aber gelohnt habe, &amp;quot;auf den Kampfplatz zu treten&amp;quot;. (Volksfreund vom 15. November 1928)&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder, obwohl selbst als Antisemit im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Kaiserreich&amp;lt;/lex&amp;gt; aktiv, sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2108</title>
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		<updated>2026-08-11T17:27:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Adam Röder */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Adam Röder}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Adam Röder=&lt;br /&gt;
[[Datei:Röder Adam 8 Ze 28 Foto Roeder.jpg|alternativtext=Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.|links|mini|Adam Röder, Foto eines Gemäldes von Camill Macklot 1926, in: Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924-1926, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Ze 28.]]&lt;br /&gt;
Politiker, Journalist, * 15. November 1858 Kirchheim/Landkreis Ludwigsburg, † 2. April 1937 Karlsruhe, ∞ 23. März 1893 Katharine Christine Fleischmann. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Adam Röder, der Sohn eines Schuhmachers, studierte nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums bis 1881 Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft und Literatur. Danach war er als Redakteur zunächst jeweils neun Jahre für den Hildesheimer Kurier und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt; tätig, ehe er Chefredakteur des Rheinischen Kuriers in Wiesbaden wurde. Als Chefredakteur der Landpost gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Vereins Karlsruher Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; (Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein). Im Anschluss an eine vierjährige Tätigkeit als Leiter der Deutschen Reichspost in Stuttgart wurde Röder 1913 Herausgeber der von ihm gegründeten und wesentlich mit von ihm geschriebenen Artikeln versorgten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1189&amp;quot;&amp;gt;Süddeutschen Conservativen Correspondenz,&amp;lt;/lex&amp;gt; zu deren Abonnentenstamm unter anderem die Frankfurter Zeitung und Wiener Journale gehörten. Außerdem schrieb er für den Kulturteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1186&amp;quot;&amp;gt;Residenz-Anzeigers&amp;lt;/lex&amp;gt;, den er mit zahlreichen Theaterkritiken prägte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember 1924 bis 30. Juli 1926 gab er die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1174&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik&amp;lt;/lex&amp;gt; heraus. In deren erster Nummer wird schon in Röders Einführung seine konservative, gegen die Moderne gerichtete Haltung deutlich, als er aus Richard Wagners Meistersinger Hans Sachs zitierte „Paßt auf, uns drohen üble Streich - und wälscher Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns ins eigene Land. Damit meinte er nicht nur die „Wälschen jenseits der Vogesen“ meinte, auch die eigenen Landsleute, die „dem deutschen Volk seine Seele nehmen… und seinen Genius mit dem Absud eines ästhetischen Nihilismus“ vergiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Kampfansage gegen die Moderne prägten seine Artikel, die er z. T. mit dem Pseudonym „Monti“ schrieb. Zu den gefährlichen Erneuerern zählte er die Vegetarier, die Antialkoholiker und „die von der Nacktkultur“, aber auch die „Rassen- und Blutpolitiker, die darwinistischen Hochzüchter und die fanatischen Nationalisten“, so dass er auch immer wieder mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; in Konflikt geriet. In der letzten Ausgabe der Kunstwarte machte er noch einmal seine gegen die Moderne gerichtete konservative Haltung mehr als deutlich: die Generation kultivierter Theaterbesucher sei ausgestorben, das Kino, die Jazzband und die „verschweinigelte“ Operette dominiere. Karlsruhe habe seinen Rang als Wagnerspielstätte verloren, generell in Deutschland seien „inferiore Schreiberseelen“ am Werk (Kunstwarte Nr. 26, 30. Juli 1926).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch vertrat Röder, der Zeitgenossen als der streitbarste unter den Karlsruher Journalisten galt, ebenfalls die konservative Richtung und war zunächst seit 1882 in der Deutschkonservativen Partei aktiv. Der preußische Gesandte berichtete 1898 nach Berlin, dass Röder dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Flügel angehöre, ohne dies zu belegen. Der sozialdemokratische Volksfreund würdigte den Senior der Karlsruher Journalsiten anlässlich dessen 70. Geburtstag dagegen als einen Christlich-Konservativen, der zwar zu den Gefolgsleuten des bekannten Antisemiten Stöcker gehörte habe, allerdings ohne dessen &amp;quot;bösen antisemitischen Einschlag&amp;quot;. Der mit G. Sch. gezeichnete Artiker, vermutlich aus der Feder des Chefredaktuers und längjähringen Reichstagsabgeordneten Johann Georg Schöpflin, hob hervor, dass  Röder &#039;tief und echt religiös, aber frei von Muckertum&amp;quot; sei, dem es eigeen Angaben zufolge schwer gefallen sei,  die Wandlung &amp;quot;vom christlich-konservativen Monarchisten zum Republikaner&amp;quot; zu vollziehen, was er aber geschafft habe. So sei er auch der rechstkonsrevativen DNVP beigetreten, sondern habe sich dem Zentrum angeschlossen (Volksfreund vom 15. November 1928). Röder war bei den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0289&amp;quot;&amp;gt;Reichstagswahlen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Mai 1924 und im Dezember 1924 auf der Reichswahlliste des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrums&amp;lt;/lex&amp;gt; in den Reichstag gewählt worden und war zeitweise der einzige Protestant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde die Süddeutsche Conservative Correspondenz für mehrere Wochen verboten, weil Röder, obwohl selbst als Antisemit im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Kaiserreich&amp;lt;/lex&amp;gt; aktiv, sich gegen den so genannten Arierparagraph gewandt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2 Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 1 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 42); Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; Karlsruher Kunstwarte. Wochenschrift für Theater, Musik, Bildende Kunst, Kulturpolitik 1924 -1926, StadtAK 8/Ze 28; Hans A. Berger: Karlsruher Journalisten-Porträts, Adam Röder, Badische Neueste Nachrichten vom 5. August 1958, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8794923?query=%22Karlsruher%20Kunstwarte%22 (Zugriff jeweils am 3. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Christlich-Konservativ, Leipzig 1892; Der ev.-soziale Kongreß, Stuttgart 1895; Der evangelisch soziale Kongress zu Frankfurt am Main, 1895; Der Austritt Stöckers aus der Konservativen Partei, Karlsruhe 1896; Ein neues Reichstagswahlrecht, Berlin 1896; Salome, Wiesbaden 1906; Reisebilder aus Amerika, Berlin 1906; Frau Lydia (Drama) 1906; Kulturkonservatismus, Stuttgart 1910; Konservative Zukunftspolitik, Karlsruhe 1918; Der Schmied von Ruhla, Mainz 1919; Die Zukunft des Badischen Landestheaters, Karlsruhe 1919; Der Deutsche Konservatismus und die Revolution, Gotha 1920; Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1922; Der Weg des Zentrums, Berlin 1925; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929; Amerika, Berlin 1906; Salome, Wiesbaden 1906; Reaktion u. Antisemitismus, 1922; Der Weg d. Zentrums, 1926; Die Mentalität des 20. Jahrhunderts, 1929 (?); Der Agitator (Roman); Um 20 Flaschen Sekt (Novelle); Des Dichters Traum (Schauspiel).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hubert Doerrschuck: Röder, Adam, Journalist, MdR-Z, in: Bernd Ottnad (Hrsg.): Badische Biographien Bd. IV, Stuttgart 1996.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2085&amp;diff=599096</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2085</title>
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		<updated>2026-08-09T16:24:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Otto Ammon */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Otto Ammon}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2085.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Otto Ammon, Foto aus: Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1916, nach S. 320.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Otto Ammon=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ingenieur, Journalist und Privatgelehrter, Vorsitzender des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1896&amp;quot;&amp;gt;Alldeutschen Verbandes&amp;lt;/lex&amp;gt;, Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland, * 7. Dezember 1842 Karlsruhe, † 14. Januar 1916 Karlsruhe, ev., ∞ 1868 Antonie Wörishoffer aus Hanau, 2 Söhne, 2 Töchter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto Ammon, Sohn des 1858 verstorbenen Kaufmanns Jacob Ammon und seiner 1847 verstorbenen Frau Emma, geborene Wöttlin, verließ das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; 1858 mit der Mittleren Reife und studierte danach bis 1863 Ingenieurwissenschaften am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Polytechnikum Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bis 1868 arbeitete er dann als Bahnbau- und Kulturingenieur im badischen Staatsdienst. Danach war er kurze Zeit Redakteur, dann Eigentümer der nationalliberalen Konstanzer Zeitung, die er ab 1869 selbständig verlegte. Nach der Rückkehr nach Karlsruhe 1883 wurde er Mitglied des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0473&amp;quot;&amp;gt;Altertumsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; und des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1506&amp;quot;&amp;gt;Naturwissenschaftlichen Vereins&amp;lt;/lex&amp;gt;, widmete sich der Erforschung der badischen Römerstraßen und verfasste geographische und geologische Arbeiten in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Diese journalistische Tätigkeit behielt er bis zu seinem Tode bei. Am bekanntesten waren seine Beiträge im Schwäbischen Merkur in Stuttgart, dessen ständiger Karlsruher Korrespondent er von 1900 bis zu seinem Tode wurde. Dort nahm er unter anderem auch immer wieder zu Fragen des Eisenbahnwesens Stellung, so setzte er sich für eine Höherlegung des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1703&amp;quot;&amp;gt;Bahnhofs&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; statt der Verlegung an den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1335&amp;quot;&amp;gt;heutigen Platz&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. Widerspruch erhielt Ammon, einer der rührigsten Karlsruher Journalisten, vor allem von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;SPD&amp;lt;/lex&amp;gt;-Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrumsblatt&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1888 veröffentlichte die Allgemeine Zeitung München erste anthropologische Beiträge in ihrer Beilage. Die 1890 erschienenen Anthropologischen Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden, die als Startpunkt der Sozialanthropologie in Deutschland gelten, basieren auf seit 1886 durchgeführten anthropometrischen Erhebungen an Soldaten, später an Wehrpflichtigen. Ammon, der elf Fremdsprachen sprach, übersetzte 1890 die anthropologischen Arbeiten von Georges Vacher de Lapouge. Mit ausländischen Antropologen stand er in regem Kontakt. 1893 wurde er Korrespondierendes Mitglied der Societé pour le progrès des sciences naturelles et mathématiques Cherbourg, drei Jahre später Korrespondierendes Mitglied der Società italiana d&#039;Antropologia und der schwedischen und niederländischen anthropologischen Gesellschaft. 