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	<title>Stadtlexikon - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598802</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-04-12T10:27:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2188&amp;quot;&amp;gt;Paul Dorr&amp;lt;/lex&amp;gt; geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicht zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu diesem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 hier u. a. Die SA und ihr Platz. Aus der Geschichte des Kampfes um Karlsruhe, Der Führer vom 30. Januar 1938 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598801</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-04-12T10:26:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicht zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu diesem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 hier u. a. Die SA und ihr Platz. Aus der Geschichte des Kampfes um Karlsruhe, Der Führer vom 30. Januar 1938 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1940&amp;diff=598800</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1940</title>
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		<updated>2026-04-12T09:47:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schlageterbund */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schlageterbund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schlageterbund=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund taucht in badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt; erst knapp ein Jahr nach der Hinrichtung des aus Schönau in Südbaden stammenden Albert Leo Schlageter durch die französische Besatzungsmacht am 26. Mai 1923 wegen Spionage und mehrerer Sprengstoffanschläge im Ruhrkampf auf. Laut &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischem&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 7. April 1924 befassten sich französische Zeitungen zu dieser Zeit mit nach Schlageter benannten Geheimbünden in Gelsenkirchen und Essen. Das unter anderem zur Überwachung der links- und rechtsextremen Parteien und Organisationen im Mai 1922 gegründete &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erstmals am 15. Juli 1925 über den Schlageterbund.  Unter Leitung des im September des Vorjahres nach der Entlassung aus der Festungshaft in Landsberg nach Baden zurückgekehrten späteren badischen Gauleiters der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; waren neue Ortsgruppen unter anderem in Karlsruhe entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner fungierte als Landesleiter und gab später zurückblickend an, er habe den Auftrag bekommen, in Baden den Frontkriegerbund als Tarnorganisation der verbotenen NSDAP zu gründen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der Schlageterbund (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des Wehrwolf Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Verbindungen der badischen Schlagetergruppen zu dem aus der Organisation Heinz um Heinz Hauenstein und Wilhelm Hügenell in Düsseldorf entstandenen Bund Schlageter (Bund der Freunde Schlageters) können allerdings nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon Ende 1924 hatte der Student der Elektrotechnik Karl Hiller in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; den Schlageterbund organisiert, in dem sich die völkisch gesinnte Jugend zusammenfand und die sich als Jugendorganisation des Frontkriegerbundes München e. V. verstand. Karl Hiller war der Sohn des Gewerbeschuldirektors, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Demokratischen Partei (DDP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und Ehrenvorsitzenden des Militärvereins Karl Hiller. Der Durlacher Schlageterbund hatte 80 bis 100 Mitglieder, die uniformiert auftraten und sich in der Tradition des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Wilhelminischen Reiches&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Frontsoldaten des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieges&amp;lt;/lex&amp;gt; sahen. Die Durlacher Ortsgruppe soll zunächst einer Opositionsgruppe gegen Robert Wagner um Paul Hansel und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; angehört haben, wie der Schlagetermann und spätere Oberführer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2187&amp;quot;&amp;gt;Alfred Stapelamnn&amp;lt;/lex&amp;gt; in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; aussagte. Am 22. März 1925 fand eine Bismarckfeier im Saal der Durlacher Festhalle der Vaterländischen Verbände statt, bei der die Kapelle des Karlsruher Schlageterbundes und der gemischte Chor der Militärvereine Durlachs sowie Mitglieder der Ortsgruppen Bruchsal, Ettlingen, Heidelberg und Karlsruhe mitwirkten. Robert Wagner verteilte im Auftrag Ludendorffs zehn Frontkämpferkreuze. Das Landespolizeiamt vermerkte, dass der Schlageterbund aber ansonsten kaum in Erscheinung getreten sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl kam es dann zu einem Zusammenstoß mit &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannerleuten&amp;lt;/lex&amp;gt;, bei der der Schlagetermann Fritz Kröber zu Tode kam. Kröber wurde damit wie Schlageter zu einer der Heldenfiguren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. Ende des Jahres firmierte die Ortsgruppe Durlach dann als SA Schlageterbund. Dies deckt sich mit der Erzählung, dass der Schlageterbund zunächst die Kampfgruppe der NSDAP war. Auch später wurde diese Kontinuität in Durlach inszeniert, so als im Mai 1936 beim Umzug der SA in das neue SA-Heim im Marstallgebäude auch die Schlageterfahne feierlich in die neuen SA-Räume getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe existierte Mitte der 1920er-Jahre auch eine Ortsgruppe des Treubunds Schlageter, die am 16. Januar 1926 im Saal des Löwenrachen eine Weihnachtsfeier abhielt. Festredner war Fritz Plattner, der spätere badische Gaubetriebszellenleiter, ein Beispiel für die starke Verflechtung des Schlageterbundes mit der NSDAP. Noch in diesem Jahr schloss sich dieser der Organisation Roßbach an, die auf das Freicorps des Oberleutnants Gerhard Roßbach zurückging. Das Landespolizeiamt berichtete, dass sich die Freischar Roßbach, früher Schlageterbund Karlsruhe, mit 50 bis 60 Mann am Deutschen Tag in Echtersheim am 15. August 1926 beteiligt habe. 1927 ging die Organisation, die am 9. Januar noch eine Weihnachtsfeier in Karlsruhe abgehalten hatte, in der Sturmabteilung (SA) der NSDAP auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und ging schließlich in dieser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161, 465h Nr. 54320; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 17. November 2024).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 387 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17), https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/materialien-zur-stadtgeschichte/publikationen-zur-stadtgeschichte-digital/buecher-zur-stadtgeschichte/vergriffene-publikationen-stadtarchiv (Zugriff am 19. Oktober 2022); Stefan Zwicker: &amp;quot;Nationale Märtyrer&amp;quot;: Albert Leo Schlageter und Julius Fučík. Heldenkult, Propaganda und Erinnerungskultur, Paderborn 2006 (= Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart), https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00052141_00001.html (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1940&amp;diff=598799</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1940</title>
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		<updated>2026-04-12T09:45:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schlageterbund */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schlageterbund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schlageterbund=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund taucht in badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt; erst knapp ein Jahr nach der Hinrichtung des aus Schönau in Südbaden stammenden Albert Leo Schlageter durch die französische Besatzungsmacht am 26. Mai 1923 wegen Spionage und mehrerer Sprengstoffanschläge im Ruhrkampf auf. Laut &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischem&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 7. April 1924 befassten sich französische Zeitungen zu dieser Zeit mit nach Schlageter benannten Geheimbünden in Gelsenkirchen und Essen. Das unter anderem zur Überwachung der links- und rechtsextremen Parteien und Organisationen im Mai 1922 gegründete &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erstmals am 15. Juli 1925 über den Schlageterbund.  Unter Leitung des im September des Vorjahres nach der Entlassung aus der Festungshaft in Landsberg nach Baden zurückgekehrten späteren badischen Gauleiters der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; waren neue Ortsgruppen unter anderem in Karlsruhe entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner fungierte als Landesleiter und gab später zurückblickend an, er habe den Auftrag bekommen, in Baden den Frontkriegerbund als Tarnorganisation der verbotenen NSDAP zu gründen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der Schlageterbund (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des Wehrwolf Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Verbindungen der badischen Schlagetergruppen zu dem aus der Organisation Heinz um Heinz Hauenstein und Wilhelm Hügenell in Düsseldorf entstandenen Bund Schlageter (Bund der Freunde Schlageters) können allerdings nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon Ende 1924 hatte der Student der Elektrotechnik Karl Hiller in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; den Schlageterbund organisiert, in dem sich die völkisch gesinnte Jugend zusammenfand und die sich als Jugendorganisation des Frontkriegerbundes München e. V. verstand. Karl Hiller war der Sohn des Gewerbeschuldirektors, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Demokratischen Partei (DDP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und Ehrenvorsitzenden des Militärvereins Karl Hiller. Der Durlacher Schlageterbund hatte 80 bis 100 Mitglieder, die uniformiert auftraten und sich in der Tradition des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Wilhelminischen Reiches&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Frontsoldaten des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieges&amp;lt;/lex&amp;gt; sahen. Die Durlacher Ortsgruppe soll zunächst einer Opositionsgruppe gegen Robert Wagner um Paul Hansel und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; angehört haben, wie der Schlagetermann und spätere SA-Oberführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2187&amp;quot;&amp;gt;Alfred Stapelamnn&amp;lt;/lex&amp;gt; in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifizierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; aussagte. Am 22. März 1925 fand eine Bismarckfeier im Saal der Durlacher Festhalle der Vaterländischen Verbände statt, bei der die Kapelle des Karlsruher Schlageterbundes und der gemischte Chor der Militärvereine Durlachs sowie Mitglieder der Ortsgruppen Bruchsal, Ettlingen, Heidelberg und Karlsruhe mitwirkten. Robert Wagner verteilte im Auftrag Ludendorffs zehn Frontkämpferkreuze. Das Landespolizeiamt vermerkte, dass der Schlageterbund aber ansonsten kaum in Erscheinung getreten sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl kam es dann zu einem Zusammenstoß mit &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannerleuten&amp;lt;/lex&amp;gt;, bei der der Schlagetermann Fritz Kröber zu Tode kam. Kröber wurde damit wie Schlageter zu einer der Heldenfiguren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. Ende des Jahres firmierte die Ortsgruppe Durlach dann als SA Schlageterbund. Dies deckt sich mit der Erzählung, dass der Schlageterbund zunächst die Kampfgruppe der NSDAP war. Auch später wurde diese Kontinuität in Durlach inszeniert, so als im Mai 1936 beim Umzug der SA in das neue SA-Heim im Marstallgebäude auch die Schlageterfahne feierlich in die neuen SA-Räume getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe existierte Mitte der 1920er-Jahre auch eine Ortsgruppe des Treubunds Schlageter, die am 16. Januar 1926 im Saal des Löwenrachen eine Weihnachtsfeier abhielt. Festredner war Fritz Plattner, der spätere badische Gaubetriebszellenleiter, ein Beispiel für die starke Verflechtung des Schlageterbundes mit der NSDAP. Noch in diesem Jahr schloss sich dieser der Organisation Roßbach an, die auf das Freicorps des Oberleutnants Gerhard Roßbach zurückging. Das Landespolizeiamt berichtete, dass sich die Freischar Roßbach, früher Schlageterbund Karlsruhe, mit 50 bis 60 Mann am Deutschen Tag in Echtersheim am 15. August 1926 beteiligt habe. 1927 ging die Organisation, die am 9. Januar noch eine Weihnachtsfeier in Karlsruhe abgehalten hatte, in der Sturmabteilung (SA) der NSDAP auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und ging schließlich in dieser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161, 465h Nr. 54320; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 17. November 2024).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 387 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17), https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/materialien-zur-stadtgeschichte/publikationen-zur-stadtgeschichte-digital/buecher-zur-stadtgeschichte/vergriffene-publikationen-stadtarchiv (Zugriff am 19. Oktober 2022); Stefan Zwicker: &amp;quot;Nationale Märtyrer&amp;quot;: Albert Leo Schlageter und Julius Fučík. Heldenkult, Propaganda und Erinnerungskultur, Paderborn 2006 (= Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart), https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00052141_00001.html (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1940&amp;diff=598798</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1940</title>
