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	<title>Stadtlexikon - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Friedrich Wilhelm Kiefer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Wilhelm Kiefer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Wilhelm Kiefer=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theologe, * 3. Januar 1893 Karlsruhe, † 9. Oktober 1955 Ladenburg/Rhein-Neckar-Kreis, ev., verh. 1918 Martha Gräff, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Sohn eines Karlsruher Metzgermeisters studierte Friedrich Wilhelm Kiefer nach dem Abitur von 1911 bis 1914 evangelische Theologie in Tübingen, Halle und Heidelberg. Nachdem er von 1915 bis 1918 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Kriegsdienst&amp;lt;/lex&amp;gt; geleistet hatte, trat Kiefer 1918 eine Stelle als Vikar in Gernsbach an. 1919 wurde er Pfarrer in Schatthausen (Wiesloch). Nach einer Station als Seelsorger im Städtischen Krankenhaus Mannheim (ab 1925) kam Kiefer, der im Mai 1932 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; eingetreten war, im Oktober 1933 zur Trinitatisgemeinde in Mannheim und wurde gleichzeitig Vorsitzender des Mannheimer Kirchengemeinderats. Seine Predigten waren von diesem Zeitpunkt an deutlich vom Dualismus Kirche – Volk geprägt, wobei für Kiefer der Satz &amp;quot;Der Einzelne ist nichts, das Volk ist alles&amp;quot; zum Leitgedanken wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1936 übernahm Kiefer die Leitung des Gaus Baden der Deutschen Christen, einer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung innerhalb des deutschen Protestantismus. Der Evangelische Oberkirchenrat distanzierte sich allerdings erst 1937 von Kiefer und veranlasste dessen Amtsenthebung als Vorsitzender des Kirchengemeinderats nur, nachdem ihm vom Mannheimer Kirchengemeinderat das Vertrauen entzogen worden war und eine nachfolgende Untersuchung Unregelmäßigkeiten in der Finanzverwaltung der Gesamtkirchengemeinde aufgedeckt hatte. Obgleich Kiefer in den folgenden Jahren immer wieder sowohl mit dem Evangelischen Oberkirchenrat als auch mit den Gemeindemitgliedern wegen radikalen Auftretens und antisemitischer Äußerungen erhebliche Differenzen hatte, behielt er seine Pfarrstelle bis zum 22. September 1945, als er formell suspendiert und anschließend von der US-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0091&amp;quot;&amp;gt;Militärregierung&amp;lt;/lex&amp;gt; 13 Monate in einem Internierungslager inhaftiert wurde. Damit ist Kiefer der einzige badische Pfarrer, der aufgrund seines Verhaltens im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Dritten Reich&amp;lt;/lex&amp;gt; nachweislich sein Amt verlor. 1947 erfolgte auch seine Entlassung aus dem badischen Pfarrdienst, wobei Kiefers Familie eine Unterstützung von monatlich 380 RM erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1947 wurde Kiefer von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammer&amp;lt;/lex&amp;gt; Weinheim zunächst als Minderbelasteter eingestuft und mit einer dreijährigen Bewährungsfrist belegt. Dieses Urteil wurde im Oktober 1948 auf eine sechsmonatige Bewährungsstrafe gemildert und im August 1949 von der Spruchkammer Nordbaden durch seine Einstufung als Mitläufer weiter abgesenkt. Unterdessen hatte Kiefer sich darum bemüht, in den württembergischen Kirchendienst aufgenommen zu werden. Eine von ihm dort vorgelegte Verpflichtungserklärung wurde zunächst für unzureichend befunden. Erst nachdem Kiefer in einer zusätzlichen Erklärung vom März 1948 wesentliche Versäumnisse in seinen Predigten und Fehltritte in seinem kirchlichen Handeln eingeräumt hatte, wurde er wieder eingestellt. So arbeitete er ab 1948 als Krankenhausseelsorger in Stuttgart und hatte eine Vertretungsstelle im Pfarramt Stuttgart-Berg inne. 1950 übernahm Kiefer das Vikariat in Heidenheim und erhielt 1951 ebendort wieder eine Pfarrstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2017&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hermann Rückleben: Friedrich Kiefer, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. I, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 175 f., https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/1012413047/Kiefer+Friedrich+Wilhelm (Zugriff am 10. Mai 2022).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0748</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Friedrich Wilhelm Kiefer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Friedrich Wilhelm Kiefer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Friedrich Wilhelm Kiefer=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theologe, * 3. Januar 1893 Karlsruhe, † 9. Oktober 1955 Ladenburg/Rhein-Neckar-Kreis, ev., verh. 1918 Martha Gräff, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Sohn eines Karlsruher Metzgermeisters studierte Friedrich Wilhelm Kiefer nach dem Abitur von 1911 bis 1914 evangelische Theologie in Tübingen, Halle und Heidelberg. Nachdem er von 1915 bis 1918 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Kriegsdienst&amp;lt;/lex&amp;gt; geleistet hatte, trat Kiefer 1918 eine Stelle als Vikar in Gernsbach an. 1919 wurde er Pfarrer in Schatthausen (Wiesloch). Nach einer Station als Seelsorger im Städtischen Krankenhaus Mannheim (ab 1925) kam Kiefer, der im Mai 1932 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; eingetreten war, im Oktober 1933 zur Trinitatisgemeinde in Mannheim und wurde gleichzeitig Vorsitzender des Mannheimer Kirchengemeinderats. Seine Predigten waren von diesem Zeitpunkt an deutlich vom Dualismus Kirche – Volk geprägt, wobei für Kiefer der Satz &amp;quot;Der Einzelne ist nichts, das Volk ist alles&amp;quot; zum Leitgedanken wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1936 übernahm Kiefer die Leitung des Gaus Baden der Deutschen Christen, einer &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung innerhalb des deutschen Protestantismus. Der Evangelische Oberkirchenrat distanzierte sich allerdings erst 1937 von Kiefer und veranlasste dessen Amtsenthebung als Vorsitzender des Kirchengemeinderats nur, nachdem ihm vom Mannheimer Kirchengemeinderat das Vertrauen entzogen worden war und eine nachfolgende Untersuchung Unregelmäßigkeiten in der Finanzverwaltung der Gesamtkirchengemeinde aufgedeckt hatte. Obgleich Kiefer in den folgenden Jahren immer wieder sowohl mit dem Evangelischen Oberkirchenrat als auch mit den Gemeindemitgliedern wegen radikalen Auftretens und antisemitischer Äußerungen erhebliche Differenzen hatte, behielt er seine Pfarrstelle bis zum 22. September 1945, als er formell suspendiert und anschließend von der US-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0091&amp;quot;&amp;gt;Militärregierung&amp;lt;/lex&amp;gt; 13 Monate in einem Internierungslager inhaftiert wurde. Damit ist Kiefer der einzige badische Pfarrer, der aufgrund seines Verhaltens im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Dritten Reich&amp;lt;/lex&amp;gt; nachweislich sein Amt verlor. 1947 erfolgte auch seine Entlassung aus dem badischen Pfarrdienst, wobei Kiefers Familie eine Unterstützung von monatlich 380 RM erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1947 wurde Kiefer von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammer&amp;lt;/lex Weinheim zunächst als Minderbelasteter eingestuft und mit einer dreijährigen Bewährungsfrist belegt. Dieses Urteil wurde im Oktober 1948 auf eine sechsmonatige Bewährungsstrafe gemildert und im August 1949 von der Spruchkammer Nordbaden durch seine Einstufung als Mitläufer weiter abgesenkt. Unterdessen hatte Kiefer sich darum bemüht, in den württembergischen Kirchendienst aufgenommen zu werden. Eine von ihm dort vorgelegte Verpflichtungserklärung wurde zunächst für unzureichend befunden. Erst nachdem Kiefer in einer zusätzlichen Erklärung vom März 1948 wesentliche Versäumnisse in seinen Predigten und Fehltritte in seinem kirchlichen Handeln eingeräumt hatte, wurde er wieder eingestellt. So arbeitete er ab 1948 als Krankenhausseelsorger in Stuttgart und hatte eine Vertretungsstelle im Pfarramt Stuttgart-Berg inne. 1950 übernahm Kiefer das Vikariat in Heidenheim und erhielt 1951 ebendort wieder eine Pfarrstelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2017&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Hermann Rückleben: Friedrich Kiefer, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. I, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 175 f., https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/1012413047/Kiefer+Friedrich+Wilhelm (Zugriff am 10. Mai 2022).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-2023</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gustav Adolf Martin */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gustav Adolf Martin}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2023.jpg|200px|thumb|left|Gustav Martin, 1929, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/70b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gustav Adolf Martin=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzbeamter, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 18. Dezember 1883 &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3074&amp;quot;&amp;gt;Bulach&amp;lt;/lex&amp;gt;, † 27. Mai 1969 Karlsruhe, kath., ∞ 1907 Blandina Lydia Braun (1865-1951), 2 Söhne, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Über die Schul- und Berufsausbildung von Gustav Martin, Sohn eines Landwirts, ist nichts bekannt. Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; war er von 1914 bis 1918 Soldat. Vor oder nach dem Krieg trat er in die Finanzverwaltung ein und arbeitete bis zu seiner Pensionierung beim Finanzamt, zuletzt als Steuerinspektor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bulach engagierte er sich von 1922 bis 1929 im Gemeinderat für die Bürgerpartei Bulach. Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0214&amp;quot;&amp;gt;Eingemeindung&amp;lt;/lex&amp;gt; des Dorfs zum 1. April 1929 nach Karlsruhe wurde er Stadtrat in Karlsruhe. Drei weitere Bulacher Gemeindevertreter wurden Mitglieder in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordnetenversammlung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Bürgerpartei war eine sehr konservative Partei, die teilweise mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Koalitionen einging. Sie wurde von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; als Feind der Arbeiter angesehen. &lt;br /&gt;
Martin trat am 1. September 1929 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein und blieb bis 1945 Mitglied. Im Dezember 1930 wurde er für diese Partei zum Stadtverordneten gewählt und gehörte bis 1934 dem Stadtverordnetenvorstand an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1930 forderte er im Stadtrat, die Vergünstigungen für Stadträte zu streichen (zum Beispiel Freikarten für Theaterbesuche und Freifahrten für die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1231&amp;quot;&amp;gt;Straßenbahn&amp;lt;/lex&amp;gt;) und dafür Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeiter zu schaffen. Das Theater sei höchst überflüssig und die drei Viertel Million, die die Stadt dafür ausgebe, könne man besser für die Armen ausgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war nach eigenen Angaben Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; von Anfang 1932 bis zum Sommer 1933, wurde aber wegen einer lautstarken Auseinandersetzung mit dem damaligen Polizeipräsidenten und SA-Brigadeführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2050&amp;quot;&amp;gt;Richard Wagenbauer&amp;lt;/lex&amp;gt; aus der SA ausgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; erklärte Martin in seinem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt;, er habe seit seinem Umzug nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3076&amp;quot;&amp;gt;Weiherfeld&amp;lt;/lex&amp;gt; keine Parteitätigkeit mehr ausgeübt. Die Zeugenaussagen über ihn waren sehr unterschiedlich. Ein Teil bezeichnete ihn als überzeugten, fanatischen Nazi, der auch gewalttätig gegen politisch Andersdenkende vorgegangen sei und aktiv bei Wahlfälschungen mitgewirkt habe. Andere Zeugen behaupteten das Gegenteil und betonten seinen Einsatz für die Armen in Bulach. 1948 stufte ihn die Spruchkammer als Minderbelasteten ein und verhängte eine hohe Geldstrafe. 1950 änderte die Zentrale Spruchkammer Nordbaden das Urteil und stufte ihn als Mitläufer ein&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Badische Presse, Nr. 143, 26. März 1929, Nr. 255, 4. Juni 1930 StadtAK 8/Ze 7 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411029 (Zugriff am 19. Januar 2021); Volksfreund, Nr. 87, 15. April 1929, Nr. 211, 11. September 1930 StadtAK 8/Ze 16 https://digital.blb-karlsruhe.de/6357964 (Zugriff am 19. Januar 2021) ; StadtAK 1/POA 5805; GLA 465 h Nr. 27791.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2023&amp;diff=598948</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2023</title>
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		<updated>2026-05-25T09:34:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gustav Adolf Martin */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gustav Adolf Martin}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-2023.jpg|200px|thumb|left|Gustav Martin, 1929, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/70b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gustav Adolf Martin=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzbeamter, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 18. Dezember 1883 &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3074&amp;quot;&amp;gt;Bulach&amp;lt;/lex&amp;gt;, † 27. Mai 1969 Karlsruhe, kath., ∞ 1907 Blandina Lydia Braun (1865-1951), 2 Söhne, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Über die Schul- und Berufsausbildung von Gustav Martin, Sohn eines Landwirts, ist nichts bekannt. Während des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; war er von 1914 bis 1918 Soldat. Vor oder nach dem Krieg trat er in die Finanzverwaltung ein und arbeitete bis zu seiner Pensionierung beim Finanzamt, zuletzt als Steuerinspektor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Bulach engagierte er sich von 1922 bis 1929 im Gemeinderat für die Bürgerpartei Bulach. Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0214&amp;quot;&amp;gt;Eingemeindung&amp;lt;/lex&amp;gt; des Dorfs zum 1. April 1929 nach Karlsruhe wurde er Stadtrat in Karlsruhe. Drei weitere Bulacher Gemeindevertreter wurden Mitglieder in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordnetenversammlung&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Bürgerpartei war eine sehr konservative Partei, die teilweise mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0312&amp;quot;&amp;gt;Deutschnationalen Volkspartei (DNVP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Koalitionen einging. Sie wurde von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; als Feind der Arbeiter angesehen. &lt;br /&gt;
Martin trat am 1. September 1929 in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein und blieb bis 1945 Mitglied. Im Dezember 1930 wurde er für diese Partei zum Stadtverordneten gewählt und gehörte bis 1934 dem Stadtverordnetenvorstand an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1930 forderte er im Stadtrat, die Vergünstigungen für Stadträte zu streichen (zum Beispiel Freikarten für Theaterbesuche und Freifahrten für die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1231&amp;quot;&amp;gt;Straßenbahn&amp;lt;/lex&amp;gt;) und dafür Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeiter zu schaffen. Das Theater sei höchst überflüssig und die drei Viertel Million, die die Stadt dafür ausgebe, könne man besser für die Armen ausgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war nach eigenen Angaben Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; von Anfang 1932 bis zum Sommer 1933, wurde aber wegen einer lautstarken Auseinandersetzung mit dem damaligen Polizeipräsidenten und SA-Brigadeführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2050&amp;quot;&amp;gt;Richard Wagenbauer&amp;lt;/lex&amp;gt; aus der SA ausgeschlossen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; erklärte Martin in seinem  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt;, er habe seit seinem Umzug nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3076&amp;quot;&amp;gt;Weiherfeld&amp;lt;/lex&amp;gt; keine Parteitätigkeit mehr ausgeübt. Die Zeugenaussagen über ihn waren sehr unterschiedlich. Ein Teil bezeichnete ihn als überzeugten, fanatischen Nazi, der auch gewalttätig gegen politisch Andersdenkende vorgegangen sei und aktiv bei Wahlfälschungen mitgewirkt habe. Andere Zeugen behaupteten das Gegenteil und betonten seinen Einsatz für die Armen in Bulach. 1948 stufte ihn die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammer&amp;lt;/lex&amp;gt; als Minderbelasteten ein und verhängte eine hohe Geldstrafe. 1950 änderte die Zentrale Spruchkammer Nordbaden das Urteil und stufte ihn als Mitläufer ein&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Badische Presse, Nr. 143, 26. März 1929, Nr. 255, 4. Juni 1930 StadtAK 8/Ze 7 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411029 (Zugriff am 19. Januar 2021); Volksfreund, Nr. 87, 15. April 1929, Nr. 211, 11. September 1930 StadtAK 8/Ze 16 https://digital.blb-karlsruhe.de/6357964 (Zugriff am 19. Januar 2021) ; StadtAK 1/POA 5805; GLA 465 h Nr. 27791.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:ins-0809</title>
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		<updated>2026-05-25T09:32:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Stadtbibliothek */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Stadtbibliothek}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Die Stadtbücherei am Rondellplatz, 1941, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVe 210.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_2.jpg|200px|thumb|left|Plakat Wiedereröffnung der Städtischen Volksbücherei und Lesehalle Karlsruhe, 1946, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 2771.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_3.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Neuer Omnibus für die Autobücherei, 18. März 1964, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A11/49/3/2.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Stadtbibliothek=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegründet wurde die Stadtbibliothek am 30. Juni 1921 mit dem Auftrag, sich an das &amp;quot;Volk in weitestem Sinne&amp;quot; zu wenden und eine &amp;quot;Sammlung guten Schrifttums unterhaltenden und belehrenden Inhalts … zu größtmöglicher Benutzbarkeit frei und leicht zugänglich&amp;quot; zu machen. Damit knüpfte die Stadtbibliothek an die Intentionen des 1871 gegründeten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1347&amp;quot;&amp;gt;Männerhilfsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; vom Roten Kreuz zur Volksbildung an, aus dessen Bibliothek 9.000 Bücher übernommen wurden. Außerdem kamen weitere verschiedene Vereinsbibliotheken, die Stadtratsbibliothek und die Bibliothek des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchivs&amp;lt;/lex&amp;gt; in den Bestand der Volksbücherei, wie die Stadtbibliothek zunächst hieß. Ebenfalls in der neuen Stadtbücherei gingen die von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0420&amp;quot;&amp;gt;Verein Volksbildung&amp;lt;/lex&amp;gt; unterhaltenen städtischen Lesehallen auf, deren erste 1901 zunächst in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3021&amp;quot;&amp;gt;Zähringerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 100 eingerichtet worden war. Die zweite folgte 1907 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1853&amp;quot;&amp;gt;Marienstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;/Ecke &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0274&amp;quot;&amp;gt;Bahnhofstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; in einem ausgesprochenen Arbeiterviertel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuen städtischen Einrichtung in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1459&amp;quot;&amp;gt;Karl-Friedrich-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; 21 wurde am 26. Juni 1922 mit der Ausleihe begonnen, zunächst aber noch ohne Lesesaal und nur mit der Unterhaltungsliteratur, da die Räumlichkeiten in dem repräsentativen Haus am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3109&amp;quot;&amp;gt;Rondellplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht alle rechtzeitig fertig geworden waren. Die Zahl der Ausleihen stieg von 36.000 im Jahr 1922 auf 116.091 im Jahr 1930. Damit war die damals größte badische städtische Volksbücherei in dem zwar repräsentativen, aber räumlich beengten Gebäude am Rondellplatz an Grenzen gekommen. So beschloss der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; den Umzug in neue Räume im Westteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1703&amp;quot;&amp;gt;alten Bahnhofs&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;, die am 18. April 1932 eröffnet wurden. Mit dem Umzug war auch eine Umstellung von der bisherigen Freihandaufstellung der Bücher auf ein Bestellsystem verbunden. Erstmals wurden sogenannte Stoffkreiskataloge zusammengestellt, um den Besucherinnen und Besuchern die Auswahl zu erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten war die Volksbücherei im Blickfeld der neuen Machthaber, da die Nationalsozialisten zugleich deren Bedeutung für die eigenen Ziele und die Propaganda zum Aufbau einer auf die NS-Ideologie ausgerichteten Volksgemeinschaft erkannt hatten. Die Stadtbibliothek wurde auf der Grundlage der schwarzen Liste &amp;quot;gesäubert&amp;quot; und in einem ersten Schritt 564 Bücher entfernt, die vermutlich am 17. Juni bei der öffentlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0213&amp;quot;&amp;gt;Bücherverbrennung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0998&amp;quot;&amp;gt;Schlossplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; verbrannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstärkt wurde die Volksbücherei 1938, als mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0214&amp;quot;&amp;gt;Eingemeindung&amp;lt;/lex&amp;gt; der Stadt &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; zum 1. April 1938 die dortige Volksbücherei mit der Karlsruher - nun Hauptstelle - zusammengelegt wurde. Noch in demselben Jahr wurden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; vom Besuch der Stadtbüchereien ausgeschlossen. Nach Kriegsbeginn im September 1939 wurden diese geschlossen, man lieferte aber Bücher an die aus Karlsruhe Evakuierten nach Mosbach, Waldkatzenbach und Neckarelz. Der Betrieb konnte mit der Rückkehr der Evakuierten rasch wiedereröffnet und bis zum 4. Dezember 1944 aufrecht gehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Stadt Karlsruhe am 4. April 1945 von französischen Truppen befreit worden war, begann relativ rasch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Entnazifizierung&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; der Buchbestände. Es dauerte aber bis zum 4. Februar 1946, bis die Stadtbücherei für die Öffentlichkeit wieder geöffnet war. Dauerhaft im alten Bahnhof konnte die Bücherei nach mehreren Schließungen und Umzügen erst im April 1947 bleiben. Angesichts der dem Andrang auf Dauer nicht gewachsenen Räumlichkeiten beschloss der Gemeinderat am 24. Oktober 1956, die Bücherei im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0266&amp;quot;&amp;gt;Sparkassengebäude&amp;lt;/lex&amp;gt; am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3108&amp;quot;&amp;gt;Marktplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; unterzubringen. Nach baubedingten Verzögerungen begann am 2. März 1960 die Ausleihe im neuen Haus. Von dort aus wurde auch der Bücherbus bedient, der seit dem 5. Mai 1956 in die Stadtteile fuhr. Nach wie vor gab es nur die zur Volksbücherei gehörige Zweigstelle Durlach. Die kurzzeitig als Zweigstelle im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; aufgeführte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1937&amp;quot;&amp;gt;Deutsch-amerikanische Bibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1796&amp;quot;&amp;gt;Rathaus West&amp;lt;/lex&amp;gt; ging 1960 in den Bestand Fremdsprachenbüceherei der Stadtbibliothek über. Erst 1964 wurde im Stadtteil &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine weitere Zweigstelle eröffnet, in den 1970-er Jahren kamen mit den Eingemeindungen von &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1002&amp;quot;&amp;gt;Grötzingen&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2016&amp;quot;&amp;gt;Neureut&amp;lt;/lex&amp;gt; zwei weitere hinzu. 1988 erhielt die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; die zweite von der Stadt unabhängig von Eingemeindungen begründete Zweigstelle. &lt;br /&gt;
Als die amerikanischen Truppen 1994 Karlsruhe verließen, entstand in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2045&amp;quot;&amp;gt;Nordstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; die  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1237&amp;quot;&amp;gt;Amerikanische Bibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt;, die nicht zueletzt durch den Einsatz eines Freundeskreises schließlich zu einetr weiteren Zweigstelle wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1981 war die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1236&amp;quot;&amp;gt;Jugendbibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; im neuen städtischen Kulturzentrum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt; eröffnet worden, womit die nicht nur aus bibliothekarischer Sicht eigentlich erforderliche Anbindung an die Hauptbibliothek bis heute unterbrochen wurde. Dieser Mangel wurde auch 1993 mit dem Neubau der Stadtbibliothek im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1356&amp;quot;&amp;gt;Neuen Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht behoben. Das auf dem Restgrundstück des ehemaligen Badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehauses&amp;lt;/lex&amp;gt; errichtete Gebäude verfügte nicht über den erforderlichen Platz für eine große Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtbibliothek unterhält 2015 eine Informationsplattform mit freiem Zugang zu E-Medien, Datenbanken und Online-Beratung, bietet erste Sprachförderung bereits für Kleinkinder in Krabbelgruppen, Leseförderung für Vorschul- und Schulkinder, Schulungen für Erwachsene zum Erwerb individueller Informationskompetenz, modulare Bibliothekskurse für Schulklassen, Lesungen und Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Internet- und E-Learning-Kurse, hohe Aufenthaltsqualität und offene Lernorte. Die Zentrale im Neuen Ständehaus bietet heute noch ein traditionelles Lesecafé, in dem Interessierte kostenlos eine große Auswahl gedruckter Zeitungen lesen können. 2014 konnten mehr als 840.000 Besuche gezählt werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche/Andrea Krieg 2015/2024&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
https://stadtbibliothek.karlsruhe.de/ (Zugriff am 30. September 2022).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche/Andrea Krieg: Stadtbibliothek Karlsruhe - von der Volksbildung zur Generation E-Book, in: Karlsruhe - aufgefächert: Aspekte und Perspektiven der Kultur und der Stadt, hrsg. von Heinrich Hauß, Freiburg 2015, S. 230-238 (= Badische Heimat, Jg. 95, H. 1 / 2).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0809&amp;diff=598946</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0809</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0809&amp;diff=598946"/>