1904 zeichnete ihn die medizinische Fakultät der Universität Freiburg mit der Ehrendoktorwürde aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1896 bis 1899 war der zum rechten Flügel der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;Nationalliberalen Partei&amp;lt;/lex&amp;gt; gehörende Ammon mit Otto Reuß Eigentümer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1144&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landeszeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Auch innerparteilich stieß Ammon, der in Karlsruhe Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des völkischen und  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1896&amp;quot;&amp;gt;Alldeutschen Verbandes&amp;lt;/lex&amp;gt; war, mit manchen seiner Äußerungen auf Widerspruch. So löste er folgerichtig in seinen letzten Lebensjahren die Bindung an die Nationalliberale Partei. Die 1904 mit dem Anthropologen und Arzt Ludwig Woltmann lassen Ammon als einen Vertreter des völkischen Spektrums erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalliberal geprägte Chronik der Stadt zeichnet 1916 in einem dennoch eher positiven Nachruf, vermutlich aus der Feder des Herausgebers Gymnasialprofessor &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0692&amp;quot;&amp;gt;Robert Goldschmit&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ebenfalls zum Gründungsvorstand des Alldeutschen Verbandes gehört hatte, das Bild eines Nationallisten, der „auch noch die stolze und ihn beglückende Genugtuung“ erfahren habe, „daß sich im August 1914 alle im nationalen Gedanken zusammenfanden und vor der nationalen Idee und ihrer Verteidigung eine Zeit lang der Parteihader verstummte.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1916, Jg. 32. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1918, S. 319-320; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Ammon, Otto Georg, in: Leo BW, https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg, dort weitere Literatur (Zugriff jeweils am 24. Oktober 2023).&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Zur Geschichte der liberalen Partei in Baden, Sonderabdruck von Artikeln in der Konstanzer Zeitung vom März und April 1880, Konstanz 1880; Der Darwinismus gegen die Sozialdemokratie. Anthropologische Plaudereien, Hamburg 1891; Die natürliche Auslese beim Menschen. Auf Grund der anthropologischen Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden und anderer Materialien, Jena 1893; Die Bedeutung des Bauernstandes für den Staat und die Gesellschaft. Sozialanthropologische Studie, Berlin 1894 und 1906; Die Gesellschaftsordnung und ihre natürlichen Grundlagen. Entwurf einer Sozial-Anthropologie zum Gebrauch für alle Gebildeten, die sich mit sozialen Fragen befassen, Jena 1895, 1896 und 1900; Die „Badische Landeszeitung“ und ihre Werkstätten, Karlsruhe 1896; Der Abänderungsspielraum. Ein Beitrag zur Theorie der natürlichen Auslese, Berlin 1896; Zur Anthropologie der Badener. Bericht über die von der anthropologischen Kommission des Karlsruher Altertumsvereins an Wehrpflichtigen und Mittelschülern vorgenommenen Untersuchungen, Jena 1899. &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hilkea Lichtsinn: Otto Ammon und die Sozialanthropologie, Med. Diss. Marburg 1986; dieselbe: Ammon, Otto Georg, Sozialanthropologe, in: Badische Biographien NF 3, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1990, S. 4-6, https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg; Ammon, Otto Georg https://www.leo-bw.de/fr/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg, dort weitere Literatur (Zugriff jeweils 24. Oktober 2023).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2085&amp;diff=599095</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2085</title>
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		<updated>2026-08-09T16:22:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Otto Ammon */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Otto Ammon}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2085.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Otto Ammon, Foto aus: Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1916, nach S. 320.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Otto Ammon=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ingenieur, Journalist und Privatgelehrter, Begründer der Sozialanthropologie in Deutschland, * 7. Dezember 1842 Karlsruhe, † 14. Januar 1916 Karlsruhe, ev., ∞ 1868 Antonie Wörishoffer aus Hanau, 2 Söhne, 2 Töchter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto Ammon, Sohn des 1858 verstorbenen Kaufmanns Jacob Ammon und seiner 1847 verstorbenen Frau Emma, geborene Wöttlin, verließ das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; 1858 mit der Mittleren Reife und studierte danach bis 1863 Ingenieurwissenschaften am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Polytechnikum Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bis 1868 arbeitete er dann als Bahnbau- und Kulturingenieur im badischen Staatsdienst. Danach war er kurze Zeit Redakteur, dann Eigentümer der nationalliberalen Konstanzer Zeitung, die er ab 1869 selbständig verlegte. Nach der Rückkehr nach Karlsruhe 1883 wurde er Mitglied des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0473&amp;quot;&amp;gt;Altertumsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; und des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1506&amp;quot;&amp;gt;Naturwissenschaftlichen Vereins&amp;lt;/lex&amp;gt;, widmete sich der Erforschung der badischen Römerstraßen und verfasste geographische und geologische Arbeiten in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Diese journalistische Tätigkeit behielt er bis zu seinem Tode bei. Am bekanntesten waren seine Beiträge im Schwäbischen Merkur in Stuttgart, dessen ständiger Karlsruher Korrespondent er von 1900 bis zu seinem Tode wurde. Dort nahm er unter anderem auch immer wieder zu Fragen des Eisenbahnwesens Stellung, so setzte er sich für eine Höherlegung des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1703&amp;quot;&amp;gt;Bahnhofs&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; statt der Verlegung an den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1335&amp;quot;&amp;gt;heutigen Platz&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. Widerspruch erhielt Ammon, einer der rührigsten Karlsruher Journalisten, vor allem von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;SPD&amp;lt;/lex&amp;gt;-Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrumsblatt&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1888 veröffentlichte die Allgemeine Zeitung München erste anthropologische Beiträge in ihrer Beilage. Die 1890 erschienenen Anthropologischen Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden, die als Startpunkt der Sozialanthropologie in Deutschland gelten, basieren auf seit 1886 durchgeführten anthropometrischen Erhebungen an Soldaten, später an Wehrpflichtigen. Ammon, der elf Fremdsprachen sprach, übersetzte 1890 die anthropologischen Arbeiten von Georges Vacher de Lapouge. Mit ausländischen Antropologen stand er in regem Kontakt. 1893 wurde er Korrespondierendes Mitglied der Societé pour le progrès des sciences naturelles et mathématiques Cherbourg, drei Jahre später Korrespondierendes Mitglied der Società italiana d&#039;Antropologia und der schwedischen und niederländischen anthropologischen Gesellschaft. 1904 zeichnete ihn die medizinische Fakultät der Universität Freiburg mit der Ehrendoktorwürde aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1896 bis 1899 war der zum rechten Flügel der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;Nationalliberalen Partei&amp;lt;/lex&amp;gt; gehörende Ammon mit Otto Reuß Eigentümer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1144&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landeszeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Auch innerparteilich stieß Ammon, der in Karlsruhe Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des völkischen und  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1896&amp;quot;&amp;gt;Alldeutschen Verbandes&amp;lt;/lex&amp;gt; war, mit manchen seiner Äußerungen auf Widerspruch. So löste er folgerichtig in seinen letzten Lebensjahren die Bindung an die Nationalliberale Partei. Die 1904 mit dem Anthropologen und Arzt Ludwig Woltmann lassen Ammon als einen Vertreter des völkischen Spektrums erkennen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nationalliberal geprägte Chronik der Stadt zeichnet 1916 in einem dennoch eher positiven Nachruf, vermutlich aus der Feder des Herausgebers Gymnasialprofessor &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0692&amp;quot;&amp;gt;Robert Goldschmit&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ebenfalls zum Gründungsvorstand des Alldeutschen Verbandes gehört hatte, das Bild eines Nationallisten, der „auch noch die stolze und ihn beglückende Genugtuung“ erfahren habe, „daß sich im August 1914 alle im nationalen Gedanken zusammenfanden und vor der nationalen Idee und ihrer Verteidigung eine Zeit lang der Parteihader verstummte.“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1916, Jg. 32. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1918, S. 319-320; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Ammon, Otto Georg, in: Leo BW, https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg, dort weitere Literatur (Zugriff jeweils am 24. Oktober 2023).&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Zur Geschichte der liberalen Partei in Baden, Sonderabdruck von Artikeln in der Konstanzer Zeitung vom März und April 1880, Konstanz 1880; Der Darwinismus gegen die Sozialdemokratie. Anthropologische Plaudereien, Hamburg 1891; Die natürliche Auslese beim Menschen. Auf Grund der anthropologischen Untersuchungen der Wehrpflichtigen in Baden und anderer Materialien, Jena 1893; Die Bedeutung des Bauernstandes für den Staat und die Gesellschaft. Sozialanthropologische Studie, Berlin 1894 und 1906; Die Gesellschaftsordnung und ihre natürlichen Grundlagen. Entwurf einer Sozial-Anthropologie zum Gebrauch für alle Gebildeten, die sich mit sozialen Fragen befassen, Jena 1895, 1896 und 1900; Die „Badische Landeszeitung“ und ihre Werkstätten, Karlsruhe 1896; Der Abänderungsspielraum. Ein Beitrag zur Theorie der natürlichen Auslese, Berlin 1896; Zur Anthropologie der Badener. Bericht über die von der anthropologischen Kommission des Karlsruher Altertumsvereins an Wehrpflichtigen und Mittelschülern vorgenommenen Untersuchungen, Jena 1899. &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hilkea Lichtsinn: Otto Ammon und die Sozialanthropologie, Med. Diss. Marburg 1986; dieselbe: Ammon, Otto Georg, Sozialanthropologe, in: Badische Biographien NF 3, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1990, S. 4-6, https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg; Ammon, Otto Georg https://www.leo-bw.de/fr/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118824457/Ammon+Otto+Georg, dort weitere Literatur (Zugriff jeweils 24. Oktober 2023).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0227&amp;diff=599094</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0227</title>
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		<updated>2026-08-06T17:44:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Leipheimer und Mende, Stoff- und Tuchgrosshandel=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 BA Schmeiser 647.jpg|alternativtext=Geschäftshaus des Stoff- und Manufakturwarenladens Leipheimer &amp;amp; Mende in der Kaiserstraße 169, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schmeiser 647.|links|mini|Geschäftshaus des Stoff- und Manufakturwarenladens Leipheimer &amp;amp; Mende in der Kaiserstraße 169, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schmeiser 647.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 PBS X 0294.jpg|alternativtext=Geschäftsräume der Leipheimer &amp;amp; Mende Manufakturwarenhandlung, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 294.|links|mini|Geschäftsräume der Leipheimer &amp;amp; Mende Manufakturwarenhandlung, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 294.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0227 Leipheimer Mende 8 BA Schlesiger A12 56 2 9.jpg|alternativtext=Bauarbeiten in der Kaiserstraße, im Hintergrund das Geschäftshaus Leipheimer &amp;amp; Mende, 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A12/56/2/9 (Ausschnitt).|links|mini|Bauarbeiten in der Kaiserstraße, im Hintergrund das Geschäftshaus Leipheimer &amp;amp; Mende, 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A12/56/2/9 (Ausschnitt).]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1834 gründete der Geschäftsmann Georg Leipheimer (1810-1874), Sohn eines Karlsruher Bürgers, gemeinsam mit Friedrich Mathis (1809-1879), kaiserlich brasilianischer Generalkonsul aus Straßburg, eine Ellenwarenhandlung unter dem Namen Mathis &amp;amp; Leipheimer. Aus dieser sollte später die bekannte und erfolgreiche Großhandlung für Stoffe &amp;quot;Leipheimer &amp;amp; Mende&amp;quot; hervorgehen.&lt;br /&gt;