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		<updated>2026-04-12T09:41:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schlageterbund */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schlageterbund}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schlageterbund=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund taucht in badischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0250&amp;quot;&amp;gt;Zeitungen&amp;lt;/lex&amp;gt; erst knapp ein Jahr nach der Hinrichtung des aus Schönau in Südbaden stammenden Albert Leo Schlageter durch die französische Besatzungsmacht am 26. Mai 1923 wegen Spionage und mehrerer Sprengstoffanschläge im Ruhrkampf auf. Laut &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0330&amp;quot;&amp;gt;sozialdemokratischem&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1194&amp;quot;&amp;gt;Volksfreund&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 7. April 1924 befassten sich französische Zeitungen zu dieser Zeit mit nach Schlageter benannten Geheimbünden in Gelsenkirchen und Essen. Das unter anderem zur Überwachung der links- und rechtsextremen Parteien und Organisationen im Mai 1922 gegründete &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erstmals am 15. Juli 1925 über den Schlageterbund.  Unter Leitung des im September des Vorjahres nach der Entlassung aus der Festungshaft in Landsberg nach Baden zurückgekehrten späteren badischen Gauleiters der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; waren neue Ortsgruppen unter anderem in Karlsruhe entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wagner fungierte als Landesleiter und gab später zurückblickend an, er habe den Auftrag bekommen, in Baden den Frontkriegerbund als Tarnorganisation der verbotenen NSDAP zu gründen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der Schlageterbund (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des Wehrwolf Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Verbindungen der badischen Schlagetergruppen zu dem aus der Organisation Heinz um Heinz Hauenstein und Wilhelm Hügenell in Düsseldorf entstandenen Bund Schlageter (Bund der Freunde Schlageters) können allerdings nicht nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon Ende 1924 hatte der Student der Elektrotechnik Karl Hiller in &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt; den Schlageterbund organisiert, in dem sich die völkisch gesinnte Jugend zusammenfand und die sich als Jugendorganisation des Frontkriegerbundes München e. V. verstand. Karl Hiller war der Sohn des Gewerbeschuldirektors, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0309&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Demokratischen Partei (DDP)&amp;lt;/lex&amp;gt; und Ehrenvorsitzenden des Militärvereins Karl Hiller. Der Durlacher Schlageterbund hatte 80 bis 100 Mitglieder, die uniformiert auftraten und sich in der Tradition des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0038&amp;quot;&amp;gt;Wilhelminischen Reiches&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Frontsoldaten des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieges&amp;lt;/lex&amp;gt; sahen. Die Durlacher Ortsgruppe soll zunächst einer Opositionsgruppe gegen Robert Wagner um Paul Hansel und Franz Moraller angehört haben, wie der Schlagetermann und spätere SA-Oberführer Alfred Stapelmann in seinem Spruchkammerverfahren aussagte. Am 22. März 1925 fand eine Bismarckfeier im Saal der Durlacher Festhalle der Vaterländischen Verbände statt, bei der die Kapelle des Karlsruher Schlageterbundes und der gemischte Chor der Militärvereine Durlachs sowie Mitglieder der Ortsgruppen Bruchsal, Ettlingen, Heidelberg und Karlsruhe mitwirkten. Robert Wagner verteilte im Auftrag Ludendorffs zehn Frontkämpferkreuze. Das Landespolizeiamt vermerkte, dass der Schlageterbund aber ansonsten kaum in Erscheinung getreten sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl kam es dann zu einem Zusammenstoß mit &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannerleuten&amp;lt;/lex&amp;gt;, bei der der Schlagetermann Fritz Kröber zu Tode kam. Kröber wurde damit wie Schlageter zu einer der Heldenfiguren der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. Ende des Jahres firmierte die Ortsgruppe Durlach dann als SA Schlageterbund. Dies deckt sich mit der Erzählung, dass der Schlageterbund zunächst die Kampfgruppe der NSDAP war. Auch später wurde diese Kontinuität in Durlach inszeniert, so als im Mai 1936 beim Umzug der SA in das neue SA-Heim im Marstallgebäude auch die Schlageterfahne feierlich in die neuen SA-Räume getragen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Karlsruhe existierte Mitte der 1920er-Jahre auch eine Ortsgruppe des Treubunds Schlageter, die am 16. Januar 1926 im Saal des Löwenrachen eine Weihnachtsfeier abhielt. Festredner war Fritz Plattner, der spätere badische Gaubetriebszellenleiter, ein Beispiel für die starke Verflechtung des Schlageterbundes mit der NSDAP. Noch in diesem Jahr schloss sich dieser der Organisation Roßbach an, die auf das Freicorps des Oberleutnants Gerhard Roßbach zurückging. Das Landespolizeiamt berichtete, dass sich die Freischar Roßbach, früher Schlageterbund Karlsruhe, mit 50 bis 60 Mann am Deutschen Tag in Echtersheim am 15. August 1926 beteiligt habe. 1927 ging die Organisation, die am 9. Januar noch eine Weihnachtsfeier in Karlsruhe abgehalten hatte, in der Sturmabteilung (SA) der NSDAP auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und ging schließlich in dieser auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161, 465h Nr. 54320; Staatsarchiv Freiburg A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Karlsruher Zeitungen 1920-1933, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 17. November 2024).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 387 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17), https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/materialien-zur-stadtgeschichte/publikationen-zur-stadtgeschichte-digital/buecher-zur-stadtgeschichte/vergriffene-publikationen-stadtarchiv (Zugriff am 19. Oktober 2022); Stefan Zwicker: &amp;quot;Nationale Märtyrer&amp;quot;: Albert Leo Schlageter und Julius Fučík. Heldenkult, Propaganda und Erinnerungskultur, Paderborn 2006 (= Sammlung Schöningh zur Geschichte und Gegenwart), https://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb00052141_00001.html (Zugriff am 27. Januar 2025).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598797</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-04-11T09:26:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicht zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu diesem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598796</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-04-11T09:24:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicht zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:top-2718</title>
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		<updated>2026-04-04T13:15:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Theodor-Heuss-Allee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Theodor-Heuss-Allee}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Theodor-Heuss-Allee=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theodor-Heuss-Allee liegt im Nordosten des Stadtgebiets und bildete ursprünglich die Hauptzufahrt zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, heute Waldstadt-Waldlage. Sie verläuft als Umgehungsstraße an ihrem westlichen Rand entlang und verbindet den &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0006&amp;quot;&amp;gt;Adenauerring&amp;lt;/lex&amp;gt; mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1034&amp;quot;&amp;gt;Gustav-Heinemann-Allee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Vom Adenauerring kommend zweigen zunächst der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1440&amp;quot;&amp;gt;Kanalweg&amp;lt;/lex&amp;gt; nach links und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1574&amp;quot;&amp;gt;Klosterweg&amp;lt;/lex&amp;gt; nach rechts ab. Danach beginnt auf der rechten Seite die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2324&amp;quot;&amp;gt;Rintheimer Querallee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Nach diesem Abzweig sind die einzelnen Straßen durchnummeriert und gehen in östlicher Richtung ab: 1. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0418&amp;quot;&amp;gt;Breslauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 2. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1592&amp;quot;&amp;gt;Königsberger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 3. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2469&amp;quot;&amp;gt;Schneidemühler Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 4. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1378&amp;quot;&amp;gt;Insterburger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 5. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1588&amp;quot;&amp;gt;Kolberger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; und 6. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0624&amp;quot;&amp;gt;Elbinger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;. Wo die Allee nach Osten abbiegt, zweigt nach Westen die L 604 in Richtung Eggenstein ab. Fünf 12 bis 18-geschossige Hochhäuser stehen ab der Königsberger Straße bis zur L 604 an der Allee und überragen damit den Waldbestand deutlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in vielen westdeutschen Neubaugebieten der 1950er-und 1960er-Jahre erinnern die Straßennamen in der Waldstadt – mit Ausnahme des Europaviertels – an Städte in den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Westlich der Theodor-Heuss-Allee befindet sich der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0749&amp;quot;&amp;gt;Hardtwald&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die einzige Hausnummer der Allee – Nummer 15 – gehört zum Forsthaus gegenüber der Einmündung der Elbinger Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang der Allee und dem Klosterweg befinden sich noch Reste der denkmalgeschützten Fasanengartenmauer, die 1768 Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; als Umgrenzung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0730&amp;quot;&amp;gt;Fasanengartens&amp;lt;/lex&amp;gt; errichten ließ. An der Ecke zur Breslauer Straße befindet sich der ebenfalls denkmalgeschützte Brunnen von Frido Lehr, der 1963 errichtet wurde. Bis 1968 hieß die Straße &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0364&amp;quot;&amp;gt;Blankenlocher Allee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Dann wurde sie nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss (31. Januar 1884 – 12. Dezember 1963) umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Meter nördlich der Theodor-Heuss-Allee, ungefähr in Höhe der Einmündung Breslauer Straße, befand sich der Schießplatz Fürstenberger Schlag. Hier wurden am 1. April 1944 14 Mitglieder des Französischen Widerstands („Réseau Alliance&amp;quot;) erschossen. Die Betonwand des Schießplatzes existierte noch bis in die 2010er-Jahre. Mit einer Gedeenktafel Ecke Theodor-Heuss-Allee und Breslauer Straße erinnert die Stadt Karlsruhe an die Opfer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2019&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 47 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/index.php?suchstring=Theodor-Heuss-Allee&amp;amp;Suche+starten=Suche+starten (Zugriff am 26. März 2019).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Jochen Karl Mehldau: Regeln und Ausnahmen – Straßennamen 1845-1993, in: Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 23-35, S. 29 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:top-2718</title>
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		<updated>2026-04-04T13:13:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Theodor-Heuss-Allee */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Theodor-Heuss-Allee}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Theodor-Heuss-Allee=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Theodor-Heuss-Allee liegt im Nordosten des Stadtgebiets und bildete ursprünglich die Hauptzufahrt zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2859&amp;quot;&amp;gt;Waldstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, heute Waldstadt-Waldlage. Sie verläuft als Umgehungsstraße an ihrem westlichen Rand entlang und verbindet den &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0006&amp;quot;&amp;gt;Adenauerring&amp;lt;/lex&amp;gt; mit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1034&amp;quot;&amp;gt;Gustav-Heinemann-Allee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Vom Adenauerring kommend zweigen zunächst der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1440&amp;quot;&amp;gt;Kanalweg&amp;lt;/lex&amp;gt; nach links und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1574&amp;quot;&amp;gt;Klosterweg&amp;lt;/lex&amp;gt; nach rechts ab. Danach beginnt auf der rechten Seite die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2324&amp;quot;&amp;gt;Rintheimer Querallee&amp;lt;/lex&amp;gt;. Nach diesem Abzweig sind die einzelnen Straßen durchnummeriert und gehen in östlicher Richtung ab: 1. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0418&amp;quot;&amp;gt;Breslauer Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 2. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1592&amp;quot;&amp;gt;Königsberger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 3. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2469&amp;quot;&amp;gt;Schneidemühler Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 4. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1378&amp;quot;&amp;gt;Insterburger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;, 5. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1588&amp;quot;&amp;gt;Kolberger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt; und 6. &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0624&amp;quot;&amp;gt;Elbinger Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;. Wo die Allee nach Osten abbiegt, zweigt nach Westen die L 604 in Richtung Eggenstein ab. Fünf 12 bis 18-geschossige Hochhäuser stehen ab der Königsberger Straße bis zur L 604 an der Allee und überragen damit den Waldbestand deutlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in vielen westdeutschen Neubaugebieten der 1950er-und 1960er-Jahre erinnern die Straßennamen in der Waldstadt – mit Ausnahme des Europaviertels – an Städte in den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Westlich der Theodor-Heuss-Allee befindet sich der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0749&amp;quot;&amp;gt;Hardtwald&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die einzige Hausnummer der Allee – Nummer 15 – gehört zum Forsthaus gegenüber der Einmündung der Elbinger Straße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang der Allee und dem Klosterweg befinden sich noch Reste der denkmalgeschützten Fasanengartenmauer, die 1768 Markgraf &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0564&amp;quot;&amp;gt;Karl Friedrich&amp;lt;/lex&amp;gt; als Umgrenzung des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0730&amp;quot;&amp;gt;Fasanengartens&amp;lt;/lex&amp;gt; errichten ließ. An der Ecke zur Breslauer Straße befindet sich der ebenfalls denkmalgeschützte Brunnen von Frido Lehr, der 1963 errichtet wurde. Bis 1968 hieß die Straße Blankenlocher Allee. Dann wurde sie nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss (31. Januar 1884 – 12. Dezember 1963) umbenannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur wenige Meter nördlich der Theodor-Heuss-Allee, ungefähr in Höhe der Einmündung Breslauer Straße, befand sich der Schießplatz Fürstenberger Schlag. Hier wurden am 1. April 1944 14 Mitglieder des Französischen Widerstands („Réseau Alliance&amp;quot;) erschossen. Die Betonwand des Schießplatzes existierte noch bis in die 2010er-Jahre. Mit einer Gedeenktafel Ecke Theodor-Heuss-Allee und Breslauer Straße erinnert die Stadt Karlsruhe an die Opfer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2019&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 47 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/index.php?suchstring=Theodor-Heuss-Allee&amp;amp;Suche+starten=Suche+starten (Zugriff am 26. März 2019).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Jochen Karl Mehldau: Regeln und Ausnahmen – Straßennamen 1845-1993, in: Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 23-35, S. 29 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2190&amp;diff=598743</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2190</title>