		<updated>2026-05-25T09:32:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Stadtbibliothek */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Stadtbibliothek}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Die Stadtbücherei am Rondellplatz, 1941, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVe 210.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_2.jpg|200px|thumb|left|Plakat Wiedereröffnung der Städtischen Volksbücherei und Lesehalle Karlsruhe, 1946, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 2771.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0809_3.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Neuer Omnibus für die Autobücherei, 18. März 1964, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A11/49/3/2.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Stadtbibliothek=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegründet wurde die Stadtbibliothek am 30. Juni 1921 mit dem Auftrag, sich an das &amp;quot;Volk in weitestem Sinne&amp;quot; zu wenden und eine &amp;quot;Sammlung guten Schrifttums unterhaltenden und belehrenden Inhalts … zu größtmöglicher Benutzbarkeit frei und leicht zugänglich&amp;quot; zu machen. Damit knüpfte die Stadtbibliothek an die Intentionen des 1871 gegründeten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1347&amp;quot;&amp;gt;Männerhilfsvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; vom Roten Kreuz zur Volksbildung an, aus dessen Bibliothek 9.000 Bücher übernommen wurden. Außerdem kamen weitere verschiedene Vereinsbibliotheken, die Stadtratsbibliothek und die Bibliothek des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchivs&amp;lt;/lex&amp;gt; in den Bestand der Volksbücherei, wie die Stadtbibliothek zunächst hieß. Ebenfalls in der neuen Stadtbücherei gingen die von dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0420&amp;quot;&amp;gt;Verein Volksbildung&amp;lt;/lex&amp;gt; unterhaltenen städtischen Lesehallen auf, deren erste 1901 zunächst in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3021&amp;quot;&amp;gt;Zähringerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 100 eingerichtet worden war. Die zweite folgte 1907 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1853&amp;quot;&amp;gt;Marienstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;/Ecke &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0274&amp;quot;&amp;gt;Bahnhofstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; in einem ausgesprochenen Arbeiterviertel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neuen städtischen Einrichtung in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1459&amp;quot;&amp;gt;Karl-Friedrich-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; 21 wurde am 26. Juni 1922 mit der Ausleihe begonnen, zunächst aber noch ohne Lesesaal und nur mit der Unterhaltungsliteratur, da die Räumlichkeiten in dem repräsentativen Haus am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3109&amp;quot;&amp;gt;Rondellplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht alle rechtzeitig fertig geworden waren. Die Zahl der Ausleihen stieg von 36.000 im Jahr 1922 auf 116.091 im Jahr 1930. Damit war die damals größte badische städtische Volksbücherei in dem zwar repräsentativen, aber räumlich beengten Gebäude am Rondellplatz an Grenzen gekommen. So beschloss der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; den Umzug in neue Räume im Westteil des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1703&amp;quot;&amp;gt;alten Bahnhofs&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;, die am 18. April 1932 eröffnet wurden. Mit dem Umzug war auch eine Umstellung von der bisherigen Freihandaufstellung der Bücher auf ein Bestellsystem verbunden. Erstmals wurden sogenannte Stoffkreiskataloge zusammengestellt, um den Besucherinnen und Besuchern die Auswahl zu erleichtern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die Nationalsozialisten war die Volksbücherei im Blickfeld der neuen Machthaber, da die Nationalsozialisten zugleich deren Bedeutung für die eigenen Ziele und die Propaganda zum Aufbau einer auf die NS-Ideologie ausgerichteten Volksgemeinschaft erkannt hatten. Die Stadtbibliothek wurde auf der Grundlage der schwarzen Liste &amp;quot;gesäubert&amp;quot; und in einem ersten Schritt 564 Bücher entfernt, die vermutlich am 17. Juni bei der öffentlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0213&amp;quot;&amp;gt;Bücherverbrennung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0998&amp;quot;&amp;gt;Schlossplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; verbrannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verstärkt wurde die Volksbücherei 1938, als mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0214&amp;quot;&amp;gt;Eingemeindung&amp;lt;/lex&amp;gt; der Stadt &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; zum 1. April 1938 die dortige Volksbücherei mit der Karlsruher - nun Hauptstelle - zusammengelegt wurde. Noch in demselben Jahr wurden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; vom Besuch der Stadtbüchereien ausgeschlossen. Nach Kriegsbeginn im September 1939 wurden diese geschlossen, man lieferte aber Bücher an die aus Karlsruhe Evakuierten nach Mosbach, Waldkatzenbach und Neckarelz. Der Betrieb konnte mit der Rückkehr der Evakuierten rasch wiedereröffnet und bis zum 4. Dezember 1944 aufrecht gehalten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Stadt Karlsruhe am 4. April 1945 von französischen Truppen befreit worden war, begann relativ rasch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; der Buchbestände. Es dauerte aber bis zum 4. Februar 1946, bis die Stadtbücherei für die Öffentlichkeit wieder geöffnet war. Dauerhaft im alten Bahnhof konnte die Bücherei nach mehreren Schließungen und Umzügen erst im April 1947 bleiben. Angesichts der dem Andrang auf Dauer nicht gewachsenen Räumlichkeiten beschloss der Gemeinderat am 24. Oktober 1956, die Bücherei im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0266&amp;quot;&amp;gt;Sparkassengebäude&amp;lt;/lex&amp;gt; am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3108&amp;quot;&amp;gt;Marktplatz&amp;lt;/lex&amp;gt; unterzubringen. Nach baubedingten Verzögerungen begann am 2. März 1960 die Ausleihe im neuen Haus. Von dort aus wurde auch der Bücherbus bedient, der seit dem 5. Mai 1956 in die Stadtteile fuhr. Nach wie vor gab es nur die zur Volksbücherei gehörige Zweigstelle Durlach. Die kurzzeitig als Zweigstelle im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; aufgeführte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1937&amp;quot;&amp;gt;Deutsch-amerikanische Bibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1796&amp;quot;&amp;gt;Rathaus West&amp;lt;/lex&amp;gt; ging 1960 in den Bestand Fremdsprachenbüceherei der Stadtbibliothek über. Erst 1964 wurde im Stadtteil &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine weitere Zweigstelle eröffnet, in den 1970-er Jahren kamen mit den Eingemeindungen von &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1002&amp;quot;&amp;gt;Grötzingen&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2016&amp;quot;&amp;gt;Neureut&amp;lt;/lex&amp;gt; zwei weitere hinzu. 1988 erhielt die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; die zweite von der Stadt unabhängig von Eingemeindungen begründete Zweigstelle. &lt;br /&gt;
Als die amerikanischen Truppen 1994 Karlsruhe verließen, entstand in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2045&amp;quot;&amp;gt;Nordstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; die  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1237&amp;quot;&amp;gt;Amerikanische Bibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt;, die nicht zueletzt durch den Einsatz eines Freundeskreises schließlich zu einetr weiteren Zweigstelle wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1981 war die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1236&amp;quot;&amp;gt;Jugendbibliothek&amp;lt;/lex&amp;gt; im neuen städtischen Kulturzentrum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt; eröffnet worden, womit die nicht nur aus bibliothekarischer Sicht eigentlich erforderliche Anbindung an die Hauptbibliothek bis heute unterbrochen wurde. Dieser Mangel wurde auch 1993 mit dem Neubau der Stadtbibliothek im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1356&amp;quot;&amp;gt;Neuen Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; nicht behoben. Das auf dem Restgrundstück des ehemaligen Badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehauses&amp;lt;/lex&amp;gt; errichtete Gebäude verfügte nicht über den erforderlichen Platz für eine große Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtbibliothek unterhält 2015 eine Informationsplattform mit freiem Zugang zu E-Medien, Datenbanken und Online-Beratung, bietet erste Sprachförderung bereits für Kleinkinder in Krabbelgruppen, Leseförderung für Vorschul- und Schulkinder, Schulungen für Erwachsene zum Erwerb individueller Informationskompetenz, modulare Bibliothekskurse für Schulklassen, Lesungen und Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Internet- und E-Learning-Kurse, hohe Aufenthaltsqualität und offene Lernorte. Die Zentrale im Neuen Ständehaus bietet heute noch ein traditionelles Lesecafé, in dem Interessierte kostenlos eine große Auswahl gedruckter Zeitungen lesen können. 2014 konnten mehr als 840.000 Besuche gezählt werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche/Andrea Krieg 2015/2024&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
https://stadtbibliothek.karlsruhe.de/ (Zugriff am 30. September 2022).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche/Andrea Krieg: Stadtbibliothek Karlsruhe - von der Volksbildung zur Generation E-Book, in: Karlsruhe - aufgefächert: Aspekte und Perspektiven der Kultur und der Stadt, hrsg. von Heinrich Hauß, Freiburg 2015, S. 230-238 (= Badische Heimat, Jg. 95, H. 1 / 2).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0444&amp;diff=598945</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0444</title>
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		<updated>2026-05-25T09:31:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Hermann Karl Wilhelm Kupferschmid */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Hermann Karl Wilhelm Kupferschmid}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0444.jpg|200px|thumb|left|Hermann Kupferschmid in seinem Atelier, 1952, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 0433.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Hermann Karl Wilhelm Kupferschmid=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Maler, Graphiker, NS-Ratsherr, * 19. September 1885 Waldshut (heute Waldshut-Tiengen), † 7. Juli 1975 Achern, kath., ∞ 1934 Ruth Schellenberg, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Hermann Kupferschmid, Sohn eines Oberbaurats, besuchte 1891-1901 die Volksschule und das Gymnasium in Offenburg sowie anschließend bis 1904 das Gymnasium in Mannheim. Nach dem Abitur studierte er auf Wunsch des Vaters bis 1908 an den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschulen (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; und München Architektur und legte die Diplom-Prüfung bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0198&amp;quot;&amp;gt;Josef Durm&amp;lt;/lex&amp;gt; ab. Danach widmete sich Kupferschmid seiner künstlerischen Ausbildung und studierte bis 1914 an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Großherzoglich-Badischen Akademie der Bildenden Künste&amp;lt;/lex&amp;gt; bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1130&amp;quot;&amp;gt;Ernst Schurth&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0393&amp;quot;&amp;gt;Walter Conz&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0460&amp;quot;&amp;gt;Caspar Ritter&amp;lt;/lex&amp;gt;, dessen Meisterschüler er war. Studienreisen in dieser Zeit führten ihn in die Niederlande, nach Frankreich und nach Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;1914-1918&amp;lt;/lex&amp;gt; leistete Kupferschmid Kriegsdienst im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1139&amp;quot;&amp;gt;Badischen Leibgrenadier-Regiment Nr. 109&amp;lt;/lex&amp;gt; sowie in den Reserve Infanterie Regimenten Nr. 40 und Nr. 69. Er nahm an Kampfhandlungen in Flandern, Nordfrankreich und Galizien teil, zuletzt als Leutnant der Reserve. Für seinen Einsatz erhielt er das Eiserne Kreuz Erster und Zweiter Klasse sowie den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1607&amp;quot;&amp;gt;Orden vom Zähringer Löwen&amp;lt;/lex&amp;gt; Zweiter Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Frühwerk, das bereits Szenen aus dem Straßenbau und industrielle Arbeitsstätten zeigt, erhielt Kupferschmid in den 1920er-Jahren zahlreiche Aufträge von namhaften Konzernen der Schwerindustrie, unter anderen von der Dortmunder Eisen- und Stahlwerke Hoesch AG, den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0054&amp;quot;&amp;gt;Badenwerk&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem Schluchseewerk, der Deutschen Werft sowie dem Verein Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller. Diese Auftragswerke, die Aquarelle, Ölgemälde und Tempera umfassen, zeigen in imposanter Darstellung die Arbeitswelt mit Hochöfen, Gießhallen, Walzwerken sowie Hafen- und Industrieanlagen im Ruhrgebiet und an der Alster. Regionale Sujets zeigen die Kraftwerke an der Murgtalsperre und am Schluchsee sowie den Bau der Ravennabrücke. Mitte der 1930er-Jahre erhielt Kupferschmid von der Friedrich Krupp AG den Auftrag zur Anfertigung großformatiger Radierungen, die wegen ihrer malerischen Hell-Dunkel-Wirkung Beachtung fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. August 1930 trat Kupferschmid in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. Bereits seit 1929 war er Mitglied im Kampfbund für deutsche Kultur gewesen. 1934 erhielt er als Nachfolger von Walter Conz einen Lehrauftrag für freie Graphik an der Karlsruher Akademie, der 1941 zu einer planmäßigen Professur führte. 1935 bestimmte ihn die Akademie – gegen seinen Willen, wie er später angab – als ihren Vertreter für das Karlsruher Ratsherrenkollegium, dem er bis 1945 angehörte. Kupferschmid war auch Beirat des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeisters&amp;lt;/lex&amp;gt; für Angelegenheiten der Musik und bildenden Künste. 1938 kaufte er ein Bauernhaus in Sasbachwalden und richtete sich dieses als Landsitz ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; meldete sich Kupferschmid als Kriegsfreiwilliger und diente als Transportoffizier (Hauptmann der Reserve), zuerst im Elsass, später in der Ukraine, wo er 1943 verwundet und als Kriegsbeschädigter entlassen wurde. Dafür erhielt er das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. Durch einen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Bombenangriff&amp;lt;/lex&amp;gt; wurden sowohl Kupferschmids Karlsruher Wohnung als auch sein Atelier samt einem Großteil der dort gelagerten Werke zerstört. Nach Kriegsende verbrachte er auf Anordnung der französischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0091&amp;quot;&amp;gt;Militärbehörden&amp;lt;/lex&amp;gt; vier Wochen im Gefängnis in Bühl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; durch den Staatskommissar für politische Säuberung Freiburg, der ihn im Oktober 1948 zum Mitläufer ohne Sühnemaßnahmen einstufte, was von der Zentralspruchkammer Nordbaden im Januar 1949 anerkannt wurde, arbeitete Kupferschmid, der auch ein talentierter Hornist war, wieder als freischaffender Künstler. Themen seines Spätwerks waren Ansichten badischer Städte und Landschaften sowie das heimatliche Brauchtum wie die alemannische Fasnacht. Kupferschmid erhielt den graphischen Preis der Zeitschrift &amp;quot;Die Rheinlande&amp;quot; (1912), die Silberne Österreichische Staatsmedaille für Bildende Kunst (1913), die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1496&amp;quot;&amp;gt;Goldene Medaille der Stadt Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; (1929) sowie den Badischen Staatspreis für Malerei (1930).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/ZGS Kupferschmid, Hermann; GLA 456 E 6826, 465 f 839, 425 Zugang 1981/74 Fasz. 59, 233/24777.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Marktplatz Karlsruhe, Radierung um 1930; Hochofen der Friedrich Krupp AG Essen, Radierung um 1935 (beide Staatliche Kunsthalle Karlsruhe); Narrensprung in Rottweil, Tempera; Gengenbachs Hexen, Tempera; Hexenverbrennung am Fasnachtdienstag in Offenburg, Öl auf Leinwand; Kalender - Reproduktion und Druck nach Aquarellen, Karlsruhe 1953; Historische Uniformen badischer Regimenter, Karlsruhe 1965; Weitere Werke im Hoesch-Museum Dortmund.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Fritz Wilkendorf: Hermann Kupferschmid. Zum 70. Geburtstag des Maler-Graphikers, in: Badische Heimat 35 (1955), S. 306-312; Fritz Wilkendorf: Hermann Kupferschmid, der Graphiker und Maler, in: Badische Heimat 41 (1961), S. 359-373; Emil Mangler: Zum Tode von Prof. Hermann Kupferschmid, in: Ekkart 55 (1976), S. 153-161; Renate Liessem-Breinlinger: Hermann Kupferschmid, in: Baden-Württembergische Biographien Bd. 4, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2007, S. 198-200 https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/1012282015/Kupferschmid+Hermann (Zugriff am 1. März 2022).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1896&amp;diff=598944</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1896</title>
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		<updated>2026-05-25T09:30:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Alldeutscher Verband */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Alldeutscher Verband}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-1896.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige in der Karlsruher Zeitung vom 17. Januar 1899.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Alldeutscher Verband=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nationalistisch-völkisch ausgerichtete sowie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitisch&amp;lt;/lex&amp;gt; und rassistisch geprägte Alldeutsche Verband wurde 1891 in Berlin als Allgemeiner Deutscher Verband unter anderem auf Betreiben des Verlegers Alfred Hugenberg und des Kolonialisten Carl Peters mit dem Ziel gegründet, den deutschen Flottenausbau für eine imperialistische Kolonialpolitik zu forcieren, das Nationalbewusstsein zu stärken und das Deutschtum im Ausland zu fördern. Nach der Umbenennung in Alldeutscher Verband im Juli 1895 dauerte es noch mehr als drei Jahre, bis in Karlsruhe eine Ortsgruppe entstand. Als der Karlsruher Vertrauensmann des Verbandes, der Anthropologe und Schriftsteller &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2085&amp;quot;&amp;gt;Otto Ammon&amp;lt;/lex&amp;gt;, am 3. November 1898 zu einer Besprechung zur Gründung einer Ortsgruppe einlud, zählte der Verband 40 Mitglieder in Karlsruhe. Zum provisorischen Vorstand gehörten unter anderen der Gymnasialprofessor &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0692&amp;quot;&amp;gt;Robert Goldschmit&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Bürgermeister &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0824&amp;quot;&amp;gt;Philipp Reichardt&amp;lt;/lex&amp;gt;. Auch der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0023&amp;quot;&amp;gt;Karl Schnetzler&amp;lt;/lex&amp;gt; unterzeichnete wenig später am 23. November einen Aufruf zum Beitritt. Bereits am 12. Dezember fanden erste Veranstaltungen statt, so Ende des Monats eine Flottenversammlung mit 3.000 Teilnehmern in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf rund 200 angestiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der kurz darauf folgenden ersten Hauptversammlung des Verbandes wurde der provisorische Vorstand im Amt bestätigt und um drei neue Mitglieder auf zwölf erweitert. Der Vorsitzende Otto Ammon stellte fest, dass von den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokraten&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Unterstützung ja gar nicht erst zu erwarten gewesen sei, bedauerte aber, dass kein Vertreter der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrumspartei&amp;lt;/lex&amp;gt; für den Vorstand gewonnen werden konnte. Das Zentrumsblatt &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1153&amp;quot;&amp;gt;Badischer Beobachter&amp;lt;/lex&amp;gt; äußerte sich dagegen sehr zufrieden, dass niemand aus der Zentrumspartei dem Vorstand des Verbandes beigetreten sei, dessen Bestrebungen eben keine wirklich &amp;quot;nationaldeutschen&amp;quot; seien, sondern auf eine Unterdrückung &amp;quot;aller Elemente&amp;quot; hinauslaufe, &amp;quot;die keinen Gefallen finden an diesem deutschen Chauvinismus.&amp;quot; Dagegen waren die drei Burschenschaften &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1897&amp;quot;&amp;gt;Arminia&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1898&amp;quot;&amp;gt;Germania&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1899&amp;quot;&amp;gt;Tuiskonia&amp;lt;/lex&amp;gt; sowie der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1900&amp;quot;&amp;gt;1. Karlsruher Bicycle-Club&amp;lt;/lex&amp;gt; beigetreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Jahren bot der Verband häufig Vortragsveranstaltungen im Sinne der Verbandsziele. Einer der eifrigsten Akteure war dabei Otto Ammon. Dieser gab im Jahr 1901 aus gesundheitlichen Gründen seinen Vorsitz ab an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0193&amp;quot;&amp;gt;Ernst Boesser&amp;lt;/lex&amp;gt;, Studienrat und späterer Studiendirektor der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1138&amp;quot;&amp;gt;Kadettenschule&amp;lt;/lex&amp;gt;, ebenfalls ein überzeugter Nationalist, der 1917 maßgeblich an der Gründung der Deutschen Vaterlandspartei beteiligt sein sollte. Boesser trat 1907 wegen &amp;quot;Geschäftsüberhäufung&amp;quot; als Vorsitzender zurück, blieb aber im Vorstand, dem nun als Vorsitzender Robert Helbing, Professor am Mädchengymnasium, als Stellvertreter der beim Evangelischen Oberkirchenrat tätige Geistliche Rat Adolf Fellmeth, Bankier August Hecht als Schatzmeister und als Beisitzer Otto Ammon, Rechtsanwalt Ludwig Schneider, Architekt Hermann Meeß, der Besitzer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0684&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Wilhelm Thiergarten&amp;lt;/lex&amp;gt;, Privatier Josef Beuchert und Direktor Wilhelm Finckh, alle Mitglieder der bürgerlichen Oberschicht. Ein Vertreter der Burschenschaften sollte bald hinzugewählt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1911 übernahm Adolf Fellmeth den Vorsitz und behielt ihn bis zu seinem Tode im Jahr 1929. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verband seine erfolgreichste Zeit hinter sich. Schon im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, als viele Mitglieder, darunter der Vorsitzende Fellmeth Kriegsdienst leisteten, ging die Vortragstätigkeit stark zurück, man beteiligte sich aber an den Aktivitäten des Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1901&amp;quot;&amp;gt;Verbandes der Deutschtumsvereine&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; trat die Ortsgruppe deutlich weniger in Erscheinung. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg, mit der viele Alldeutsche nicht gerechnet hatten, und wachsende Konkurrenz im völkischen Lager vor allem durch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; dürften sich hier ausgewirkt haben. Als der langjährige Vorsitzende Fellmeth am 1. Mai 1929 verstarb, setzte sich der Niedergang fort. Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; wird der Verband nicht mehr aufgeführt und es finden sich kaum noch Zeitungsmeldungen über einige wenige Veranstaltungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die NSDAP bestand die Ortsgruppe weiter, als Vorsitzender wird 1937 ein E. Rink genannt, der diese Funktion auch noch 1938 innehatte, als der badische alldeutsche Landesverband in Karlsruhe tagte. Danach verliert sich die Spur des Verbandes. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; gehörten die ehemaligen Mitglieder des Alldeutschen Verbandes, der einer der Wegbereiter des Nationalsozialismus war, zu den Personen, die im Zuge der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; mit &amp;quot;besonderer Sorgfalt&amp;quot; zu prüfen sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1898-1946, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7864903 (Zugriff am 17. Mai 2024).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;Eine neue Zeit der Freiheit ist angebrochen“. Politik und Parteien in der Weimarer Republik, in: ders./Frank Engehausen/Jürgen Schuhladen-Krämer (Hrsg.): Aufbrüche und Krisen. Karlsruhe 1918-1933, Karlsruhe 2020, S. 17-67 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 35).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2103&amp;diff=598943</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2103</title>
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		<updated>2026-05-25T09:29:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Margarete Reinhardt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Margarete Reinhardt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Margarete Reinhardt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Barbesitzerin, Filmproduzentin, * 4. April 1909 Bibergau/Ortsteil Dettelbach/Lkr. Kitzingen), kath., † 20. Mai 1985 Karlsruhe, ∞ 1939 Gabriel Reinhardt, o|ָָo 1941, kinderlos.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Margarete Reinhardt war das siebte Kind des Ehepaares Hesselbach, bei dessen Geburt die Mutter verstarb. Über ihre Kindheit und den Schulbesuch ist nichts bekannt. Ungewiss ist auch, ob sie zeitweise in einem Kinderheim aufwuchs, bis der Vater, ein bayerischer Bahnbeamter, mit der zweiten Ehefrau in Rottendorf bei Würzburg ein kleines Eigenheim bezog. Eine Berufsausbildung nach dem Schulabschluss ist nicht nachgewiesen. Vermutlich arbeitete sie ab Ende der 1920er-Jahre als Kellnerin zunächst in Würzburg, dann ab 1931 in Stuttgart. Hier verkehrte sie im Rotlichtviertel und verdiente den Lebensunterhalt wohl auch als Prostituierte. Seit 1935 war sie mit dem Sinto Gabriel Reinhardt liiert, mit dessen Kapelle sie nach eigenen Angaben seit 1938 als Musikerin umherzog. Laut den Eintragungen in ihrem Fragebogen zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierung&amp;lt;/lex&amp;gt; lebte sie 1933-1938 als Kellnerin in Stuttgart, 1938-1942 als Musikerin in Würzburg und 1942-1944 nach ihrer Scheidung als Geschäftsführerin wieder in Stuttgart. Es gibt keine Angaben darüber, wie und warum sie die Leitung eines Geschäfts für Gold- und Silberwaren übernommen hatte. Nach der Zerstörung des Stuttgarter Rotlichtviertels durch Luftangriffe im Juli 1944 ging Reinhardt nach Karlsruhe und lebte hier erneut im vertrauten Milieu bis 1954 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0566&amp;quot;&amp;gt;Durlacher Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0438&amp;quot;&amp;gt;Brunnenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt;. Ihren Lebensunterhalt finanzierte sie bis 1948 durch Schwarzhandel, der im Februar 1946 zu einer vierwöchigen Haftstrafe und danach zu mehrmaliger Untersuchungshaft führte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wovon und wie Margarete Reinhardt, die im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; als Entlastete eingestuft wurde, nach 1948 gelebt hat, ist nicht überliefert. 1954 hat sie dann in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1452&amp;quot;&amp;gt;Kapellenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; die vormalige Gaststätte Lokalbahn übernommen. In den oberen Geschossen dieses nun Blume von Hawaii und wenig später Hawaii-Bar genannten Etablissements gab es ein Bordell. Damit begann Reinhardts Aufstieg zur Königin des Karlsruher Nachtlebens zumindest bis zum Beginn der 1970er-Jahre. Seit 1957 war sie Mit- und seit 1960 alleinige Inhaberin des Passage-Palasts in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1425&amp;quot;&amp;gt;Kaiserpassage&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zum Abriss und Neubau der nördlichen Kaiserpassage. Beworben wurde das Unternehmen als „führendes Haus mit Weltstadt-Varieté, Kabarett, Tanz, Bar“. Später betrieb sie noch die Goldene Spinne, eine Bierbar, und in Bretten seit den 1960er Jahren das Stripteaselokal Cabaret Tabaris, aus dem etwa 1975 der Scotch-Club, ein Lokal mit Spielautomaten wurde. Flugzeuge mit Werbebannern machten auf ihre Betriebe aufmerksam und auch an Faschingsumzügen beteiligte sie sich mit eigenen Wagen. In der Stadt fiel sie mit ihrem Cadillac-Cabrio mit Heckflossen auf. 1962 gründete Margarete Reinhardt die Produktionsfirma Reinhardt-Film. Bis 1968 entstanden vier Spielfilme, mit zum Teil bekannten Darstellern und Darstellerinnen. Zu den Filmen, von denen drei in dem ihr vertrauten Nachtclub- und Bordell-Milieu spielten, steuerte Reinhardt Ideen bei und spielte in einem Film selbst die Rolle einer Barbesitzerin. 1964-1972 besaß sie ein schlossähnliches Anwesen in Reinsburg/Niederösterreich, aber die dort geplanten Dreharbeiten für Filme fanden nicht statt. Das Angebot an Konrad Adenauer, dort seine Urlaube zu verbringen, lehnte dieser dankend ab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Streifen der Reinhardt-Filme fielen bei der Kritik allesamt durch und brachten keinen Gewinn. Nach einem Brand in der Hawaii-Bar 1971 verlor Reinhardt für dieses Lokal die Nachtkonzession und 1979 wurde der Pachtvertrag aufgelöst. 1975 kam sie wegen des Vorwurfs der gemeinsam mit anderen begangenen Herstellung von Falschgeld in Untersuchungshaft und erhielt 1976 eine 15-monatige Haftstrafe, die sie nicht antreten musste. 1985 verstarb die nur 1,59 Meter große und übergewichtige, einst so erfolgreiche Frau in ihrer Wohnung in der Kapellenstraße. Ihre Urne wurde in einem Familiengrab in Rottendorf bei Würzburg beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Manfred Koch 2021&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 455, Zugang 1992, 53 Nr. 9; StadtAK 8/ZGS, Personen (Reinhardt, Margarete); Stiftung Konrad-Adenauer-Haus 1967_03_09_II_44; Badische Neueste Nachrichten vom 5. Juli 2025, Ausgabe Nr.15, S. 32. &lt;br /&gt;