Die Gründung des Deutschen Zollvereins kurz zuvor ließ auf eine florierende Wirtschaft und damit auf ein gut anlaufendes Geschäft hoffen. Vor diesem Hintergrund nahm Leipheimer am 1. Juli 1834 den ersten Eintrag in das über viele Jahrzehnte bestehende Hauptbuch der Firma vor. Der Fokus des Sortiments lag von Beginn an auf Stoffen und Heimtextilien, die in enger Verbindung mit dem Stoff verarbeitenden Handwerk, Stoffgeschäften und Privathaushalten auf den Markt gebracht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Verkaufsraum diente den Geschäftsleuten zunächst der elterliche Gasthof Leipheimers Zum Kaiser Alexander in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1485&amp;quot;&amp;gt;Karlstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 27. Ab Oktober 1834 konnten schließlich Räumlichkeiten in der Lange Straße 149 – heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 151 – bezogen werden. Nachdem das Geschäft erfolgreich angelaufen war, reichten die bisherigen Räumlichkeiten nicht mehr aus. Leipheimer und Mathis bauten daraufhin ein neues Haus in der Kaiserstraße 86, das sie am 13. Mai 1841 beziehen konnten. Von Beginn an maßen die Firmeninhaber dem geschäftlichen Reisen eine hohe Bedeutung zu. Auf direkte Weise war es ihnen so möglich, weitere Bezugsquellen ausfindig zu machen und ein stabiles Geschäftsnetzwerk aufzubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebeutelt von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0225&amp;quot;&amp;gt;Revolution 1848/49&amp;lt;/lex&amp;gt; kam das Geschäft zwischenzeitlich ins Stocken. Anschließend normalisierte es sich im Laufe der Jahre wieder zügig. 1867 verließ Mathis aus gesundheitlichen Gründen das gemeinsame Geschäft. Seither lebte er bis zu seinem Tod am 14. November 1879 als Privatmann und kaiserlich brasilianischer Konsul weiterhin in Karlsruhe. Nach dem Ausscheiden Mathis‘ entschied sich Georg Leipheimer, seinen Sohn Max (1846-1936) an seine Seite zu holen. Zusammen leiteten sie die Firma bis ins Jahr 1871, als Georg Leipheimer aus dem Geschäft ausschied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An seine Stelle trat 1871 der Geschäftsmann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0664&amp;quot;&amp;gt;Julius Mende&amp;lt;/lex&amp;gt; aus Glachau, Landkreis Zwickau. Zum Jahresanfang erfolgte vor diesem Hintergrund die Firmenumbenennung in Leipheimer und Mende. Mende ging nun häufiger auf Geschäftsreisen und setzte sich besonders für den Großhandel ein. Doch auch der Einzelhandel nahm zu und die Geschäftsräume weiteten sich auf das Nachbarhaus, die Kaiserstraße 88, sowie die Hinterhäuser bis zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2327&amp;quot;&amp;gt;Ritterstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 stieg Karl von Pfeil (1871-1915), ein Neffe Leipheimers, als Teilhaber in die Firmenleitung ein. Leipheimer zog sich nun Stück für Stück aus den Geschäften zurück. In den folgenden Jahren wuchs das Geschäft weiterhin in solchem Maße an, dass ein Neubau in Erwägung gezogen wurde, der den bestehenden Erfordernissen Rechnung tragen konnte. 1899 erwarb die Firma das frühere Levingersche Anwesen und errichtete von März bis November 1900 auf dem Grundstück einen Neubau in der Kaiserstraße 169. Dieser wurde als &amp;quot;Schmuck&amp;quot; der Stadt bezeichnet und mit neuester Technik ausgestattet. Eine moderne Moore-Lichtanlage – der Vorgänger der Neonleuchte – wurde zu einer viel besprochenen Sehenswürdigkeit, die auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; Aufsehen erregte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr stieg Leipheimer vollständig aus der Firma aus und blieb als stiller Teilhaber dem Geschäft verbunden. Nun trat Julius Trück aus Baden-Baden, bereits 1889 Lehrling in der Firma, in die Leitung ein. Wenig später, im Jahr 1904, starb Mende nach langer und schwerer Krankheit. Die Firma wurde seither von Karl von Pfeil und Julius Trück alleine weitergeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; kam das Geschäft erneut ins Stocken. Neben einigen Mitarbeitern trat auch von Pfeil als Reserveoffizier in den Militärdienst ein. Am 22. April 1915 wurde er bei Ypern als Oberleutnant der Landwehr und Regimentsadjutant des Reserve-Infanterie-Regiments 238 tödlich verwundet. Zusätzlich wurde das Geschäft durch den herrschenden Rohstoffmangel belastet. Gegen Ende des Krieges versuchte man notgedrungen mit Stoffen, die aus Papiergarn hergestellt wurden, dem Mangel entgegenzuwirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Ende des Kriegs machte sich auch in der Belegschaft das Fehlen der Kriegsopfer bemerkbar. Elf Mitarbeiter kehrten nicht zurück. Trück war nun alleiniger Inhaber, bis 1919 Ernst Stuffer (1894-1967), ein Neffe Trücks, aus Baden-Baden in die Firmenleitung eintrat. Im Laufe der Zeit wurden erneut Dienstreisen aufgenommen und das Geschäft lief wieder an. 1927 wurde die Firma in eine offene Handelsgemeinschaft (oHG) umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem das Geschäft auch nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0203&amp;quot;&amp;gt;Inflation&amp;lt;/lex&amp;gt; in den 1920er-Jahren weiter florierte, begann man in den Jahren 1937/38 mit einem Anbau und der Vergrößerung der Kaiserstraße 169/171. Die Firma überstand wirtschaftliche und politische Krisen, wofür sie ihren weiterhin aufrecht erhaltenen Charakter als Spezialgeschäft für Stoffe verantwortlich machte. Auch in Zeiten von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0008&amp;quot;&amp;gt;Industrialisierung&amp;lt;/lex&amp;gt; und fortschreitender Mechanisierung hielt sich der Groß- und Einzelhandel mit dem Fokus auf die Verbindung zum Schneiderhandwerk und zur &amp;quot;selbstschaffenden Hausfrau&amp;quot; auf diese Weise aufrecht. 1939 gründeten Stuffer und Trück die gleichnamige Firma Stuffer &amp;amp; Trück. Sie wurde zum Träger von Leipheimer &amp;amp; Mende, dessen Name jedoch unverändert blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Trück im Jahr 1943 als Teilhaber ausstieg, leitete Stuffer beide Firmen als Einzelkaufmann weiter. In den folgenden Jahren avancierte er gleichzeitig in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1072&amp;quot;&amp;gt;Industrie und Handelskammer Karlsruhe (IHK)&amp;lt;/lex&amp;gt; zu einem langjährigen geschätzten Mitglied und schließlich zum Vizepräsidenten (1949-1962).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; hatte die Firma, wie viele andere Geschäfte, erneut mit Personalmangel und der Knappheit von Rohstoffen zu kämpfen. Die Beschaffung von Waren war in Zeiten der Kriegswirtschaft beschwerlich und nach einer prioritätenbasierten Punkteliste reglementiert. 1944 wurden sowohl die Geschäftsräume als auch das Warenlager in der Kaiserstraße 169 bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; im Juli und September zerstört. Die in den Gebäuden vorübergehend eingerichteten Notunterkünfte wurden ebenfalls am 4. Dezember in Schutt und Asche gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem mit den Gebäuden auch alle verbliebenen Warenbestände vernichtet worden waren, war es noch schwieriger, neue Waren zu beschaffen: &amp;quot;Fliegerschäden&amp;quot; waren kein Grund, bevorzugt Waren zu bekommen. Auch bei den einstigen Lieferanten selbst waren die Engpässe so groß, dass es bis ins Frühjahr 1945 dauerte, bis neue Warenbeschaffungen erfolgen und damit die Geschäfte wieder anlaufen konnten. Ab diesem Zeitpunkt waren erstmalig Reisen wieder möglich. Als Geschäftsräumlichkeiten dienten seit der Zerstörung nunmehr der Keller der Kaiserstraße 171 und ein Ausweichlager im Karlsruher Umland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Jahren 1946 bis 1948 wurde in Baden-Baden, Teil der französischen Besatzungszone, eine neue Außenstelle eröffnet. Aus der Not heraus, war man in jener Zeit dazu übergegangen, auch Haushaltsgegenstände zu verkaufen. 1949 konnte der erste Wiederaufbau des Erdgeschosses und des Ersten Obergeschosses in der Kaiserstraße 171 abgeschlossen werden. Über deren Wiedereröffnung sowie die Dekoration der Schaufenster wurde vielfach in der Presse berichtet. Zwei Jahre später erfolgte der zweite Wiederaufbau: Das zweite und dritte Obergeschoss konnten wiederbezogen werden. Im Jahr 1953 trat Stuffers Neffe Hanns-Christian Heyer-Stuffer (1927-2021) ins Geschäft ein. Er wurde Junior-Chef und Prokurist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1950er-Jahren lief die Wirtschaft wieder merklich an. Es wurde verstärkt geworben, eine ausgefeilte und in der Presse gelobte Schaufensterdekoration erstellt und gemeinsam mit der Firma &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0085&amp;quot;&amp;gt;Haid und Neu&amp;lt;/lex&amp;gt; Amateur-Modenschauen ins Leben gerufen. Ein Jahr später war der dritte Wiederaufbau abgeschlossen. Am 30. November 1957 konnte die Eröffnung des sich nun auf die Kaiserstraße 169/171 erstreckenden modernen Ladens gefeiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1959 beging Stuffer sein 40jähriges Arbeitsjubiläum. Gleichzeitig wurde die Firma 125 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum verteilte man am 1. Juli eine kurze Chronik und eine Replik des Gemäldes &amp;quot;Dame im Stoffladen&amp;quot; von Jacob Dorner. Zu dieser Zeit trat die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft in Kraft und der Handel weitete sich über alte Grenzen hinaus aus. 1964 wurden die Geschäftsräume noch einmal umgebaut und modernisiert mit einer pressewirksamen Wiedereröffnung. In den folgenden Jahren gab es immer wieder öffentliche Veranstaltungen, wie 1965 einen Kindermalwettbewerb. 1967 verstarb Ernst Stuffer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nun folgenden Erbauseinandersetzungen führten trotz guter Geschäftslage zur Schließung der Traditionsfirma, die letztmals 1970 in den Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbüchern&amp;lt;/lex&amp;gt; als in der Kaiserstraße 169/171 ansässig aufgeführt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Leonie Mohr 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Manufakturwarenhandlung Leipheimer und Mende (Hrsg.): Fünfundsiebzig Jahre der Firma Leipheimer &amp;amp; Mende. Den Freunden des Hauses gewidmet, Karlsruhe 1909; Manufakturwarenhandlung Leipheimer und Mende (Hrsg.): Leipheimer &amp;amp; Mende. 1834-1934. Karlsruhe in Baden, Karlsruhe 1934; StadtAK 1/Wi-ko-Amt 3877, 4950; StadtAK 8/StS 24/699, 795, 798; StadtAK 8/ZGS Sachthemen – 484.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1942&amp;diff=599081</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1942</title>
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		<updated>2026-08-06T06:31:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schutzstaffel der NSDAP (SS) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schutzstaffel der NSDAP (SS)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schutzstaffel der NSDAP (SS)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1942 SS Führer 1939 07 03.jpg|alternativtext=Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.|links|mini|Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.]]&lt;br /&gt;