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		<updated>2026-03-28T16:56:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Ernst Waldemar Rink */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Ernst Waldemar Rink}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Ernst Waldemar Rink=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Finanzamtsangestellter, Vorsitzender des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1896&amp;quot;&amp;gt;Alldeutschen Verbandes&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 9. Dezember 1899 Karlsruhe, † 30. Mai 1978 Karlsruhe, kath., ∞ 30. März 1930 Anna Julchen Luise Beisel. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Finanzamtsangestellte Ernst Waldemar Rink gehörte 1924 bis 1934 dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt; an und war dort Kameradschaftsführer. Außerdem war er im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0082&amp;quot;&amp;gt;antisemitischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Alldeutschen Verband aktiv, 1932 bis 1937 in dessen Vortragsgemeinschaft. Obwohl er 1936 bis 1943 Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; war und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1949&amp;quot;&amp;gt;Deutschen Arbeitsfront (DAF)&amp;lt;/lex&amp;gt; von 1937 bis 1943 angehörte, gab er in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; an, dass er als &amp;quot;Katholik und Nazi-Gegner ... vom Nazismus verfolgt u. im Dienstl. Fortkommen zurückgesetzt&amp;quot; gewesen sei. Seiner Überführung als Stahlhelmmitglied in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; der NSDAP habe er widersprochen. Und auch seine Entlassung als Finanzamtsangestellter sah Rink, der der Wehrmacht vom 10. Juli 1944 bis 10. September 1945 in der Wehrmachts-Kommandantur Amersfort angehört hatte, als Unrecht an. &lt;br /&gt;
Das Verfahren wurde im Zuge der Weihnachtsamnestie 1947 am 3. Mai 1948 eingestellt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 465h/29880; StadtAK 3/B Standesbücher.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-1196&amp;diff=598742</id>
		<title>De:Lexikon:bio-1196</title>
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		<updated>2026-03-28T16:55:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karl Friedrich (Fritz) Kröber}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karl Friedrich (Fritz) Kröber=&lt;br /&gt;
[[Datei:Kröber Fritz Führer 1934 04 26.jpg|alternativtext=Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.|links|mini|Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kröber Fritz Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99-001 Bue 305 Nr. 1773 Bild 1 (1-696097-1).jpg|alternativtext=Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.|links|mini|Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.]]&lt;br /&gt;
Handformer, Mitglied des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbundes&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 24. April 1908 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt;/Stadt Karlsruhe, † 24. April 1925 Durlach/Stadt Karlsruhe.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn des Durlacher Metallschleifers Karl Otto Kröber wurde am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl bei einem folgenschweren Zusammenstoß des Durlacher Schlageterbundes mit politischen Gegnern getötet. Der Polizeiwachtmeister und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannermann&amp;lt;/lex&amp;gt; Otto Reize hatte mit seiner Dienstpistole durch einen Schlitz in der Plane eines Propagandawagens geschossen und dabei Fritz Kröber tödlich getroffen. An der Beisetzung des 17-jährigen Kröber nahmen Ende April nahezu alle in Baden aktiven rechten Verbände und Organisationen teil: der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0399&amp;quot;&amp;gt;Jungdeutsche Orden&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Landesverband Baden des Deutschen Offiziersbundes, die Ortsgruppe Durlach der Mädchengruppe des Schlageterbundes, die Nationale Studentenschaft der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Ortsausschuss Karlsruhe des Reichsblocks, der Schlageterbund Pforzheim und Bruchsal, die Bismarckjugend Karlsruhe und Graben, die Wirtschaftliche Vereinigung Durlach, die Korporationen der TH Karlsruhe, der Blücherbund, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1939&amp;quot;&amp;gt;Wikingbund&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, die Ortsgruppe Neureut des Schlageterbundes, die Ortsgruppen Karlsruhe und Durlach des Frontkriegerbundes, der Wehrwolf Karlsruhe, der Wikingbund Königsbach, die Großdeutsche Jugend Durlach, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Durlach, der Landesleiter des Schlageterbundes und &amp;quot;einige nationale Frauen von Durlach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Kröber wurde später zu einem der sogenannten Märtyrer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. In Durlach benannte der neu formierte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; in seiner ersten Sitzung nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1472&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Fritz-Kröber-Straße um. In Karlsruhe wurde im folgenden Jahr das Fritz-Kröber-Heim, das Bannheim der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1948&amp;quot;&amp;gt;Hitlerjugend&amp;lt;/lex&amp;gt;, Bann 109 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3116&amp;quot;&amp;gt;Karlstor&amp;lt;/lex&amp;gt; eingeweiht. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1424&amp;quot;&amp;gt;Gartenschule&amp;lt;/lex&amp;gt; hieß seit Oktober 1935 Fritz-Kröber-Schule. Auch in vielen anderen badischen Städten und Gemeinden wurden solche Umbenennungen vorgenommen. Die Nationalsozialisten feierten ihn fälschlicherweise zu Propagandazwecken als ersten Hitlerjungen Deutschlands, der &amp;quot;sein Leben für die nationalsozialistische Revolution gegeben&amp;quot; habe, obwohl sich die Hitlerjugend (HJ) erst nach der Neugründung der NSDAP im Laufe des Jahres 1926 wieder formierte  (&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 26. April 1934). Keine Totengedenkfeier der badischen Partei fand nun ohne die Nennung Fritz Kröbers statt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 3/B Standesbücher; Karlsruher Zeitungen, u. a. Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des Führer vom 30. März 1935] https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 25. Februar 2026).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 47-444, S. 387-391 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-1196&amp;diff=598741</id>
		<title>De:Lexikon:bio-1196</title>
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		<updated>2026-03-28T16:54:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karl Friedrich (Fritz) Kröber}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karl Friedrich (Fritz) Kröber=&lt;br /&gt;
[[Datei:Kröber Fritz Führer 1934 04 26.jpg|alternativtext=Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.|links|mini|Fritz Kröber, Foto aus: Der Führer vom 26. April 1934.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kröber Fritz Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99-001 Bue 305 Nr. 1773 Bild 1 (1-696097-1).jpg|alternativtext=Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.|links|mini|Propagandatafel in Tiengen zum Andenken an Fritz Kröber, Hauptstaatsarchiv Stuttgart EA 99/001 Bü 305 Nr. 1773.]]&lt;br /&gt;
Handformer, Mitglied des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbundes&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 24. April 1908 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0034&amp;quot;&amp;gt;Durlach&amp;lt;/lex&amp;gt;/Stadt Karlsruhe, † 24. April 1925 Durlach/Stadt Karlsruhe.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn des Durlacher Metallschleifers Karl Otto Kröber wurde am Abend des 26. April 1925, dem Tag des zweiten Wahlgangs der Reichspräsidentenwahl bei einem folgenschweren Zusammenstoß des Durlacher Schlageterbundes mit politischen Gegnern getötet. Der Polizeiwachtmeister und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0786&amp;quot;&amp;gt;Reichsbannermann&amp;lt;/lex&amp;gt; Otto Reize hatte mit seiner Dienstpistole durch einen Schlitz in der Plane eines Propagandawagens geschossen und dabei Fritz Kröber tödlich getroffen. An der Beisetzung des 17-jährigen Kröber nahmen Ende April nahezu alle in Baden aktiven rechten Verbände und Organisationen teil: der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0411&amp;quot;&amp;gt;Stahlhelm&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0399&amp;quot;&amp;gt;Jungdeutsche Orden&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Landesverband Baden des Deutschen Offiziersbundes, die Ortsgruppe Durlach der Mädchengruppe des Schlageterbundes, die Nationale Studentenschaft der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0909&amp;quot;&amp;gt;Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der Ortsausschuss Karlsruhe des Reichsblocks, der Schlageterbund Pforzheim und Bruchsal, die Bismarckjugend Karlsruhe und Graben, die Wirtschaftliche Vereinigung Durlach, die Korporationen der TH Karlsruhe, der Blücherbund, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1939&amp;quot;&amp;gt;Wikingbund&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, die Ortsgruppe Neureut des Schlageterbundes, die Ortsgruppen Karlsruhe und Durlach des Frontkriegerbundes, der Wehrwolf Karlsruhe, der Wikingbund Königsbach, die Großdeutsche Jugend Durlach, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; Durlach, der Landesleiter des Schlageterbundes und &amp;quot;einige nationale Frauen von Durlach&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritz Kröber wurde später zu einem der sogenannten Märtyrer der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;. In Durlach benannte der neu formierte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; in seiner ersten Sitzung nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1472&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Allee&amp;lt;/lex&amp;gt; in Fritz-Kröber-Straße um. In Karlsruhe wurde im folgenden Jahr das Fritz-Kröber-Heim, das Bannheim der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1948&amp;quot;&amp;gt;Hitlerjugend&amp;lt;/lex&amp;gt;, Bann 109 in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3116&amp;quot;&amp;gt;Karlstor&amp;lt;/lex&amp;gt; eingeweiht. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1424&amp;quot;&amp;gt;Gartenschule&amp;lt;/lex&amp;gt; hieß seit Oktober 1935 Fritz-Kröber-Schule. Auch in vielen anderen badischen Städten und Gemeinden wurden solche Umbenennungen vorgenommen. Die Nationalsozialisten feierten ihn fälschlicherweise zu Propagandazwecken als ersten Hitlerjungen Deutschlands, der &amp;quot;sein Leben für die nationalsozialistische Revolution gegeben&amp;quot; habe, obwohl sich die Hitlerjugend (HJ) erst nach der Neugründung der NSDAP im Laufe des Jahres 1926 wieder formierte  (&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 26. April 1934). Keine Totengedenkfeier der badischen Partei fand nun ohne die Nennung Fritz Kröbers statt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 3/B Standesbücher; Karlsruher Zeitungen, u. a.  [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3193676?query=vertierte Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des Führer vom 30. März 1935] https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 25. Februar 2026).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Susanne Asche: Die Bürgerstadt, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 47-444, S. 387-391 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 17).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2165&amp;diff=598740</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2165</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2165&amp;diff=598740"/>
		<updated>2026-03-28T16:51:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Paul Billet}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Paul Max Billet=&lt;br /&gt;
[[Datei:Billet Paul Führer 1934 05 06.jpg|alternativtext=Paul Billet, &amp;quot;Der Führer&amp;quot; vom 6. Mai 1934.|links|mini|Paul Billet, &amp;quot;Der Führer&amp;quot; vom 6. Mai 1934.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Billet Paul 8 PBS oVI 445.jpg|alternativtext=Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.|links|mini|Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.]]&lt;br /&gt;
Buchdrucker, Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 20. April 1905 Lahr, † 25. Mai 1931 Karlsruhe, ev. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Lahrer SA-Mann Paul Billet, Sohn eines Mechanikers und  gelernter Buchdrucker, kam bei einem Propagandaumzug der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; am Pfingstmontag, dem 25. Mai 1931, auf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; nahe der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0009&amp;quot;&amp;gt;Adlerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; unter zunächst nicht ganz geklärten Umständen zu Tode. Mitglieder der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; hatten den Umzug angegriffen, so dass in der Presse zu lesen war, dass Billet von Kommunisten erschlagen worden sei. Von den nach dem Vorfall verhafteten Kommunisten, die auf Billet eingeschlagen hatten, wurden vier wegen Landfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verurteilt. Eine weitere polizeiliche Untersuchung 1932 ergab aber , dass eine ebenfalls der KPD angehörende Zuschauerin Billet einen Knüppel zwischen die Speichen seines Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war. Die Frau wurde in einem zweiten Prozess am 24. MaI 1932 wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Die NS-Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; bedachte dies mit der Schlagzeile &amp;quot;Vertierte Weiber als Totschläger&amp;quot; und lieferte damit eines von vielen Beispielen der Instrumentalisierung und propagandistischen Ausschlachtung des Todes des Lahrer Sa-Mannes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon an der Beerdigung Billets nahmen zahlreiche &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; teil. Am 3. Juni 1931 fand eine Trauerkundgebung der NSDAP in der, einem Artikel der Zeitung Der Führer zufolge, überfüllten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; statt. Der Adjutant Hitlers Wilhelm Friedrich Karl Brückner und der SA-Gruppenführer Südwest Dietrich von Jagow hielten Traueransprachen. Billet galt nun bald als einer der Blutzeugen der badischen NSDAP. Nach ihm wurde noch 1933 der Platz an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1247&amp;quot;&amp;gt;Kleinen Kirche&amp;lt;/lex&amp;gt; in Paul-Billet-Platz benannt, am 23. November 1935 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0093&amp;quot;&amp;gt;Paul-Billet-Denkmal&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Kaiserstraße aufgestellt. Nach dem 5. März 1933 wurden in vielen Orten Straßen umbenannt, in einigen Orten, wie in Karlsruhe gar Denkmäler errichtet. Ähnliche Ehrungen erhielt Billet auch in anderen badischen Orten, so wurde 1935 das Reichsarbeitsdienstlager der Abteilung 6/273 in Lahr nach ihm benannt. Nach Ende des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Kriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; wurden die Denkmäler entfernt und die Platz- und Straßenbenennungen aufgehoben.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2024&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Stadtarchiv Lahr Familienmeldebogen Karl Friedrich Billet; Karlsruher Zeitungen 1931 bis 1935, darunter Der Führer vom 2. Juni 1931, [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22, vom 22. Mai 1932] [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3193676?query=vertierte https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3193676?query=vertierte, Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des Führer vom 30. März 1935]https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3453950 und vom 24. November 1935, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3456892 (Zugriff jeweils am 17. Janaur 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Beatrice Vierneisel: Paul-Billet-Denkmal, in: Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, Karlsruhe 1989, 2. Aufl., S. 654-657 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598739</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598739"/>