==Spielfilme==&lt;br /&gt;
1962: Auf Wiedersehen am blauen Meer, https://de.wikipedia.org/wiki/Auf_Wiedersehn_am_blauen_Meer (Zugriff am 14. Mai 2021); 1962: Trompeten der Liebe, https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Pastor_mit_der_Jazztrompete (Zugriff am 14. Mai 2021); 1965: St. Pauli Herbertstraße, https://de.wikipedia.org/wiki/St._Pauli_Herbertstra%C3%9Fe (Zugriff am 14. Mai 2021); 1968: Sünde mit Rabatt, https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCnde_mit_Rabatt (Zugriff am 14. Mai 2021).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Eva Klingler/Wolfgang Wegner: Eine Frage der Moral. Margarete Reinhardt, eine Rotlichtkarriere, Gernsbach 2020.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-1482&amp;diff=598942</id>
		<title>De:Lexikon:bio-1482</title>
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		<updated>2026-05-25T09:28:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Otto Mickley */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Otto Mickley}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Otto Mickley=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Professor, * 7. August 1892 Bayreuth, † 1. Juni 1952 München, gottgläubig, ∞ 1919 Erna Wilhelmine Emma Dörseln, 3 Söhne.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto Joseph Jean Mickley, Sohn eines Obermusikmeisters verschiedener Militärkapellen, besuchte 1899-1902 die Volksschulen in Nürnberg und Hagenau/Elsass sowie 1902-1910 das Realgymnasium und die Oberrealschule Darmstadt bis zur Untersekunda. 1910 leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger beim Hessischen Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115 und absolvierte einen Lehrgang zum Feuerwerker an der Oberfeuerwerkerschule Berlin. Ab November 1913 arbeitete Mickley als Feuerwerker in Berlin und Darmstadt. Außerdem war er als Betriebsprüfer in der Geschützgießerei und der Artilleriewerkstatt Spandau tätig. Nach bestandenem Offizierslehrgang nahm Mickley 1915-1918 im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; als Leutnant an Feldzügen in Flandern, Galizien, Russland, Serbien, Rumänien und der Türkei teil. 1920 legte er das Abitur an der Oberrealschule in Baden-Baden ab und studierte bis 1923 Staats- und Rechtswissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, den Universitäten Heidelberg und Würzburg sowie an der Handelshochschule Mannheim. In Würzburg wurde er 1923 zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und 1926 zum Doktor der Rechtswissenschaft promoviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1923-1925 war Mickley Kaufmann bei den Optischen Werken E. Leitz, Zweigwerk Rastatt, bei der Schlossgesellschaft Karlsruhe sowie bei der Reichsbank. Im Oktober 1925 legte er die 1. Staatsprüfung für das höhere Lehramt an badischen Handelsschulen ab und wurde als Handelsschulpraktikant angenommen. Nebenbei arbeitete er als Betriebsprüfer bei der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0096&amp;quot;&amp;gt;Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Im November 1927 legte er die 2. Staatsprüfung ab und 1927-1933 übertrug ihm das badische Kultusministerium die Ausbildung der erwerbslosen Kaufleute, Techniker und Ingenieure in allgemeiner und technischer Betriebswirtschaftslehre (BWL). 1931 trat Mickley in die SS und in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. In der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;SS (Schutzstaffel)&amp;lt;/lex&amp;gt; stieg er bis zum Hauptsturmführer auf. In der NSDAP arbeitete er 1933 in deren neu gegründeter Kommission für Wirtschaftspolitik und wurde mit der Abhaltung von Vorlesungen in BWL an der Verwaltungsakademie Baden betraut. Im Februar 1934 wurde Mickley zum Studienrat ernannt. Er erhielt einen Lehrauftrag für BWL an der TH Karlsruhe und wurde im Juli 1935 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einer &amp;quot;unserer aktivsten nat. soz. Hochschullehrer&amp;quot; wurde Mickley im April 1938 von der Fakultät für Allgemeine Wissenschaften auf Betreiben des damaligen Rektors &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1481&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Weigel&amp;lt;/lex&amp;gt; habilitiert. Dagegen hatte sich der Ökonom &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0114&amp;quot;&amp;gt;Rolf Fricke&amp;lt;/lex&amp;gt; ausgesprochen, da die als Ersatz für eine Habilitationsschrift vorgelegten Betriebsprüfungsgutachten bzw. Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsrechnungen nicht ausreichend seien und Mickley eigentlich Betriebswissenschaftler und kein Wirtschaftswissenschaftler sei. Im August 1942 folgte die Ernennung Mickleys zum außerplanmäßigen Professor für Betriebswirtschaftslehre an der TH Karlsruhe. Zu diesem Zeitpunkt diente er bereits als Stabsoffizier im Reichsministerium für Bewaffnung und Munition in Berlin und Prag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;quot;entschiedener Aktivist des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nazi-Regimes&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; wurde Mickley nach Kriegsende von der französischen Militärregierung entlassen. Er siedelte nach München über und wurde 1948 im Rahmen der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; von der Spruchkammer Starnberg als Mitläufer eingestuft. Da der Kammer wegen Mickleys massenhafter Falschangaben in dessen Fragebogen unter anderem seine Mitgliedschaft in der SS nicht bekannt war, wurde das Urteil 1950 aufgehoben und das Verfahren durch die Zentralspruchkammer Württemberg-Baden wieder aufgenommen. Eine dort betriebene Klage als Hauptschuldiger fand wegen Mickleys Tod keinen Abschluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 233/25896, 456 E/8059, 465f/1925; KIT-Archiv 21011/286, 21001/1250, 21001/1294, 28002/316.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Beiträge zum Aufbau industrieller Untersuchungen, Theorien hervortretender wirtschaftlicher Erscheinungen und alternative Konstruktion der Lösung des Arbeitsverteilungsproblems, Diss. Würzburg 1923; Das Firmenrecht im Vergleich zu den generellen und speziellen Schutzgesetzen über den Kaufmann bei dessen Rechtsschutz für den Fall seiner Nichteintragung in das Handelsregister, Diss. Würzburg 1926.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Peter Mantel: Betriebswirtschaftslehre und Nationalsozialismus: Eine institutionen- und personengeschichtliche Studie, Wiesbaden 2009, S. 290-297.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0040&amp;diff=598941</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0040</title>
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		<updated>2026-05-25T09:27:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Franz Gurk */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Franz Gurk}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0040_8_Alben_215_23b.jpg|200px|thumb|left|Franz Gurk 1953, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 215/23b.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Franz Gurk=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1663&amp;quot;&amp;gt;Bürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt;, Mitglied des Landtags (CDU), * 9. Februar 1898 Karlsruhe, † 12. Juli 1984 Karlsruhe, kath., ∞ 1935 Maria Luise Erna Hirschbrunn, 4 Kinder. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Franz Gurk kam aus einfachen Verhältnissen. Nach dem frühen Tod des Vaters begann er 1913 nach der Mittleren Reife als Volontär beim Rechnungsamt der Stadt Karlsruhe. Nach Kriegsteilnahme 1916-1919 beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1554&amp;quot;&amp;gt;Leibregiment 109&amp;lt;/lex&amp;gt; kam er 1923 als Verwaltungssekretär in das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1051&amp;quot;&amp;gt;Personalamt&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1926 baute Gurk auf Stadtratsbeschluss die Kommission für jugendliche Erwerbslose beim Städtischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1216&amp;quot;&amp;gt;Arbeitsamt&amp;lt;/lex&amp;gt; auf. Nach einer Beurlaubung zum Reichsarbeitsamt als Fachmann für Berufsberatung kam der Finanzoberinspektor 1931 wieder zum Personalamt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gurk engagierte sich in der katholischen Jugendbewegung, der Kirche sowie beim Jugendherbergswerk. Darüber fand er Zugang zur Politik und vertrat die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0339&amp;quot;&amp;gt;Zentrumspartei&amp;lt;/lex&amp;gt; als Stadtverordneter 1926-1933 wie als Kreisrat 1932-1933. Als Parteiredner der katholischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1626&amp;quot;&amp;gt;Badenwacht&amp;lt;/lex&amp;gt; trat er gegen die Nazis auf, die ihn bereits 1932 wegen „Zentrumsmachenschaften im Rathaus“ schmähten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen seines politischen Engagements wurde Gurk am 18. Juni 1934 zwangsweise zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1053&amp;quot;&amp;gt;Rechnungsprüfungsamt&amp;lt;/lex&amp;gt; versetzt. Beförderungen blieben ihm versagt, eine Ausbildung 1937/38 an der Verwaltungsakademie aber gestattet. Mit Beginn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde Gurk als Stabszahlmeister eingezogen und trat 1942 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei. Dies ermöglichte ihm die Fortsetzung des 1940 in Freiburg begonnenen Studiums der Staats- und Wirtschaftswissenschaften, das er 1943 mit dem Diplom als Volkswirt und 1944 mit der Promotion abschloss. Das Kriegsende erlebte er als Leiter eines Reservelazaretts im Schwarzwald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gurk trat im Oktober 1945 wieder in städtische Dienste und übernahm nach seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; als Entlasteter im Februar 1947 die Leitung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1059&amp;quot;&amp;gt;Stadtkämmerei&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seit 1946 gehörte Gurk der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0306&amp;quot;&amp;gt;Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU)&amp;lt;/lex&amp;gt; an, wurde Landesvorsitzender für Nordbaden (1951-1968), Mitglied des Landesparlaments (1952-1972) und dessen Präsident (1960-1968). Er sah sich als gemäßigten „Altbadener“, der die Entwicklung des Landes Baden-Württemberg positiv bewertete. Als die CDU 1952 nicht an der Landesregierung beteiligt wurde, stellte sich der Stadtkämmerer der Wahl zum Oberbürgermeister in Karlsruhe. Er unterlag im zweiten Wahlgang gegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0016&amp;quot;&amp;gt;Günther Klotz&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihn 1953 zum Bürgermeister des Wirtschaftsdezernats machte, das er bis zur Ruhesetzung 1963 leitete. Als wirtschaftspolitischer Fachmann setzte er den begonnenen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0283&amp;quot;&amp;gt;Wiederaufbau&amp;lt;/lex&amp;gt; und die Gewerbe- und Wirtschaftsförderung fort. Seine programmatische Verbindung von Wirtschaft und Kultur war zu seiner Zeit vorausschauend.&lt;br /&gt;
Karlsruhe verlieh Gurk die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1496&amp;quot;&amp;gt;Ehrenmedaille&amp;lt;/lex&amp;gt; (1978) und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1497&amp;quot;&amp;gt;Ehrenbürgerschaft&amp;lt;/lex&amp;gt; (1981), er war Träger des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (1963) und der „Dr.-Franz-Gurk-Plakette“ des Landesinnungsverbandes der Bildhauer und Steinmetze von Baden (1965).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
Stadt Karlsruhe, Personal- und Organisationsamt: Personalakte Franz Gurk; GLA: N Gurk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Die wirtschaftliche Konzentration und der Staat, unter besonderer Berücksichtigung der Steuerpolitik (Diss. an der Rechts- u. Staatswissenschaftlichen Fakultät, Freiburg i. Br.) 1944.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Gerd Hepp: Gurk, Franz, Kommunalpolitiker, Z/CDU-Politiker, Landtagspräsident, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. I, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 122-125.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0221&amp;diff=598940</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0221</title>
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		<updated>2026-05-25T09:26:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Carl Peter Pflästerer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Carl Peter Pflästerer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: Bio-0221_8_PBS_oIII_1134.jpg|200px|thumb|left|Carl Peter Pflästerer, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1134.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Carl Peter Pflästerer=&lt;br /&gt;
Architekt, Stadtplaner, * 22. März 1888 Weinheim/Rhein-Neckar-Kreis, † 23. Januar 1962 Karlsruhe, ev., ∞ 1917 Klara Schühle, 3 Söhne.&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Besuch der Volksschule und des Realgymnasiums in Weinheim arbeitete Pflästerer von 1902-1906 in einem Baugeschäft und studierte dann bis 1909 an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0900&amp;quot;&amp;gt;Baugewerke-&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0931&amp;quot;&amp;gt;Kunstgewerbeschule&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe ohne eine Prüfung abzulegen. Auch an der Großherzoglichen Badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstschule&amp;lt;/lex&amp;gt; besuchte er einige Veranstaltungen. Fur kurze Zeit kehrte er nach Weinheim zurück und arbeitete dort als Bauleiter für seine Ausbildungsfirma. Nach dem Tode der Mutter war er von 1910 bis zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Kriegsbeginn&amp;lt;/lex&amp;gt; in dem  Architekturbüro von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1310&amp;quot;&amp;gt;Emil Schweickhardt&amp;lt;/lex&amp;gt; beschäftigt. Kriegsdienst leistete er in Frankreich, der Türkei und in Berlin-Adlershof. 1919-1924 arbeitete er beim Städtischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1017&amp;quot;&amp;gt;Hochbauamt&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruhe, danach beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1062&amp;quot;&amp;gt;Tiefbauamt&amp;lt;/lex&amp;gt;, Abt. Stadterweiterung. Von nun an lag Pflästerers Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Stadtplanung. Von 1924-1926 unterstützte er Stadtbaurat &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1251&amp;quot;&amp;gt;Emil Bronner&amp;lt;/lex&amp;gt; bei der Erstellung eines neuen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0076&amp;quot;&amp;gt;Generalbebauungsplans&amp;lt;/lex&amp;gt; für Karlsruhe, der jedoch, da er über das Entwurfsstadium nicht hinauskam, in den folgenden Jahren nur zum Teil umgesetzt wurde. Gegen Ende der 1920er-Jahre war Pflästerer an der Planung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3075&amp;quot;&amp;gt;Dammerstock-Siedlung&amp;lt;/lex&amp;gt; beteiligt. Seit 1931 leitete das Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; das neu geschaffene Stadterweiterungsbüro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; 1933 ging die Leitung des Stadterweiterungsbüros 1933 an den Bauingenieur und Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Johannes Dommer über. Trotz seiner Distanz zum Nationalsozialismus blieb Pflästerer Mitarbeiter der Stadt. Sein Interesse konzentrierte sich vor allem auf die Neugestaltung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3110&amp;quot;&amp;gt;Ettlinger-Tor-Platzes&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0688&amp;quot;&amp;gt;Ettlinger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; als weiträumige Chaussee, entlang der die zukünftigen Monumentalbauten der Partei (Gauhaus, Gauhalle, Gauehrentor etc.) geplant waren. Daneben fertigte Pflästerer - seit 1937 NSDAP-Mitglied und 1938 zum Oberbaurat befördert - auch Planzeichnungen und Modelle zum zukünftigen Ausbau der Ost-West-Achse, die mit einem quadratischen Platzareal vor &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1276&amp;quot;&amp;gt;St. Bernhard&amp;lt;/lex&amp;gt; beginnen und mit einem analog gestalteten Platz im westlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; enden sollte. Da der Krieg seit 1939 alle finanziellen Mittel verschlang, wurde keiner der Pläne realisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende war Pflästerer zunächst beim Städtischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1041&amp;quot;&amp;gt;Liegenschafts- und Vermessungsamt&amp;lt;/lex&amp;gt; angestellt, wurde aber im Rahmen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Entnazifizierung&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; im März 1946 vom Dienst suspendiert. Im August 1947 konnte der letztlich als Mitläufer eingestufte Pflästerer seine Arbeit als Leiter des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1060&amp;quot;&amp;gt;Stadtplanungsamts&amp;lt;/lex&amp;gt; fortsetzen. Auf der Grundlage der Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs zum Wiederaufbau der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; erstellte Pflästerer 1948 den endgültigen Aufbauplan für die Hauptgeschäftsstraße. In seine Amtszeit fiel die Sanierung Mühlburgs mit der Neugestaltung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2304&amp;quot;&amp;gt;Rheinstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Bebauung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1958&amp;quot;&amp;gt;Mühlburger Feldes&amp;lt;/lex&amp;gt;. Nach seiner Pensionierung 1954 blieb er Mitglied des Stadtplanungsbeirats, der sich unter anderem mit der Planung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Bebauung des ehemaligen &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0409&amp;quot;&amp;gt;Flugplatzes&amp;lt;/lex&amp;gt; befasste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2014/2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
StadtAK 7/Nl Pflästerer.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Isabelle Dupont: Carl Peter Pflästerer und die Stadtplanung Karlsruhes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe und dem Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe, Karlsruhe 2012 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 12); Rolf Fuhlrott: Carl Peter Pflästerer (1888–1961)&lt;br /&gt;
Ein badischer Baumeister für Karlsruhe – zum 125. Geburtstag, in: Badische Heimat 2/93, 2013, S. 301-315 https://regionalia.blb-karlsruhe.de/frontdoor/index/index/start/29/rows/10/sortfield/score/sortorder/desc/searchtype/simple/query/Karlsruhe/docId/443 (Zugriff am 9. Oktober 2023).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0249&amp;diff=598939</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0249</title>
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		<updated>2026-05-25T09:24:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Ulrich Bernays */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Ulrich Bernays}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bio-0249.jpg|200px|thumb|left|Ulrich Bernays, um 1940, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 991.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ulrich Bernays=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Altphilologe, Lehrer, NS-Verfolgter, * 15. August 1881 München, † 23. Dezember 1948 Karlsruhe, ev., ∞ 1914 Elisabeth Schatz, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Ulrich Bernays war ein Sohn des bekannten Münchner Philologie-Professors Michael Bernays. Nach dem Umzug nach Karlsruhe, wo der Vater 1897 verstarb, besuchte Bernays hier ab 1890 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1219&amp;quot;&amp;gt;Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;, studierte 1898-1904 Altphilologie, Deutsch und Geschichte in Heidelberg und München. Das Studium beendete er mit der Promotion in Heidelberg. Der hochgelehrte und kunstsinnige Bernays ging in den Schuldienst und wurde 1913 Lehrer am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1425&amp;quot;&amp;gt;Goethe-Gymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vermittlung humanistischer Bildung wirkte er weit über seine schulischen Verpflichtungen hinaus. Den Schülern bot er Leseabende und Theateraufführungen an, in der Zeit nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; hielt er Vorlesungen zu Geschichte und Literatur an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0945&amp;quot;&amp;gt;Volkshochschule&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bernays wurde trotz des Einsatzes seiner Schüler schließlich 1935 aufgrund seiner jüdischen Vorfahren in den Zwangsruhestand geschickt. Die folgenden Jahre waren geprägt von weiteren Verfolgungen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bernays musste sich einen hebräischen Vornamen zulegen, wurde zur &amp;quot;Judensteuer&amp;quot; herangezogen und war kurzzeitig im KZ Dachau sowie in Singen/Hohentwiel in Haft. In diesen Jahren der Verfolgung schrieb er eine Biographie seines Vaters und übersetzte Schriften der antiken Autoren Platon und Phaidon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1945 kehrte Bernays in den Schuldienst am Goethe-Gymnasium zurück. Ehemalige Schüler priesen seine Fähigkeit, sie für Humanismus und deutsche Klassik begeistert zu haben. 1946 wurde er Beisitzer in einer der Spruchkammern zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Entnazifizierung&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt;. Zusätzlich organisierte er als Leiter maßgeblich den Wiederaufbau der Volkshochschule Karlsruhe. Anlässlich ihrer Eröffnung 1947 hielt er den Vortrag &amp;quot;Zur Sinngebung der Volkshochschule&amp;quot;. Bei dieser Gelegenheit propagierte Bernays als Ziel der Volkshochschule die Vermittlung eines breit angelegten klassischen Bildungskanons als Grundlage einer von Menschlichkeit geprägten Weltanschauung. In Sinne dieser Programmatik gestaltete er auch seine Vortragsreihen an der Volkshochschule, die sich mit der griechischen Kulturgeschichte, der deutschen Aufklärung oder den geistigen Strömungen der Jahre 1848/49 befassten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Bernays, dem nur noch eine kurze Arbeitszeit vergönnt war, erinnert heute der Ulrich-Bernays-Saal in der Volkshochschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer/Volker Steck 2015&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 235/Zug. 1967-41/ 29, 480/1717; StadtAK 8/StS 13/87, 8/ZGS, 7/Nl Zollner  605 (Festrede U. Bernays zur 40-Jahrfeier der Goethe-Schule Karlsruhe, gehalten am 27. Oktober 1948).&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Studien zu Dionysius Periegetes, Diss. Heidelberg 1905; Johann Wolfgang von Goethe: West-östlicher Divan. Mit einer Einführung von Ulrich Bernays, Hamburg 1947.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Karl Broßmer: Dr. Ulrich Bernays (1881-1948). Altphilologe und Vorkämpfer der Volkshochschule, Karlsruhe o.J. [1953] (mit Werkverzeichnis); Wolfgang Leiser: Ulrich Bernays, in: Badische Biographien NF, Bd. 1, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1982, S. 48-50; Angela Borgstedt: Entnazifizierung in Karlsruhe 1946 bis 1951, Konstanz 2001, passim.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0771&amp;diff=598836</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0771</title>
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		<updated>2026-05-06T09:30:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Karlsruher Liste (KAL) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karlsruher Liste (KAL)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0771.jpg|200px|thumb|left|Wahlplakat der KAL zur Kommunalwahl 2009, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS Xb 457.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karlsruher Liste (KAL)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Karlsruher Liste (KAL) ist eine kommunale Wählergemeinschaft, die 1984 gegründet wurde. Gründungsvorsitzender (bis 1994) war Thomas Belschner, gefolgt von Michael Haug. Seit Anfang 2017 ist Margot Döring Vorsitzende der KAL. Die Mitgliedschaft wird durch aktive Teilnahme erworben und nicht durch Mitgliedsbeitrag oder Parteibuch. Ihr bekanntester Kopf ist der selbstständige Drucker Lüppo Cramer, der von 1980-1982 für die Grüne Liste und anschließend bis September 1983 als parteiloser &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; im Karlsruher Gemeinderat saß. 1984 gehörte Cramer zu den Mitbegründern der KAL, für die er bei der Kommunalwahl im Oktober 1984 in den Gemeinderat einzog (Wahlergebnis KAL 1,6 %). Seitdem ist er ununterbrochen Mitglied des Karlsruher Stadtrats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den folgenden Kommunalwahlen bis 2004 gelang es der KAL, ihr Wahlergebnis kontinuierlich auf 7,1 % zu steigern. Bei den Kommunalwahlen 1989 (3,2 %) und 1994 (5,2 %) erhielt die Wählergemeinschaft jeweils ein Ausgleichsmandat, wodurch sie 1989 zwei Sitze (Lüppo Cramer, Jochen Schlick) und 1994 drei Sitze (Cramer, Schlick, Eberhard Fischer) im Gemeinderat erhielt und damit erstmals Fraktionsstatus erlangte. 1995 wurde Jochen Schlick durch Margot Döring ersetzt. Durch den Wechsel von Michael Kunz von BüKA-ödp zur KAL im Dezember 2007 war die KAL bis Juni 2009 mit vier Stadträten im Gemeinderat vertreten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Kommunalwahl 2009 errang die Wählergemeinschaft 5,9 % der abgegebenen gültigen Stimmen, was ihr drei Sitze im Gemeinderat einbrachte (Cramer, Fischer, Döring). 2014 fiel der Stimmenanteil der KAL auf 4,2 %, wodurch sie einen Sitz verlor und seither zwei Stadträte (Cramer, Fischer) stellt. Damit einher ging der Verlust des Fraktionsstatus. Zusammen mit den Stadträten der Piratenpartei Karlsruhe, Erik Wohlfeil und Uwe Lancier sowie dem Stadtrat der Partei Die PARTEI, Max Braun, bildeten die Stadträte der KAL, Cramer und Fischer, die KULT-Fraktion, die seit Juli 2014 als viertstärkste Fraktion im Karlsruher Gemeinderat vertreten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stadtrat Fischer gab Ende 2016 sein Amt auf, ihm folgte Michael Haug, bisheriger KAL-Vorsitzender nach. Altstadträtin Margot Döring wurde im Februar 2017 als neue Vorsitzende gewählt. Bei der Kommunalwahl 2019 behaupteten die KAL-Stadträte Cramer und Haug ihre Mandate. Mit den zwei gewählten Mitgliedern von Die PARTEI bildeten sie für die kommenden fünf Jahre eine Fraktion. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2024 holte die Karlsruher Liste 5,33 % der Stimmen und zog als Fraktion in den Gemeinderat. Neben dem Fraktionsvorsitzenden Lüppo Cramer und Stadtrat Michael Haug wurde Sonja Döring Stadträtin für die KAL-Fraktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;René Gilbert 2015/2026&#039;&#039;	 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/StS 29/15, 76, 93, 267; 8/StS 33/24, 93-99, 200; 8/ZGS 29.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Manfred Koch: Karlsruher Chronik. Stadtgeschichte in Daten, Bildern, Analysen, Karlsruhe 1992, S. 319 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 14); Homepage der Wählergemeinschaft KAL: http://www.karlsruher-liste.de/ (Zugriff am 10. August 2015).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0627&amp;diff=598835</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0627</title>