Die SS wurde am 4. April 1925 von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Geheimer Staatspolizei (Gestapo)&amp;lt;/lex&amp;gt;, Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt;, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien aufgefallen war. Diese Gründung wurde am 15. April 1929 von Himmler als Schutzstaffel anerkannt, so dass dies später als Gründungsdatum der Karlsruher SS galt. Neben Heidt gehörten der Lagerist Franz Krummich, Verwaltungsassistent Rudolf Link, Kaufmann Gustav Mußgnug, Reichsbahnbetriebsassisstent Paul Ruthmann, Peter Schlindwein, der Kanzleiangestellte Paul Sührer und der Kaufmann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2205&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Werle&amp;lt;/lex&amp;gt; zu den Gründungsmitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals trat die SS dann bei der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Karlsruhe war zunächst Teil des zur SS-Sandarte XV (Baden) gehörenden SS-Sturm 17 Mittelbaden-Karlsruhe. Im Januar 1931 erhielt Baden eine zunächst noch von Otto Heidt geleitete Brigade mit den Standaten Nord-, Mittel- und Südbaden. Im März des Jahres schied Heidt wegen Unstimmigkeiten mit der obersten SS-Leitung aus seinem Amt aus. Nachfolger wurde der spätere Kommandant des Konzentrationslagers Ankenbuck Kanzleiassistent a. D. Hans Helwig, Adjutant war der Kaufmännische Angestellte und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt;-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1992&amp;quot;&amp;gt;Fritz Argus&amp;lt;/lex&amp;gt;, Schatzmeister der Verwaltungsassistent Rudolf Link. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der vom Badischen Staatsministerium Anfang 1932 veröffentlichten Organisationsstruktur (Stand Herbst 1931) der SA und der SS bildete die SS in Baden die Standarte 32 unter der Führung von Hellwig. Karlsruhe gehörte als Sturm 1 zu dem von Kaufmann Hermann Benner geleiteten Sturmbann II (Mittelbaden). Die Brigade Baden umfasste rund 700 Mann, womit das eigentlich vorgesehene Kräfteverhältnis zur SA (10 %) deutlich überschritten war. Das Landespolizeiamt sah die SS als &amp;quot;Parteipolizei&amp;quot;, welche die Parteimitglieder überwachte, und  als &amp;quot;ein Instrument, das als sehr schlagkräftig und wirkungsvoll angesprochen werden muss&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem sogenanten Röhmputsch wurde die SS im Juli 1934 eine selbstständige Organsiation. Bis 1936 leitete der seit 1934 in Karlsruhe wohnhafte Brigadeführer Christoph Diehm, zeitweise württembergischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des Reichstags, später Leiter des SS-Oberabschnitts West und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; in die Verbrechen der SS in der besetzten Sowjetunion verwickelt, den SS-Abschnitt XIX. Nachfolger wurde SS-Oberführer Ekhardt. 1939 wird Obersturmführer Rudolf Lohse als Leiter genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Karlsruher Zeit schrieb Diehm für das NS-Parteiorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; einen Artikel als Rückblick auf das Jahr 1935: &amp;quot;Das schwarze Korps&amp;quot;, aus dem sehr deutlich hervorgeht, dass sich die SS als Eliteeinheit verstand, die dem Führer Adolf Hitler als &amp;quot;unbedingt zuverlässige blindlings gehorsame&amp;quot; Einheit zur  Verfügung stand. Diehm lobte die Präsenz der SS bei allen großen Veranstaltungen, wo sie ihre &amp;quot;stramme Disziplin&amp;quot; demonstrierte. Auch in Karlsruhe geschah dies zum Beispiel im Dezember 1936 bei der SS-Führertagung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die Dienststellen des XIX. SS-Abschnitts in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und;  Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; GLA 465f Nr. 1913; Sonderbeilage des &amp;quot;Führer&amp;quot; zum Kreistag Karlsruhe 1930 vom 19. Juni 1938, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3268853?query=%22Otto%20Heidt%22 (Zugriff am 5. August 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34 f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2013&amp;diff=599080</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2013</title>
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		<updated>2026-08-06T06:29:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Hugo Eppinger */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Hugo Eppinger}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2013.jpg|200px|thumb|left|Hugo Eppinger, 1933, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/80b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Hugo Eppinger=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reichsbahnbeamter, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 24. Juni 1886 Konstanz, † 12. Juni 1936 Karlsruhe, kath., ∞ 1912 Eva Friederika Oehling (1889 – 1954), 1 Sohn. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Hugo Eppinger begann als 16jähriger bei der Bahn in Konstanz als Eisenbahngehilfeanwärter zu arbeiten. Im Laufe der Jahre folgten immer wieder aus beruflichen Gründen Versetzungen an andere Orte in Baden, wobei er bis zum Bahnhofssekretär aufstieg. Von Dezember 1915 bis zum November 1918 war er während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieges&amp;lt;/lex&amp;gt; Soldat. Nach dem Krieg war er wieder an verschiedenen Orten tätig, so dass er im Mai 1929 Beschwerde bei seinen Vorgesetzten einlegte über die vielen Versetzungen, die seiner Familie viele Probleme verursachten. Daraufhin erfolgte seine letzte Versetzung nach Karlsruhe zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1115&amp;quot;&amp;gt;Reichsbahndirektion&amp;lt;/lex&amp;gt;, wo er 1934 zum Reichsbahnamtmann befördert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eppinger trat am 1. September 1930 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und am 1. April 1931 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei. Seit dem 22. September 1931 war er Sturmbannführer, später auch Obersturmbannführer. Er wurde der erste Führer der ehemaligen Standarte 238 (in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt;), die er mit aufbaute, bis er sich im Oktober 1933 wegen akuter beruflicher Arbeitsüberlastung von der aktiven Mitarbeit in der SA zurückzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Neubildung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschusses&amp;lt;/lex&amp;gt; infolge der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; erhielt Eppinger mit einem Brief von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1663&amp;quot;&amp;gt;Bürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1410&amp;quot;&amp;gt;Dr. Erich Kleinschmidt&amp;lt;/lex&amp;gt; die Ernennung zum Mitglied des Karlsruher Bürgerausschusses ab 5. März 1933. Im Juli 1933 ernannte ihn der  Landeskommissär für die Kreise Karlsruhe und Baden zusammen mit den NS-Parteigenossen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2205&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Werle&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1993&amp;quot;&amp;gt;Konrad Backfisch&amp;lt;/lex&amp;gt; anstelle der ausgeschiedenen Mitglieder der verbotenen und aufgelösten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; zum Stadtrat, ab 1936 Ratsherr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1934 traten bei Eppinger zunehmend Gesundheitsprobleme auf, die dann am 12. Juni 1936 zu seinem Tod führten. Zur Beerdigung kamen unter anderem Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0012&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Jäger&amp;lt;/lex&amp;gt; und hohe NSDAP-Repräsentanten. Als Ratsherrn ernannte der Beauftragte der NSDAP den kaufmännischen Angestellten Wilhelm Knieß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da seine Witwe auf Weiterzahlung ihrer seit Mai 1945 eingestellten Witwenrente klagte, stellte die Spruchkammer in dem notwendigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; 1948 fest, dass trotz Eppingers Mitgliedschaft in der NSDAP und der SA keine Hinweise auf eine aktive Verbreitung nationalsozialistischer Propaganda vorlagen. Nach einigen Zeugenaussagen habe Eppinger verschiedenen Menschen geholfen, die aus politischen Gründen Probleme mit der NS-Verwaltung hatten. Das Gericht stufte ihn als Minderbelasteten ein, was die Fortzahlung der Witwenrente bewirkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7864903 (Zugriff am 17. Mai 2024); Badische Presse, Nr. 270 vom 14. Juni 1907; Der Führer (Landesausgabe), Nr. 162 vom 13. Juni 1936, Nr. 165 vom 16. Juni 1936, Nr. 268 vom 27. September 1936; GLA 421 Nr. 2401.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0721&amp;diff=599009</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0721</title>
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		<updated>2026-08-02T17:33:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Katz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0721.jpg|200px|thumb|left|Julius Katz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Herzog 140.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Katz=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Journalist, * 2. Juli 1856 Prag, † 7. Dezember 1912 Karlsruhe, jüd., ∞ 1889 Martha Isidora Culié (Kulisch), 2 Söhne (Rudolf Friedrich Wilhelm, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1092&amp;quot;&amp;gt;Hanns Ludwig&amp;lt;/lex&amp;gt;).&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Julius Katz sollte zunächst den Kaufmannsberuf erlernen, erhielt aber als 17-Jähriger die Möglichkeit, bei seinem Vater, der das Prager Handelsblatt herausgab, eine Ausbildung zum Journalisten zu absolvieren. Daneben besuchte er das Prager Konservatorium und erhielt Klavierunterricht bei Bedřich Smetana. Später komponierte er Musik für Klavier, Violine und Cello. Nach Abschluss seiner Ausbildung ging Katz nach München, wo er als Redakteur und Kritiker tätig war. In den 1880er-Jahren arbeitete Katz als politischer Redakteur beim Frankfurter Journal und als Privatsekretär des damaligen Frankfurter Oberbürgermeisters Johannes Miquel. Zeitweise war Katz auch Genealsekretär der  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;Nationalliberalen Partei&amp;lt;/lex&amp;gt; Darmstadt. Es folgte eine Station als Redakteur des Mannheimer Journals bzw. des mit diesem 1887 zusammengeführten Mannheimer Generalanzeigers. Dort wurde er auch Redakteur der erstmals im Januar 1891 erscheinenden Nationalliberalen Korresepondenz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1892 wechselte Katz nach Karlsruhe, um Herausgeber der Badischen Correspondenz, die der Nationalliberalen Partei nahestand und Positionen der badischen Regierung vertrat, zu werden. Nach der Einstellung der Badischen Korrespondenz 1895 wurde ihm dank seiner guten Kontakte zum Präsidenten des badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1408&amp;quot;&amp;gt;Innenministeriums&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1529&amp;quot;&amp;gt;August Eisenlohr&amp;lt;/lex&amp;gt;, die Chefredaktion des Regierungsblatts &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1181&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt; übertragen, die er 1909 aus gesundheitlichen Gründen abgab. 1897 war Katz Mitbegründer und bis zu seinem Tod Leiter der Süddeutschen Reichskorrespondenz, die das Ziel der Verbreitung von Reichsangelegenheiten und der Preußens hatte und die danach sein Sohn Rudolf bis 1927 weiterführte. Jahrelang amtierte Katz, der hohes Ansehen genoss, als Vorstand des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;Journalistenvereins&amp;lt;/lex&amp;gt;. Als Freund der Marine betätigte sich Katz zudem 1899 aktiv bei der Gründung des Deutschen Flottenvereins und als Mitglied in dessen badischem Landesausschuss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ausgebildeter Pianist beteiligte sich Katz aktiv am kulturellen Leben der Stadt. Er veranstaltete Konzerte mit von ihm komponierten Liedern und Quartetten. Mit den Akadamieprofessoren &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0068&amp;quot;&amp;gt;Hans Thoma&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0482&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Trübner&amp;lt;/lex&amp;gt; pflegte er freundschaftliche Beziehungen. Ebenso verfügte er über gute Kontakte zum badischen Hof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für seine journalistische Arbeit erhielt Katz 1907 den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1607&amp;quot;&amp;gt;Orden vom Zähringer Löwen&amp;lt;/lex&amp;gt; 1. Klasse sowie den Orden vom Preußischen Kronenorden 3. Klasse.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert/Manfred Koch 2016/2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Chronik der Landeshauptstadt Karlsruhe für das Jahr 1912, 28. Jg., Karlsruhe 1913, S. 206 f.; StadtAK 7/Nl Katz 190, Nachruf Karlsruher Tagblatt vom 8. Dezember 1912, StadtAK 8/Ze 2 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/2389079?query=Journalistenverein (Zugriff am 2. Januar 2021); Hans-Jürgen Kremer: Das Großherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preußischen Gesandten 1871-1918, 2. Bde., Stuttgart 1990 und 1992, Bd. 2 (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe A, Quellen Band 43), Karlsruher Zeutungen ; Dr. Julius Katz: Ein europäisches Journalsitenleben, in Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 16. August 1958 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/8795063?query=Journalistenportr%C3%A4ts (Zugriff am 2. August 2026). &lt;br /&gt;