		<updated>2026-03-28T16:49:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicherbort zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0503&amp;diff=598697</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0503</title>
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		<updated>2026-03-26T09:43:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gottfried Erik Fuchs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gottfried Fuchs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0503_8_SpoA_5316_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gottfried Erik Fuchs=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 3. Mai 1889 Karlsruhe, † 25. Februar 1972 Montreal-Westmont/Kanada, jüd., ∞ 1923 Eugenia Steinberg, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Kaufmanns Gustav Fuchs besuchte in Karlsruhe die Volksschule und dann bis 1905 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0937&amp;quot;&amp;gt;Realgymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seine Fußballkarriere begann er danach beim Düsseldorfer FC 1899, mit dem ihm 1907 die Meisterschaft von Nordrhein und Westdeutschland gelang. In Düsseldorf absolvierte er eine Lehre bis 1907 bei der Holzhandlung F.W. Flosbach &amp;amp; Co. Danach ging er aus beruflichen Gründen für ein Jahr nach London und Liverpool, wo er bei zwei dortigen Firmen arbeitete. Nach wie vor spielte er aber für den Düsseldorfer FC. Nach der Rückkehr aus London leistete er ab 1. Oktober 1908 seinen einjährigen Militärdienst beim Badischen Feldartillerie Regiment Nr. 14.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1908 wurde Fuchs 1. Spielfüher beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, mit dem er 1910 Deutscher Meister wurde. In diesem Jahr wird er auch als Schiedsrichter eingesetzt. Legendär sind die zehn Tore, die Fuchs während der Olympischen Spiele in Stockholm gegen Russland am 1. Juli 1912 schoss. Dieser Rekord blieb bis 2001 bestehen, und es hatte auch bis 1930 gedauert, ehe der Dresdner Richard Hoffmann seine in sechs Länderspielen erzielten 14 Tore übertraf. Fuchs war mit seinem kongenialen Sturmpartner &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt; einer von nur zwei deutschen Fußballnationalspielern jüdischen Glaubens. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der Leutnant viermal verwundet und mehrfach mit Orden, 1914 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, 1917 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgezeichnet wurde, spielte Fuchs noch kurze Zeit für den KFV, bevor er 1920 seine Fußballkarriere beendete. 1921 wurde er Ehrenspielführer des KFV. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Fuchs 1909 zunächst als Angestellter in den von seinem Großvater Hirsch Fuchs 1877 begründeten Familienbetrieb &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0059&amp;quot;&amp;gt;H. Fuchs Söhne&amp;lt;/lex&amp;gt; eingestiegen, seit 1912 als zeichnungsberchtigter Vertreter seines Vaters. 1921 übernahm er die Geschäftsführung der H. Fuchs Söhne Außenhandelsgesellschaft mbH, deren Sitz 1934 von Karlsruhe nach Berlin verlegt wurde. Bis 1928 wird er im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; als Fabrikant und Mitinhaber der Holzhandlung Fuchs Söhne geführt. Als Gesellschafter der Firma schied er aber erst 1935 aus. 1929 zog die fünfköpfige Familie nach Berlin, da ihnen Karlsruhe „zu provinziell“ geworden sein soll, in erster Linie aber wohl, weil dort die Filiale der Firma Fuchs gegründet worden war. In Berlin gehörte Fuchs dem Tennisclub Nikolassee, zeitweise als Vorstandsmitglied, bis 1935 an, als dieser festlegte, dass Mitglieder nur noch Personen „arischer Abstammung“ sein konnten. Auch der KFV hatte 1933 zu den Vereinen gehört, die 1933 Juden ausgeschlossen hatten. In den 1920er-Jahren hatte Fuchs nach seiner Fußballkarriere auch schon in Karlsruhe beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0151&amp;quot;&amp;gt;Tennis&amp;lt;/lex&amp;gt; gespielt, für den er auch etliche Turniere organisiert hatte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 entschloss Fuchs sich zur Flucht, erst in die Schweiz, dann nach Frankreich, von wo aus die Familie mit der Mutter kurz vor der französischen Niederlage über Großbritannien 1940 nach Kanada ausreiste, wo er am 12. Juni 1940 ankam. Fuchs, der sich nun in Godfrey E. Fochs umbenannte, war in Kanada in der Textilbranche und als Investor tätig. Er kehrte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; einige Male wegen zu klärender Rechtsfragen nach Deutschland zurück, aber immer „mit sehr gemischten Gefühlen“, wofür es viele Gründe gab, darunter den, dass seine einzige Schwester ermordet worden war. Auch den Kontakt zum KFV mied er in Erinnerung an das Schicksal seines Stürmerkollegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1943 in Auschwitz ermordet worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 lehnte der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Einladung zur Eröffnung des Olympiastadions in München ab, die der ehemalige Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger vorgeschlagen hatte. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Weg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußballnational­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Benennung eines kleinen Platzes am Karlsruher Weg (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3328&amp;quot;&amp;gt;Gottfried-Fuchs-Platz&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/16&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1900-1940, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff jeweils am 4. März 2025);  Monica Heller: Über ihren Großvater Gottfried Fuchs und seine Familiengeschichte, Interview vom 10. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Werner Skrentny: &amp;quot;Gotti&amp;quot; and &amp;quot;Juller&amp;quot;. Gottfried Fuchs/Godfrey E. Fochs and Julius Hirsch. International soccer players, friends and Jews. Fußball-Nationalspieler, Freunde und Juden, [Göttingen] 2012;  Karl-Heinz Schwarz-Pich: Fuchs, Gottfried, in: Baden-Württembergische Biographien V, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2013, S. 107-109.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0503&amp;diff=598696</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0503</title>
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		<updated>2026-03-26T09:43:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Gottfried Erik Fuchs */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gottfried Fuchs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0503_8_SpoA_5316_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gottfried Erik Fuchs=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 3. Mai 1889 Karlsruhe, † 25. Februar 1972 Montreal-Westmont/Kanada, jüd., ∞ 1923 Eugenia Steinberg, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Kaufmanns Gustav Fuchs besuchte in Karlsruhe die Volksschule und dann bis 1905 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0937&amp;quot;&amp;gt;Realgymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seine Fußballkarriere begann er danach beim Düsseldorfer FC 1899, mit dem ihm 1907 die Meisterschaft von Nordrhein und Westdeutschland gelang. In Düsseldorf absolvierte er eine Lehre bis 1907 bei der Holzhandlung F.W. Flosbach &amp;amp; Co. Danach ging er aus beruflichen Gründen für ein Jahr nach London und Liverpool, wo er bei zwei dortigen Firmen arbeitete. Nach wie vor spielte er aber für den Düsseldorfer FC. Nach der Rückkehr aus London leistete er ab 1. Oktober 1908 seinen einjährigen Militärdienst beim Badischen Feldartillerie Regiment Nr. 14.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1908 wurde Fuchs 1. Spielfüher beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, mit dem er 1910 Deutscher Meister wurde. In diesem Jahr wird er auch als Schiedsrichter eingesetzt. Legendär sind die zehn Tore, die Fuchs während der Olympischen Spiele in Stockholm gegen Russland am 1. Juli 1912 schoss. Dieser Rekord blieb bis 2001 bestehen, und es hatte auch bis 1930 gedauert, ehe der Dresdner Richard Hoffmann seine in sechs Länderspielen erzielten 14 Tore übertraf. Fuchs war mit seinem kongenialen Sturmpartner &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt; einer von nur zwei deutschen Fußballnationalspielern jüdischen Glaubens. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der Leutnant viermal verwundet und mehrfach mit Orden, 1914 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, 1917 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgezeichnet wurde, spielte Fuchs noch kurze Zeit für den KFV, bevor er 1920 seine Fußballkarriere beendete. 1921 wurde er Ehrenspielführer des KFV. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Fuchs 1909 zunächst als Angestellter in den von seinem Großvater Hirsch Fuchs 1877 begründeten Familienbetrieb &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0059&amp;quot;&amp;gt;H. Fuchs Söhne&amp;lt;/lex&amp;gt; eingestiegen, seit 1912 als zeichnungsberchtigter Vertreter seines Vaters. 1921 übernahm er die Geschäftsführung der H. Fuchs Söhne Außenhandelsgesellschaft mbH, deren Sitz 1934 von Karlsruhe nach Berlin verlegt wurde. Bis 1928 wird er im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; als Fabrikant und Mitinhaber der Holzhandlung Fuchs Söhne geführt. Als Gesellschafter der Firma schied er aber erst 1935 aus. 1929 zog die fünfköpfige Familie nach Berlin, da ihnen Karlsruhe „zu provinziell“ geworden sein soll, in erster Linie aber wohl, weil dort die Filiale der Firma Fuchs gegründet worden war. In Berlin gehörte Fuchs dem Tennisclub Nikolassee, zeitweise als Vorstandsmitglied, bis 1935 an, als dieser festlegte, dass Mitglieder nur noch Personen „arischer Abstammung“ sein konnten. Auch der KFV hatte 1933 zu den Vereinen gehört, die 1933 Juden ausgeschlossen hatten. In den 1920er-Jahren hatte Fuchs nach seiner Fußballkarriere auch schon in Karlsruhe beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0151&amp;quot;&amp;gt;Tennis&amp;lt;/lex&amp;gt; gespielt, für den er auch etliche Turniere organisiert hatte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 entschloss Fuchs sich zur Flucht, erst in die Schweiz, dann nach Frankreich, von wo aus die Familie mit der Mutter kurz vor der französischen Niederlage über Großbritannien 1940 nach Kanada ausreiste, wo er am 12. Juni 1940 ankam. Fuchs, der sich nun in Godfrey E. Fochs umbenannte, war in Kanada in der Textilbranche und als Investor tätig. Er kehrte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; einige Male wegen zu klärender Rechtsfragen nach Deutschland zurück, aber immer „mit sehr gemischten Gefühlen“, wofür es viele Gründe gab, darunter den, dass seine einzige Schwester ermordet worden war. Auch den Kontakt zum KFV mied er in Erinnerung an das Schicksal seines Stürmerkollegen Julius Hirsch, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1943 in Auschwitz ermordet worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 lehnte der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Einladung zur Eröffnung des Olympiastadions in München ab, die der ehemalige Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger vorgeschlagen hatte. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Weg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußballnational­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Benennung eines kleinen Platzes am Karlsruher Weg (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3328&amp;quot;&amp;gt;Gottfried-Fuchs-Platz&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/16&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1900-1940, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff jeweils am 4. März 2025);  Monica Heller: Über ihren Großvater Gottfried Fuchs und seine Familiengeschichte, Interview vom 10. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Werner Skrentny: &amp;quot;Gotti&amp;quot; and &amp;quot;Juller&amp;quot;. Gottfried Fuchs/Godfrey E. Fochs and Julius Hirsch. International soccer players, friends and Jews. Fußball-Nationalspieler, Freunde und Juden, [Göttingen] 2012;  Karl-Heinz Schwarz-Pich: Fuchs, Gottfried, in: Baden-Württembergische Biographien V, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2013, S. 107-109.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gottfried Fuchs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0503_8_SpoA_5316_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gottfried Erik Fuchs=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 3. Mai 1889 Karlsruhe, † 25. Februar 1972 Montreal-Westmont/Kanada, jüd., ∞ 1923 Eugenia Steinberg, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Kaufmanns Gustav Fuchs besuchte in Karlsruhe die Volksschule und dann bis 1905 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0937&amp;quot;&amp;gt;Realgymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seine Fußballkarriere begann er danach beim Düsseldorfer FC 1899, mit dem ihm 1907 die Meisterschaft von Nordrhein und Westdeutschland gelang. In Düsseldorf absolvierte er eine Lehre bis 1907 bei der Holzhandlung F.W. Flosbach &amp;amp; Co. Danach ging er beruflichen Gründen für ein Jahr nach London und Liverpool, wo er bei zwei dortigen Firmen arbeitete. Nach wie vor spielte er für den Düsseldorfer FC. Nach der Rückkehr aus London leistete er ab 1. Oktober 1908 seinen einjährigen Militärdienst beim Badischen Feldartillerie Regiment Nr. 14.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1908 wurde Fuchs 1. Spielfüher beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, mit dem er 1910 Deutscher Meister wurde. In diesem Jahr wird er auch als Schiedsrichter eingesetzt. Legendär sind die zehn Tore, die Fuchs während der Olympischen Spiele in Stockholm gegen Russland am 1. Juli 1912 schoss. Dieser Rekord blieb bis 2001 bestehen, und es hatte auch bis 1930 gedauert, ehe der Dresdner Richard Hoffmann seine in sechs Länderspielen erzielten 14 Tore übertraf. Fuchs war mit seinem kongenialen Sturmpartner &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt; einer von nur zwei deutschen Fußballnationalspielern jüdischen Glaubens. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der Leutnant viermal verwundet und mehrfach mit Orden, 1914 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, 1917 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgezeichnet wurde, spielte Fuchs noch kurze Zeit für den KFV, bevor er 1920 seine Karriere beendete. 