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		<updated>2026-04-27T09:16:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Franz Sales Bernhard Meyer */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Franz Sales Bernhard Meyer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0627.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Franz Sales Meyer, um 1920, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1866.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Franz Sales Bernhard Meyer=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ornamentiker, Gewerbeschullehrer, Sachbuchautor, * 9. Dezember 1849 Kenzingen/Lkr. Emmendingen, † 6. November 1927 Karlsruhe, kath., ∞ 1876 Maria Christina Karolina Weissert († 1915), 1 Sohn, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Franz Sales Meyer war das älteste von fünf Kindern eines Lehrers. Er verlor mit neun Jahren seinen Vater und erreichte als einziges Kind das Erwachsenenalter. 1866-1868 besuchte er das Lehrerseminar in Meersburg am Bodensee. Nach dem Examen ging er an die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technische Hochschule (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, wo er Architektur studierte und seine Ausbildung mit Examen zum Gewerbeschullehrer 1871 abschloss. Im Oktober 1872 erhielt Meyer eine Stelle als Hilfslehrer für den kunstgewerblichen Unterricht an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1555&amp;quot;&amp;gt;Landesgewerbehalle&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1875 wurde er zum Hauptlehrer, im November 1879 zum Professor für Ornamentik an der nun selbstständigen Großherzoglich Badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0931&amp;quot;&amp;gt;Kunstgewerbeschule&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner fast fünf Jahrzehnte währenden Lehrtätigkeit bis 1919 verhalf Meyer dieser Lehrstätte, die er nach dem Tod von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0626&amp;quot;&amp;gt;Hermann Götz&amp;lt;/lex&amp;gt; 1901 zeitweise als Interimsdirektor leitete, zu Ansehen und Bekanntheit. Dies erreichte er in erster Linie durch seine zahlreichen Veröffentlichungen über das badische Kunsthandwerk. Hinzu kamen seine bei den Weltausstellungen in Wien (1873), Paris (1878), und Brüssel (1897) erworbenen Kenntnisse, die ihn als Fachmann für das Kunstgewerbe über Deutschland hinaus bekannt machten. Neben seiner Lehrtätigkeit - Meyer galt als überdurchschnittlich befähigter Pädagoge - verfasste er zusammen mit seinem Freund und Studienkollegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0138&amp;quot;&amp;gt;Theodor Krauth&amp;lt;/lex&amp;gt; Fachbücher über das Schreiner-, Schlosser-, Zimmermanns- und Steinmetzhandwerk und er publizierte auch einen Karlsruher Stadtführer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl seit 1869 in Karlsruhe ansässig, blieb Meyer der Stadt Meersburg zeitlebens verbunden. Er verbrachte  dort mehr als 50 Jahre seinen Sommerurlaub, verfasste 1884 den ersten Meersburger Stadtführer und beteiligte sich 1907 an einer Denkschrift zur Verbesserung des Meersburger Stadtbildes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für seine Arbeit, zu der auch mehrere Aquarelle, Zeichnungen und Farbskizzen gehören, erhielt Meyer 1915 die der Stadt Meersburg. 1902 wurde ihm das Ritterkreuz des Berthold-Ordens verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2015&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
GLA 466-22/1717.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
Systematisch geordnetes Handbuch der Ornamentik – zum Gebrauche für Musterzeichner, Architekten, Schulen und Gewerbetreibende sowie zum Studium im Allgemeinen, Leipzig 1888; Handbuch der Liebhaberkünste – zum Gebrauche für alle, die einen Vorteil davon zu haben glauben, Leipzig 1890; Das Schreinerbuch, Das Schlosserbuch, Das Zimmermannsbuch, Das Malerbuch, Das Steinhauerbuch (1890-1897);&lt;br /&gt;
Die Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe – ein Führer für deren Gäste mit Plan und Abbildungen, Karlsruhe 1895; Die Feuerwerkerei als Liebhaberkunst, Karlsruhe 1898; Die Gartenkunst in Wort und Bild – mit 300 Abbildungen und Plänen im Text, Leipzig 1904 (als Hrsg. mit &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1199&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Ries&amp;lt;/lex&amp;gt;); Handbuch der Aquarellmalerei, Esslingen 1920; Elzmündung bei Kappel am Rhein, Aquarell; Die Elz bei Waldkirch, Aquarell; Bauernhaus im Schutterwald, Aquarell; Im Weiherwald bei Karlsruhe, Skizze 1923.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Xaver Schilling: Franz Sales Meyer – Versuch eines Lebensbildes, in: Ekkhart 1960, S. 53-59; Franz Sales Meyer (jun.): Franz Sales Bernhard Meyer (1849-1927), Ehrenbürger der Stadt Kenzingen, Professor an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, in: Die Pforte 9 (1989), S. 2-21; Helmut Reiner: Meyer, Franz Sales, in: Badische Biographien NF IV, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1996, S. 210-212.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:ins-1938</title>
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		<updated>2026-04-16T21:08:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1938 Wehrwolf BLB.jpg|alternativtext=Aufruf in der Zeitung Badische Presse am 6. Mai 1925.|links|mini|Aufruf in der Zeitung Badische Presse am 6. Mai 1925.]]&lt;br /&gt;
Wie im gesamten Deutschen Reich, so fanden sich auch in Karlsruhe nach dem Ende des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; im völkisch-nationalistischen Umfeld zahlreiche neue Gruppierungen zusammen. In der Regel waren dies lokale Ableger reichsweit agierender Gruppen. Zu diesen gehörte der Anfang 1923 in Halle (Saale) als Mitteldeutscher Schutzverband, der sich noch im Laufe des Jahres in Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger umbenannte und nun reichsweit agierte, zunächst in enger Verbindung zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wehrwolf führte eine schwarze Fahne mit weißem Totenkopf und zwei übereinandergelegten Knochen. Im Jungwolf waren Jugendliche von 14 bis 17 Jahren organisiert, Frauen in so gennannten Opfergruppen. Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete am 1. Oktober 1924, dass der Wehrwolf als &amp;quot;Bruderorganisation&amp;quot; des Stahlhelm offen für Nichtsoldaten sei und in Karlsruhe eine Ortsgruppe entstanden sei, die sich kurz nach der Gründung aber wieder auflöste. Die Mitglieder seien größtenteils zum Jungdeutschen Orden, aber auch zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund) unter der Leitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagners&amp;lt;/lex&amp;gt; gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte 1925 berichtete das Landespolizeiamt, dass der Wehrwolf in Baden insgesamt schwach vertreten  und eine besondere Beachtung nicht erforderlich gewesen sei. Landesleiter war der zuvor schon bei der Brigade Ehrhardt engagierte Handelskapitän &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2198&amp;quot;&amp;gt;Emil Volkert&amp;lt;/lex&amp;gt; aus Karlsruhe. Beim Sportfest des Blücherbundes am 23./24. Oktober 1925 in Pforzheim beteiligte sich auch die Ortsgruppe Karlsruhe. Zwei Jahre später traten die Mitglieder zum größten Teil der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei, mit der sie zuvor schon sympathisiert hatten. Der Versuch von Wehrwolfangehörigen aus Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim 1928 unter Leitung von Emil Volkert eine Wandergruppe Edelweiß zu gründen, war nicht erfolgreich. 1930 ist aber noch eine Wehrwolfgruppe in Mannheim nachzuweisen, der auch eine &amp;quot;Opfergruppe&amp;quot; angeschlossen war, in der Mädchen und Frauen des Wehrwolf zusammengeschlossen waren.                                                                                &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche &#039;&#039;2025&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:ins-1938</title>
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		<updated>2026-04-16T21:02:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1938 Wehrwolf BLB.jpg|alternativtext=Aufruf in der Zeitung Badische Presse am 6. Mai 1925.|links|mini|Aufruf in der Zeitung Badische Presse am 6. Mai 1925.]]&lt;br /&gt;
Wie im gesamten Deutschen Reich, so fanden sich auch in Karlsruhe nach dem Ende des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; im völkisch-nationalistischen Umfeld zahlreiche neue Gruppierungen zusammen. In der Regel waren dies lokale Ableger reichsweit agierender Gruppen. Zu diesen gehörte der Anfang 1923 in Halle (Saale) als Mitteldeutscher Schutzverband, der sich noch im Laufe des Jahres in Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger umbenannte und nun reichsweit agierte, zunächst in enger Verbindung zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wehrwolf führte eine schwarze Fahne mit weißem Totenkopf und zwei übereinandergelegten Knochen. Im Jungwolf waren Jugendliche von 14 bis 17 Jahren organisiert, Frauen in so gennannten Opfergruppen. Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete am 1. Oktober 1924, dass der Wehrwolf als &amp;quot;Bruderorganisation&amp;quot; des Stahlhelm offen für Nichtsoldaten sei und in Karlsruhe eine Ortsgruppe entstanden sei, die sich kurz nach der Gründung aber wieder auflöste. Die Mitglieder seien größtenteils zum Jungdeutschen Orden, aber auch zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund) unter der Leitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagners&amp;lt;/lex&amp;gt; gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte 1925 berichtete das Landespolizeiamt, dass der Wehrwolf in Baden insgesamt schwach vertreten  und eine besondere Beachtung nicht erforderlich gewesen sei. Landesleiter war der zuvor schon bei der rechtsextremen Brigade Ehrhardt engagierte Handelskapitän &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2198&amp;quot;&amp;gt;Emil Volkert&amp;lt;/lex&amp;gt; aus Karlsruhe. Beim Sportfest des Blücherbundes am 23./24. Oktober 1925 in Pforzheim beteiligte sich auch die Ortsgruppe Karlsruhe. Zwei Jahre später traten die Mitglieder zum größten Teil der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei, mit der sie zuvor schon sympathisiert hatten. Der Versuch von Wehrwolfangehörigen aus Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim 1928 unter Leitung von Emil Volkert eine Wandergruppe Edelweiß zu gründen, war nicht erfolgreich. 1930 ist aber noch eine Wehrwolfgruppe in Mannheim nachzuweisen, der auch eine &amp;quot;Opfergruppe&amp;quot; angeschlossen war, in der Mädchen und Frauen des Wehrwolf zusammengeschlossen waren.                                                                                &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche &#039;&#039;2025&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1938&amp;diff=598804</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1938</title>
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		<updated>2026-04-16T21:01:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1938 Wehrwolf BLB.jpg|alternativtext=Aufruf in der Zeitung Badische Presse am 6. Mai 1925.|links|mini|Aufruf in der Zeitung Badische Presse am 6. Mai 1925.]]&lt;br /&gt;
Wie im gesamten Deutschen Reich, so fanden sich auch in Karlsruhe nach dem Ende des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; im völkisch-nationalistischen Umfeld zahlreiche neue Gruppierungen zusammen. In der Regel waren dies lokale Ableger reichsweit agierender Gruppen. Zu diesen gehörte der Anfang 1923 in Halle (Saale) als Mitteldeutscher Schutzverband, der sich noch im Laufe des Jahres in Wehrwolf. Bund deutscher Männer und Frontkrieger umbenannte und nun reichsweit agierte, zunächst in enger Verbindung zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wehrwolf führte eine schwarze Fahne mit weißem Totenkopf und zwei übereinandergelegten Knochen. Im Jungwolf waren Jugendliche von 14 bis 17 Jahren organisiert, Frauen in so gennannten Opfergruppen. Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete am 1. Oktober 1924, dass der Wehrwolf als &amp;quot;Bruderorganisation&amp;quot; des Stahlhelm offen für Nichtsoldaten sei und in Karlsruhe eine Ortsgruppe entstanden sei, die sich kurz nach der Gründung aber wieder auflöste. Die Mitglieder seien größtenteils zum Jungdeutschen Orden, aber auch zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund) unter der Leitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagners&amp;lt;/lex&amp;gt; gegangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte 1925 berichtete das Landespolizeiamt, dass der Wehrwolf in Baden insgesamt schwach vertreten  und eine besondere Beachtung nicht erforderlich gewesen sei. Landesleiter war der zuvor schon bei der rechtsextremen Brigade Ehrhardt engagierte Handelskapitän Emil Volkert aus Karlsruhe. Beim Sportfest des Blücherbundes am 23./24. Oktober 1925 in Pforzheim beteiligte sich auch die Ortsgruppe Karlsruhe. Zwei Jahre später traten die Mitglieder zum größten Teil der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; bei, mit der sie zuvor schon sympathisiert hatten. Der Versuch von Wehrwolfangehörigen aus Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim 1928 unter Leitung von Emil Volkert eine Wandergruppe Edelweiß zu gründen, war nicht erfolgreich. 1930 ist aber noch eine Wehrwolfgruppe in Mannheim nachzuweisen, der auch eine &amp;quot;Opfergruppe&amp;quot; angeschlossen war, in der Mädchen und Frauen des Wehrwolf zusammengeschlossen waren.                                                                                &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche &#039;&#039;2025&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598802</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-04-12T10:27:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2188&amp;quot;&amp;gt;Paul Dorr&amp;lt;/lex&amp;gt; geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicht zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu diesem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 hier u. a. Die SA und ihr Platz. Aus der Geschichte des Kampfes um Karlsruhe, Der Führer vom 30. Januar 1938 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598801</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-04-12T10:26:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicht zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu diesem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 hier u. a. Die SA und ihr Platz. Aus der Geschichte des Kampfes um Karlsruhe, Der Führer vom 30. Januar 1938 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<updated>2026-04-12T09:47:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schlageterbund */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schlageterbund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schlageterbund=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund taucht in badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt; erst knapp ein Jahr nach der Hinrichtung des aus Schönau in Südbaden stammenden Albert Leo Schlageter durch die französische Besatzungsmacht am 26. Mai 1923 wegen Spionage und mehrerer Sprengstoffanschläge im Ruhrkampf auf. Laut &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischem&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 7. April 1924 befassten sich französische Zeitungen zu dieser Zeit mit nach Schlageter benannten Geheimbünden in Gelsenkirchen und Essen. Das unter anderem zur Überwachung der links- und rechtsextremen Parteien und Organisationen im Mai 1922 gegründete &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erstmals am 15. Juli 1925 über den Schlageterbund.  Unter Leitung des im September des Vorjahres nach der Entlassung aus der Festungshaft in Landsberg nach Baden zurückgekehrten späteren badischen Gauleiters der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; waren neue Ortsgruppen unter anderem in Karlsruhe entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner fungierte als Landesleiter und gab später zurückblickend an, er habe den Auftrag bekommen, in Baden den Frontkriegerbund als Tarnorganisation der verbotenen NSDAP zu gründen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der Schlageterbund (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des Wehrwolf Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Verbindungen der badischen Schlagetergruppen zu dem aus der Organisation Heinz um Heinz Hauenstein und Wilhelm Hügenell in Düsseldorf entstandenen Bund Schlageter (Bund der Freunde Schlageters) können allerdings nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon Ende 1924 hatte der Student der Elektrotechnik Karl Hiller in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; den Schlageterbund organisiert, in dem sich die völkisch gesinnte Jugend zusammenfand und die sich als Jugendorganisation des Frontkriegerbundes München e. V. verstand. Karl Hiller war der Sohn des Gewerbeschuldirektors, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Demokratischen Partei (DDP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und Ehrenvorsitzenden des Militärvereins Karl Hiller. Der Durlacher Schlageterbund hatte 80 bis 100 Mitglieder, die uniformiert auftraten und sich in der Tradition des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Wilhelminischen Reiches&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Frontsoldaten des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieges&amp;lt;/lex&amp;gt; sahen. Die Durlacher Ortsgruppe soll zunächst einer Opositionsgruppe gegen Robert Wagner um Paul Hansel und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; angehört haben, wie der Schlagetermann und spätere Oberführer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2187&amp;quot;&amp;gt;Alfred Stapelamnn&amp;lt;/lex&amp;gt; in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; aussagte. Am 22. März 1925 fand eine Bismarckfeier im Saal der Durlacher Festhalle der Vaterländischen Verbände statt, bei der die Kapelle des Karlsruher Schlageterbundes und der gemischte Chor der Militärvereine Durlachs sowie Mitglieder der Ortsgruppen Bruchsal, Ettlingen, Heidelberg und Karlsruhe mitwirkten. Robert Wagner verteilte im Auftrag Ludendorffs zehn Frontkämpferkreuze. Das Landespolizeiamt vermerkte, dass der Schlageterbund aber ansonsten kaum in Erscheinung getreten sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl kam es dann zu einem Zusammenstoß mit &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannerleuten&amp;lt;/lex&amp;gt;, bei der der Schlagetermann Fritz Kröber zu Tode kam. Kröber wurde damit wie Schlageter zu einer der Heldenfiguren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. Ende des Jahres firmierte die Ortsgruppe Durlach dann als SA Schlageterbund. Dies deckt sich mit der Erzählung, dass der Schlageterbund zunächst die Kampfgruppe der NSDAP war. Auch später wurde diese Kontinuität in Durlach inszeniert, so als im Mai 1936 beim Umzug der SA in das neue SA-Heim im Marstallgebäude auch die Schlageterfahne feierlich in die neuen SA-Räume getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe existierte Mitte der 1920er-Jahre auch eine Ortsgruppe des Treubunds Schlageter, die am 16. Januar 1926 im Saal des Löwenrachen eine Weihnachtsfeier abhielt. Festredner war Fritz Plattner, der spätere badische Gaubetriebszellenleiter, ein Beispiel für die starke Verflechtung des Schlageterbundes mit der NSDAP. Noch in diesem Jahr schloss sich dieser der Organisation Roßbach an, die auf das Freicorps des Oberleutnants Gerhard Roßbach zurückging. Das Landespolizeiamt berichtete, dass sich die Freischar Roßbach, früher Schlageterbund Karlsruhe, mit 50 bis 60 Mann am Deutschen Tag in Echtersheim am 15. August 1926 beteiligt habe. 1927 ging die Organisation, die am 9. Januar noch eine Weihnachtsfeier in Karlsruhe abgehalten hatte, in der Sturmabteilung (SA) der NSDAP auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und ging schließlich in dieser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161, 465h Nr. 54320; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 17. November 2024).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 387 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17), https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/materialien-zur-stadtgeschichte/publikationen-zur-stadtgeschichte-digital/buecher-zur-stadtgeschichte/vergriffene-publikationen-stadtarchiv (Zugriff am 19. Oktober 2022); Stefan Zwicker: &amp;quot;Nationale Märtyrer&amp;quot;: Albert Leo Schlageter und Julius Fučík. Heldenkult, Propaganda und Erinnerungskultur, Paderborn 2006 (= Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart), https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00052141_00001.html (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1940&amp;diff=598799</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1940</title>
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		<updated>2026-04-12T09:45:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schlageterbund */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schlageterbund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schlageterbund=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund taucht in badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt; erst knapp ein Jahr nach der Hinrichtung des aus Schönau in Südbaden stammenden Albert Leo Schlageter durch die französische Besatzungsmacht am 26. Mai 1923 wegen Spionage und mehrerer Sprengstoffanschläge im Ruhrkampf auf. Laut &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischem&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 7. April 1924 befassten sich französische Zeitungen zu dieser Zeit mit nach Schlageter benannten Geheimbünden in Gelsenkirchen und Essen. Das unter anderem zur Überwachung der links- und rechtsextremen Parteien und Organisationen im Mai 1922 gegründete &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erstmals am 15. Juli 1925 über den Schlageterbund.  Unter Leitung des im September des Vorjahres nach der Entlassung aus der Festungshaft in Landsberg nach Baden zurückgekehrten späteren badischen Gauleiters der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; waren neue Ortsgruppen unter anderem in Karlsruhe entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner fungierte als Landesleiter und gab später zurückblickend an, er habe den Auftrag bekommen, in Baden den Frontkriegerbund als Tarnorganisation der verbotenen NSDAP zu gründen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der Schlageterbund (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des Wehrwolf Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Verbindungen der badischen Schlagetergruppen zu dem aus der Organisation Heinz um Heinz Hauenstein und Wilhelm Hügenell in Düsseldorf entstandenen Bund Schlageter (Bund der Freunde Schlageters) können allerdings nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon Ende 1924 hatte der Student der Elektrotechnik Karl Hiller in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; den Schlageterbund organisiert, in dem sich die völkisch gesinnte Jugend zusammenfand und die sich als Jugendorganisation des Frontkriegerbundes München e. V. verstand. Karl Hiller war der Sohn des Gewerbeschuldirektors, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Demokratischen Partei (DDP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und Ehrenvorsitzenden des Militärvereins Karl Hiller. Der Durlacher Schlageterbund hatte 80 bis 100 Mitglieder, die uniformiert auftraten und sich in der Tradition des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Wilhelminischen Reiches&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Frontsoldaten des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieges&amp;lt;/lex&amp;gt; sahen. Die Durlacher Ortsgruppe soll zunächst einer Opositionsgruppe gegen Robert Wagner um Paul Hansel und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; angehört haben, wie der Schlagetermann und spätere SA-Oberführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2187&amp;quot;&amp;gt;Alfred Stapelamnn&amp;lt;/lex&amp;gt; in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; aussagte. Am 22. März 1925 fand eine Bismarckfeier im Saal der Durlacher Festhalle der Vaterländischen Verbände statt, bei der die Kapelle des Karlsruher Schlageterbundes und der gemischte Chor der Militärvereine Durlachs sowie Mitglieder der Ortsgruppen Bruchsal, Ettlingen, Heidelberg und Karlsruhe mitwirkten. Robert Wagner verteilte im Auftrag Ludendorffs zehn Frontkämpferkreuze. Das Landespolizeiamt vermerkte, dass der Schlageterbund aber ansonsten kaum in Erscheinung getreten sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl kam es dann zu einem Zusammenstoß mit &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannerleuten&amp;lt;/lex&amp;gt;, bei der der Schlagetermann Fritz Kröber zu Tode kam. Kröber wurde damit wie Schlageter zu einer der Heldenfiguren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. Ende des Jahres firmierte die Ortsgruppe Durlach dann als SA Schlageterbund. Dies deckt sich mit der Erzählung, dass der Schlageterbund zunächst die Kampfgruppe der NSDAP war. Auch später wurde diese Kontinuität in Durlach inszeniert, so als im Mai 1936 beim Umzug der SA in das neue SA-Heim im Marstallgebäude auch die Schlageterfahne feierlich in die neuen SA-Räume getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe existierte Mitte der 1920er-Jahre auch eine Ortsgruppe des Treubunds Schlageter, die am 16. Januar 1926 im Saal des Löwenrachen eine Weihnachtsfeier abhielt. Festredner war Fritz Plattner, der spätere badische Gaubetriebszellenleiter, ein Beispiel für die starke Verflechtung des Schlageterbundes mit der NSDAP. Noch in diesem Jahr schloss sich dieser der Organisation Roßbach an, die auf das Freicorps des Oberleutnants Gerhard Roßbach zurückging. Das Landespolizeiamt berichtete, dass sich die Freischar Roßbach, früher Schlageterbund Karlsruhe, mit 50 bis 60 Mann am Deutschen Tag in Echtersheim am 15. August 1926 beteiligt habe. 1927 ging die Organisation, die am 9. Januar noch eine Weihnachtsfeier in Karlsruhe abgehalten hatte, in der Sturmabteilung (SA) der NSDAP auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und ging schließlich in dieser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161, 465h Nr. 54320; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 17. November 2024).