==Werk== &lt;br /&gt;
Die politische Lage in Baden. Ein Beitrag zur Beurteilung der badischen Parteiverhältnisse, Karlsruhe 1893; (als Hrsg.): Ansprachen Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden anläßlich des 50 jährigen Regierungs-Jubiläums und Chronik der Jubiläums-Feier, Karlsruhe 1902; In memoriam – eine Sammlung von Kundgebungen anläßlich des Ablebens Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Friedrich von Baden, Karlsruhe 1908.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Helga Krohn/Karl-Ludwig Hofmann (Red.): Hanns Ludwig Katz 1892-1940, hrsg. vom Jüdischen Museum im Auftrag des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main, Köln 1992 (mit Verzeichnis 84 nachweisbarer Werke).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0267&amp;diff=599008</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0267</title>
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		<updated>2026-08-02T16:40:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Friedrich Gutsch */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Gutsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0267_Gutsch_8_PBS_III_522.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Friedrich Gutsch um 1885, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 522.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Gutsch=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hofbuchdrucker, Verleger, Mundartdichter, * 30. November 1838 Karlsruhe, † 24. September 1897 Karlsruhe.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Hofbuchdruckers trat nach dem Besuch des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Lyzeums&amp;lt;/lex&amp;gt; und einer abgebrochenen Schreinerlehre als Buchdruckerlehrling in das väterliche Geschäft ein, das er später gemeinsam mit seinem Bruder übernahm. 1870 erfolgte die Gründung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1176&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Karlsruher Nachrichten&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; (&amp;quot;Gutschblättle&amp;quot;), deren Verleger und Redakteur Gutsch bis 1894 war, als er krankheitsbedingt die Chefredaktion aufgeben musste und die Zeitung, die von ihrem Verleger gelebt hatte, eingestellt wurde. Zwei Jahre zuvor gehörte Gutsch zu den Mitbegründern des zur Förderung ihrer Standesinteressen entstandenen Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0632&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Schriftsteller- und Journalistenverein&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben kritischen Berichten und Kommentaren zum kommunalpolitischen Geschehen sowie Anzeigen publizierte das Blatt Beiträge zur Geschichte von Karlsruhe. Die Berichte in Karlsruher Mundart erfreuten sich bei den Lesern und Leserinnen großer Beliebtheit. Gutsch verstand es dabei, kritische Kommentare in Zeiten der nicht völlig gesicherten Pressefreiheit humoristisch in Mundart zu kleiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mundartdichter verfasste Gutsch von 1870 bis 1894 zahlreiche Gedichte, die er in seiner Zeitung  veröffentlichte. So erschienen in einer monatlichen Folge die Mundartbriefe &amp;quot;Partikulier C. Biermaier und seiner Ehehälfte Caroline geb. Landgräbler&amp;quot;. Zudem gab er mehrere Gedichtbände heraus. Nach ihm benannt ist seit 1897 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1053&amp;quot;&amp;gt;Gutschstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Marco Wagner 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1897, Jg. 13. Im Auftrag der städtischen Archivkommission bearbeitet, Karlsruhe 1898, S. 109.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Aus Karlsruhes Volksleben, Gedichte, 1. Bändchen, Karlsruhe 1876, 2. Bändchen Karlsruhe 1889; D’Eppinger Feschdfahrt, Karlsruhe 1890.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludwig Vögely: Der Gutsche-Fritzle. Zum 150. Geburtstag des Karlsruher Mundartdichters, in: Badische Heimat. Zeitschrift für Landeskunde und Kultur, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz, 1988, S. 557-563; Hans Leopold Zollner: Das Gutschle-Fritzle von Karlsruh&#039;. Zum 75. Todestag des Mundartdichters, 1972 (Manuskript in: StadtAK 7/NL Zollner).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0632&amp;diff=599007</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0632</title>
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		<updated>2026-08-02T16:37:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Verein Karlsruher Presse (Schriftsteller- und Journalistenverein) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Verein Karlsruher Presse (Journalisten- und Schriftstellerverein)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Verein Karlsruher Presse (Schriftsteller- und Journalistenverein)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. Dezember 1892 gründeten im Saal der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0406&amp;quot;&amp;gt;Museumsgesellschaft&amp;lt;/lex&amp;gt; Journalisten und Schriftsteller dem Vorbild anderer Städte folgend einen Karlsruher Schriftsteller- und Journalistenverein zur Förderung ihrer Standesinteressen. In Berlin war 1862 der erste deutsche Verein dieser Art entstanden. Zu den Karlsruher Gründungsmitgliedern gehörten der Dichter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0302&amp;quot;&amp;gt;Heinrich Vierordt&amp;lt;/lex&amp;gt; (1. Vorsitzender) und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0721&amp;quot;&amp;gt;Julius Katz&amp;lt;/lex&amp;gt; (2. Vorsitzender), der Chefredakteur der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0323&amp;quot;&amp;gt;nationalliberalen&amp;lt;/lex&amp;gt; Badischen Correspondenz, später der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1181&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Zeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Schriftsteller Johann von Wildenrath (Schriftführer), der Direktor der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0931&amp;quot;&amp;gt;Kunstgewerbeschule&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0626&amp;quot;&amp;gt;Hermann Götz&amp;lt;/lex&amp;gt; (Kassier) sowie als Beisitzer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0845&amp;quot;&amp;gt;Hoftheater&amp;lt;/lex&amp;gt;-Direktor Otto Hancke, der Chefredakteur der Karlsruher Zeitung Wilhelm Harder, der Chefredakteur des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1155&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesboten&amp;lt;/lex&amp;gt; Hermann Lippe und Alexander von Sybel, Bruder von Heinrich von Sybel, mehrere Jahre Chefredakteur der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1144&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landeszeitung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Auch weitere Chefredakteure waren unter den Gründungsmitgliedern, so Jodokus Fiege (&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt;) und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2108&amp;quot;&amp;gt;Adam Röder&amp;lt;/lex&amp;gt; (&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1847&amp;quot;&amp;gt;Badische Landpost&amp;lt;/lex&amp;gt;), aber auch der Journalist und Schriftsteller &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0716&amp;quot;&amp;gt;Leopold von Pezold&amp;lt;/lex&amp;gt; und der einflussreiche Ingenieur und Journalist &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2085&amp;quot;&amp;gt;Otto Ammon&amp;lt;/lex&amp;gt;, der als Begründer der deutschen Sozialanthropologie gilt, an die später &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;NS&amp;lt;/lex&amp;gt;-Rasseforscher anknüpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren wurde der Verein rasch fester Bestandteil des Karlsruher Gesellschaftslebens, er veranstaltete regelmäßig unter anderem Bälle und Gesellschafts- und Familienabende, an denen auch &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0023&amp;quot;&amp;gt;Karl Schnetzler&amp;lt;/lex&amp;gt; und andere städtische Honoratioren teilnahmen. Jahrelang amtierte Julius Katz, der hohes Ansehen genoss, als Vorstand des Vereins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. März 1910 entstand aber ein neuer Verein Karlsruher Presse, weil der Schriftsteller- und Journalistenverein schon seit längerem nicht mehr existierte. Er hatte sich als stark an den Honoratioren orientierter Verein überholt und wurde nun ersetzt von einem reinen Berufsverein ohne Schriftsteller zur &amp;quot;Wahrung und Förderung der Berufs- und Standesinteressen sowie zur Pflege des kollegialen Verkehrs&amp;quot;. Zum 1. Vorsitzenden wurde Dr. Ludwig Munzinger, Chefredakteur der Badischen Landeszeitung, gewählt. Dem nach wie vor von bürgerlichen Journalisten dominierten Verein gehörten nun aber auch Redakteure des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischen&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreunds&amp;lt;/lex&amp;gt; an, was diesen veranlasste, im August 1913 diese Mitgliedschaften mit der Notwendigkeit einer Standesvertretung zu begründen. Positiv hob man hervor, dass ein bürgerlicher Journalist wie der Chefredakteur der Karlsruher Zeitung Kurt Amend in der Lage war, den nach Freiburg zur Volkswacht wechselnden späteren &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Anton Weißmann würdig zu verabschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie schon im Vorgängerverein blieben aber Auseinandersetzungen nicht aus, vor allem die Redakteure des Badischen Beobachters gerieten mit nationalliberalen Kollegen öfters aneinander. Als Ludwig Munzinger kurz nach seiner Wahl  mit dem Ende seiner Tätigkeit für die Landeszeitung als Vorsitzender zurücktrat und mit ihm der 2. Vorsitzende Dr. Johannes Rathje, der nach Nürnberg zog, wurde 1911 der Chefredakteur des Volksfreunds &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0682&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Kolb&amp;lt;/lex&amp;gt; 2. Vorsitzender. Erster Vorsitzender wurde der Chefredakteur der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1088&amp;quot;&amp;gt;Albert Herzog&amp;lt;/lex&amp;gt;. Durch Zuwahl wurde &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2089&amp;quot;&amp;gt;Otto Ernst Sutter&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Karlsruher Vertreter der &amp;quot;Frankfurter Zeitung&amp;quot;, in den Vorstand berufen. Der Verein, in dem der langjährige Vorsitzende Albert Herzog auch nach außen eine führende Rolle einnahm, überstand den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; gut. Zu Querelen kam es aber gleich zu Beginn der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt;, als die Redakteure des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1171&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Tagblatts&amp;lt;/lex&amp;gt; aus Protest gegen die Mitgliedschaft von Knud Ahlhorn, des kurzzeitigen Chefredakteurs des neuen Blattes der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0333&amp;quot;&amp;gt;USPD&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1188&amp;quot;&amp;gt;Sozialistische Republik&amp;lt;/lex&amp;gt;, austraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der langjährige Vorsitzende Herzog 1920 nach Wuppertal zog, wurde der Chefredakteur der Landeszeitung und Generalsekretär der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;DDP&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2088&amp;quot;&amp;gt;Karl