1921 wurde er Ehrenspielführer des KFV. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Fuchs 1909 zunächst als Angestellter in den von seinem Großvater Hirsch Fuchs 1877 begründeten Familienbetrieb &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0059&amp;quot;&amp;gt;H. Fuchs Söhne&amp;lt;/lex&amp;gt; eingestiegen, seit 1912 als zeichnungsberchtigter Vertreter seines Vaters. 1921 übernahm er die Geschäftsführung der H. Fuchs Söhne Außenhandelsgesellschaft mbH, deren Sitz 1934 von Karlsruhe nach Berlin verlegt wurde. Bis 1928 wird er im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; als Fabrikant und Mitinhaber der Holzhandlung Fuchs Söhne geführt. Als Gesellschafter der Firma schied er aber erst 1935 aus. 1929 zog die fünfköpfige Familie nach Berlin, da ihnen Karlsruhe „zu provinziell“ geworden sein soll, in erster Linie aber wohl, weil dort die Filiale der Firma Fuchs gegründet worden war. In Berlin gehörte Fuchs dem Tennisclub Nikolassee, zeitweise als Vorstandsmitglied, bis 1935 an, als dieser festlegte, dass Mitglieder nur noch Personen „arischer Abstammung“ sein konnten. Auch der KFV hatte 1933 zu den Vereinen gehört, die 1933 Juden ausgeschlossen hatten. In den 1920er-Jahren hatte Fuchs nach seiner Fußballkarriere auch schon in Karlsruhe beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0151&amp;quot;&amp;gt;Tennis&amp;lt;/lex&amp;gt; gespielt, für den er auch etliche Turniere organisiert hatte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 entschloss Fuchs sich zur Flucht, erst in die Schweiz, dann nach Frankreich, von wo aus die Familie mit der Mutter kurz vor der französischen Niederlage über Großbritannien 1940 nach Kanada ausreiste, wo er am 12. Juni 1940 ankam. Fuchs, der sich nun in Godfrey E. Fochs umbenannte, war in Kanada in der Textilbranche und als Investor tätig. Er kehrte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; einige Male wegen zu klärender Rechtsfragen nach Deutschland zurück, aber immer „mit sehr gemischten Gefühlen“, wofür es viele Gründe gab, darunter den, dass seine einzige Schwester ermordet worden war. Auch den Kontakt zum KFV mied er in Erinnerung an das Schicksal seines Stürmerkollegen Julius Hirsch, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1943 in Auschwitz ermordet worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 lehnte der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Einladung zur Eröffnung des Olympiastadions in München ab, die der ehemalige Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger vorgeschlagen hatte. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Weg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußballnational­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Benennung eines kleinen Platzes am Karlsruher Weg (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3328&amp;quot;&amp;gt;Gottfried-Fuchs-Platz&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/16&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1900-1940, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff jeweils am 4. März 2025);  Monica Heller: Über ihren Großvater Gottfried Fuchs und seine Familiengeschichte, Interview vom 10. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Werner Skrentny: &amp;quot;Gotti&amp;quot; and &amp;quot;Juller&amp;quot;. Gottfried Fuchs/Godfrey E. Fochs and Julius Hirsch. International soccer players, friends and Jews. Fußball-Nationalspieler, Freunde und Juden, [Göttingen] 2012;  Karl-Heinz Schwarz-Pich: Fuchs, Gottfried, in: Baden-Württembergische Biographien V, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2013, S. 107-109.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0503</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Gottfried Fuchs}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0503_8_SpoA_5316_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des KFV von 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 5316.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Gottfried Erik Fuchs=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 3. Mai 1889 Karlsruhe, † 25. Februar 1972 Montreal-Westmont/Kanada, jüd., ∞ 1923 Eugenia Steinberg, 3 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Kaufmanns Gustav Fuchs besuchte in Karlsruhe die Volksschule und dann bis 1905 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0937&amp;quot;&amp;gt;Realgymnasium&amp;lt;/lex&amp;gt;. Seine Fußballkarriere begann er danach beim Düsseldorfer FC 1899, mit dem ihm 1907 die Meisterschaft von Nordrhein und Westdeutschland gelang. In Düsseldorf absolvierte er eine Lehre bis 1907 bei der Holzhandlung F.W. Flosbach &amp;amp; Co. Danach ging er beruflichen Gründen für ein Jahr nach London und Liverpool, wo er bei zwei dortigen Firmen arbeitete. Nach wie vor spielte er für den Düsseldorfer FC. Nach der Rückkehr aus London leistete er ab 1. Oktober 1908 seinen einjährigen Militärdienst beim Badischen Feldartillerie Regiment Nr. 14.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1908 wurde Fuchs 1. Spielfüher beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt;, mit dem er 1910 Deutscher Meister wurde. In diesem Jahr wird er auch als Schiedsrichter eingesetzt. Legendär sind die zehn Tore, die Fuchs während der Olympischen Spiele in Stockholm gegen Russland am 1. Juli 1912 schoss. Dieser Rekord blieb bis 2001 bestehen, und es hatte auch bis 1930 gedauert, ehe der Dresdner Richard Hoffmann seine in sechs Länderspielen erzielten 14 Tore übertraf. Fuchs war mit seinem kongenialen Sturmpartner &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0506&amp;quot;&amp;gt;Julius Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt; einer von nur zwei deutschen Fußballnationalspielern jüdischen Glaubens. Nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der Leutnant viermal verwundet und mehrfach mit Orden, 1914 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, 1917 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgezeichnet wurde, spielte Fuchs noch kurze Zeit für den KFV, bevor er 1920 seine Karriere beendete. 1921 wurde er Ehrenspielführer des KFV. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich war Fuchs 1909 zunächst als Angestellter in den von seinem Großvater Hirsch Fuchs 1877 begründeten Familienbetrieb &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0059&amp;quot;&amp;gt;H. Fuchs Söhne&amp;lt;/lex&amp;gt; eingestiegen, seit 1912 als zeichnungsberchtigter Vertreter seines Vaters. 1921 übernahm er die Geschäftsführung der H. Fuchs Söhne Außenhandelsgesellschaft mbH, deren Sitz 1934 von Karlsruhe nach Berlin verlegt wurde. Bis 1928 wird er im Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt; als Fabrikant und Mitinhaber der Holzhandlung Fuchs Söhne geführt. Als Gesellschafter der Firma schied er aber erst 1935 aus. 1929 zog die fünfköpfige Familie nach Berlin, da ihnen Karlsruhe „zu provinziell“ geworden sein soll, in erster Linie aber wohl, weil dort die Filiale der Firma Fuchs gegründet worden war. In Berlin gehörte Fuchs dem Tennisclub Nikolassee, zeitweise als Vorstandsmitglied, bis 1935 an, als dieser festlegte, dass Mitglieder nur noch Personen „arischer Abstammung“ sein konnten. Auch der KFV hatte 1933 zu den Vereinen gehört, die 1933 Juden ausgeschlossen hatten. In den 1920er-Jahren hatte Fuchs nach seiner Fußballkarriere auch schon in Karlsruhe beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0151&amp;quot;&amp;gt;Tennis&amp;lt;/lex&amp;gt; gespielt, für den er auch etliche Turniere organisiert hatte.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 entschloss Fuchs sich zur Flucht, erst in die Schweiz, dann nach Frankreich, von wo aus die Familie mit der Mutter kurz vor der französischen Niederlage über Großbritannien 1940 nach Kanada ausreiste, wo er am 12. Juni 1940 ankam. Fuchs, der sich nun in Godfrey E. Fochs umbenannte, war in Kanada in der Textilbranche und als Investor tätig. Er kehrte nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Krieg&amp;lt;/lex&amp;gt; einige Male wegen zu klärender Rechtsfragen nach Deutschland zurück, aber immer „mit sehr gemischten Gefühlen“, wofür es viele Gründe gab, darunter den, dass seine einzige Schwester ermordet worden war. Auch den Kontakt zum KFV mied er in Erinnerung an das Schicksal seines Stürmerkollegen Julius Hirsch, der wegen seiner jüdischen Herkunft 1943 in Auschwitz ermordet worden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1972 lehnte der Deutsche Fußballbund (DFB) eine Einladung zur Eröffnung des Olympiastadions in München ab, die der ehemalige Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger vorgeschlagen hatte. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Weg&amp;lt;/lex&amp;gt; eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußballnational­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Benennung eines kleinen Platzes am Karlsruher Weg (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-3328&amp;quot;&amp;gt;Gottfried-Fuchs-Platz&amp;lt;/lex&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/16&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Zeitungen 1900-1940, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff jeweils am 4. März 2025);  Monica Heller: Über ihren Großvater Gottfried Fuchsb und seine Familiengeschichte, Interview vom 1o. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Werner Skrentny: &amp;quot;Gotti&amp;quot; and &amp;quot;Juller&amp;quot;. Gottfried Fuchs/Godfrey E. Fochs and Julius Hirsch. International soccer players, friends and Jews. Fußball-Nationalspieler, Freunde und Juden, [Göttingen] 2012;  Karl-Heinz Schwarz-Pich: Fuchs, Gottfried, in: Baden-Württembergische Biographien V, hrsg. von Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2013, S. 107-109.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0506&amp;diff=598690</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0506</title>
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		<updated>2026-03-26T09:10:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Julius Hirsch}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_Hirsch_8_SpoA_1300.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Das Innentrio der Altmeister-Mannschaft des KFV: &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0501&amp;quot;&amp;gt;Fritz Förderer&amp;lt;/lex&amp;gt;, Gottfried Fuchs und Julius Hirsch (von links), 1921, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 1300.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0506_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Anzeige der Deutschen Signalflaggenfabrik G.m.b.H, in: Deutsche Staedte. Stuttgart 1922, S. 154.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Julius Hirsch=&lt;br /&gt;
&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0105&amp;quot;&amp;gt;Fußballnationalspieler&amp;lt;/lex&amp;gt;, Kaufmann, * 7. April 1892 Achern/Lkr. Ortenaukreis, † 1943 Auschwitz (am 8. Mai 1945 für tot erklärt), jüd., ∞ 1920 Ella Hauser (ev.), 1 Tochter, 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Julius Hirsch wurde als jüngster Sohn des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Karlsruher Tuchwarenkaufmanns Berthold Hirsch, der Mitinhaber eines Tuchwarengeschäfts war, während eines Aufenthaltes seiner Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau bei Achern geboren. Die zweijährige Kaufmannslehre schloss er nach der Mittleren Reife und dem Besuch einer Handelsschule bei der Karlsruher Lederhandlung Freud und Strauss am 1. Oktober 1908 ab, für die er bis zum 22. März 1912 arbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch als Schüler trat Hirsch 1902 in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballverein (KFV)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein, 1909 spielte er in der ersten Mannschaft, an deren Deutscher Meisterschaft 1910 er maßgeblichen Anteil hatte. 1911 erfolgte die Berufung in die Nationalmannschaft - er war damit der erste von nur zwei deutschen Fußballnationalspieler jüdischen Glaubens. Es folgte ihm nur noch sein kongenialer Sturmpartner beim KFV und in der Nationalmannschaft &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0503&amp;quot;&amp;gt;Gottfried Fuchs&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1913 wechselte er aus beruflichen Gründen nach Fürth zur dortigen Spielvereinigung, mit der er 1914 noch einmal Deutscher Meister wurde. Der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Erste Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; verhinderte weitere nationale und internationale Erfolge. So blieb es bei nur sieben Länderspielen mit vier Toren, alle beim 5:5 gegen Holland am 24. März 1912 erzielt. Hirsch ist damit der einzige Karlsruher Fußballnationalspieler, der mit zwei verschiedenen Mannschaften Deutscher Meister wurde, und der erste deutsche Fußballnationalspieler, der vier Tore in einem Länderspiel erzielte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Kriegsdienst 1914 bis 1918 spielte Hirsch - er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und die bayerische Dienstauszeichnung - wieder kurz bei der Spielvereinigung Fürth und kehrte schon 1919 zum KFV zurück, wo er aber an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anknüpfen konnte. 1923 beendete er, seit 1921 Ehrenspielführer, seine aktive Laufbahn, blieb aber dem KFV verbunden, so war er zeitweise Mitglied des Spielausschusses.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Hirsch erfuhr, dass der KFV zu den Vereinen gehörte, die am 9. April 1933 den neuen NS-Machthabern eilfertig versichert hatten, dass sie &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;Juden&amp;lt;/lex&amp;gt; ausschließen würden, kam er am 10. April 1933 dem Ausschluss durch seinen Austritt zuvor. Sportlich versuchte Hirsch nun als Trainer im Ausland zu arbeiten, was ihm nur für kurze Zeit im Elsass gelang. In Karlsruhe schloss er sich dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1631&amp;quot;&amp;gt;Jüdischen Turnklub 03&amp;lt;/lex&amp;gt; an, mit dem er als Aktiver noch einmal eine Meisterschaft gewinnen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirsch arbeitete nach dem Krieg in der Firma des Vaters und dessen Bruder, der Deutschen Signalflaggenfabrik Gebr. Hirsch &amp;amp; Co in Karlsruhe, für die er 1924 die Prokura erhielt und die er 1926 mit seinem Bruder Max als Geschäftsführer übernahm. 1930 musste die Firma, die seit 1926 Sigfa, Sportgesellschaft mit beschränkter Haftung, vormals Deutsche Signalflaggenfabrik Karlsruhe hieß, die Produktion als Folge der Weltwirtschaftkrise einstellen und sich auf den Vertrieb von Sportartikeln beschränken, im Februar 1933 dann aber doch Konkurs anmelden. Beruflich hielt Julius Hirsch sich danach als Textilvertreter, dann als Hilfsbuchhalter bei den Zellstoff- und Papierfabriken Ettlingen und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0121&amp;quot;&amp;gt;Maxau&amp;lt;/lex&amp;gt; bis zu deren &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;Arisierung&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; im Jahr 1938 über Wasser. Wohl nicht zuletzt wegen der ungeheuren seelischen Belastung erkrankte Hirsch Ende 1938 und wurde in einer psychiatrischen Klinik in Bar-Le-Duc in Lothringen behandelt. Um seine christliche Frau Ella und zwei Kinder zu schützen, ließ er sich 1942 scheiden. Von der Deportation der Karlsruhe Juden im Oktober 1940 nach &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1325&amp;quot;&amp;gt;Gurs&amp;lt;/lex&amp;gt; in Südfrankreich blieb Hirsch dank seiner &amp;quot;Mischehe&amp;quot; noch verschont, doch am 1. März 1943 wurde Hirsch mit elf anderen Karlsruher Juden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Möglichkeit, mit einem versiegelten Postwagen in die Schweiz zu fliehen, hatte er zuvor nicht genutzt, wohl in Unterschätzung der ihm drohenden Gefahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stiftete 2005 den Julius-Hirsch-Preis, mit dem er an einen von nur zwei jüdischen deutschen Nationalspielern erinnert. Seit dem 15. Mai 2010 erinnert beim ehemaligen KFV-Stadion am Karlsruher Weg eine Stele an die Fußball­tra­­di­tion in Karlsruhe mit dem Gewinn der Deutschen Meister­­schaft des KFV sowie seinen jüdischen Fußball­na­tio­nal­­spie­­lern Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Am 14. Mai 2013 beschloss der Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; die Umbenennung eines Teils des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1480&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Wegs&amp;lt;/lex&amp;gt; in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1421&amp;quot;&amp;gt;Julius-Hirsch-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2016&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==		&lt;br /&gt;