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 387 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17), https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/materialien-zur-stadtgeschichte/publikationen-zur-stadtgeschichte-digital/buecher-zur-stadtgeschichte/vergriffene-publikationen-stadtarchiv (Zugriff am 19. Oktober 2022); Stefan Zwicker: &amp;quot;Nationale Märtyrer&amp;quot;: Albert Leo Schlageter und Julius Fučík. Heldenkult, Propaganda und Erinnerungskultur, Paderborn 2006 (= Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart), https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00052141_00001.html (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<updated>2026-04-12T09:41:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schlageterbund */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schlageterbund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schlageterbund=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund taucht in badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt; erst knapp ein Jahr nach der Hinrichtung des aus Schönau in Südbaden stammenden Albert Leo Schlageter durch die französische Besatzungsmacht am 26. Mai 1923 wegen Spionage und mehrerer Sprengstoffanschläge im Ruhrkampf auf. Laut &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischem&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 7. April 1924 befassten sich französische Zeitungen zu dieser Zeit mit nach Schlageter benannten Geheimbünden in Gelsenkirchen und Essen. Das unter anderem zur Überwachung der links- und rechtsextremen Parteien und Organisationen im Mai 1922 gegründete &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erstmals am 15. Juli 1925 über den Schlageterbund.  Unter Leitung des im September des Vorjahres nach der Entlassung aus der Festungshaft in Landsberg nach Baden zurückgekehrten späteren badischen Gauleiters der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; waren neue Ortsgruppen unter anderem in Karlsruhe entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner fungierte als Landesleiter und gab später zurückblickend an, er habe den Auftrag bekommen, in Baden den Frontkriegerbund als Tarnorganisation der verbotenen NSDAP zu gründen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der Schlageterbund (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des Wehrwolf Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Verbindungen der badischen Schlagetergruppen zu dem aus der Organisation Heinz um Heinz Hauenstein und Wilhelm Hügenell in Düsseldorf entstandenen Bund Schlageter (Bund der Freunde Schlageters) können allerdings nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon Ende 1924 hatte der Student der Elektrotechnik Karl Hiller in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; den Schlageterbund organisiert, in dem sich die völkisch gesinnte Jugend zusammenfand und die sich als Jugendorganisation des Frontkriegerbundes München e. V. verstand. Karl Hiller war der Sohn des Gewerbeschuldirektors, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Demokratischen Partei (DDP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und Ehrenvorsitzenden des Militärvereins Karl Hiller. Der Durlacher Schlageterbund hatte 80 bis 100 Mitglieder, die uniformiert auftraten und sich in der Tradition des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Wilhelminischen Reiches&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Frontsoldaten des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieges&amp;lt;/lex&amp;gt; sahen. Die Durlacher Ortsgruppe soll zunächst einer Opositionsgruppe gegen Robert Wagner um Paul Hansel und Franz Moraller angehört haben, wie der Schlagetermann und spätere SA-Oberführer Alfred Stapelmann in seinem Spruchkammerverfahren aussagte. Am 22. März 1925 fand eine Bismarckfeier im Saal der Durlacher Festhalle der Vaterländischen Verbände statt, bei der die Kapelle des Karlsruher Schlageterbundes und der gemischte Chor der Militärvereine Durlachs sowie Mitglieder der Ortsgruppen Bruchsal, Ettlingen, Heidelberg und Karlsruhe mitwirkten. Robert Wagner verteilte im Auftrag Ludendorffs zehn Frontkämpferkreuze. Das Landespolizeiamt vermerkte, dass der Schlageterbund aber ansonsten kaum in Erscheinung getreten sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl kam es dann zu einem Zusammenstoß mit &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannerleuten&amp;lt;/lex&amp;gt;, bei der der Schlagetermann Fritz Kröber zu Tode kam. Kröber wurde damit wie Schlageter zu einer der Heldenfiguren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. Ende des Jahres firmierte die Ortsgruppe Durlach dann als SA Schlageterbund. Dies deckt sich mit der Erzählung, dass der Schlageterbund zunächst die Kampfgruppe der NSDAP war. Auch später wurde diese Kontinuität in Durlach inszeniert, so als im Mai 1936 beim Umzug der SA in das neue SA-Heim im Marstallgebäude auch die Schlageterfahne feierlich in die neuen SA-Räume getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe existierte Mitte der 1920er-Jahre auch eine Ortsgruppe des Treubunds Schlageter, die am 16. Januar 1926 im Saal des Löwenrachen eine Weihnachtsfeier abhielt. Festredner war Fritz Plattner, der spätere badische Gaubetriebszellenleiter, ein Beispiel für die starke Verflechtung des Schlageterbundes mit der NSDAP. Noch in diesem Jahr schloss sich dieser der Organisation Roßbach an, die auf das Freicorps des Oberleutnants Gerhard Roßbach zurückging. Das Landespolizeiamt berichtete, dass sich die Freischar Roßbach, früher Schlageterbund Karlsruhe, mit 50 bis 60 Mann am Deutschen Tag in Echtersheim am 15. August 1926 beteiligt habe. 1927 ging die Organisation, die am 9. Januar noch eine Weihnachtsfeier in Karlsruhe abgehalten hatte, in der Sturmabteilung (SA) der NSDAP auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und ging schließlich in dieser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161, 465h Nr. 54320; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 17. November 2024).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 387 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17), https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/materialien-zur-stadtgeschichte/publikationen-zur-stadtgeschichte-digital/buecher-zur-stadtgeschichte/vergriffene-publikationen-stadtarchiv (Zugriff am 19. Oktober 2022); Stefan Zwicker: &amp;quot;Nationale Märtyrer&amp;quot;: Albert Leo Schlageter und Julius Fučík. Heldenkult, Propaganda und Erinnerungskultur, Paderborn 2006 (= Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart), https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00052141_00001.html (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598797</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-04-11T09:26:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicht zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu diesem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598796</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-04-11T09:24:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicht zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:top-2718</title>
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		<updated>2026-04-04T13:15:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Theodor-Heuss-Allee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Theodor-Heuss-Allee}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Theodor-Heuss-Allee=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theodor-Heuss-Allee liegt im Nordosten des Stadtgebiets und bildete ursprünglich die Hauptzufahrt zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, heute Waldstadt-Waldlage. Sie verläuft als Umgehungsstraße an ihrem westlichen Rand entlang und verbindet den &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0006&amp;quot;&amp;gt;Adenauerring&amp;lt;/lex&amp;gt; mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1034&amp;quot;&amp;gt;Gustav-Heinemann-Allee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Vom Adenauerring kommend zweigen zunächst der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1440&amp;quot;&amp;gt;Kanalweg&amp;lt;/lex&amp;gt; nach links und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1574&amp;quot;&amp;gt;Klosterweg&amp;lt;/lex&amp;gt; nach rechts ab. Danach beginnt auf der rechten Seite die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2324&amp;quot;&amp;gt;Rintheimer Querallee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Nach diesem Abzweig sind die einzelnen Straßen durchnummeriert und gehen in östlicher Richtung ab: 1. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0418&amp;quot;&amp;gt;Breslauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 2. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1592&amp;quot;&amp;gt;Königsberger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 3. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2469&amp;quot;&amp;gt;Schneidemühler Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 4. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1378&amp;quot;&amp;gt;Insterburger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 5. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1588&amp;quot;&amp;gt;Kolberger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; und 6. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0624&amp;quot;&amp;gt;Elbinger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;. Wo die Allee nach Osten abbiegt, zweigt nach Westen die L 604 in Richtung Eggenstein ab. Fünf 12 bis 18-geschossige Hochhäuser stehen ab der Königsberger Straße bis zur L 604 an der Allee und überragen damit den Waldbestand deutlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in vielen westdeutschen Neubaugebieten der 1950er-und 1960er-Jahre erinnern die Straßennamen in der Waldstadt – mit Ausnahme des Europaviertels – an Städte in den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Westlich der Theodor-Heuss-Allee befindet sich der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0749&amp;quot;&amp;gt;Hardtwald&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die einzige Hausnummer der Allee – Nummer 15 – gehört zum Forsthaus gegenüber der Einmündung der Elbinger Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang der Allee und dem Klosterweg befinden sich noch Reste der denkmalgeschützten Fasanengartenmauer, die 1768 Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; als Umgrenzung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0730&amp;quot;&amp;gt;Fasanengartens&amp;lt;/lex&amp;gt; errichten ließ. An der Ecke zur Breslauer Straße befindet sich der ebenfalls denkmalgeschützte Brunnen von Frido Lehr, der 1963 errichtet wurde. Bis 1968 hieß die Straße &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0364&amp;quot;&amp;gt;Blankenlocher Allee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Dann wurde sie nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss (31. Januar 1884 – 12. Dezember 1963) umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Meter nördlich der Theodor-Heuss-Allee, ungefähr in Höhe der Einmündung Breslauer Straße, befand sich der Schießplatz Fürstenberger Schlag. Hier wurden am 1. April 1944 14 Mitglieder des Französischen Widerstands („Réseau Alliance&amp;quot;) erschossen. Die Betonwand des Schießplatzes existierte noch bis in die 2010er-Jahre. Mit einer Gedeenktafel Ecke Theodor-Heuss-Allee und Breslauer Straße erinnert die Stadt Karlsruhe an die Opfer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2019&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 47 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/index.php?suchstring=Theodor-Heuss-Allee&amp;amp;Suche+starten=Suche+starten (Zugriff am 26. März 2019).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Jochen Karl Mehldau: Regeln und Ausnahmen – Straßennamen 1845-1993, in: Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 23-35, S. 29 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:top-2718</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Theodor-Heuss-Allee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Theodor-Heuss-Allee}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Theodor-Heuss-Allee=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theodor-Heuss-Allee liegt im Nordosten des Stadtgebiets und bildete ursprünglich die Hauptzufahrt zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, heute Waldstadt-Waldlage. Sie verläuft als Umgehungsstraße an ihrem westlichen Rand entlang und verbindet den &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0006&amp;quot;&amp;gt;Adenauerring&amp;lt;/lex&amp;gt; mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1034&amp;quot;&amp;gt;Gustav-Heinemann-Allee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Vom Adenauerring kommend zweigen zunächst der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1440&amp;quot;&amp;gt;Kanalweg&amp;lt;/lex&amp;gt; nach links und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1574&amp;quot;&amp;gt;Klosterweg&amp;lt;/lex&amp;gt; nach rechts ab. Danach beginnt auf der rechten Seite die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2324&amp;quot;&amp;gt;Rintheimer Querallee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Nach diesem Abzweig sind die einzelnen Straßen durchnummeriert und gehen in östlicher Richtung ab: 1. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0418&amp;quot;&amp;gt;Breslauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 2. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1592&amp;quot;&amp;gt;Königsberger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 3. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2469&amp;quot;&amp;gt;Schneidemühler Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 4. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1378&amp;quot;&amp;gt;Insterburger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 5. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1588&amp;quot;&amp;gt;Kolberger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; und 6. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0624&amp;quot;&amp;gt;Elbinger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;. Wo die Allee nach Osten abbiegt, zweigt nach Westen die L 604 in Richtung Eggenstein ab. Fünf 12 bis 18-geschossige Hochhäuser stehen ab der Königsberger Straße bis zur L 604 an der Allee und überragen damit den Waldbestand deutlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in vielen westdeutschen Neubaugebieten der 1950er-und 1960er-Jahre erinnern die Straßennamen in der Waldstadt – mit Ausnahme des Europaviertels – an Städte in den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Westlich der Theodor-Heuss-Allee befindet sich der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0749&amp;quot;&amp;gt;Hardtwald&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die einzige Hausnummer der Allee – Nummer 15 – gehört zum Forsthaus gegenüber der Einmündung der Elbinger Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang der Allee und dem Klosterweg befinden sich noch Reste der denkmalgeschützten Fasanengartenmauer, die 1768 Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; als Umgrenzung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0730&amp;quot;&amp;gt;Fasanengartens&amp;lt;/lex&amp;gt; errichten ließ. An der Ecke zur Breslauer Straße befindet sich der ebenfalls denkmalgeschützte Brunnen von Frido Lehr, der 1963 errichtet wurde. Bis 1968 hieß die Straße Blankenlocher Allee. Dann wurde sie nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss (31. Januar 1884 – 12. Dezember 1963) umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Meter nördlich der Theodor-Heuss-Allee, ungefähr in Höhe der Einmündung Breslauer Straße, befand sich der Schießplatz Fürstenberger Schlag. Hier wurden am 1. April 1944 14 Mitglieder des Französischen Widerstands („Réseau Alliance&amp;quot;) erschossen. Die Betonwand des Schießplatzes existierte noch bis in die 2010er-Jahre. Mit einer Gedeenktafel Ecke Theodor-Heuss-Allee und Breslauer Straße erinnert die Stadt Karlsruhe an die Opfer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2019&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 47 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/index.php?suchstring=Theodor-Heuss-Allee&amp;amp;Suche+starten=Suche+starten (Zugriff am 26. März 2019).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Jochen Karl Mehldau: Regeln und Ausnahmen – Straßennamen 1845-1993, in: Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 23-35, S. 29 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2190&amp;diff=598743</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2190</title>
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		<updated>2026-03-28T16:56:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Ernst Waldemar Rink */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Ernst Waldemar Rink}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ernst Waldemar Rink=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzamtsangestellter, Vorsitzender des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1896&amp;quot;&amp;gt;Alldeutschen Verbandes&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 9. Dezember 1899 Karlsruhe, † 30. Mai 1978 Karlsruhe, kath., ∞ 30. März 1930 Anna Julchen Luise Beisel. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Finanzamtsangestellte Ernst Waldemar Rink gehörte 1924 bis 1934 dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt; an und war dort Kameradschaftsführer. Außerdem war er im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Alldeutschen Verband aktiv, 1932 bis 1937 in dessen Vortragsgemeinschaft. Obwohl er 1936 bis 1943 Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; war und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1949&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Arbeitsfront (DAF)&amp;lt;/lex&amp;gt; von 1937 bis 1943 angehörte, gab er in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; an, dass er als &amp;quot;Katholik und Nazi-Gegner ... vom Nazismus verfolgt u. im Dienstl. Fortkommen zurückgesetzt&amp;quot; gewesen sei. Seiner Überführung als Stahlhelmmitglied in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; der NSDAP habe er widersprochen. Und auch seine Entlassung als Finanzamtsangestellter sah Rink, der der Wehrmacht vom 10. Juli 1944 bis 10. September 1945 in der Wehrmachts-Kommandantur Amersfort angehört hatte, als Unrecht an. &lt;br /&gt;
Das Verfahren wurde im Zuge der Weihnachtsamnestie 1947 am 3. Mai 1948 eingestellt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 465h/29880; StadtAK 3/B Standesbücher.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-1196&amp;diff=598742</id>
		<title>De:Lexikon:bio-1196</title>
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		<updated>2026-03-28T16:55:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karl Friedrich (Fritz) Kröber}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karl Friedrich (Fritz) Kröber=&lt;br /&gt;
[[Datei:Kröber Fritz Führer 1934 04 26.jpg|alternativtext=Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.|links|mini|Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kröber Fritz Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99-001 Bue 305 Nr. 1773 Bild 1 (1-696097-1).jpg|alternativtext=Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.|links|mini|Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.]]&lt;br /&gt;
Handformer, Mitglied des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbundes&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 24. April 1908 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt;/Stadt Karlsruhe, † 24. April 1925 Durlach/Stadt Karlsruhe.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn des Durlacher Metallschleifers Karl Otto Kröber wurde am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl bei einem folgenschweren Zusammenstoß des Durlacher Schlageterbundes mit politischen Gegnern getötet. Der Polizeiwachtmeister und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannermann&amp;lt;/lex&amp;gt; Otto Reize hatte mit seiner Dienstpistole durch einen Schlitz in der Plane eines Propagandawagens geschossen und dabei Fritz Kröber tödlich getroffen. An der Beisetzung des 17-jährigen Kröber nahmen Ende April nahezu alle in Baden aktiven rechten Verbände und Organisationen teil: der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0399&amp;quot;&amp;gt;Jungdeutsche Orden&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Landesverband Baden des Deutschen Offiziersbundes, die Ortsgruppe Durlach der Mädchengruppe des Schlageterbundes, die Nationale Studentenschaft der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Ortsausschuss Karlsruhe des Reichsblocks, der Schlageterbund Pforzheim und Bruchsal, die Bismarckjugend Karlsruhe und Graben, die Wirtschaftliche Vereinigung Durlach, die Korporationen der TH Karlsruhe, der Blücherbund, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1939&amp;quot;&amp;gt;Wikingbund&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, die Ortsgruppe Neureut des Schlageterbundes, die Ortsgruppen Karlsruhe und Durlach des Frontkriegerbundes, der Wehrwolf Karlsruhe, der Wikingbund Königsbach, die Großdeutsche Jugend Durlach, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Durlach, der Landesleiter des Schlageterbundes und &amp;quot;einige nationale Frauen von Durlach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Kröber wurde später zu einem der sogenannten Märtyrer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. In Durlach benannte der neu formierte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; in seiner ersten Sitzung nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1472&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Fritz-Kröber-Straße um. In Karlsruhe wurde im folgenden Jahr das Fritz-Kröber-Heim, das Bannheim der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1948&amp;quot;&amp;gt;Hitlerjugend&amp;lt;/lex&amp;gt;, Bann 109 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3116&amp;quot;&amp;gt;Karlstor&amp;lt;/lex&amp;gt; eingeweiht. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1424&amp;quot;&amp;gt;Gartenschule&amp;lt;/lex&amp;gt; hieß seit Oktober 1935 Fritz-Kröber-Schule. Auch in vielen anderen badischen Städten und Gemeinden wurden solche Umbenennungen vorgenommen. Die Nationalsozialisten feierten ihn fälschlicherweise zu Propagandazwecken als ersten Hitlerjungen Deutschlands, der &amp;quot;sein Leben für die nationalsozialistische Revolution gegeben&amp;quot; habe, obwohl sich die Hitlerjugend (HJ) erst nach der Neugründung der NSDAP im Laufe des Jahres 1926 wieder formierte  (&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 26. April 1934). Keine Totengedenkfeier der badischen Partei fand nun ohne die Nennung Fritz Kröbers statt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 3/B Standesbücher; Karlsruher Zeitungen, u. a. Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des Führer vom 30. März 1935] https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 25. Februar 2026).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 47-444, S. 387-391 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-1196&amp;diff=598741</id>
		<title>De:Lexikon:bio-1196</title>
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		<updated>2026-03-28T16:54:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karl Friedrich (Fritz) Kröber}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karl Friedrich (Fritz) Kröber=&lt;br /&gt;
[[Datei:Kröber Fritz Führer 1934 04 26.jpg|alternativtext=Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.|links|mini|Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kröber Fritz Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99-001 Bue 305 Nr. 1773 Bild 1 (1-696097-1).jpg|alternativtext=Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.|links|mini|Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.]]&lt;br /&gt;
Handformer, Mitglied des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbundes&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 24. April 1908 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt;/Stadt Karlsruhe, † 24. April 1925 Durlach/Stadt Karlsruhe.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn des Durlacher Metallschleifers Karl Otto Kröber wurde am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl bei einem folgenschweren Zusammenstoß des Durlacher Schlageterbundes mit politischen Gegnern getötet. Der Polizeiwachtmeister und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannermann&amp;lt;/lex&amp;gt; Otto Reize hatte mit seiner Dienstpistole durch einen Schlitz in der Plane eines Propagandawagens geschossen und dabei Fritz Kröber tödlich getroffen. An der Beisetzung des 17-jährigen Kröber nahmen Ende April nahezu alle in Baden aktiven rechten Verbände und Organisationen teil: der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0399&amp;quot;&amp;gt;Jungdeutsche Orden&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Landesverband Baden des Deutschen Offiziersbundes, die Ortsgruppe Durlach der Mädchengruppe des Schlageterbundes, die Nationale Studentenschaft der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Ortsausschuss Karlsruhe des Reichsblocks, der Schlageterbund Pforzheim und Bruchsal, die Bismarckjugend Karlsruhe und Graben, die Wirtschaftliche Vereinigung Durlach, die Korporationen der TH Karlsruhe, der Blücherbund, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1939&amp;quot;&amp;gt;Wikingbund&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, die Ortsgruppe Neureut des Schlageterbundes, die Ortsgruppen Karlsruhe und Durlach des Frontkriegerbundes, der Wehrwolf Karlsruhe, der Wikingbund Königsbach, die Großdeutsche Jugend Durlach, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Durlach, der Landesleiter des Schlageterbundes und &amp;quot;einige nationale Frauen von Durlach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Kröber wurde später zu einem der sogenannten Märtyrer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. In Durlach benannte der neu formierte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; in seiner ersten Sitzung nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1472&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Fritz-Kröber-Straße um. In Karlsruhe wurde im folgenden Jahr das Fritz-Kröber-Heim, das Bannheim der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1948&amp;quot;&amp;gt;Hitlerjugend&amp;lt;/lex&amp;gt;, Bann 109 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3116&amp;quot;&amp;gt;Karlstor&amp;lt;/lex&amp;gt; eingeweiht. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1424&amp;quot;&amp;gt;Gartenschule&amp;lt;/lex&amp;gt; hieß seit Oktober 1935 Fritz-Kröber-Schule. Auch in vielen anderen badischen Städten und Gemeinden wurden solche Umbenennungen vorgenommen. Die Nationalsozialisten feierten ihn fälschlicherweise zu Propagandazwecken als ersten Hitlerjungen Deutschlands, der &amp;quot;sein Leben für die nationalsozialistische Revolution gegeben&amp;quot; habe, obwohl sich die Hitlerjugend (HJ) erst nach der Neugründung der NSDAP im Laufe des Jahres 1926 wieder formierte  (&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 26. April 1934). Keine Totengedenkfeier der badischen Partei fand nun ohne die Nennung Fritz Kröbers statt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 3/B Standesbücher; Karlsruher Zeitungen, u. a.  [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3193676?query=vertierte Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des Führer vom 30. März 1935] https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 25. Februar 2026).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 47-444, S. 387-391 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2165&amp;diff=598740</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2165</title>
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		<updated>2026-03-28T16:51:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Paul Billet}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Paul Max Billet=&lt;br /&gt;
[[Datei:Billet Paul Führer 1934 05 06.jpg|alternativtext=Paul Billet, &amp;quot;Der Führer&amp;quot; vom 6. Mai 1934.|links|mini|Paul Billet, &amp;quot;Der Führer&amp;quot; vom 6. Mai 1934.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Billet Paul 8 PBS oVI 445.jpg|alternativtext=Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.|links|mini|Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.]]&lt;br /&gt;