Dees&amp;lt;/lex&amp;gt; bis 1927 sein Nachfolger. Im März 1927 übernahm der Redakteur der Badischen Presse Karl Binder den Vorsitz. Unter diesen beiden Vorsitzenden wurden die vom Verein organisierten jährlichen Pressebälle zum gesellschaftlichen Ereignis, dessen Kosten 1928 gar die Kritik des sozialdemokratischen Volksfreunds hervorrief, der diese nicht mit der Notlage weiter Bevölkerungskreise vereinbar hielt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933/34 ist der Verein mit dem Vorsitzenden Karl Binder, langjähriger Leiter der Lokalredaktion der Badischen Landzeitung, der 1922 zur Badischen Presse gewechselt war, letztmals nachzuweisen. Ob er sich offiziell auflöste oder gar verboten wurde, lässt sich nicht belegen. Vermutlich war der Verein nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Gleichschaltung&amp;lt;/lex&amp;gt; der Gesellschaft und der Presse durch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; obsolet geworden. Zu diesem Zeitpunkt waren von der vielfältigen Karlsruher Presselandschaft auch nur noch das Parteiorgan Der Führer, die Badische Presse und das Karlsruher Tagblatt übrig geblieben. Der Badische Beobachter stand kurz vor dem Aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nachkriegszeit entstand am 16. Februar 1949 erneut ein Karlsruher Presseclub, dessen erster Vorsitzender &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0031&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Baur&amp;lt;/lex&amp;gt;, Verleger der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1145&amp;quot;&amp;gt;Badischen Neuesten Nachrichten (BNN)&amp;lt;/lex&amp;gt; war. Ziel war die Vereinigung der in Karlsruhe wohnenden Journalisten &amp;quot;auf geselliger Grundlage&amp;quot;. Vortragsveranstaltungen mit renommierten Vortragenden, Bühnen- und Pressebälle gehörten fortan zum Jahresprogramm. Der Presseballavancierte zu einem gesellschaftlichen Ereignis, bei dem sich &amp;quot;Menschen mit Rang und Namen&amp;quot; sehen lassen musten. Die Einnahmen wurden gespendet. 70 Jahre nach seiner Gründung hatte sich der Verein, dem ursprünglich nur hauptberufliche Redakteurinnen und Redakteure angehörten, geöffnet für weitere im Medienbereich Tätige wie Pressesprecherinnen und Pressesprecher. Die Vorsitzende Irmgard Duttenhofer kündigte an, dass künftig auch Blogger, Youtuber und Influencer, sofern sie hauptberuflich arbeiteten, beitreten könnten. Der seit 2016 eingeleitete Wandlungsprozess vom in der Öffentlichkeit als reiner Wohltätigkeitsverein wahrgenommene Presseclub zurück zu einem Branchenverband sollte fortgesetzt werden. Zu den Neuerungen gehörten nun Frühstücksgespräche statt der abendlichen Treffen, ein Schülerzeitungswettbewerb und Fortbildungsangebote. 2021 wurde erstmals ein Journalistenpreis an den langjährigen Lokalredakteur Rupert Hustede vergeben.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2021&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Chronik 1910, S. 108; Albert Herzog: Zwischen den Zeilen. Erinnerungen aus einem deutschen Journalistenleben, in: Badische Presse vom 27. Juli 1936, StadtAK 8/Ze 7, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/2174045?query=Journalistenverein (Zugriff am 5. Januar 2021); Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 17. Februar 1949, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/4710700?query=Presseclub (Zugriff am 3. Februar 2021); Albert Herzog: Ihr glücklichen Augen. Ein Karlsruher Journalist erzählt aus seinem Leben, Karlsruhe 2008; Zeitzeugen berichten. Leonhard Müller im Gespräch mit Josef Werner, in: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge, Redaktion Manfred Koch und Leonard Müller, Bd. 3, Karlsruhe 2004, S. 263-26, S. 265; Website des Presseclubs https://presseclub-karlsruhe.com/category/allgemein/ (Zugriff am 3. Februar 2021).  &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;Schon wieder eine neue Zeitung!&amp;quot; Ein Überblick zur Entwicklung der Presselandschaft in Karlsruhe seit dem 18. Jahrhundert, in: Bewegte Zeiten. Beiträge zur Karlsruher Geschichte, hrsg. von Manfred Koch, Ubstadt-Weiher 2022, S. 187-216, S. 200-202 (= Forschungen und Quellen. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 21).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0446&amp;diff=599006</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0446</title>
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		<updated>2026-07-29T10:57:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_1.jpg|200px|thumb|left|Gruppenfoto des Gesangvereins Liederkranz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 463.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_2.jpg|200px|thumb|left|Hebelfeier des Gesangvereins Liederkranz-Liederhalle 1841/42 im Foyer des Karlsruher Schlosses, 1970, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A19/50/5/38.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesangverein Liederkranz ist ein als Männerchor gegründeter, ehemals eigenständiger Gesangverein. Er wurde am 20. Oktober 1841 von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Musiklehrer Carl Spohn gegründet und ist damit der älteste, heute noch bestehende reine Gesangverein in Karlsruhe. 1842 hatte der Liederkranz 90 Mitglieder, zu seinem 25. Jubiläum 1866 waren es bereits 300. Bis zum Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg seine Mitgliederzahl auf rund 700.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gemeinsam mit dem Karlsruher Gesangverein &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;Liederhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligte sich der Liederkranz in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen gesanglichen Aktivitäten in Baden wie dem Badischen Gesangsfest (ab 1844), den &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0272&amp;quot;&amp;gt;Hebel&amp;lt;/lex&amp;gt;-Feiern in Schwetzingen (ab 1856) oder dem Badischen Sängerbundfest (ab 1870). Auf Deutschland bezogen nahm der Männerchor an den Festen des Deutschen Sängerbunds (ab 1865) teil. Die häufigsten Auftritte hatte der Liederkranz jedoch in Karlsruhe, wo er regelmäßig Stiftungskonzerte sowie Chor- und Orchesterkonzerte veranstaltete und bei verschiedenen offiziellen Anlässen zu Ehren der großherzoglichen Familie auftrat. Während des Ersten Weltkriegs trat der Verein in Lazaretten auf, meist in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;, und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; verzeichnete das vereinsmäßige Chorsingen in Karlsruhe einen bemerkenswerten Anstieg. Die Mitgliederzahl des Liederkranz stieg bis 1922 auf 1.118. Hinzu kam eine rege Sangestätigkeit in Form von Stiftungs- und Frühjahrskonzerten sowie von verschiedenen Gesangsveranstaltungen in ganz Baden. 1932 wurde dem Liederkranz durch den Badischen Sängerbund die Conradin-Kreutzer-Medaille verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 sank die Zahl der Vereinsmitglieder des Liederkranz um fast die Hälfte auf 636. Die Aktivitäten gingen nicht zuletzt durch die Zerstörung des Vereinslokals Klapphorn (1942) und des neuen Domizils &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0277&amp;quot;&amp;gt;Friedrichshof&amp;lt;/lex&amp;gt; (1944) bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; stetig zurück und wurden schließlich eingestellt. Bei Kriegsende war die Mitgliederzahl unter 150 Aktive gesunken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1946 nahm der Liederkranz seine Vereinstätigkeit wieder auf. Im März 1960 schloss er sich mit dem Verein Liederhalle Karlsruhe zum Gesangverein Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 zusammen. Zehn Jahre später, im März 1970, erfolgte der Beitritt des Vereins &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0455&amp;quot;&amp;gt;Concordia Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die neue Gesangsgemeinschaft gab sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Mitgliederversammlung 1974 beschlossen hatte, einen Frauenchor zu gründen, fand dieser regen Zulauf. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, erfolgte 1975 die Änderung des Vereinsnamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V. Liederkranz-Liederhalle-Concordia. 2009 stimmten die Mitglieder für die Umbenennung des Vereins in Fächerchor Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des russischen Angriffskrieges und der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Karlsruhe öffnete sich der Fächerchor Karlsruhe im Mai 2022 gezielt für aus der Ukraine geflüchtete Sängerinnen und Sänger. Unter der Leitung des aus der Ukraine stammenden Chorleiters Peter Arestov entstand daraus der erste deutsch-ukrainische Chor Deutschlands. Das Integrationsprojekt verbindet seither deutsche und ukrainische Chormitglieder und wird von Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein als Schirmherrn unterstützt. Das Repertoire umfasst nun auch ukrainische Chorliteratur, Konzerte und Benefizveranstaltungen stehen verstärkt im Zeichen des kulturellen Austauschs sowie der Verständigung und des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2023 – rund ein Jahr nach der Neugründung – feierte das Ensemble in der Johannis-Paulus-Kirche am Werderplatz seinen ersten abendfüllenden Konzertauftritt mit einem internationalen Programm. Inzwischen hat sich der Chor fest in der Karlsruher Kulturszene etabliert, arbeitet eng mit dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0845&amp;quot;&amp;gt;Badische Staatstheater Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; zusammen und begleitet offizielle Veranstaltungen der Stadt ebenso wie zum Beispiel universitäre Feierstunden des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0911&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)&amp;lt;/lex&amp;gt; (KIT).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016/2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
150 Jahre Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V., Liederkranz-Liederhalle-Concordia 1841-1991, Festschrift, hrsg. vom Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V, Karlsruhe 1991; Peter Pretsch: &amp;quot;Geöffnetes Narren-Turney&amp;quot;. Geschichte der Karlsruher Fastnacht im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, Karlsruhe 1995, passim (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 16); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, passim; Homepage des Fächerchors Karlsruhe: [https://faecherchor.de/] ](Zugriff am 29. Juli 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0446&amp;diff=599005</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0446</title>