Stele zu den jüdischen Fußballern des KFV, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/erinnerungskultur/erinnerungskultur-im-oeffentlichen-raum/stele-des-kfv (Zugriff am 20. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 20. August 2025); Andreas Hirsch: Über seinen Großvater Julius Hirsch und seine Familiengeschichte, Interview vom 11. Oktober 2024, hrsg. von Zeitzeugen e. V., ohne Ort, 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ludger Syré: Julius Hirsch, in: Badische Biographien, NF, Bd. V, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 2005, S. 124-126; Gereon Tönnihsen: Julius Hirsch. Ein deutscher Fußballnationalspieler jüdischer Herkunft aus Karlsruhe, Karlsruhe 2008 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 10), darin S. 11-15, Ernst Otto Bräunche: Die Stellung von Julius Hirsch in der Karlsruher Fußballgeschichte; Werner Skrentny: Julius Hirsch. Nationalspieler. Ermordet. Biografie eines jüdischen Fußballers, 2. aktualisierte und überarbeitete Auflage Göttingen 2016.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ereig-0152&amp;diff=598628</id>
		<title>De:Lexikon:ereig-0152</title>
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		<updated>2026-03-16T12:25:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Warenhäuser}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ereig-0152_8_PBS_oXIVe_1008.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Warenhaus der Geschwister Knopf, um 1914, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVe 1008.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ereig-0152_8_Alben395_570.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Warenhaus von Hermann Tietz, um 1915, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/570.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ereig-0152_8_BA_V_V_1819.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Kaufhaus Schneider, 1957, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA V V 1819.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Warenhäuser=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warenhäuser als moderne Form des Vertriebs über innerstädtische Verkaufsgeschäfte gab es um 1850 zuerst in Paris, ehe sie sich am Ende des 19. Jahrhunderts allgemein durchsetzten. Neu an dem Großgeschäft war die in Abteilungen gegliederte zentrale Organisation, die ein breites Warensortiment zu festen Preisen und Barverkauf anstelle des gewohnten Anschreibens beim kleinen Ladengeschäft boten. Ein Teil vermittelte zwar Exklusivität und bediente die Bedürfnisse des gehobenen Bürgertums, infolge der durch die Industrialisierung veränderten Produktions- und Handelsbedingungen richtete sich das Angebot der Warenhäuser aber vor allem an ein Massenpublikum. Sie machten den kleinen Einzelhändlern in zentraler Innenstadtlage deutlich Konkurrenz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die klassischen und ersten Warenhäuser in Karlsruhe waren die der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0260&amp;quot;&amp;gt;Geschwister Knopf&amp;lt;/lex&amp;gt; (1881) und von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0261&amp;quot;&amp;gt;Hermann Tietz&amp;lt;/lex&amp;gt; (1888), die mit ihren Neubauten (1912 bzw. 1913) in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; bauliche Akzente setzten, sowie das von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1046&amp;quot;&amp;gt;Hermann Schmoller&amp;lt;/lex&amp;gt; (um 1892), mit seinen kleinen Verkaufsräumen für Bekleidung. Vor 1945 kamen das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0242&amp;quot;&amp;gt;Kaufhaus Schneider&amp;lt;/lex&amp;gt; (1938) bzw. dessen Vorgänger „Einheitspreisgeschäft Eschwege“ (1932-1934) und das „Kaufhaus Merkur“ (1934-1938) hinzu. Hatten die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; in ihrem Kampfprogramm von 1920 die „sofortige Kommunalisierung der Groß-Warenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende“ gefordert, so blieb davon in ihrer Einzelhandelspolitik nach 1933 nur noch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0264&amp;quot;&amp;gt;„Arisierung“&amp;lt;/lex&amp;gt; der in jüdischem Besitz befindlichen Warenhäuser Tietz durch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0260&amp;quot;&amp;gt;Union Vereinigte Kaufstätten GmbH&amp;lt;/lex&amp;gt; (1937) und Knopf durch die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0261&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Hölscher KG&amp;lt;/lex&amp;gt; 1938.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach 1945 etablierten sich neben Hölscher (1953 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0223&amp;quot;&amp;gt;„Rudolph Karstadt GmbH“&amp;lt;/lex&amp;gt;) und Union (1966 &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0218&amp;quot;&amp;gt;Hertie&amp;lt;/lex&amp;gt;) die Kleinpreis-Kaufhäuser Kaufhalle (1946/1958-1999) und Woolworth (Kaiserstraße 195/197, 1955-2002), die nicht mehr dem klassischen Warenhaus-Konzept entsprachen. Ein Sonderfall war das 1975 im Gewerbegebiet &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0149&amp;quot;&amp;gt;Am Storrenacker&amp;lt;/lex&amp;gt; eröffnete „Warenhaus UNIKA“ (Unika- Universaleinkaufs-Center Karlsruhe) des Investors Iraj Ghandchi. Unika war als Einkaufszentrum konzipiert, wurde aber zur Erlangung einer Betriebsgenehmigung durch den &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Gemeinderat&amp;lt;/lex&amp;gt; als Warenhaus bezeichnet. Ungeachtet der Auseinandersetzungen zwischen Ghandchi und der Stadtverwaltung ging das Haus bereits vier Monate nach der Eröffnung  in Konkurs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1950er-Jahren machten Selbstbedienungsgeschäfte und Spezialmärkte „auf der grünen Wiese“ den Warenhäusern Konkurrenz. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts konkurrierten zudem die Einkaufscenter &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0235&amp;quot;&amp;gt;Postgalerie&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0205&amp;quot;&amp;gt;Einkaufszentrum Ettlinger Tor&amp;lt;/lex&amp;gt; in zentraler Innenstadtlage in Karlsruhe mit den noch existierenden Warenhäusern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Jürgen Schuhladen-Krämer 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Uwe Spiekermann: Das Warenhaus, in: Alexa Geisthövel/Habbo Knoch (Hrsg.): Orte der Moderne. Erfahrungswelten des 19. und 20. Jahrhunderts, Frankfurt a. M. 2005; Detlef Briesen: Warenhaus, Massenkonsum und Sozialmoral. Zur Geschichte der Konsumkritik im 20. Jahrhundert,  Frankfurt a. M. 2001; Werner Plumpe/Ralf Banken: Die wunderbare Welt von HERmann TIEtz, München 2026.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0839&amp;diff=598625</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0839</title>
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		<updated>2026-03-04T14:09:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Städtische Galerie Karlsruhe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Städtische Galerie Karlsruhe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0839.jpg|200px|thumb|left|Plakat der Städtischen Galerie nach ihrem Umzug in die ehemalige IWKA-Fabrik, 1997, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 5792.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Städtische Galerie Karlsruhe, seit 2025 Kunstmuseum Karlsruhe=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Schenkung der Kunstsammlung des Karlsruher Juristen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0653&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Siegel&amp;lt;/lex&amp;gt; (1733-1877) an das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv&amp;lt;/lex&amp;gt; durch dessen Erben 1896 beginnt die Sammlungsgeschichte der Städtischen Galerie Karlsruhe. Rund 1.800 Kupferstiche, Radierungen, Zeichnungen und Aquarelle bedeutender deutscher, französischer, italienischer und niederländischer Künstler des 15. bis 19. Jahrhunderts, darunter Arbeiten von Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Jaques Callot, Giovanni Battista Piranesi und Rembrandt van Rijn, umfasste das Konvolut, das von Oktober 1897 an in mehreren, aufeinanderfolgenden Schauen der Öffentlichkeit im Ausstellungssaal des Archivgebäudes in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0879&amp;quot;&amp;gt;Gartenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; vorgestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 überließ der Glasmaler &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0400&amp;quot;&amp;gt;Hans Drinneberg&amp;lt;/lex&amp;gt; der Stadt Karlsruhe gegen Zahlung einer Leibrente und Steuerbefreiung seines Anwesens in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2507&amp;quot;&amp;gt;Schützenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 7 seine umfangreiche Gemäldesammlung mit Bildern vorwiegend Karlsruher Akademieprofessoren und Künstlern wie &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0385&amp;quot;&amp;gt;Hermann Baisch&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0405&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Fehr&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0426&amp;quot;&amp;gt;Carl Hoff&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0431&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Kallmorgen&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0434&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Keller&amp;lt;/lex&amp;gt;, Paul von Ravenstein, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0464&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Schmid-Reutte&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0491&amp;quot;&amp;gt;Victor Weishaupt&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0494&amp;quot;&amp;gt;Ernst Würtenberger&amp;lt;/lex&amp;gt;. Diese Erwerbung wurde für das weitere Sammlungskonzept bestimmend: Von nun an stand die Karlsruher Kunst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart im Mittelpunkt der städtischen Ankaufspolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drinneberg hatte zur Bedingung gemacht, dass die Gemäldekollektion zusammenblieb und der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde. Auf Betreiben von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0006&amp;quot;&amp;gt;Julius Finter&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Frühjahr 1929 ein großer Teil der Sammlung in das ehemalige, seit kurzem von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0902&amp;quot;&amp;gt;Badischen Musikhochschule&amp;lt;/lex&amp;gt; genutzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2120&amp;quot;&amp;gt;Palais Bürklin&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 166/168 überführt und dort präsentiert. In diesem Zusammenhang fiel in der Presse erstmals die Bezeichnung „Städtische Galerie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kriegsjahr 1942 erwarb die Stadt zwar rund 300 Zeichnungen und Ölskizzen des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Malers &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0941&amp;quot;&amp;gt;Karl Weysser&amp;lt;/lex&amp;gt;, verlor aber bei einem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Bombenangriff&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. September, bei dem das Palais Bürklin bis auf die Außenmauern zerstört wurde, einen Großteil der Drinnebergschen Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wichtige Erwerbungen folgten 1954 mit dem Ankauf von rund 300 japanischen Farbholzschnitten aus dem Nachlass des Karlsruher Philosophiedozenten Arthur Drews (1865-1935) sowie 1974 mit dem Ankauf von 65 Zeichnungen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1460&amp;quot;&amp;gt;Willi Müller-Hufschmids&amp;lt;/lex&amp;gt;, die den vorhandenen Werkbestand des Malers ergänzten. Daneben wurden immer wieder Einzelwerke wichtiger zeitgenössischer Künstlerpositionen erworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Größe und Bedeutung der städtischen Kunstsammlungen, die Anfang der 1970er-Jahre noch immer über keine eigenen Räumlichkeiten verfügten, sondern entweder als Leihgaben in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0836&amp;quot;&amp;gt;Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; aufbewahrt oder in städtischen Amtsgebäuden über die Stadt verteilt aufgehängt waren, konnte die Notwendigkeit eigener Museumsräume nicht mehr länger ignoriert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten bezog die Städtische Galerie Anfang der 1980er-Jahre eigene Räume im neuen städtischen Kulturzentrum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt; (Eröffnung 8. Mai 1981). Neben der ständigen Sammlung und einem Grafischen Kabinett wurden erstmals auch Sonderausstellungen (zum Beispiel Erich Heckel, 1983; Skulptur aus dem Louvre, 1989; Georg Baselitz, 1993) durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1997 erhielt die Städtische Galerie mit dem Lichthof 10 des Hallenbaus A der ehemaligen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0090&amp;quot;&amp;gt;Industriewerke Karlsruhe-Augsburg (IWKA)&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1773&amp;quot;&amp;gt;Lorenzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; ihren endgültigen Standort, in direkter Nachbarschaft mit dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&amp;quot;&amp;gt;Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM)&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0901&amp;quot;&amp;gt;Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG)&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;gt;Museum für Neue Kunst (MNK)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Kurz zuvor hatte sie die Sammlung von Eberhard und Ute Garnatz, Köln, als Dauerleihgabe erhalten, deren Exponate von Markus Lüpertz, Per Kirkeby, Günther Förg, Candida Höfer und anderen den Sammlungsbestand vervollständigen. Seit Ende 2025 heißt die Städtische Galerie Kunstmuseum Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Bekanntmachung – Die Ausstellung im städtischen Archiv betreffend, in: Karlsruher Tagblatt vom 24. Oktober 1897; Die Badische Hochschule für Musik. Neues Leben im Bürklin’schen Palais. Ein bedeutsames Ereignis im Karlsruher Musikleben, in: Karlsruher Tagblatt vom 21. April 1929, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411037 (Zugriff am 8. Dezember 2020).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Städtische Galerie Karlsruhe (Hrsg.): 15 Jahre Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais 1981-1996, Karlsruhe 1996; Dies.: Von den Städtischen Kunstsammlungen zur Städtischen Galerie Karlsruhe im Prinz-Max-Palais, https://www.karlsruhe.de/b1/kultur/kunst_ausstellungen/museen/staedtische_galerie/geschichte.de (Zugriff am 29. Oktober 2020).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0839&amp;diff=598624</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0839</title>