Buchdrucker, Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 20. April 1905 Lahr, † 25. Mai 1931 Karlsruhe, ev. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Lahrer SA-Mann Paul Billet, Sohn eines Mechanikers und  gelernter Buchdrucker, kam bei einem Propagandaumzug der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; am Pfingstmontag, dem 25. Mai 1931, auf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; nahe der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0009&amp;quot;&amp;gt;Adlerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; unter zunächst nicht ganz geklärten Umständen zu Tode. Mitglieder der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; hatten den Umzug angegriffen, so dass in der Presse zu lesen war, dass Billet von Kommunisten erschlagen worden sei. Von den nach dem Vorfall verhafteten Kommunisten, die auf Billet eingeschlagen hatten, wurden vier wegen Landfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verurteilt. Eine weitere polizeiliche Untersuchung 1932 ergab aber , dass eine ebenfalls der KPD angehörende Zuschauerin Billet einen Knüppel zwischen die Speichen seines Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war. Die Frau wurde in einem zweiten Prozess am 24. MaI 1932 wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Die NS-Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; bedachte dies mit der Schlagzeile &amp;quot;Vertierte Weiber als Totschläger&amp;quot; und lieferte damit eines von vielen Beispielen der Instrumentalisierung und propagandistischen Ausschlachtung des Todes des Lahrer Sa-Mannes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon an der Beerdigung Billets nahmen zahlreiche &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; teil. Am 3. Juni 1931 fand eine Trauerkundgebung der NSDAP in der, einem Artikel der Zeitung Der Führer zufolge, überfüllten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; statt. Der Adjutant Hitlers Wilhelm Friedrich Karl Brückner und der SA-Gruppenführer Südwest Dietrich von Jagow hielten Traueransprachen. Billet galt nun bald als einer der Blutzeugen der badischen NSDAP. Nach ihm wurde noch 1933 der Platz an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1247&amp;quot;&amp;gt;Kleinen Kirche&amp;lt;/lex&amp;gt; in Paul-Billet-Platz benannt, am 23. November 1935 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0093&amp;quot;&amp;gt;Paul-Billet-Denkmal&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Kaiserstraße aufgestellt. Nach dem 5. März 1933 wurden in vielen Orten Straßen umbenannt, in einigen Orten, wie in Karlsruhe gar Denkmäler errichtet. Ähnliche Ehrungen erhielt Billet auch in anderen badischen Orten, so wurde 1935 das Reichsarbeitsdienstlager der Abteilung 6/273 in Lahr nach ihm benannt. Nach Ende des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Kriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; wurden die Denkmäler entfernt und die Platz- und Straßenbenennungen aufgehoben.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2024&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Stadtarchiv Lahr Familienmeldebogen Karl Friedrich Billet; Karlsruher Zeitungen 1931 bis 1935, darunter Der Führer vom 2. Juni 1931, [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22, vom 22. Mai 1932] [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3193676?query=vertierte https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3193676?query=vertierte, Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des Führer vom 30. März 1935]https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3453950 und vom 24. November 1935, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3456892 (Zugriff jeweils am 17. Janaur 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Beatrice Vierneisel: Paul-Billet-Denkmal, in: Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, Karlsruhe 1989, 2. Aufl., S. 654-657 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598739</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-03-28T16:49:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicherbort zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0503</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gottfried Erik Fuchs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gottfried Fuchs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0503_8_SpoA_5316_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gottfried Erik Fuchs=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 3. Mai 1889 Karlsruhe, † 25. Februar 1972 Montreal-Westmont/Kanada, jüd., ∞ 1923 Eugenia Steinberg, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Kaufmanns Gustav Fuchs besuchte in Karlsruhe die Volksschule und dann bis 1905 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0937&amp;quot;&amp;gt;Realgymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seine Fußballkarriere begann er danach beim Düsseldorfer FC 1899, mit dem ihm 1907 die Meisterschaft von Nordrhein und Westdeutschland gelang. In Düsseldorf absolvierte er eine Lehre bis 1907 bei der Holzhandlung F.W. Flosbach &amp;amp; Co. Danach ging er aus beruflichen Gründen für ein Jahr nach London und Liverpool, wo er bei zwei dortigen Firmen arbeitete. Nach wie vor spielte er aber für den Düsseldorfer FC. Nach der Rückkehr aus London leistete er ab 1. Oktober 1908 seinen einjährigen Militärdienst beim Badischen Feldartillerie Regiment Nr. 14.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1908 wurde Fuchs 1. Spielfüher beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, mit dem er 1910 Deutscher Meister wurde. In diesem Jahr wird er auch als Schiedsrichter eingesetzt. Legendär sind die zehn Tore, die Fuchs während der Olympischen Spiele in Stockholm gegen Russland am 1. Juli 1912 schoss. Dieser Rekord blieb bis 2001 bestehen, und es hatte auch bis 1930 gedauert, ehe der Dresdner Richard Hoffmann seine in sechs Länderspielen erzielten 14 Tore übertraf. Fuchs war mit seinem kongenialen Sturmpartner &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt; einer von nur zwei deutschen Fußballnationalspielern jüdischen Glaubens. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der Leutnant viermal verwundet und mehrfach mit Orden, 1914 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, 1917 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgezeichnet wurde, spielte Fuchs noch kurze Zeit für den KFV, bevor er 1920 seine Fußballkarriere beendete. 1921 wurde er Ehrenspielführer des KFV. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Fuchs 1909 zunächst als Angestellter in den von seinem Großvater Hirsch Fuchs 1877 begründeten Familienbetrieb &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0059&amp;quot;&amp;gt;H. Fuchs Söhne&amp;lt;/lex&amp;gt; eingestiegen, seit 1912 als zeichnungsberchtigter Vertreter seines Vaters. 1921 übernahm er die Geschäftsführung der H. Fuchs Söhne Außenhandelsgesellschaft mbH, deren Sitz 1934 von Karlsruhe nach Berlin verlegt wurde. Bis 1928 wird er im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; als Fabrikant und Mitinhaber der Holzhandlung Fuchs Söhne geführt. Als Gesellschafter der Firma schied er aber erst 1935 aus. 1929 zog die fünfköpfige Familie nach Berlin, da ihnen Karlsruhe „zu provinziell“ geworden sein soll, in erster Linie aber wohl, weil dort die Filiale der Firma Fuchs gegründet worden war. In Berlin gehörte Fuchs dem Tennisclub Nikolassee, zeitweise als Vorstandsmitglied, bis 1935 an, als dieser festlegte, dass Mitglieder nur noch Personen „arischer Abstammung“ sein konnten. Auch der KFV hatte 1933 zu den Vereinen gehört, die 1933 Juden ausgeschlossen hatten. In den 1920er-Jahren hatte Fuchs nach seiner Fußballkarriere auch schon in Karlsruhe beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0151&amp;quot;&amp;gt;Tennis&amp;lt;/lex&amp;gt; gespielt, für den er auch etliche Turniere organisiert hatte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 entschloss Fuchs sich zur Flucht, erst in die Schweiz, dann nach Frankreich, von wo aus die Familie mit der Mutter kurz vor der französischen Niederlage über Großbritannien 1940 nach Kanada ausreiste, wo er am 12. Juni 1940 ankam. Fuchs, der sich nun in Godfrey E. Fochs umbenannte, war in Kanada in der Textilbranche und als Investor tätig. Er kehrte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; einige Male wegen zu klärender Rechtsfragen nach Deutschland zurück, aber immer „mit sehr gemischten Gefühlen“, wofür es viele Gründe gab, darunter den, dass seine einzige Schwester ermordet worden war. Auch den Kontakt zum KFV mied er in Erinnerung an das Schicksal seines Stürmerkollegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1943 in Auschwitz ermordet worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 lehnte der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Einladung zur Eröffnung des Olympiastadions in München ab, die der ehemalige Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger vorgeschlagen hatte. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Weg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußballnational­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Benennung eines kleinen Platzes am Karlsruher Weg (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3328&amp;quot;&amp;gt;Gottfried-Fuchs-Platz&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/16&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1900-1940, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff jeweils am 4. März 2025);  Monica Heller: Über ihren Großvater Gottfried Fuchs und seine Familiengeschichte, Interview vom 10. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Werner Skrentny: &amp;quot;Gotti&amp;quot; and &amp;quot;Juller&amp;quot;. Gottfried Fuchs/Godfrey E. Fochs and Julius Hirsch. International soccer players, friends and Jews. Fußball-Nationalspieler, Freunde und Juden, [Göttingen] 2012;  Karl-Heinz Schwarz-Pich: Fuchs, Gottfried, in: Baden-Württembergische Biographien V, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2013, S. 107-109.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0503</title>
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		<updated>2026-03-26T09:43:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gottfried Erik Fuchs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gottfried Fuchs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0503_8_SpoA_5316_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gottfried Erik Fuchs=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 3. Mai 1889 Karlsruhe, † 25. Februar 1972 Montreal-Westmont/Kanada, jüd., ∞ 1923 Eugenia Steinberg, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Kaufmanns Gustav Fuchs besuchte in Karlsruhe die Volksschule und dann bis 1905 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0937&amp;quot;&amp;gt;Realgymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seine Fußballkarriere begann er danach beim Düsseldorfer FC 1899, mit dem ihm 1907 die Meisterschaft von Nordrhein und Westdeutschland gelang. In Düsseldorf absolvierte er eine Lehre bis 1907 bei der Holzhandlung F.W. Flosbach &amp;amp; Co. Danach ging er aus beruflichen Gründen für ein Jahr nach London und Liverpool, wo er bei zwei dortigen Firmen arbeitete. Nach wie vor spielte er aber für den Düsseldorfer FC. Nach der Rückkehr aus London leistete er ab 1. Oktober 1908 seinen einjährigen Militärdienst beim Badischen Feldartillerie Regiment Nr. 14.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1908 wurde Fuchs 1. Spielfüher beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, mit dem er 1910 Deutscher Meister wurde. In diesem Jahr wird er auch als Schiedsrichter eingesetzt. Legendär sind die zehn Tore, die Fuchs während der Olympischen Spiele in Stockholm gegen Russland am 1. Juli 1912 schoss. Dieser Rekord blieb bis 2001 bestehen, und es hatte auch bis 1930 gedauert, ehe der Dresdner Richard Hoffmann seine in sechs Länderspielen erzielten 14 Tore übertraf. Fuchs war mit seinem kongenialen Sturmpartner &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt; einer von nur zwei deutschen Fußballnationalspielern jüdischen Glaubens. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der Leutnant viermal verwundet und mehrfach mit Orden, 1914 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, 1917 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgezeichnet wurde, spielte Fuchs noch kurze Zeit für den KFV, bevor er 1920 seine Fußballkarriere beendete. 1921 wurde er Ehrenspielführer des KFV. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Fuchs 1909 zunächst als Angestellter in den von seinem Großvater Hirsch Fuchs 1877 begründeten Familienbetrieb &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0059&amp;quot;&amp;gt;H. Fuchs Söhne&amp;lt;/lex&amp;gt; eingestiegen, seit 1912 als zeichnungsberchtigter Vertreter seines Vaters. 1921 übernahm er die Geschäftsführung der H. Fuchs Söhne Außenhandelsgesellschaft mbH, deren Sitz 1934 von Karlsruhe nach Berlin verlegt wurde. Bis 1928 wird er im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; als Fabrikant und Mitinhaber der Holzhandlung Fuchs Söhne geführt. Als Gesellschafter der Firma schied er aber erst 1935 aus. 1929 zog die fünfköpfige Familie nach Berlin, da ihnen Karlsruhe „zu provinziell“ geworden sein soll, in erster Linie aber wohl, weil dort die Filiale der Firma Fuchs gegründet worden war. In Berlin gehörte Fuchs dem Tennisclub Nikolassee, zeitweise als Vorstandsmitglied, bis 1935 an, als dieser festlegte, dass Mitglieder nur noch Personen „arischer Abstammung“ sein konnten. Auch der KFV hatte 1933 zu den Vereinen gehört, die 1933 Juden ausgeschlossen hatten. In den 1920er-Jahren hatte Fuchs nach seiner Fußballkarriere auch schon in Karlsruhe beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0151&amp;quot;&amp;gt;Tennis&amp;lt;/lex&amp;gt; gespielt, für den er auch etliche Turniere organisiert hatte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 entschloss Fuchs sich zur Flucht, erst in die Schweiz, dann nach Frankreich, von wo aus die Familie mit der Mutter kurz vor der französischen Niederlage über Großbritannien 1940 nach Kanada ausreiste, wo er am 12. Juni 1940 ankam. Fuchs, der sich nun in Godfrey E. Fochs umbenannte, war in Kanada in der Textilbranche und als Investor tätig. Er kehrte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; einige Male wegen zu klärender Rechtsfragen nach Deutschland zurück, aber immer „mit sehr gemischten Gefühlen“, wofür es viele Gründe gab, darunter den, dass seine einzige Schwester ermordet worden war. Auch den Kontakt zum KFV mied er in Erinnerung an das Schicksal seines Stürmerkollegen Julius Hirsch, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1943 in Auschwitz ermordet worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 lehnte der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Einladung zur Eröffnung des Olympiastadions in München ab, die der ehemalige Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger vorgeschlagen hatte. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Weg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußballnational­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Benennung eines kleinen Platzes am Karlsruher Weg (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3328&amp;quot;&amp;gt;Gottfried-Fuchs-Platz&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/16&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1900-1940, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff jeweils am 4. März 2025);  Monica Heller: Über ihren Großvater Gottfried Fuchs und seine Familiengeschichte, Interview vom 10. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Werner Skrentny: &amp;quot;Gotti&amp;quot; and &amp;quot;Juller&amp;quot;. Gottfried Fuchs/Godfrey E. Fochs and Julius Hirsch. International soccer players, friends and Jews. Fußball-Nationalspieler, Freunde und Juden, [Göttingen] 2012;  Karl-Heinz Schwarz-Pich: Fuchs, Gottfried, in: Baden-Württembergische Biographien V, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2013, S. 107-109.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0503&amp;diff=598695</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0503</title>
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		<updated>2026-03-26T09:39:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gottfried Fuchs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0503_8_SpoA_5316_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gottfried Erik Fuchs=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 3. Mai 1889 Karlsruhe, † 25. Februar 1972 Montreal-Westmont/Kanada, jüd., ∞ 1923 Eugenia Steinberg, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Kaufmanns Gustav Fuchs besuchte in Karlsruhe die Volksschule und dann bis 1905 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0937&amp;quot;&amp;gt;Realgymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seine Fußballkarriere begann er danach beim Düsseldorfer FC 1899, mit dem ihm 1907 die Meisterschaft von Nordrhein und Westdeutschland gelang. In Düsseldorf absolvierte er eine Lehre bis 1907 bei der Holzhandlung F.W. Flosbach &amp;amp; Co. Danach ging er beruflichen Gründen für ein Jahr nach London und Liverpool, wo er bei zwei dortigen Firmen arbeitete. Nach wie vor spielte er für den Düsseldorfer FC. Nach der Rückkehr aus London leistete er ab 1. Oktober 1908 seinen einjährigen Militärdienst beim Badischen Feldartillerie Regiment Nr. 14.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1908 wurde Fuchs 1. Spielfüher beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, mit dem er 1910 Deutscher Meister wurde. In diesem Jahr wird er auch als Schiedsrichter eingesetzt. Legendär sind die zehn Tore, die Fuchs während der Olympischen Spiele in Stockholm gegen Russland am 1. Juli 1912 schoss. Dieser Rekord blieb bis 2001 bestehen, und es hatte auch bis 1930 gedauert, ehe der Dresdner Richard Hoffmann seine in sechs Länderspielen erzielten 14 Tore übertraf. Fuchs war mit seinem kongenialen Sturmpartner &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt; einer von nur zwei deutschen Fußballnationalspielern jüdischen Glaubens. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der Leutnant viermal verwundet und mehrfach mit Orden, 1914 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, 1917 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgezeichnet wurde, spielte Fuchs noch kurze Zeit für den KFV, bevor er 1920 seine Karriere beendete. 1921 wurde er Ehrenspielführer des KFV. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Fuchs 1909 zunächst als Angestellter in den von seinem Großvater Hirsch Fuchs 1877 begründeten Familienbetrieb &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0059&amp;quot;&amp;gt;H. Fuchs Söhne&amp;lt;/lex&amp;gt; eingestiegen, seit 1912 als zeichnungsberchtigter Vertreter seines Vaters. 1921 übernahm er die Geschäftsführung der H. Fuchs Söhne Außenhandelsgesellschaft mbH, deren Sitz 1934 von Karlsruhe nach Berlin verlegt wurde. Bis 1928 wird er im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; als Fabrikant und Mitinhaber der Holzhandlung Fuchs Söhne geführt. Als Gesellschafter der Firma schied er aber erst 1935 aus. 1929 zog die fünfköpfige Familie nach Berlin, da ihnen Karlsruhe „zu provinziell“ geworden sein soll, in erster Linie aber wohl, weil dort die Filiale der Firma Fuchs gegründet worden war. In Berlin gehörte Fuchs dem Tennisclub Nikolassee, zeitweise als Vorstandsmitglied, bis 1935 an, als dieser festlegte, dass Mitglieder nur noch Personen „arischer Abstammung“ sein konnten. Auch der KFV hatte 1933 zu den Vereinen gehört, die 1933 Juden ausgeschlossen hatten. In den 1920er-Jahren hatte Fuchs nach seiner Fußballkarriere auch schon in Karlsruhe beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0151&amp;quot;&amp;gt;Tennis&amp;lt;/lex&amp;gt; gespielt, für den er auch etliche Turniere organisiert hatte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 entschloss Fuchs sich zur Flucht, erst in die Schweiz, dann nach Frankreich, von wo aus die Familie mit der Mutter kurz vor der französischen Niederlage über Großbritannien 1940 nach Kanada ausreiste, wo er am 12. Juni 1940 ankam. Fuchs, der sich nun in Godfrey E. Fochs umbenannte, war in Kanada in der Textilbranche und als Investor tätig. Er kehrte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; einige Male wegen zu klärender Rechtsfragen nach Deutschland zurück, aber immer „mit sehr gemischten Gefühlen“, wofür es viele Gründe gab, darunter den, dass seine einzige Schwester ermordet worden war. Auch den Kontakt zum KFV mied er in Erinnerung an das Schicksal seines Stürmerkollegen Julius Hirsch, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1943 in Auschwitz ermordet worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 lehnte der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Einladung zur Eröffnung des Olympiastadions in München ab, die der ehemalige Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger vorgeschlagen hatte. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Weg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußballnational­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Benennung eines kleinen Platzes am Karlsruher Weg (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3328&amp;quot;&amp;gt;Gottfried-Fuchs-Platz&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/16&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1900-1940, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff jeweils am 4. März 2025);  Monica Heller: Über ihren Großvater Gottfried Fuchs und seine Familiengeschichte, Interview vom 10. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Werner Skrentny: &amp;quot;Gotti&amp;quot; and &amp;quot;Juller&amp;quot;. Gottfried Fuchs/Godfrey E. Fochs and Julius Hirsch. International soccer players, friends and Jews. Fußball-Nationalspieler, Freunde und Juden, [Göttingen] 2012;  Karl-Heinz Schwarz-Pich: Fuchs, Gottfried, in: Baden-Württembergische Biographien V, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2013, S. 107-109.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0503&amp;diff=598691</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0503</title>
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		<updated>2026-03-26T09:18:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gottfried Fuchs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0503_8_SpoA_5316_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gottfried Erik Fuchs=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 3. Mai 1889 Karlsruhe, † 25. Februar 1972 Montreal-Westmont/Kanada, jüd., ∞ 1923 Eugenia Steinberg, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Kaufmanns Gustav Fuchs besuchte in Karlsruhe die Volksschule und dann bis 1905 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0937&amp;quot;&amp;gt;Realgymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seine Fußballkarriere begann er danach beim Düsseldorfer FC 1899, mit dem ihm 1907 die Meisterschaft von Nordrhein und Westdeutschland gelang. In Düsseldorf absolvierte er eine Lehre bis 1907 bei der Holzhandlung F.W. Flosbach &amp;amp; Co. Danach ging er beruflichen Gründen für ein Jahr nach London und Liverpool, wo er bei zwei dortigen Firmen arbeitete. Nach wie vor spielte er für den Düsseldorfer FC. Nach der Rückkehr aus London leistete er ab 1. Oktober 1908 seinen einjährigen Militärdienst beim Badischen Feldartillerie Regiment Nr. 14.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1908 wurde Fuchs 1. Spielfüher beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, mit dem er 1910 Deutscher Meister wurde. In diesem Jahr wird er auch als Schiedsrichter eingesetzt. Legendär sind die zehn Tore, die Fuchs während der Olympischen Spiele in Stockholm gegen Russland am 1. Juli 1912 schoss. Dieser Rekord blieb bis 2001 bestehen, und es hatte auch bis 1930 gedauert, ehe der Dresdner Richard Hoffmann seine in sechs Länderspielen erzielten 14 Tore übertraf. Fuchs war mit seinem kongenialen Sturmpartner &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt; einer von nur zwei deutschen Fußballnationalspielern jüdischen Glaubens. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der Leutnant viermal verwundet und mehrfach mit Orden, 1914 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, 1917 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgezeichnet wurde, spielte Fuchs noch kurze Zeit für den KFV, bevor er 1920 seine Karriere beendete. 1921 wurde er Ehrenspielführer des KFV. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Fuchs 1909 zunächst als Angestellter in den von seinem Großvater Hirsch Fuchs 1877 begründeten Familienbetrieb &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0059&amp;quot;&amp;gt;H. Fuchs Söhne&amp;lt;/lex&amp;gt; eingestiegen, seit 1912 als zeichnungsberchtigter Vertreter seines Vaters. 1921 übernahm er die Geschäftsführung der H. Fuchs Söhne Außenhandelsgesellschaft mbH, deren Sitz 1934 von Karlsruhe nach Berlin verlegt wurde. Bis 1928 wird er im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; als Fabrikant und Mitinhaber der Holzhandlung Fuchs Söhne geführt. Als Gesellschafter der Firma schied er aber erst 1935 aus. 1929 zog die fünfköpfige Familie nach Berlin, da ihnen Karlsruhe „zu provinziell“ geworden sein soll, in erster Linie aber wohl, weil dort die Filiale der Firma Fuchs gegründet worden war. In Berlin gehörte Fuchs dem Tennisclub Nikolassee, zeitweise als Vorstandsmitglied, bis 1935 an, als dieser festlegte, dass Mitglieder nur noch Personen „arischer Abstammung“ sein konnten. Auch der KFV hatte 1933 zu den Vereinen gehört, die 1933 Juden ausgeschlossen hatten. In den 1920er-Jahren hatte Fuchs nach seiner Fußballkarriere auch schon in Karlsruhe beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0151&amp;quot;&amp;gt;Tennis&amp;lt;/lex&amp;gt; gespielt, für den er auch etliche Turniere organisiert hatte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 entschloss Fuchs sich zur Flucht, erst in die Schweiz, dann nach Frankreich, von wo aus die Familie mit der Mutter kurz vor der französischen Niederlage über Großbritannien 1940 nach Kanada ausreiste, wo er am 12. Juni 1940 ankam. Fuchs, der sich nun in Godfrey E. Fochs umbenannte, war in Kanada in der Textilbranche und als Investor tätig. Er kehrte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; einige Male wegen zu klärender Rechtsfragen nach Deutschland zurück, aber immer „mit sehr gemischten Gefühlen“, wofür es viele Gründe gab, darunter den, dass seine einzige Schwester ermordet worden war. Auch den Kontakt zum KFV mied er in Erinnerung an das Schicksal seines Stürmerkollegen Julius Hirsch, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1943 in Auschwitz ermordet worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 lehnte der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Einladung zur Eröffnung des Olympiastadions in München ab, die der ehemalige Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger vorgeschlagen hatte. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Weg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußballnational­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Benennung eines kleinen Platzes am Karlsruher Weg (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3328&amp;quot;&amp;gt;Gottfried-Fuchs-Platz&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/16&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1900-1940, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff jeweils am 4. März 2025);  Monica Heller: Über ihren Großvater Gottfried Fuchsb und seine Familiengeschichte, Interview vom 1o. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Werner Skrentny: &amp;quot;Gotti&amp;quot; and &amp;quot;Juller&amp;quot;. Gottfried Fuchs/Godfrey E. Fochs and Julius Hirsch. International soccer players, friends and Jews. Fußball-Nationalspieler, Freunde und Juden, [Göttingen] 2012;  Karl-Heinz Schwarz-Pich: Fuchs, Gottfried, in: Baden-Württembergische Biographien V, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2013, S. 107-109.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0506&amp;diff=598690</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0506</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0506&amp;diff=598690"/>