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		<updated>2026-07-29T10:54:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_1.jpg|200px|thumb|left|Gruppenfoto des Gesangvereins Liederkranz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 463.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_2.jpg|200px|thumb|left|Hebelfeier des Gesangvereins Liederkranz-Liederhalle 1841/42 im Foyer des Karlsruher Schlosses, 1970, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A19/50/5/38.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesangverein Liederkranz ist ein als Männerchor gegründeter, ehemals eigenständiger Gesangverein. Er wurde am 20. Oktober 1841 von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Musiklehrer Carl Spohn gegründet und ist damit der älteste, heute noch bestehende reine Gesangverein in Karlsruhe. 1842 hatte der Liederkranz 90 Mitglieder, zu seinem 25. Jubiläum 1866 waren es bereits 300. Bis zum Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg seine Mitgliederzahl auf rund 700.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gemeinsam mit dem Karlsruher Gesangverein &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;Liederhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligte sich der Liederkranz in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen gesanglichen Aktivitäten in Baden wie dem Badischen Gesangsfest (ab 1844), den &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0272&amp;quot;&amp;gt;Hebel&amp;lt;/lex&amp;gt;-Feiern in Schwetzingen (ab 1856) oder dem Badischen Sängerbundfest (ab 1870). Auf Deutschland bezogen nahm der Männerchor an den Festen des Deutschen Sängerbunds (ab 1865) teil. Die häufigsten Auftritte hatte der Liederkranz jedoch in Karlsruhe, wo er regelmäßig Stiftungskonzerte sowie Chor- und Orchesterkonzerte veranstaltete und bei verschiedenen offiziellen Anlässen zu Ehren der großherzoglichen Familie auftrat. Während des Ersten Weltkriegs trat der Verein in Lazaretten auf, meist in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;, und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; verzeichnete das vereinsmäßige Chorsingen in Karlsruhe einen bemerkenswerten Anstieg. Die Mitgliederzahl des Liederkranz stieg bis 1922 auf 1.118. Hinzu kam eine rege Sangestätigkeit in Form von Stiftungs- und Frühjahrskonzerten sowie von verschiedenen Gesangsveranstaltungen in ganz Baden. 1932 wurde dem Liederkranz durch den Badischen Sängerbund die Conradin-Kreutzer-Medaille verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 sank die Zahl der Vereinsmitglieder des Liederkranz um fast die Hälfte auf 636. Die Aktivitäten gingen nicht zuletzt durch die Zerstörung des Vereinslokals Klapphorn (1942) und des neuen Domizils &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0277&amp;quot;&amp;gt;Friedrichshof&amp;lt;/lex&amp;gt; (1944) bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; stetig zurück und wurden schließlich eingestellt. Bei Kriegsende war die Mitgliederzahl unter 150 Aktive gesunken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1946 nahm der Liederkranz seine Vereinstätigkeit wieder auf. Im März 1960 schloss er sich mit dem Verein Liederhalle Karlsruhe zum Gesangverein Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 zusammen. Zehn Jahre später, im März 1970, erfolgte der Beitritt des Vereins &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0455&amp;quot;&amp;gt;Concordia Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die neue Gesangsgemeinschaft gab sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Mitgliederversammlung 1974 beschlossen hatte, einen Frauenchor zu gründen, fand dieser regen Zulauf. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, erfolgte 1975 die Änderung des Vereinsnamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V. Liederkranz-Liederhalle-Concordia. 2009 stimmten die Mitglieder für die Umbenennung des Vereins in Fächerchor Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des russischen Angriffskrieges und der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Karlsruhe öffnete sich der Fächerchor Karlsruhe im Mai 2022 gezielt für aus der Ukraine geflüchtete Sängerinnen und Sänger. Unter der Leitung des aus der Ukraine stammenden Chorleiters Peter Arestov entstand daraus der erste deutsch-ukrainische Chor Deutschlands. Das Integrationsprojekt verbindet seither deutsche und ukrainische Chormitglieder und wird von Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein als Schirmherrn unterstützt. Das Repertoire umfasst nun auch ukrainische Chorliteratur, Konzerte und Benefizveranstaltungen stehen verstärkt im Zeichen des kulturellen Austauschs sowie der Verständigung und des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2023 – rund ein Jahr nach der Neugründung – feierte das Ensemble in der Johannis-Paulus-Kirche am Werderplatz seinen ersten abendfüllenden Konzertauftritt mit einem internationalen Programm. Inzwischen hat sich der Chor fest in der Karlsruher Kulturszene etabliert, arbeitet eng mit dem Badischen Staatstheater zusammen und begleitet offizielle Veranstaltungen der Stadt ebenso wie zum Beispiel universitäre Feierstunden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016/2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
150 Jahre Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V., Liederkranz-Liederhalle-Concordia 1841-1991, Festschrift, hrsg. vom Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V, Karlsruhe 1991; Peter Pretsch: &amp;quot;Geöffnetes Narren-Turney&amp;quot;. Geschichte der Karlsruher Fastnacht im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, Karlsruhe 1995, passim (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 16); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, passim; Homepage des Fächerchors Karlsruhe: [https://faecherchor.de/] ](Zugriff am 29. Juli 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:ins-0446</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_1.jpg|200px|thumb|left|Gruppenfoto des Gesangvereins Liederkranz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 463.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_2.jpg|200px|thumb|left|Hebelfeier des Gesangvereins Liederkranz-Liederhalle 1841/42 im Foyer des Karlsruher Schlosses, 1970, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A19/50/5/38.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesangverein Liederkranz ist ein als Männerchor gegründeter, ehemals eigenständiger Gesangverein. Er wurde am 20. Oktober 1841 von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Musiklehrer Carl Spohn gegründet und ist damit der älteste, heute noch bestehende reine Gesangverein in Karlsruhe. 1842 hatte der Liederkranz 90 Mitglieder, zu seinem 25. Jubiläum 1866 waren es bereits 300. Bis zum Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg seine Mitgliederzahl auf rund 700.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gemeinsam mit dem Karlsruher Gesangverein &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;Liederhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligte sich der Liederkranz in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen gesanglichen Aktivitäten in Baden wie dem Badischen Gesangsfest (ab 1844), den &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0272&amp;quot;&amp;gt;Hebel&amp;lt;/lex&amp;gt;-Feiern in Schwetzingen (ab 1856) oder dem Badischen Sängerbundfest (ab 1870). Auf Deutschland bezogen nahm der Männerchor an den Festen des Deutschen Sängerbunds (ab 1865) teil. Die häufigsten Auftritte hatte der Liederkranz jedoch in Karlsruhe, wo er regelmäßig Stiftungskonzerte sowie Chor- und Orchesterkonzerte veranstaltete und bei verschiedenen offiziellen Anlässen zu Ehren der großherzoglichen Familie auftrat. Während des Ersten Weltkriegs trat der Verein in Lazaretten auf, meist in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;, und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; verzeichnete das vereinsmäßige Chorsingen in Karlsruhe einen bemerkenswerten Anstieg. Die Mitgliederzahl des Liederkranz stieg bis 1922 auf 1.118. Hinzu kam eine rege Sangestätigkeit in Form von Stiftungs- und Frühjahrskonzerten sowie von verschiedenen Gesangsveranstaltungen in ganz Baden. 1932 wurde dem Liederkranz durch den Badischen Sängerbund die Conradin-Kreutzer-Medaille verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 sank die Zahl der Vereinsmitglieder des Liederkranz um fast die Hälfte auf 636. Die Aktivitäten gingen nicht zuletzt durch die Zerstörung des Vereinslokals Klapphorn (1942) und des neuen Domizils &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0277&amp;quot;&amp;gt;Friedrichshof&amp;lt;/lex&amp;gt; (1944) bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; stetig zurück und wurden schließlich eingestellt. Bei Kriegsende war die Mitgliederzahl unter 150 Aktive gesunken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1946 nahm der Liederkranz seine Vereinstätigkeit wieder auf. Im März 1960 schloss er sich mit dem Verein Liederhalle Karlsruhe zum Gesangverein Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 zusammen. Zehn Jahre später, im März 1970, erfolgte der Beitritt des Vereins &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0455&amp;quot;&amp;gt;Concordia Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die neue Gesangsgemeinschaft gab sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Mitgliederversammlung 1974 beschlossen hatte, einen Frauenchor zu gründen, fand dieser regen Zulauf. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, erfolgte 1975 die Änderung des Vereinsnamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V. Liederkranz-Liederhalle-Concordia. 2009 stimmten die Mitglieder für die Umbenennung des Vereins in Fächerchor Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des russischen Angriffskrieges und der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Karlsruhe öffnete sich der Fächerchor Karlsruhe im Mai 2022 gezielt für aus der Ukraine geflüchtete Sängerinnen und Sänger. Unter der Leitung des aus der Ukraine stammenden Chorleiters Peter Arestov entstand daraus der erste deutsch-ukrainische Chor Deutschlands. Das Integrationsprojekt verbindet seither deutsche und ukrainische Chormitglieder und wird von Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein als Schirmherrn unterstützt. Das Repertoire umfasst nun auch ukrainische Chorliteratur, Konzerte und Benefizveranstaltungen stehen verstärkt im Zeichen des kulturellen Austauschs sowie der Verständigung und des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2023 – rund ein Jahr nach der Neugründung – feierte das Ensemble in der Johannis-Paulus-Kirche am Werderplatz seinen ersten abendfüllenden Konzertauftritt mit einem internationalen Programm. Inzwischen hat sich der Chor fest in der Karlsruher Kulturszene etabliert, arbeitet eng mit dem Badischen Staatstheater zusammen und begleitet offizielle Veranstaltungen der Stadt ebenso wie zum Beispiel universitäre Feierstunden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
150 Jahre Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V., Liederkranz-Liederhalle-Concordia 1841-1991, Festschrift, hrsg. vom Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V, Karlsruhe 1991; Peter Pretsch: &amp;quot;Geöffnetes Narren-Turney&amp;quot;. Geschichte der Karlsruher Fastnacht im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, Karlsruhe 1995, passim (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 16); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, passim; Homepage des Fächerchors Karlsruhe: [https://faecherchor.de/] ](Zugriff am 29. Juli 2026).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0446&amp;diff=599003</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0446</title>
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		<updated>2026-07-29T10:49:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_1.jpg|200px|thumb|left|Gruppenfoto des Gesangvereins Liederkranz, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 463.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0446_2.jpg|200px|thumb|left|Hebelfeier des Gesangvereins Liederkranz-Liederhalle 1841/42 im Foyer des Karlsruher Schlosses, 1970, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A19/50/5/38.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gesangverein Liederkranz (Fächerchor Karlsruhe)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gesangverein Liederkranz ist ein als Männerchor gegründeter, ehemals eigenständiger Gesangverein. Er wurde am 20. Oktober 1841 von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Musiklehrer Carl Spohn gegründet und ist damit der älteste, heute noch bestehende reine Gesangverein in Karlsruhe. 1842 hatte der Liederkranz 90 Mitglieder, zu seinem 25. Jubiläum 1866 waren es bereits 300. Bis zum Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg seine Mitgliederzahl auf rund 700.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meist gemeinsam mit dem Karlsruher Gesangverein &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;Liederhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligte sich der Liederkranz in den folgenden Jahrzehnten an verschiedenen gesanglichen Aktivitäten in Baden wie dem Badischen Gesangsfest (ab 1844), den &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0272&amp;quot;&amp;gt;Hebel&amp;lt;/lex&amp;gt;-Feiern in Schwetzingen (ab 1856) oder dem Badischen Sängerbundfest (ab 1870). Auf Deutschland bezogen nahm der Männerchor an den Festen des Deutschen Sängerbunds (ab 1865) teil. Die häufigsten Auftritte hatte der Liederkranz jedoch in Karlsruhe, wo er regelmäßig Stiftungskonzerte sowie Chor- und Orchesterkonzerte veranstaltete und bei verschiedenen offiziellen Anlässen zu Ehren der großherzoglichen Familie auftrat. Während des Ersten Weltkriegs trat der Verein in Lazaretten auf, meist in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;, und beteiligte sich an verschiedenen Wohltätigkeitskonzerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; verzeichnete das vereinsmäßige Chorsingen in Karlsruhe einen bemerkenswerten Anstieg. Die Mitgliederzahl des Liederkranz stieg bis 1922 auf 1.118. Hinzu kam eine rege Sangestätigkeit in Form von Stiftungs- und Frühjahrskonzerten sowie von verschiedenen Gesangsveranstaltungen in ganz Baden. 