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		<updated>2026-03-04T14:09:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Städtische Galerie Karlsruhe */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Städtische Galerie Karlsruhe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0839.jpg|200px|thumb|left|Plakat der Städtischen Galerie nach ihrem Umzug in die ehemalige IWKA-Fabrik, 1997, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 5792.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Städtische Galerie Karlsruhe=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Schenkung der Kunstsammlung des Karlsruher Juristen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0653&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Siegel&amp;lt;/lex&amp;gt; (1733-1877) an das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0806&amp;quot;&amp;gt;Stadtarchiv&amp;lt;/lex&amp;gt; durch dessen Erben 1896 beginnt die Sammlungsgeschichte der Städtischen Galerie Karlsruhe. Rund 1.800 Kupferstiche, Radierungen, Zeichnungen und Aquarelle bedeutender deutscher, französischer, italienischer und niederländischer Künstler des 15. bis 19. Jahrhunderts, darunter Arbeiten von Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Jaques Callot, Giovanni Battista Piranesi und Rembrandt van Rijn, umfasste das Konvolut, das von Oktober 1897 an in mehreren, aufeinanderfolgenden Schauen der Öffentlichkeit im Ausstellungssaal des Archivgebäudes in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0879&amp;quot;&amp;gt;Gartenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; vorgestellt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1924 überließ der Glasmaler &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0400&amp;quot;&amp;gt;Hans Drinneberg&amp;lt;/lex&amp;gt; der Stadt Karlsruhe gegen Zahlung einer Leibrente und Steuerbefreiung seines Anwesens in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2507&amp;quot;&amp;gt;Schützenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 7 seine umfangreiche Gemäldesammlung mit Bildern vorwiegend Karlsruher Akademieprofessoren und Künstlern wie &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0385&amp;quot;&amp;gt;Hermann Baisch&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0405&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Fehr&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0426&amp;quot;&amp;gt;Carl Hoff&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0431&amp;quot;&amp;gt;Friedrich Kallmorgen&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0434&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Keller&amp;lt;/lex&amp;gt;, Paul von Ravenstein, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0464&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Schmid-Reutte&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0491&amp;quot;&amp;gt;Victor Weishaupt&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0494&amp;quot;&amp;gt;Ernst Würtenberger&amp;lt;/lex&amp;gt;. Diese Erwerbung wurde für das weitere Sammlungskonzept bestimmend: Von nun an stand die Karlsruher Kunst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart im Mittelpunkt der städtischen Ankaufspolitik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Drinneberg hatte zur Bedingung gemacht, dass die Gemäldekollektion zusammenblieb und der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde. Auf Betreiben von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0006&amp;quot;&amp;gt;Julius Finter&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Frühjahr 1929 ein großer Teil der Sammlung in das ehemalige, seit kurzem von der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0902&amp;quot;&amp;gt;Badischen Musikhochschule&amp;lt;/lex&amp;gt; genutzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2120&amp;quot;&amp;gt;Palais Bürklin&amp;lt;/lex&amp;gt; in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1624&amp;quot;&amp;gt;Kriegsstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 166/168 überführt und dort präsentiert. In diesem Zusammenhang fiel in der Presse erstmals die Bezeichnung „Städtische Galerie“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kriegsjahr 1942 erwarb die Stadt zwar rund 300 Zeichnungen und Ölskizzen des &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0558&amp;quot;&amp;gt;Durlacher&amp;lt;/lex&amp;gt; Malers &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0941&amp;quot;&amp;gt;Karl Weysser&amp;lt;/lex&amp;gt;, verlor aber bei einem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Bombenangriff&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. September, bei dem das Palais Bürklin bis auf die Außenmauern zerstört wurde, einen Großteil der Drinnebergschen Sammlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere wichtige Erwerbungen folgten 1954 mit dem Ankauf von rund 300 japanischen Farbholzschnitten aus dem Nachlass des Karlsruher Philosophiedozenten Arthur Drews (1865-1935) sowie 1974 mit dem Ankauf von 65 Zeichnungen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1460&amp;quot;&amp;gt;Willi Müller-Hufschmids&amp;lt;/lex&amp;gt;, die den vorhandenen Werkbestand des Malers ergänzten. Daneben wurden immer wieder Einzelwerke wichtiger zeitgenössischer Künstlerpositionen erworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Größe und Bedeutung der städtischen Kunstsammlungen, die Anfang der 1970er-Jahre noch immer über keine eigenen Räumlichkeiten verfügten, sondern entweder als Leihgaben in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0836&amp;quot;&amp;gt;Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; aufbewahrt oder in städtischen Amtsgebäuden über die Stadt verteilt aufgehängt waren, konnte die Notwendigkeit eigener Museumsräume nicht mehr länger ignoriert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten bezog die Städtische Galerie Anfang der 1980er-Jahre eigene Räume im neuen städtischen Kulturzentrum &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1241&amp;quot;&amp;gt;Prinz-Max-Palais&amp;lt;/lex&amp;gt; (Eröffnung 8. Mai 1981). Neben der ständigen Sammlung und einem Grafischen Kabinett wurden erstmals auch Sonderausstellungen (zum Beispiel Erich Heckel, 1983; Skulptur aus dem Louvre, 1989; Georg Baselitz, 1993) durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1997 erhielt die Städtische Galerie mit dem Lichthof 10 des Hallenbaus A der ehemaligen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0090&amp;quot;&amp;gt;Industriewerke Karlsruhe-Augsburg (IWKA)&amp;lt;/lex&amp;gt; an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1773&amp;quot;&amp;gt;Lorenzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; ihren endgültigen Standort, in direkter Nachbarschaft mit dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&amp;quot;&amp;gt;Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM)&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0901&amp;quot;&amp;gt;Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG)&amp;lt;/lex&amp;gt; und dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0842&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;gt;Museum für Neue Kunst (MNK)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Kurz zuvor hatte sie die Sammlung von Eberhard und Ute Garnatz, Köln, als Dauerleihgabe erhalten, deren Exponate von Markus Lüpertz, Per Kirkeby, Günther Förg, Candida Höfer und anderen den Sammlungsbestand vervollständigen. Seit Ende 2025 heißt die Städtische Galerie Kunstmuseum Karlsruhe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2020&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Bekanntmachung – Die Ausstellung im städtischen Archiv betreffend, in: Karlsruher Tagblatt vom 24. Oktober 1897; Die Badische Hochschule für Musik. Neues Leben im Bürklin’schen Palais. Ein bedeutsames Ereignis im Karlsruher Musikleben, in: Karlsruher Tagblatt vom 21. April 1929, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/titleinfo/2411037 (Zugriff am 8. Dezember 2020).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Städtische Galerie Karlsruhe (Hrsg.): 15 Jahre Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais 1981-1996, Karlsruhe 1996; Dies.: Von den Städtischen Kunstsammlungen zur Städtischen Galerie Karlsruhe im Prinz-Max-Palais, https://www.karlsruhe.de/b1/kultur/kunst_ausstellungen/museen/staedtische_galerie/geschichte.de (Zugriff am 29. Oktober 2020).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0630&amp;diff=598623</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0630</title>
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		<updated>2026-03-04T14:08:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Emil Julius Firnrohr */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Emil Julius Firnrohr}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Firnrohr Emil 8 SpoA 591.jpg|alternativtext=Emil Firnrohr, Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix 1912, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.|links|mini|Emil Firnrohr, Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix 1912, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0630_Städtische_Galerie.jpg|200px|thumb|left|Emil Firnrohr, Städtische Galerie Karlsruhe.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Emil Julius Firnrohr=&lt;br /&gt;
Maler, * 9. Januar 1881 Karlsruhe, † 20. April 1968 Karlsruhe, ev., ∞ 1924 Luise Emma Siebach.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Dekorateurs avancierte ab 1910 neben &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0460&amp;quot;&amp;gt;Caspar Ritter&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0434&amp;quot;&amp;gt;Ferdinand Keller&amp;lt;/lex&amp;gt; zu einem der beliebtesten Porträtmaler der Karlsruher Gesellschaft. Firnrohr besuchte 1887 bis 1895 die Bürgerschule, danach bis 1898 für Abendkurse die Kunstgewerbeschule. 1904 bis 1912 studierte er an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Großherzoglich Badischen Akademie der bildenden Künste&amp;lt;/lex&amp;gt; bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0068&amp;quot;&amp;gt;Hans Thoma&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0468&amp;quot;&amp;gt;Gustav Schönleber&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0464&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Schmid-Reutte&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0482&amp;quot;&amp;gt;Wilhelm Trübner&amp;lt;/lex&amp;gt; und Ferdinand Keller, wobei Trübner und ganz besonders Keller mit ihrer Porträtmalerei den angehenden Künstler nachhaltig beeinflussten. In dieser Zeit gewann er mit zwei Mitbewerbern den Wettbewerb für das Plakat für die Landwirtschaftliche und Gartenbauausstellung 1906 anlässlich der Goldenen Hochzeit des Großherzogspaars, das er dann gestalten durfte. Firnrohrs Interesse für das Landschaftsfach, das Schönleber und Schmid-Reutte unterrichteten, ließ ab 1909/10 deutlich zugunsten der Porträtmalerei nach. Die lange Reihe an Bildnissen, bevorzugt von Kindern, Verwandten und Geschäftsleuten, wurde nur noch sporadisch von Landschaften aus der näheren Umgebung Karlsruhes oder auch von Fabrikansichten (Süßwarenfabrik &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0139&amp;quot;&amp;gt;Ebersberger &amp;amp; Rees&amp;lt;/lex&amp;gt;, 1920) unterbrochen. Von 1910-1913 war er, wie zahlreiche andere Künstler und Professoren aus Karlsruhe und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1002&amp;quot;&amp;gt;Grötzingen&amp;lt;/lex&amp;gt;, auf der populären Münchner Jahresausstellung im Glaspalast vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stilistisch lässt sich Firnrohrs Œuvre dem deutschen Impressionismus zuordnen. Die von der Stadt in Auftrag gegebenen Porträts der beiden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0014&amp;quot;&amp;gt;August Klose&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0003&amp;quot;&amp;gt;Bernhard Dollmaetsch&amp;lt;/lex&amp;gt; gehören zu seinen späten Arbeiten. Firnrohrs Atelier befand sich 1909-1913 im neuen Akademiegebäude in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0361&amp;quot;&amp;gt;Bismarckstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 14 und von 1913 bis zur vollständigen Zerstörung durch &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0037&amp;quot;&amp;gt;Brandbomben&amp;lt;/lex&amp;gt; am 27. September 1944 im städtischen Ateliergebäude in der Westendstraße (heute &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2274&amp;quot;&amp;gt;Reinhold-Frank-Straße&amp;lt;/lex&amp;gt;) 65. Außerdem wurden das väterliche Haus in der Kaiserstraße 28, seine Fünf-Zimmer-Wohnung in der Hirschstraße 104 und zwei in seinem Besitz befindliche Häuser in Pforzheim völlig zerstört.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firnrohr wirkte am Karlsruher Vereinsleben als Künstler im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0415&amp;quot;&amp;gt;„Verein bildender Künstler“&amp;lt;/lex&amp;gt; und der Künstlergruppe &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0570&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Zunft zur Arche&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; sowie als Sänger in den Vereinen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0506&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Eintracht&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0445&amp;quot;&amp;gt;&amp;quot;Liederhalle&amp;quot;&amp;lt;/lex&amp;gt;, die ihn 1933 zum Ehrensänger nach 30-jähriger Mitgliedschaft ernannte, am städtischen Kunst- und Kulturleben mit. Für diese Vereine gestaltete er oft die Bühenbilder bei deren Veranstaltungen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus war er auch Fußballspieler beim Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1214&amp;quot;&amp;gt;FC Phönix 1894&amp;lt;/lex&amp;gt;, für den er an fast allen Spielen teilnahm, die 1909 zum Sieg in der deutschen Fußballmeisterschaft 1909 führten. Zuvor hatte er schon 1897 bis 1900 beim Freiburger FC gespielt. Für ein Jahr schloss er sich dann erstmals dem FC Phönix an, ehe er zum Frankfurter FC 1899 Kickers wechselte . Danach kehrte er zum FC Phönix zurück, diesmal dauerhaft bis zum Ende seiner Fußballerkarriere 1912.  Aus dieser Zeit stammt auch Firnrohrs Porträt des damaligen Kapitäns &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1162&amp;quot;&amp;gt;Arthur Beier&amp;lt;/lex&amp;gt;. Firnrohr, der zeitweise auch in der Schiedrichterliste des Gaus Mittelbaden aufgeführt wurde, erhielt 1909 den goldenen Phönixring, 1924 die Ehrenmitgliedschaft des FC Phönix. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. Mai 1933 trat der Maler in die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. Schon im Juli des Jahres stellte er im Schaufenster des Haushaltswaren-Fachgeschäfts &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0215&amp;quot;&amp;gt;Hammer &amp;amp; Helbling&amp;lt;/lex&amp;gt; ein &amp;quot;flott gemaltes Hitlerporträt&amp;quot; und einen kleinformatigen Entwurf &amp;quot;zu einen großen Gemälde, das den Volkskanzler im Kreise unserer badischen Führer&amp;quot; aus. Zum 1. Januar 1934 aus wurde er Mitglied der &amp;quot;Reichskammer der bildenden Künste&amp;quot; und ab 1938 auch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Trotzdem gab er in seinem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Entnazifierungsverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; an, eine unpolitische Person gewesen zu sein, die der Partei reserviert gegenüber gestanden habe, die ihn aber &amp;quot;wohl dafür geeignet&amp;quot; gehalten habe, &amp;quot;mir die Anregung zu geben, in die Partei einzutreten&amp;quot;. Die Spruchkammer verurteilte ihn als Belasteten zu einer Sühnezahlung von 1.800 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1945 bis zu seinem Tode lebte und arbeitete er in sehr beschränkten Verhältnissen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1485&amp;quot;&amp;gt;Karlstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 87. Die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtische Galerie&amp;lt;/lex&amp;gt;, seit 2025 Kunstmuseum Karlsruhe besitzt rund ein Dutzend Werke von ihm, darunter das bekannte Selbstbildnis von 1952.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Katja Förster 2014/Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 465 h 11116; StadtAK 1/Wi-ko-Amt 9439; 8/ZGS Personen; Karlsruher Zeitungen&amp;lt;nowiki/&amp;gt;https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 3. November 2025); Ausstellungskataloge der Münchener Jahresausstellungen im Königlichen Glaspalast 1910-1913.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1942&amp;diff=598622</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1942</title>