		<updated>2026-03-26T09:10:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Hirsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_Hirsch_8_SpoA_1300.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Das Innentrio der Altmeister-Mannschaft des KFV: &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0501&amp;quot;&amp;gt;Fritz Förderer&amp;lt;/lex&amp;gt;, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch (von links), 1921, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 1300.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige der Deutschen Signalflaggenfabrik G.m.b.H, in: Deutsche Staedte. Stuttgart 1922, S. 154.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Hirsch=&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballnationalspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 7. April 1892 Achern/Lkr. Ortenaukreis, † 1943 Auschwitz (am 8. Mai 1945 für tot erklärt), jüd., ∞ 1920 Ella Hauser (ev.), 1 Tochter, 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Julius Hirsch wurde als jüngster Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruher Tuchwarenkaufmanns Berthold Hirsch, der Mitinhaber eines Tuchwarengeschäfts war, während eines Aufenthaltes seiner Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern geboren. Die zweijährige Kaufmannslehre schloss er nach der Mittleren Reife und dem Besuch einer Handelsschule bei der Karlsruher Lederhandlung Freud und Strauss am 1. Oktober 1908 ab, für die er bis zum 22. März 1912 arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler trat Hirsch 1902 in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein, 1909 spielte er in der ersten Mannschaft, an deren Deutscher Meisterschaft 1910 er maßgeblichen Anteil hatte. 1911 erfolgte die Berufung in die Nationalmannschaft - er war damit der erste von nur zwei deutschen Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Es folgte ihm nur noch sein kongenialer Sturmpartner beim KFV und in der Nationalmannschaft &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0503&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Fuchs&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1913 wechselte er aus beruflichen Gründen nach Fürth zur dortigen Spielvereinigung, mit der er 1914 noch einmal Deutscher Meister wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Erste Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; verhinderte weitere nationale und internationale Erfolge. So blieb es bei nur sieben Länderspielen mit vier Toren, alle beim 5:5 gegen Holland am 24. März 1912 erzielt. Hirsch ist damit der einzige Karlsruher Fußballnationalspieler, der mit zwei verschiedenen Mannschaften Deutscher Meister wurde, und der erste deutsche Fußballnationalspieler, der vier Tore in einem Länderspiel erzielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsdienst 1914 bis 1918 spielte Hirsch - er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und die bayerische Dienstauszeichnung - wieder kurz bei der Spielvereinigung Fürth und kehrte schon 1919 zum KFV zurück, wo er aber an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen konnte. 1923 beendete er, seit 1921 Ehrenspielführer, seine aktive Laufbahn, blieb aber dem KFV verbunden, so war er zeitweise Mitglied des Spielausschusses.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hirsch erfuhr, dass der KFV zu den Vereinen gehörte, die am 9. April 1933 den neuen NS-Machthabern eilfertig versichert hatten, dass sie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; ausschließen würden, kam er am 10. April 1933 dem Ausschluss durch seinen Austritt zuvor. Sportlich versuchte Hirsch nun als Trainer im Ausland zu arbeiten, was ihm nur für kurze Zeit im Elsass gelang. In Karlsruhe schloss er sich dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1631&amp;quot;&amp;gt;Jüdischen Turnklub 03&amp;lt;/lex&amp;gt; an, mit dem er als Aktiver noch einmal eine Meisterschaft gewinnen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirsch arbeitete nach dem Krieg in der Firma des Vaters und dessen Bruder, der Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co in Karlsruhe, für die er 1924 die Prokura erhielt und die er 1926 mit seinem Bruder Max als Geschäftsführer übernahm. 1930 musste die Firma, die seit 1926 Sigfa, Sportgesellschaft mit beschränkter Haftung, vormals Deutsche Signalflaggenfabrik Karlsruhe hieß, die Produktion als Folge der Weltwirtschaftkrise einstellen und sich auf den Vertrieb von Sportartikeln beschränken, im Februar 1933 dann aber doch Konkurs anmelden. Beruflich hielt Julius Hirsch sich danach als Textilvertreter, dann als Hilfsbuchhalter bei den Zellstoff- und Papierfabriken Ettlingen und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0121&amp;quot;&amp;gt;Maxau&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zu deren &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Arisierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; im Jahr 1938 über Wasser. Wohl nicht zuletzt wegen der ungeheuren seelischen Belastung erkrankte Hirsch Ende 1938 und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Bar-Le-Duc in Lothringen behandelt. Um seine christliche Frau Ella und zwei Kinder zu schützen, ließ er sich 1942 scheiden. Von der Deportation der Karlsruhe Juden im Oktober 1940 nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1325&amp;quot;&amp;gt;Gurs&amp;lt;/lex&amp;gt; in Südfrankreich blieb Hirsch dank seiner &amp;quot;Mischehe&amp;quot; noch verschont, doch am 1. März 1943 wurde Hirsch mit elf anderen Karlsruher Juden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Möglichkeit, mit einem versiegelten Postwagen in die Schweiz zu fliehen, hatte er zuvor nicht genutzt, wohl in Unterschätzung der ihm drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stiftete 2005 den Julius-Hirsch-Preis, mit dem er an einen von nur zwei jüdischen deutschen Nationalspielern erinnert. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am Karlsruher Weg eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußball­na­tio­nal­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Umbenennung eines Teils des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Wegs&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==		&lt;br /&gt;
Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff am 20. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 20. August 2025); Andreas Hirsch: Über seinen Großvater Julius Hirsch und seine Familiengeschichte, Interview vom 11. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludger Syré: Julius Hirsch, in: Badische Biographien, NF, Bd. V, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 2005, S. 124-126; Gereon Tönnihsen: Julius Hirsch. Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, Karlsruhe 2008 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 10), darin S. 11-15, Ernst Otto Bräunche: Die Stellung von Julius Hirsch in der Karlsruher Fußballgeschichte; Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage Göttingen 2016.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ereig-0152&amp;diff=598628</id>
		<title>De:Lexikon:ereig-0152</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ereig-0152&amp;diff=598628"/>
		<updated>2026-03-16T12:25:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Warenhäuser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ereig-0152_8_PBS_oXIVe_1008.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Warenhaus der Geschwister Knopf, um 1914, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVe 1008.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ereig-0152_8_Alben395_570.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Warenhaus von Hermann Tietz, um 1915, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/570.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ereig-0152_8_BA_V_V_1819.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Kaufhaus Schneider, 1957, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA V V 1819.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Warenhäuser=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenhäuser als moderne Form des Vertriebs über innerstädtische Verkaufsgeschäfte gab es um 1850 zuerst in Paris, ehe sie sich am Ende des 19. Jahrhunderts allgemein durchsetzten. Neu an dem Großgeschäft war die in Abteilungen gegliederte zentrale Organisation, die ein breites Warensortiment zu festen Preisen und Barverkauf anstelle des gewohnten Anschreibens beim kleinen Ladengeschäft boten. Ein Teil vermittelte zwar Exklusivität und bediente die Bedürfnisse des gehobenen Bürgertums, infolge der durch die Industrialisierung veränderten Produktions- und Handelsbedingungen richtete sich das Angebot der Warenhäuser aber vor allem an ein Massenpublikum. Sie machten den kleinen Einzelhändlern in zentraler Innenstadtlage deutlich Konkurrenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassischen und ersten Warenhäuser in Karlsruhe waren die der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0260&amp;quot;&amp;gt;Geschwister Knopf&amp;lt;/lex&amp;gt; (1881) und von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0261&amp;quot;&amp;gt;Hermann Tietz&amp;lt;/lex&amp;gt; (1888), die mit ihren Neubauten (1912 bzw. 1913) in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; bauliche Akzente setzten, sowie das von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1046&amp;quot;&amp;gt;Hermann Schmoller&amp;lt;/lex&amp;gt; (um 1892), mit seinen kleinen Verkaufsräumen für Bekleidung. Vor 1945 kamen das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0242&amp;quot;&amp;gt;Kaufhaus Schneider&amp;lt;/lex&amp;gt; (1938) bzw. dessen Vorgänger „Einheitspreisgeschäft Eschwege“ (1932-1934) und das „Kaufhaus Merkur“ (1934-1938) hinzu. Hatten die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; in ihrem Kampfprogramm von 1920 die „sofortige Kommunalisierung der Groß-Warenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende“ gefordert, so blieb davon in ihrer Einzelhandelspolitik nach 1933 nur noch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;„Arisierung“&amp;lt;/lex&amp;gt; der in jüdischem Besitz befindlichen Warenhäuser Tietz durch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0260&amp;quot;&amp;gt;Union Vereinigte Kaufstätten GmbH&amp;lt;/lex&amp;gt; (1937) und Knopf durch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0261&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Hölscher KG&amp;lt;/lex&amp;gt; 1938.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1945 etablierten sich neben Hölscher (1953 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0223&amp;quot;&amp;gt;„Rudolph Karstadt GmbH“&amp;lt;/lex&amp;gt;) und Union (1966 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0218&amp;quot;&amp;gt;Hertie&amp;lt;/lex&amp;gt;) die Kleinpreis-Kaufhäuser Kaufhalle (1946/1958-1999) und Woolworth (Kaiserstraße 195/197, 1955-2002), die nicht mehr dem klassischen Warenhaus-Konzept entsprachen. Ein Sonderfall war das 1975 im Gewerbegebiet &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0149&amp;quot;&amp;gt;Am Storrenacker&amp;lt;/lex&amp;gt; eröffnete „Warenhaus UNIKA“ (Unika- Universaleinkaufs-Center Karlsruhe) des Investors Iraj Ghandchi. Unika war als Einkaufszentrum konzipiert, wurde aber zur Erlangung einer Betriebsgenehmigung durch den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; als Warenhaus bezeichnet. Ungeachtet der Auseinandersetzungen zwischen Ghandchi und der Stadtverwaltung ging das Haus bereits vier Monate nach der Eröffnung  in Konkurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1950er-Jahren machten Selbstbedienungsgeschäfte und Spezialmärkte „auf der grünen Wiese“ den Warenhäusern Konkurrenz. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts konkurrierten zudem die Einkaufscenter &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0235&amp;quot;&amp;gt;Postgalerie&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0205&amp;quot;&amp;gt;Einkaufszentrum Ettlinger Tor&amp;lt;/lex&amp;gt; in zentraler Innenstadtlage in Karlsruhe mit den noch existierenden Warenhäusern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Uwe Spiekermann: Das Warenhaus, in: Alexa Geisthövel/Habbo Knoch (Hrsg.): Orte der Moderne. Erfahrungswelten des 19. und 20. Jahrhunderts, Frankfurt a. M. 2005; Detlef Briesen: Warenhaus, Massenkonsum und Sozialmoral. Zur Geschichte der Konsumkritik im 20. Jahrhundert,  Frankfurt a. M. 2001; Werner Plumpe/Ralf Banken: Die wunderbare Welt von HERmann TIEtz, München 2026.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0839&amp;diff=598625</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0839</title>
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		<updated>2026-03-04T14:09:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Städtische Galerie Karlsruhe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Städtische Galerie Karlsruhe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0839.jpg|200px|thumb|left|Plakat der Städtischen Galerie nach ihrem Umzug in die ehemalige IWKA-Fabrik, 1997, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 5792.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Städtische Galerie Karlsruhe, seit 2025 Kunstmuseum Karlsruhe=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Schenkung der Kunstsammlung des Karlsruher Juristen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0653&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Siegel&amp;lt;/lex&amp;gt; (1733-1877) an das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv&amp;lt;/lex&amp;gt; durch dessen Erben 1896 beginnt die Sammlungsgeschichte der Städtischen Galerie Karlsruhe. Rund 1.800 Kupferstiche, Radierungen, Zeichnungen und Aquarelle bedeutender deutscher, französischer, italienischer und niederländischer Künstler des 15. bis 19. Jahrhunderts, darunter Arbeiten von Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Jaques Callot, Giovanni Battista Piranesi und Rembrandt van Rijn, umfasste das Konvolut, das von Oktober 1897 an in mehreren, aufeinanderfolgenden Schauen der Öffentlichkeit im Ausstellungssaal des Archivgebäudes in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0879&amp;quot;&amp;gt;Gartenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; vorgestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 überließ der Glasmaler &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0400&amp;quot;&amp;gt;Hans Drinneberg&amp;lt;/lex&amp;gt; der Stadt Karlsruhe gegen Zahlung einer Leibrente und Steuerbefreiung seines Anwesens in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2507&amp;quot;&amp;gt;Schützenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 7 seine umfangreiche Gemäldesammlung mit Bildern vorwiegend Karlsruher Akademieprofessoren und Künstlern wie &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0385&amp;quot;&amp;gt;Hermann Baisch&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0405&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Fehr&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0426&amp;quot;&amp;gt;Carl Hoff&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0431&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Kallmorgen&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0434&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Keller&amp;lt;/lex&amp;gt;, Paul von Ravenstein, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0464&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Schmid-Reutte&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0491&amp;quot;&amp;gt;Victor Weishaupt&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0494&amp;quot;&amp;gt;Ernst Würtenberger&amp;lt;/lex&amp;gt;. Diese Erwerbung wurde für das weitere Sammlungskonzept bestimmend: Von nun an stand die Karlsruher Kunst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart im Mittelpunkt der städtischen Ankaufspolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drinneberg hatte zur Bedingung gemacht, dass die Gemäldekollektion zusammenblieb und der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde. Auf Betreiben von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0006&amp;quot;&amp;gt;Julius Finter&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Frühjahr 1929 ein großer Teil der Sammlung in das ehemalige, seit kurzem von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0902&amp;quot;&amp;gt;Badischen Musikhochschule&amp;lt;/lex&amp;gt; genutzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2120&amp;quot;&amp;gt;Palais Bürklin&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 166/168 überführt und dort präsentiert. In diesem Zusammenhang fiel in der Presse erstmals die Bezeichnung „Städtische Galerie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kriegsjahr 1942 erwarb die Stadt zwar rund 300 Zeichnungen und Ölskizzen des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Malers &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0941&amp;quot;&amp;gt;Karl Weysser&amp;lt;/lex&amp;gt;, verlor aber bei einem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Bombenangriff&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. September, bei dem das Palais Bürklin bis auf die Außenmauern zerstört wurde, einen Großteil der Drinnebergschen Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wichtige Erwerbungen folgten 1954 mit dem Ankauf von rund 300 japanischen Farbholzschnitten aus dem Nachlass des Karlsruher Philosophiedozenten Arthur Drews (1865-1935) sowie 1974 mit dem Ankauf von 65 Zeichnungen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1460&amp;quot;&amp;gt;Willi Müller-Hufschmids&amp;lt;/lex&amp;gt;, die den vorhandenen Werkbestand des Malers ergänzten. Daneben wurden immer wieder Einzelwerke wichtiger zeitgenössischer Künstlerpositionen erworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Größe und Bedeutung der städtischen Kunstsammlungen, die Anfang der 1970er-Jahre noch immer über keine eigenen Räumlichkeiten verfügten, sondern entweder als Leihgaben in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0836&amp;quot;&amp;gt;Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; aufbewahrt oder in städtischen Amtsgebäuden über die Stadt verteilt aufgehängt waren, konnte die Notwendigkeit eigener Museumsräume nicht mehr länger ignoriert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten bezog die Städtische Galerie Anfang der 1980er-Jahre eigene Räume im neuen städtischen Kulturzentrum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt; (Eröffnung 8. Mai 1981). Neben der ständigen Sammlung und einem Grafischen Kabinett wurden erstmals auch Sonderausstellungen (zum Beispiel Erich Heckel, 1983; Skulptur aus dem Louvre, 1989; Georg Baselitz, 1993) durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1997 erhielt die Städtische Galerie mit dem Lichthof 10 des Hallenbaus A der ehemaligen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0090&amp;quot;&amp;gt;Industriewerke Karlsruhe-Augsburg (IWKA)&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1773&amp;quot;&amp;gt;Lorenzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; ihren endgültigen Standort, in direkter Nachbarschaft mit dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&amp;quot;&amp;gt;Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM)&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0901&amp;quot;&amp;gt;Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG)&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;gt;Museum für Neue Kunst (MNK)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Kurz zuvor hatte sie die Sammlung von Eberhard und Ute Garnatz, Köln, als Dauerleihgabe erhalten, deren Exponate von Markus Lüpertz, Per Kirkeby, Günther Förg, Candida Höfer und anderen den Sammlungsbestand vervollständigen. Seit Ende 2025 heißt die Städtische Galerie Kunstmuseum Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Bekanntmachung – Die Ausstellung im städtischen Archiv betreffend, in: Karlsruher Tagblatt vom 24. Oktober 1897; Die Badische Hochschule für Musik. Neues Leben im Bürklin’schen Palais. Ein bedeutsames Ereignis im Karlsruher Musikleben, in: Karlsruher Tagblatt vom 21. April 1929, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411037 (Zugriff am 8. Dezember 2020).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Städtische Galerie Karlsruhe (Hrsg.): 15 Jahre Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais 1981-1996, Karlsruhe 1996; Dies.: Von den Städtischen Kunstsammlungen zur Städtischen Galerie Karlsruhe im Prinz-Max-Palais, https://www.karlsruhe.de/b1/kultur/kunst_ausstellungen/museen/staedtische_galerie/geschichte.de (Zugriff am 29. Oktober 2020).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0839&amp;diff=598624</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0839</title>
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		<updated>2026-03-04T14:09:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Städtische Galerie Karlsruhe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Städtische Galerie Karlsruhe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0839.jpg|200px|thumb|left|Plakat der Städtischen Galerie nach ihrem Umzug in die ehemalige IWKA-Fabrik, 1997, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 5792.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Städtische Galerie Karlsruhe=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Schenkung der Kunstsammlung des Karlsruher Juristen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0653&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Siegel&amp;lt;/lex&amp;gt; (1733-1877) an das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv&amp;lt;/lex&amp;gt; durch dessen Erben 1896 beginnt die Sammlungsgeschichte der Städtischen Galerie Karlsruhe. Rund 1.800 Kupferstiche, Radierungen, Zeichnungen und Aquarelle bedeutender deutscher, französischer, italienischer und niederländischer Künstler des 15. bis 19. Jahrhunderts, darunter Arbeiten von Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Jaques Callot, Giovanni Battista Piranesi und Rembrandt van Rijn, umfasste das Konvolut, das von Oktober 1897 an in mehreren, aufeinanderfolgenden Schauen der Öffentlichkeit im Ausstellungssaal des Archivgebäudes in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0879&amp;quot;&amp;gt;Gartenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; vorgestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 überließ der Glasmaler &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0400&amp;quot;&amp;gt;Hans Drinneberg&amp;lt;/lex&amp;gt; der Stadt Karlsruhe gegen Zahlung einer Leibrente und Steuerbefreiung seines Anwesens in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2507&amp;quot;&amp;gt;Schützenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 7 seine umfangreiche Gemäldesammlung mit Bildern vorwiegend Karlsruher Akademieprofessoren und Künstlern wie &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0385&amp;quot;&amp;gt;Hermann Baisch&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0405&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Fehr&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0426&amp;quot;&amp;gt;Carl Hoff&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0431&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Kallmorgen&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0434&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Keller&amp;lt;/lex&amp;gt;, Paul von Ravenstein, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0464&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Schmid-Reutte&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0491&amp;quot;&amp;gt;Victor Weishaupt&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0494&amp;quot;&amp;gt;Ernst Würtenberger&amp;lt;/lex&amp;gt;. Diese Erwerbung wurde für das weitere Sammlungskonzept bestimmend: Von nun an stand die Karlsruher Kunst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart im Mittelpunkt der städtischen Ankaufspolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drinneberg hatte zur Bedingung gemacht, dass die Gemäldekollektion zusammenblieb und der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde. Auf Betreiben von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0006&amp;quot;&amp;gt;Julius Finter&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Frühjahr 1929 ein großer Teil der Sammlung in das ehemalige, seit kurzem von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0902&amp;quot;&amp;gt;Badischen Musikhochschule&amp;lt;/lex&amp;gt; genutzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2120&amp;quot;&amp;gt;Palais Bürklin&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 166/168 überführt und dort präsentiert. In diesem Zusammenhang fiel in der Presse erstmals die Bezeichnung „Städtische Galerie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kriegsjahr 1942 erwarb die Stadt zwar rund 300 Zeichnungen und Ölskizzen des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Malers &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0941&amp;quot;&amp;gt;Karl Weysser&amp;lt;/lex&amp;gt;, verlor aber bei einem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Bombenangriff&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. September, bei dem das Palais Bürklin bis auf die Außenmauern zerstört wurde, einen Großteil der Drinnebergschen Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wichtige Erwerbungen folgten 1954 mit dem Ankauf von rund 300 japanischen Farbholzschnitten aus dem Nachlass des Karlsruher Philosophiedozenten Arthur Drews (1865-1935) sowie 1974 mit dem Ankauf von 65 Zeichnungen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1460&amp;quot;&amp;gt;Willi Müller-Hufschmids&amp;lt;/lex&amp;gt;, die den vorhandenen Werkbestand des Malers ergänzten. Daneben wurden immer wieder Einzelwerke wichtiger zeitgenössischer Künstlerpositionen erworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Größe und Bedeutung der städtischen Kunstsammlungen, die Anfang der 1970er-Jahre noch immer über keine eigenen Räumlichkeiten verfügten, sondern entweder als Leihgaben in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0836&amp;quot;&amp;gt;Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; aufbewahrt oder in städtischen Amtsgebäuden über die Stadt verteilt aufgehängt waren, konnte die Notwendigkeit eigener Museumsräume nicht mehr länger ignoriert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten bezog die Städtische Galerie Anfang der 1980er-Jahre eigene Räume im neuen städtischen Kulturzentrum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt; (Eröffnung 8. Mai 1981). Neben der ständigen Sammlung und einem Grafischen Kabinett wurden erstmals auch Sonderausstellungen (zum Beispiel Erich Heckel, 1983; Skulptur aus dem Louvre, 1989; Georg Baselitz, 1993) durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1997 erhielt die Städtische Galerie mit dem Lichthof 10 des Hallenbaus A der ehemaligen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0090&amp;quot;&amp;gt;Industriewerke Karlsruhe-Augsburg (IWKA)&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1773&amp;quot;&amp;gt;Lorenzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; ihren endgültigen Standort, in direkter Nachbarschaft mit dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&amp;quot;&amp;gt;Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM)&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0901&amp;quot;&amp;gt;Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG)&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;gt;Museum für Neue Kunst (MNK)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Kurz zuvor hatte sie die Sammlung von Eberhard und Ute Garnatz, Köln, als Dauerleihgabe erhalten, deren Exponate von Markus Lüpertz, Per Kirkeby, Günther Förg, Candida Höfer und anderen den Sammlungsbestand vervollständigen. Seit Ende 2025 heißt die Städtische Galerie Kunstmuseum Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Bekanntmachung – Die Ausstellung im städtischen Archiv betreffend, in: Karlsruher Tagblatt vom 24. Oktober 1897; Die Badische Hochschule für Musik. Neues Leben im Bürklin’schen Palais. Ein bedeutsames Ereignis im Karlsruher Musikleben, in: Karlsruher Tagblatt vom 21. April 1929, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411037 (Zugriff am 8. Dezember 2020).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Städtische Galerie Karlsruhe (Hrsg.): 15 Jahre Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais 1981-1996, Karlsruhe 1996; Dies.: Von den Städtischen Kunstsammlungen zur Städtischen Galerie Karlsruhe im Prinz-Max-Palais, https://www.karlsruhe.de/b1/kultur/kunst_ausstellungen/museen/staedtische_galerie/geschichte.de (Zugriff am 29. Oktober 2020).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0630&amp;diff=598623</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0630</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0630&amp;diff=598623"/>