1932 wurde dem Liederkranz durch den Badischen Sängerbund die Conradin-Kreutzer-Medaille verliehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 sank die Zahl der Vereinsmitglieder des Liederkranz um fast die Hälfte auf 636. Die Aktivitäten gingen nicht zuletzt durch die Zerstörung des Vereinslokals Klapphorn (1942) und des neuen Domizils &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0277&amp;quot;&amp;gt;Friedrichshof&amp;lt;/lex&amp;gt; (1944) bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Luftangriffen&amp;lt;/lex&amp;gt; stetig zurück und wurden schließlich eingestellt. Bei Kriegsende war die Mitgliederzahl unter 150 Aktive gesunken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1946 nahm der Liederkranz seine Vereinstätigkeit wieder auf. Im März 1960 schloss er sich mit dem Verein Liederhalle Karlsruhe zum Gesangverein Karlsruher Liederkranz-Liederhalle 1841/42 zusammen. Zehn Jahre später, im März 1970, erfolgte der Beitritt des Vereins &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0455&amp;quot;&amp;gt;Concordia Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die neue Gesangsgemeinschaft gab sich den Namen Karlsruher Männerchor e.V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Mitgliederversammlung 1974 beschlossen hatte, einen Frauenchor zu gründen, fand dieser regen Zulauf. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, erfolgte 1975 die Änderung des Vereinsnamens in Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V. Liederkranz-Liederhalle-Concordia. 2009 stimmten die Mitglieder für die Umbenennung des Vereins in Fächerchor Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts des russischen Angriffskrieges und der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Karlsruhe öffnete sich der Fächerchor Karlsruhe im Mai 2022 gezielt für aus der Ukraine geflüchtete Sängerinnen und Sänger. Unter der Leitung des aus der Ukraine stammenden Chorleiters Peter Arestov entstand daraus der erste deutsch-ukrainische Chor Deutschlands. Das Integrationsprojekt verbindet seither deutsche und ukrainische Chormitglieder und wird von Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein als Schirmherrn unterstützt. Das Repertoire umfasst nun auch ukrainische Chorliteratur, Konzerte und Benefizveranstaltungen stehen verstärkt im Zeichen des kulturellen Austauschs sowie der Verständigung und des Friedens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2023 – rund ein Jahr nach der Neugründung – feierte das Ensemble in der Johannis-Paulus-Kirche am Werderplatz seinen ersten abendfüllenden Konzertauftritt mit einem internationalen Programm. Inzwischen hat sich der Chor fest in der Karlsruher Kulturszene etabliert, arbeitet eng mit dem Badischen Staatstheater zusammen und begleitet offizielle Veranstaltungen der Stadt ebenso wie zum Beispiel universitäre Feierstunden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chorprobe des Vereins findet mittwochs von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr im Gemeindesaal der evangelischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1259&amp;quot;&amp;gt;Johannis-Paulus-Gemeinde&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1806&amp;quot;&amp;gt;Luisenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 53 statt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
150 Jahre Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V., Liederkranz-Liederhalle-Concordia 1841-1991, Festschrift, hrsg. vom Karlsruher Männer- und Frauenchor e.V, Karlsruhe 1991; Peter Pretsch: &amp;quot;Geöffnetes Narren-Turney&amp;quot;. Geschichte der Karlsruher Fastnacht im Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, Karlsruhe 1995, passim (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 16); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, passim; Homepage des Fächerchors Karlsruhe: [https://faecherchor-karlsruhe.de/ https://faecherchor-karlsruhe.de](Zugriff am 21. Juli 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0865&amp;diff=599002</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0865</title>
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		<updated>2026-07-27T20:18:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2023 wurde die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top3386&amp;quot;&amp;gt;Netanel-Weil-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 beschloss die jüdische Gemeinde die Umbennung der Karlsruher Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1950&amp;quot;&amp;gt;Korban Netanel-Synagoge&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0865&amp;diff=599001</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0865</title>
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		<updated>2026-07-27T12:37:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 2023 wurde die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top3386&amp;quot;&amp;gt;Netanel-Weil-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1950&amp;quot;&amp;gt;Korban Netanel-Synagoge&amp;lt;/lex&amp;gt; umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; Gottesauer Straße zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, der mit der Stadt Karlsruhe verbunden war.“, umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße &amp;lt;mark&amp;gt;in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; Gottesauer Straße zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, der mit der Stadt Karlsruhe verbunden war.“, umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<updated>2026-07-27T10:32:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße &amp;lt;mark&amp;gt;in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2109&amp;quot;&amp;gt;Oststadt&amp;lt;/lex&amp;gt; benannt, die von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0965&amp;quot;&amp;gt;Gottesauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; Gottesauer Straße zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; führt. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1579&amp;quot;&amp;gt;Knielinger Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, der mit der Stadt Karlsruhe verbunden war.“, umbenannt. 		&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0865&amp;diff=598996</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0865</title>
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		<updated>2026-07-27T10:25:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nathanael Weil (der ältere) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nathanael Weil (der ältere)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-0865_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Nathanael Weil, Leo Baeck Institute New York.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei: bio-865_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Titelblatt des Korban Netanel, aus: Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997, S. 13.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nathanael Weil (der ältere)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0297&amp;quot;&amp;gt;Rabbiner&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 1687 Stühlingen, † 7. Mai 1769 Rastatt, jüd., ∞ 1708 Feigele, Nichte von Abraham Brod, 7 Kinder.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nathanael (auch Netanel) Weil stammt aus einer alten Rabbinerfamilie in Deutschland. Sein Großvater Moses Meir (auch Maharam) Weil kam 1672 in die fürstenbergische Stadt Stühlingen. Vater Naphtali Hirsch und dessen Bruder Eisik Weil fielen dort 1692 einem Mord zum Opfer. Er betrieb auf Wunsch der Mutter Talmudstudien und wurde mit zehn Jahren auf die seinerzeit bedeutende Talmudhochschule nach Fürth geschickt. Von dort ging er nach Prag zu dem bekannten Rabbiner Abraham Brod. Als einer seiner eifrigsten Schüler folgte er ihm 1709 nach Metz und 1713 nach Frankfurt a. M., wo dieser ihn als Rabbiner nach Offenbach vermittelte. Nach Brods Tod kehrte er 1717 nach Prag zurück und lebte mühsam als Privatgelehrter, seine Ehefrau besorgte den Lebensunterhalt mit. Weil beschäftigte sich intensiv mit der Kabbala (jüdische Mystik).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach der Vertreibung der Juden aus Prag und Böhmen durch Edikt der Kaiserin Maria Theresia 1744 in der Folge des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740-1748) bekam er dank seines Ansehens unter den gelehrten Juden 1745 die Stelle des Landesrabbiners in der Ritterschaft Neckar-Schwarzwald und lebte dazu in Mühringen (heute Stadtteil von Horb a. N.). 1750 wurde er zunächst auf drei Jahre zum Oberlandrabbiner in Baden (Landesrabbiner für die Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden) nach Karlsruhe berufen. Diese Stellung nahm er bis zu seinem Tod ein, der ihn 1769 während einer Versammlung jüdischer Gemeinden der Markgrafschaft Baden-Baden ereilte. Die Einrichtung einer Talmudschule in Karlsruhe wurde ihm allerdings von Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht gestattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe hatte er sein bedeutendstes Werk über Textvarianten des Talmudkommentars von Ascher ben Jechiel, den &amp;quot;Korban Netanel&amp;quot;, vollendet. Die 1755 hier veröffentlichte Studie begründete eine lange Tradition hebräischer Drucke aus Karlsruhe. Sein Sohn Hirsch veröffentlichte postum weitere seiner Werke. Weil wurde nach einem Konflikt der Landjudenschaften Baden-Baden und Baden-Durlach um den Begräbnisort auf dem ersten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1361&amp;quot;&amp;gt;jüdischen Friedhof&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe am heutigen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1909&amp;quot;&amp;gt;Mendelssohnplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; beerdigt. Bei dessen Verlegung 1898 wurde auch sein Grab auf den neuen Friedhof an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; verlegt. Dieses ist heute mit dem inzwischen ersetzten Grabstein Ziel zahlreicher frommer jüdischer Besucher aus aller Welt. Der älteste Sohn &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0817&amp;quot;&amp;gt;Tia Weil&amp;lt;/lex&amp;gt; übernahm nach einem Trauerjahr 1770 seine Nachfolge.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1923 wurde die Netanel-Weil-Straße &amp;lt;mark&amp;gt;in der Karlsruher Oststadt benannt, die von der Gottesauer Straße zur Kriegsstraße führt&amp;lt;/mark&amp;gt;. 2026 wurde die Karlsruhe Synagoge an der Knielinger Allee in Korban Netanel &amp;quot;Zu Ehren des großen Talmudkommentators Rabbiner Netanel Weil, des Verfassers des Werkes „Korban Netanel“, der mit der Stadt Karlsruhe verbunden war.“, umbenannt. 		&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2013&#039;&#039;	&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Korban Netanel, Karlsruhe 1755 [&amp;quot;Nathanaels Opfer&amp;quot;]; Netib Hayyim. Fürth 1779; Torat Netan&#039;el, Fürth, 1795.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Leopold Löwenstein: Nathanael Weil, Oberlandrabbiner in Karlsruhe und seine Familie, Frankfurt a. M. 1898 (mit Quellenanhang) (= Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland, Bd II); Berthold Rosenthal: Heimatgeschichte der badischen Juden. Bühl 1927, S. 221-223; Carsten Wilke/Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner, Teil 1. Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781−1871, bearb. von Carsten Wilke, Bd. 2, München 2004.&lt;br /&gt;
Moshe Nathan Rosenfeld (Hrsg.): Jewish printing in Karlsruhe, Jerusalem 1997.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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