		<updated>2026-03-04T14:08:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Emil Julius Firnrohr */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Emil Julius Firnrohr}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Firnrohr Emil 8 SpoA 591.jpg|alternativtext=Emil Firnrohr, Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix 1912, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.|links|mini|Emil Firnrohr, Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix 1912, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0630_Städtische_Galerie.jpg|200px|thumb|left|Emil Firnrohr, Städtische Galerie Karlsruhe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Emil Julius Firnrohr=&lt;br /&gt;
Maler, * 9. Januar 1881 Karlsruhe, † 20. April 1968 Karlsruhe, ev., ∞ 1924 Luise Emma Siebach.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Dekorateurs avancierte ab 1910 neben &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0460&amp;quot;&amp;gt;Caspar Ritter&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0434&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Keller&amp;lt;/lex&amp;gt; zu einem der beliebtesten Porträtmaler der Karlsruher Gesellschaft. Firnrohr besuchte 1887 bis 1895 die Bürgerschule, danach bis 1898 für Abendkurse die Kunstgewerbeschule. 1904 bis 1912 studierte er an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Großherzoglich Badischen Akademie der bildenden Künste&amp;lt;/lex&amp;gt; bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0068&amp;quot;&amp;gt;Hans Thoma&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0468&amp;quot;&amp;gt;Gustav Schönleber&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0464&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Schmid-Reutte&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0482&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Trübner&amp;lt;/lex&amp;gt; und Ferdinand Keller, wobei Trübner und ganz besonders Keller mit ihrer Porträtmalerei den angehenden Künstler nachhaltig beeinflussten. In dieser Zeit gewann er mit zwei Mitbewerbern den Wettbewerb für das Plakat für die Landwirtschaftliche und Gartenbauausstellung 1906 anlässlich der Goldenen Hochzeit des Großherzogspaars, das er dann gestalten durfte. Firnrohrs Interesse für das Landschaftsfach, das Schönleber und Schmid-Reutte unterrichteten, ließ ab 1909/10 deutlich zugunsten der Porträtmalerei nach. Die lange Reihe an Bildnissen, bevorzugt von Kindern, Verwandten und Geschäftsleuten, wurde nur noch sporadisch von Landschaften aus der näheren Umgebung Karlsruhes oder auch von Fabrikansichten (Süßwarenfabrik &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0139&amp;quot;&amp;gt;Ebersberger &amp;amp; Rees&amp;lt;/lex&amp;gt;, 1920) unterbrochen. Von 1910-1913 war er, wie zahlreiche andere Künstler und Professoren aus Karlsruhe und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1002&amp;quot;&amp;gt;Grötzingen&amp;lt;/lex&amp;gt;, auf der populären Münchner Jahresausstellung im Glaspalast vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stilistisch lässt sich Firnrohrs Œuvre dem deutschen Impressionismus zuordnen. Die von der Stadt in Auftrag gegebenen Porträts der beiden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0014&amp;quot;&amp;gt;August Klose&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0003&amp;quot;&amp;gt;Bernhard Dollmaetsch&amp;lt;/lex&amp;gt; gehören zu seinen späten Arbeiten. Firnrohrs Atelier befand sich 1909-1913 im neuen Akademiegebäude in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0361&amp;quot;&amp;gt;Bismarckstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 14 und von 1913 bis zur vollständigen Zerstörung durch &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Brandbomben&amp;lt;/lex&amp;gt; am 27. September 1944 im städtischen Ateliergebäude in der Westendstraße (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2274&amp;quot;&amp;gt;Reinhold-Frank-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) 65. Außerdem wurden das väterliche Haus in der Kaiserstraße 28, seine Fünf-Zimmer-Wohnung in der Hirschstraße 104 und zwei in seinem Besitz befindliche Häuser in Pforzheim völlig zerstört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firnrohr wirkte am Karlsruher Vereinsleben als Künstler im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0415&amp;quot;&amp;gt;„Verein bildender Künstler“&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Künstlergruppe &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0570&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Zunft zur Arche&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; sowie als Sänger in den Vereinen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0506&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Eintracht&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Liederhalle&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt;, die ihn 1933 zum Ehrensänger nach 30-jähriger Mitgliedschaft ernannte, am städtischen Kunst- und Kulturleben mit. Für diese Vereine gestaltete er oft die Bühenbilder bei deren Veranstaltungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus war er auch Fußballspieler beim Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1214&amp;quot;&amp;gt;FC Phönix 1894&amp;lt;/lex&amp;gt;, für den er an fast allen Spielen teilnahm, die 1909 zum Sieg in der deutschen Fußballmeisterschaft 1909 führten. Zuvor hatte er schon 1897 bis 1900 beim Freiburger FC gespielt. Für ein Jahr schloss er sich dann erstmals dem FC Phönix an, ehe er zum Frankfurter FC 1899 Kickers wechselte . Danach kehrte er zum FC Phönix zurück, diesmal dauerhaft bis zum Ende seiner Fußballerkarriere 1912.  Aus dieser Zeit stammt auch Firnrohrs Porträt des damaligen Kapitäns &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1162&amp;quot;&amp;gt;Arthur Beier&amp;lt;/lex&amp;gt;. Firnrohr, der zeitweise auch in der Schiedrichterliste des Gaus Mittelbaden aufgeführt wurde, erhielt 1909 den goldenen Phönixring, 1924 die Ehrenmitgliedschaft des FC Phönix. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. Mai 1933 trat der Maler in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. Schon im Juli des Jahres stellte er im Schaufenster des Haushaltswaren-Fachgeschäfts &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0215&amp;quot;&amp;gt;Hammer &amp;amp; Helbling&amp;lt;/lex&amp;gt; ein &amp;quot;flott gemaltes Hitlerporträt&amp;quot; und einen kleinformatigen Entwurf &amp;quot;zu einen großen Gemälde, das den Volkskanzler im Kreise unserer badischen Führer&amp;quot; aus. Zum 1. Januar 1934 aus wurde er Mitglied der &amp;quot;Reichskammer der bildenden Künste&amp;quot; und ab 1938 auch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Trotzdem gab er in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; an, eine unpolitische Person gewesen zu sein, die der Partei reserviert gegenüber gestanden habe, die ihn aber &amp;quot;wohl dafür geeignet&amp;quot; gehalten habe, &amp;quot;mir die Anregung zu geben, in die Partei einzutreten&amp;quot;. Die Spruchkammer verurteilte ihn als Belasteten zu einer Sühnezahlung von 1.800 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1945 bis zu seinem Tode lebte und arbeitete er in sehr beschränkten Verhältnissen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1485&amp;quot;&amp;gt;Karlstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 87. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtische Galerie&amp;lt;/lex&amp;gt;, seit 2025 Kunstmuseum Karlsruhe besitzt rund ein Dutzend Werke von ihm, darunter das bekannte Selbstbildnis von 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2014/Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 465 h 11116; StadtAK 1/Wi-ko-Amt 9439; 8/ZGS Personen; Karlsruher Zeitungen&amp;lt;nowiki/&amp;gt;https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 3. November 2025); Ausstellungskataloge der Münchener Jahresausstellungen im Königlichen Glaspalast 1910-1913.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1942&amp;diff=598622</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1942</title>
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		<updated>2026-03-03T09:03:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schutzstaffel der NSDAP (SS)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schutzstaffel der NSDAP (SS)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1942 SS Führer 1939 07 03.jpg|alternativtext=Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.|links|mini|Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.]]&lt;br /&gt;
Die SS wurde am 4. April 1925 von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Geheimer Staatspolizei (Gestapo)&amp;lt;/lex&amp;gt;, Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt;, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien aufgefallen war. Diese Gründung wurde am 15. April 1929 von Himmler als Schutzstaffel anerkannt, so dass dies später als Gründungsdatum der Karlsruher SS galt. Neben Heidt gehörten der Lagerist Franz Krummich, Verwaltungsassistent Rudolf Link, Kaufmann Gustav Mußgnug, Reichsbahnbetriebsassisstent Paul Ruthmann, Peter Schlindwein, der Kanzleiangestellte Paul Sührer und der Kaufmann Ludwig Werle zu den Gründungsmitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals trat die SS dann bei der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Karlsruhe war zunächst Teil des zur SS-Sandarte XV (Baden) gehörenden SS-Sturm 17 Mittelbaden-Karlsruhe. Im Januar 1931 erhielt Baden eine zunächst noch von Otto Heidt geleitete Brigade mit den Standaten Nord-, Mittel- und Südbaden. Im März des Jahres schied Heidt wegen Unstimmigkeiten mit der obersten SS-Leitung aus seinem Amt aus. Nachfolger wurde der spätere Kommandant des Konzentrationslagers Ankenbuck Kanzleiassistent a. D. Hans Helwig, Adjutant war der Kaufmännische Angestellte und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt;-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1992&amp;quot;&amp;gt;Fritz Argus&amp;lt;/lex&amp;gt;, Schatzmeister der Verwaltungsassistent Rudolf Link. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der vom Badischen Staatsministerium Anfang 1932 veröffentlichten Organisationsstruktur (Stand Herbst 1931) der SA und der SS bildete die SS in Baden die Standarte 32 unter der Führung von Hellwig. Karlsruhe gehörte als Sturm 1 zu dem von Kaufmann Hermann Benner geleiteten Sturmbann II (Mittelbaden). Die Brigade Baden umfasste rund 700 Mann, womit das eigentlich vorgesehene Kräfteverhältnis zur SA (10 %) deutlich überschritten war. Das Landespolizeiamt sah die SS als &amp;quot;Parteipolizei&amp;quot;, welche die Parteimitglieder überwachte, und  als &amp;quot;ein Instrument, das als sehr schlagkräftig und wirkungsvoll angesprochen werden muss&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem sogenanten Röhmputsch wurde die SS im Juli 1934 eine selbstständige Organsiation. Bis 1936 leitete der seit 1934 in Karlsruhe wohnhafte Brigadeführer Christoph Diehm, zeitweise württembergischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des Reichstags, später Leiter des SS-Oberabschnitts West und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; in die Verbrechen der SS in der besetzten Sowjetunion verwickelt, den SS-Abschnitt XIX. Nachfolger wurde SS-Oberführer Ekhardt. 1939 wird Obersturmführer Rudolf Lohse als Leiter genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Karlsruher Zeit schrieb Diehm für das NS-Parteiorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; einen Artikel als Rückblick auf das Jahr 1935: &amp;quot;Das schwarze Korps&amp;quot;, aus dem sehr deutlich hervorgeht, dass sich die SS als Eliteeinheit verstand, die dem Führer Adolf Hitler als &amp;quot;unbedingt zuverlässige blindlings gehorsame&amp;quot; Einheit zur  Verfügung stand. Diehm lobte die Präsenz der SS bei allen großen Veranstaltungen, wo sie ihre &amp;quot;stramme Disziplin&amp;quot; demonstrierte. Auch in Karlsruhe geschah dies zum Beispiel im Dezember 1936 bei der SS-Führertagung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die Dienststellen des XIX. SS-Abschnitts in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und;  Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; GLA 465f Nr. 1913; Sonderbeilage des &amp;quot;Führer&amp;quot; zum Kreistag Karlsruhe 1930 vom 19. Juni 1938, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3268853?query=%22Otto%20Heidt%22 (Zugriff am 5. August 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34 f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:top-2509&amp;diff=598621</id>
		<title>De:Lexikon:top-2509</title>
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		<updated>2026-02-27T11:20:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schwalbenweg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schwalbenweg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schwalbenweg=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straße Schwalbenweg im Karlsruher Stadtteil &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2016&amp;quot;&amp;gt;Neureut&amp;lt;/lex&amp;gt; beginnt am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2578&amp;quot;&amp;gt;Sperlingweg&amp;lt;/lex&amp;gt; und geht in einer Rechtskurve in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1977&amp;quot;&amp;gt;Nachtigallenweg&amp;lt;/lex&amp;gt; über. Es gibt einen Durchgang für Radfahrer und Fußgänger zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0240&amp;quot;&amp;gt;Bachstelzenweg&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Straße wurde 1963 nach der Vogelart Schwalbe benannt und gehört zu einem kleinen Namensfeld mit nach Vögeln benannten Straßen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Oststadt gab es einen Schwalbenweg. Er wurde 1898 östlich der Karl-Wilhelm-Schule (heute dort die Heinrich-Meidinger-Schule) als Verbindungsweg zwischen Karl-Wilhelm-Straße und Ludwig-Wilhelm-Straße angelegt. Das einzige zugehörige Gebäude (Schwalbenweg 1) wurde erstmals im Adressbuch von 1959 genannt. Im Zuge der Eingemeindung Neureuts 1976 behielt man den dortigen Schwalbenweg bei. Der Name des kleineren Schwalbenwegs in der Oststadt wurde gestrichen und das Gebäude Schwalbenweg 1 erhielt die neue Adresse Ludwig-Wilhelm-Straße 1, die zuvor noch nicht vergeben war. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2018&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Tagblatt vom 13. März 1898; Stadt Karlsruhe Vermessungs- und Liegenschaftsamt: Aufhebungen, Benennungen und Umbenennungen von Straßennamen, insbesondere durch die Eingliederung von Neureut, sowie Änderungen von Hausnummern, Karlsruhe 1976, S. 12 (StadtAK 8/Ds 4151); Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 182 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0585&amp;diff=598620</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0585</title>
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		<updated>2026-02-27T10:40:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Otto Friedrich Abetz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0585.jpg|200px|thumb|left|Otto Abetz, 1955, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1560.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Otto Friedrich Abetz=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunstlehrer, Diplomat, * 26. März 1903 Schwetzingen, † 5. Mai 1958 bei Langenberg/Stadt Velbert/Kreis Mettmann, kath., ∞ 1932 Suzanne de Bruyker, 2 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn des gleichnamigen Großherzoglichen Domänenrats wuchs zunächst in Schwetzingen auf, zog dann 1909 mit seiner Familie nach Karlsruhe, wo er 1921 das Abitur am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1425&amp;quot;&amp;gt;Goethe-Realgymnasiums&amp;lt;/lex&amp;gt; bestand. Anschließend studierte anschließend an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Landeskunstschule&amp;lt;/lex&amp;gt; bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0494&amp;quot;&amp;gt;Ernst Würtenberger&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1927 schloss Abetz das Studium als Kunsterzieher ab und arbeitete anschließend bis 1934 als Zeichen- und Biologielehrer an Karlsruher Gymnasien. Von Würtenberger mit der französischen Malerei und Kultur vertraut gemacht, setzte sich Abetz Ende der 1920er-Jahre für die Völkerversöhnung und insbesondere die deutsch-französische Verständigung ein. Als früheres Mitglied der Wandervogel-Bewegung und Vorsitzender des Rings der überparteilichen und überkonfessionellen Jugendverbände in der Stadt organisierte er erstmals 1930 ein Treffen von deutschen und französischen Jugendverbänden am Sohlberg im Schwarzwald. Der danach gegründete Sohlbergkreis organisierte weitere Treffen und publizierte eine zweisprachige, in Karlsruhe erscheinende Zeitschrift (Sohlbergkreis, später: Cahiers Franco-Allemands. Deutsch-Französische Monatshefte), zu deren Herausgebergremium Abetz gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeitertpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; stellte Abetz seine sehr guten Kontakte nach Frankreich in den Dienst der Nationalsozialisten. Der Partei konnte er wegen der 1933 verhängten Aufnahmesperre erst 1937 beitreten, gehörte der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;SS (Schutzstaffel &amp;lt;/lex&amp;gt;) aber seit 1936 an und wurde bis  als Protegé des Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop 1942 zum SS-Brigadeführer befördert. 1934 arbeitete Abetz zunächst als Frankreichreferent in der Reichsjugendführung in Berlin, 1935 wechselte er zur Dienststelle Ribbentrop, ein NSDAP-Amt für außenpolitische Fragen. Bei zahlreichen eisen nach Frankreich knüpfte Abetz in den folgenden Jahren auch Kontakte zu französischen Frontkämpferverbänden sowie konservativen und faschistischen Intellektuellen und warb um Vertrauen in die vermeintliche deutsche Friedens- und Verständigungspolitik. Als diese im Sommer 1939 vollends unglaubwürdig geworden war, wurde Abetz aus Frankreich ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1940, nach dem Sieg über Frankreich, kehrte Abetz als deutscher Botschafter nach Paris zurück und dort aktiv die Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung förderte. So war er in dieser einflussreichen Position maßgeblich beteiligt sowohl am nationalsozialistischen Kunstraub in französischen Museen und Privatsammlungen wie auch an der Deportation französischer wie in Frankreich lebender Juden nach Auschwitz. Seine anhaltenden Versuche, die Franzosen zur Kollaboration mit Nazi-Deutschland zu bewegen, wurden in Berlin beargwöhnt, weshalb er nach der Besetzung der freien Zone Frankreichs Ende 1942 für etwa ein Jahr nach Berlin zurückgerufen wurde. Nur noch etwa ein halbes Jahr amtierte er wieder als Botschafter, ehe er vor den heranrückenden alliierten Truppen 1944 Paris verließ. Nach seiner Entlassung als Botschafter zog er sich in seine mit Raubkunst ausgestattete Villa in Baden-Baden-zurück. Abetzt wurde mehrfach geehrt: 1939 mit der Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938 und der Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938, 1940 mit der Spange zur Erinneriung an den 1. Oktober 1938, 1941 mit der Kriegsverdienstmedaille I. Klasse und 1945 mit dem Kriegsverdienstrkreuz I. Klasse mit Schwertern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Oktober 1945 wurde er von der französischen Polizei in einem Sanatorium im Schwarzwald, wo er sich zu verbergen suchte, aufgespürt und in das Pariser Militärgefängnis Cherche-Midi überführt. 1949 wegen Kunstraubs, der Mitschuld an den Judendeportationen und an der Rekrutierung von Zwangsarbeitern zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Die Haftstrafe verbüßte er im Zentralgefängnis Loos-lez-Lille, wurde aber 1954 nach Fürsprache auch der Bundesregierung vom französischen Präsidenten begnadigt. Zurückgekehrt zu seiner Familie nach Düsseldorf, arbeitete Abetz als Berichterstatter für Frankreichfragen, als Übersetzer und als Vortragsredner. Er starb mit seiner Frau bei einem Autounfall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Manfred Koch 2015&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/ZGS Persönlichkeiten – Abetz, Otto.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
D&#039;une prison. Précédé du Procès Abetz vu par Jean Bernard-Derosne. Suivi des principales dépositions, du réquisitoire et de la plaidoirie de Me René Floriot, Paris 1950; Das offene Problem. Ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte deutscher Frankreichpolitik, Köln 1951; Mémoires d&#039;un Ambassadeur, Paris 1953.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Friedrich Bentmann: Otto Abetz, in: Badische Biographien NF Bd. I, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1982, S. 5-8;  Roland Ray: Annäherung an Frankreich im Dienste Hitlers? Otto Abetz und die deutsche Frankreichpolitik 1930-1942, München 2000; Eggert Blum: Otto Abetz: Frankreichfreund in Hitlers Dienstein: Wolfang Proske (Hg.): Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg, Bd. 8, Gerstetten 2018, S.17-29; Ansbert Baumann: Abetz, Otto, in: Baden-Württembergische Biographien IX, hrsg. von Martin Furtwängler, Ostfildern 2025, S. 1-4.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2165&amp;diff=598619</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2165</title>
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		<updated>2026-02-25T10:19:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Paul Max Billet */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Paul Billet}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Paul Max Billet=&lt;br /&gt;
[[Datei:Billet Paul Führer 1934 05 06.jpg|alternativtext=Paul Billet, &amp;quot;Der Führer&amp;quot; vom 6. Mai 1934.|links|mini|Paul Billet, &amp;quot;Der Führer&amp;quot; vom 6. Mai 1934.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Billet Paul 8 PBS oVI 445.jpg|alternativtext=Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.|links|mini|Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.]]&lt;br /&gt;
Buchdrucker, Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 20. April 1905 Lahr, † 25. Mai 1931 Karlsruhe, ev. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Lahrer SA-Mann Paul Billet, Sohn eines Mechanikers und  gelernter Buchdrucker, kam bei einem Propagandaumzug der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; am Pfingstmontag, dem 25. Mai 1931, auf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; nahe der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0009&amp;quot;&amp;gt;Adlerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; unter zunächst nicht ganz geklärten Umständen zu Tode. Mitglieder der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; hatten den Umzug angegriffen, so dass in der Presse zu lesen war, dass Billet von Kommunisten erschlagen worden sei. Von den nach dem Vorfall verhafteten Kommunisten, die auf Billet eingeschlagen hatten, wurden vier wegen Landfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verurteilt. Eine weitere polizeiliche Untersuchung 1932 ergab aber , dass eine ebenfalls der KPD angehörende Zuschauerin Billet einen Knüppel zwischen die Speichen seines Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war. Die Frau wurde in einem zweiten Prozess am 24. MaI 1932 wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Die NS-Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; bedachte dies mit der Schlagzeile &amp;quot;Vertierte Weiber als Totschläger&amp;quot; und lieferte damit eines von vielen Beispielen der Instrumentalisierung und propagandistischen Ausschlachtung des Todes des Lahrer Sa-Mannes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon an der Beerdigung Billets nahmen zahlreiche &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; teil. Am 3. Juni 1931 fand eine Trauerkundgebung der NSDAP in der, einem Artikel der Zeitung Der Führer zufolge, überfüllten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; statt. Der Adjutant Hitlers Wilhelm Friedrich Karl Brückner und der SA-Gruppenführer Südwest Dietrich von Jagow hielten Traueransprachen. Billet galt nun bald als einer der Blutzeugen der badischen NSDAP. Nach ihm wurde noch 1933 der Platz an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1247&amp;quot;&amp;gt;Kleinen Kirche&amp;lt;/lex&amp;gt; in Paul-Billet-Platz benannt, am 23. November 1935 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0093&amp;quot;&amp;gt;Paul-Billet-Denkmal&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Kaiserstraße aufgestellt. Nach dem 5. März 1933 wurden in vielen Orten Straßen umbenannt, in einigen Orten, wie in Karlsruhe gar Denkmäler errichtet. Ähnliche Ehrungen erhielt Billet auch in anderen badischen Orten, so wurde 1935 das Reichsarbeitsdienstlager der Abteilung 6/273 in Lahr nach ihm benannt. Nach Ende des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Kriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; wurden die Denkmäler entfernt und die Platz- und Straßenbenennungen aufgehoben.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2024&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Stadtarchiv Lahr Familienmeldebogen Karl Friedrich Billet; Karlsruher Zeitungen 1931 bis 1935, darunter Der Führer vom 2. Juni 1931, [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22, vom 22. Mai 1932] https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3193676?query=vertierte&amp;lt;nowiki/&amp;gt;und vom 24. November 1935, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3456892 (Zugriff jeweils am 17. Janaur 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Beatrice Vierneisel: Paul-Billet-Denkmal, in: Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, Karlsruhe 1989, 2. Aufl., S. 654-657 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0402&amp;diff=598615</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<updated>2026-02-24T22:15:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. 1918 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz und silberne militärische Karl-Friedrich-Verdienstmedaille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen, 1931 die badische Staatsmedaille. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 233 Nr. 27881, Nr. 59781 und Nr. 61435.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<updated>2026-02-24T22:12:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Heinrich Ehehalt */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. 1918 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz und silberne militärische Karl-Friedrich-Verdienstmedaille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen, 1931 die badische Staatsmedaille. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<updated>2026-02-24T22:10:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Heinrich Ehehalt */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
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=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. 1918 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz und silberne militärische Karl-Friedrich-Verdienstmedaille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Heinrich Ehehalt */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
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=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0402&amp;diff=598611</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<updated>2026-02-24T21:59:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Heinrich Ehehalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der Badischen Presse vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur nationalsozialistischen Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder einer ihrer Gliederung ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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