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		<updated>2026-03-03T09:03:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schutzstaffel der NSDAP (SS)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schutzstaffel der NSDAP (SS)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1942 SS Führer 1939 07 03.jpg|alternativtext=Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.|links|mini|Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.]]&lt;br /&gt;
Die SS wurde am 4. April 1925 von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Geheimer Staatspolizei (Gestapo)&amp;lt;/lex&amp;gt;, Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt;, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien aufgefallen war. Diese Gründung wurde am 15. April 1929 von Himmler als Schutzstaffel anerkannt, so dass dies später als Gründungsdatum der Karlsruher SS galt. Neben Heidt gehörten der Lagerist Franz Krummich, Verwaltungsassistent Rudolf Link, Kaufmann Gustav Mußgnug, Reichsbahnbetriebsassisstent Paul Ruthmann, Peter Schlindwein, der Kanzleiangestellte Paul Sührer und der Kaufmann Ludwig Werle zu den Gründungsmitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals trat die SS dann bei der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Karlsruhe war zunächst Teil des zur SS-Sandarte XV (Baden) gehörenden SS-Sturm 17 Mittelbaden-Karlsruhe. Im Januar 1931 erhielt Baden eine zunächst noch von Otto Heidt geleitete Brigade mit den Standaten Nord-, Mittel- und Südbaden. Im März des Jahres schied Heidt wegen Unstimmigkeiten mit der obersten SS-Leitung aus seinem Amt aus. Nachfolger wurde der spätere Kommandant des Konzentrationslagers Ankenbuck Kanzleiassistent a. D. Hans Helwig, Adjutant war der Kaufmännische Angestellte und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt;-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1992&amp;quot;&amp;gt;Fritz Argus&amp;lt;/lex&amp;gt;, Schatzmeister der Verwaltungsassistent Rudolf Link. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der vom Badischen Staatsministerium Anfang 1932 veröffentlichten Organisationsstruktur (Stand Herbst 1931) der SA und der SS bildete die SS in Baden die Standarte 32 unter der Führung von Hellwig. Karlsruhe gehörte als Sturm 1 zu dem von Kaufmann Hermann Benner geleiteten Sturmbann II (Mittelbaden). Die Brigade Baden umfasste rund 700 Mann, womit das eigentlich vorgesehene Kräfteverhältnis zur SA (10 %) deutlich überschritten war. Das Landespolizeiamt sah die SS als &amp;quot;Parteipolizei&amp;quot;, welche die Parteimitglieder überwachte, und  als &amp;quot;ein Instrument, das als sehr schlagkräftig und wirkungsvoll angesprochen werden muss&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem sogenanten Röhmputsch wurde die SS im Juli 1934 eine selbstständige Organsiation. Bis 1936 leitete der seit 1934 in Karlsruhe wohnhafte Brigadeführer Christoph Diehm, zeitweise württembergischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des Reichstags, später Leiter des SS-Oberabschnitts West und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; in die Verbrechen der SS in der besetzten Sowjetunion verwickelt, den SS-Abschnitt XIX. Nachfolger wurde SS-Oberführer Ekhardt. 1939 wird Obersturmführer Rudolf Lohse als Leiter genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Karlsruher Zeit schrieb Diehm für das NS-Parteiorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; einen Artikel als Rückblick auf das Jahr 1935: &amp;quot;Das schwarze Korps&amp;quot;, aus dem sehr deutlich hervorgeht, dass sich die SS als Eliteeinheit verstand, die dem Führer Adolf Hitler als &amp;quot;unbedingt zuverlässige blindlings gehorsame&amp;quot; Einheit zur  Verfügung stand. Diehm lobte die Präsenz der SS bei allen großen Veranstaltungen, wo sie ihre &amp;quot;stramme Disziplin&amp;quot; demonstrierte. Auch in Karlsruhe geschah dies zum Beispiel im Dezember 1936 bei der SS-Führertagung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die Dienststellen des XIX. SS-Abschnitts in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und;  Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828; GLA 465f Nr. 1913; Sonderbeilage des &amp;quot;Führer&amp;quot; zum Kreistag Karlsruhe 1930 vom 19. Juni 1938, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3268853?query=%22Otto%20Heidt%22 (Zugriff am 5. August 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34 f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:top-2509&amp;diff=598621</id>
		<title>De:Lexikon:top-2509</title>
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		<updated>2026-02-27T11:20:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schwalbenweg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schwalbenweg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schwalbenweg=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straße Schwalbenweg im Karlsruher Stadtteil &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2016&amp;quot;&amp;gt;Neureut&amp;lt;/lex&amp;gt; beginnt am &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2578&amp;quot;&amp;gt;Sperlingweg&amp;lt;/lex&amp;gt; und geht in einer Rechtskurve in den &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1977&amp;quot;&amp;gt;Nachtigallenweg&amp;lt;/lex&amp;gt; über. Es gibt einen Durchgang für Radfahrer und Fußgänger zum &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0240&amp;quot;&amp;gt;Bachstelzenweg&amp;lt;/lex&amp;gt;. Die Straße wurde 1963 nach der Vogelart Schwalbe benannt und gehört zu einem kleinen Namensfeld mit nach Vögeln benannten Straßen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Oststadt gab es einen Schwalbenweg. Er wurde 1898 östlich der Karl-Wilhelm-Schule (heute dort die Heinrich-Meidinger-Schule) als Verbindungsweg zwischen Karl-Wilhelm-Straße und Ludwig-Wilhelm-Straße angelegt. Das einzige zugehörige Gebäude (Schwalbenweg 1) wurde erstmals im Adressbuch von 1959 genannt. Im Zuge der Eingemeindung Neureuts 1976 behielt man den dortigen Schwalbenweg bei. Der Name des kleineren Schwalbenwegs in der Oststadt wurde gestrichen und das Gebäude Schwalbenweg 1 erhielt die neue Adresse Ludwig-Wilhelm-Straße 1, die zuvor noch nicht vergeben war. &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Alfred Becher 2018&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Karlsruher Tagblatt vom 13. März 1898; Stadt Karlsruhe Vermessungs- und Liegenschaftsamt: Aufhebungen, Benennungen und Umbenennungen von Straßennamen, insbesondere durch die Eingliederung von Neureut, sowie Änderungen von Hausnummern, Karlsruhe 1976, S. 12 (StadtAK 8/Ds 4151); Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 182 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0585&amp;diff=598620</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0585</title>
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		<updated>2026-02-27T10:40:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Otto Friedrich Abetz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0585.jpg|200px|thumb|left|Otto Abetz, 1955, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1560.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Otto Friedrich Abetz=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kunstlehrer, Diplomat, * 26. März 1903 Schwetzingen, † 5. Mai 1958 bei Langenberg/Stadt Velbert/Kreis Mettmann, kath., ∞ 1932 Suzanne de Bruyker, 2 Kinder.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Sohn des gleichnamigen Großherzoglichen Domänenrats wuchs zunächst in Schwetzingen auf, zog dann 1909 mit seiner Familie nach Karlsruhe, wo er 1921 das Abitur am &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1425&amp;quot;&amp;gt;Goethe-Realgymnasiums&amp;lt;/lex&amp;gt; bestand. Anschließend studierte anschließend an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Landeskunstschule&amp;lt;/lex&amp;gt; bei &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0494&amp;quot;&amp;gt;Ernst Würtenberger&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1927 schloss Abetz das Studium als Kunsterzieher ab und arbeitete anschließend bis 1934 als Zeichen- und Biologielehrer an Karlsruher Gymnasien. Von Würtenberger mit der französischen Malerei und Kultur vertraut gemacht, setzte sich Abetz Ende der 1920er-Jahre für die Völkerversöhnung und insbesondere die deutsch-französische Verständigung ein. Als früheres Mitglied der Wandervogel-Bewegung und Vorsitzender des Rings der überparteilichen und überkonfessionellen Jugendverbände in der Stadt organisierte er erstmals 1930 ein Treffen von deutschen und französischen Jugendverbänden am Sohlberg im Schwarzwald. Der danach gegründete Sohlbergkreis organisierte weitere Treffen und publizierte eine zweisprachige, in Karlsruhe erscheinende Zeitschrift (Sohlbergkreis, später: Cahiers Franco-Allemands. Deutsch-Französische Monatshefte), zu deren Herausgebergremium Abetz gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeitertpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; stellte Abetz seine sehr guten Kontakte nach Frankreich in den Dienst der Nationalsozialisten. Der Partei konnte er wegen der 1933 verhängten Aufnahmesperre erst 1937 beitreten, gehörte der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;SS (Schutzstaffel &amp;lt;/lex&amp;gt;) aber seit 1936 an und wurde bis  als Protegé des Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop 1942 zum SS-Brigadeführer befördert. 1934 arbeitete Abetz zunächst als Frankreichreferent in der Reichsjugendführung in Berlin, 1935 wechselte er zur Dienststelle Ribbentrop, ein NSDAP-Amt für außenpolitische Fragen. Bei zahlreichen eisen nach Frankreich knüpfte Abetz in den folgenden Jahren auch Kontakte zu französischen Frontkämpferverbänden sowie konservativen und faschistischen Intellektuellen und warb um Vertrauen in die vermeintliche deutsche Friedens- und Verständigungspolitik. Als diese im Sommer 1939 vollends unglaubwürdig geworden war, wurde Abetz aus Frankreich ausgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 1940, nach dem Sieg über Frankreich, kehrte Abetz als deutscher Botschafter nach Paris zurück und dort aktiv die Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung förderte. So war er in dieser einflussreichen Position maßgeblich beteiligt sowohl am nationalsozialistischen Kunstraub in französischen Museen und Privatsammlungen wie auch an der Deportation französischer wie in Frankreich lebender Juden nach Auschwitz. Seine anhaltenden Versuche, die Franzosen zur Kollaboration mit Nazi-Deutschland zu bewegen, wurden in Berlin beargwöhnt, weshalb er nach der Besetzung der freien Zone Frankreichs Ende 1942 für etwa ein Jahr nach Berlin zurückgerufen wurde. Nur noch etwa ein halbes Jahr amtierte er wieder als Botschafter, ehe er vor den heranrückenden alliierten Truppen 1944 Paris verließ. Nach seiner Entlassung als Botschafter zog er sich in seine mit Raubkunst ausgestattete Villa in Baden-Baden-zurück. Abetzt wurde mehrfach geehrt: 1939 mit der Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938 und der Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938, 1940 mit der Spange zur Erinneriung an den 1. Oktober 1938, 1941 mit der Kriegsverdienstmedaille I. Klasse und 1945 mit dem Kriegsverdienstrkreuz I. Klasse mit Schwertern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 25. Oktober 1945 wurde er von der französischen Polizei in einem Sanatorium im Schwarzwald, wo er sich zu verbergen suchte, aufgespürt und in das Pariser Militärgefängnis Cherche-Midi überführt. 1949 wegen Kunstraubs, der Mitschuld an den Judendeportationen und an der Rekrutierung von Zwangsarbeitern zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Die Haftstrafe verbüßte er im Zentralgefängnis Loos-lez-Lille, wurde aber 1954 nach Fürsprache auch der Bundesregierung vom französischen Präsidenten begnadigt. Zurückgekehrt zu seiner Familie nach Düsseldorf, arbeitete Abetz als Berichterstatter für Frankreichfragen, als Übersetzer und als Vortragsredner. Er starb mit seiner Frau bei einem Autounfall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Manfred Koch 2015&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
StadtAK 8/ZGS Persönlichkeiten – Abetz, Otto.&lt;br /&gt;
==Werk==&lt;br /&gt;
D&#039;une prison. Précédé du Procès Abetz vu par Jean Bernard-Derosne. Suivi des principales dépositions, du réquisitoire et de la plaidoirie de Me René Floriot, Paris 1950; Das offene Problem. Ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte deutscher Frankreichpolitik, Köln 1951; Mémoires d&#039;un Ambassadeur, Paris 1953.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Friedrich Bentmann: Otto Abetz, in: Badische Biographien NF Bd. I, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1982, S. 5-8;  Roland Ray: Annäherung an Frankreich im Dienste Hitlers? Otto Abetz und die deutsche Frankreichpolitik 1930-1942, München 2000; Eggert Blum: Otto Abetz: Frankreichfreund in Hitlers Dienstein: Wolfang Proske (Hg.): Täter, Helfer, Trittbrettfahrer. NS-Belastete aus dem Norden des heutigen Baden-Württemberg, Bd. 8, Gerstetten 2018, S.17-29; Ansbert Baumann: Abetz, Otto, in: Baden-Württembergische Biographien IX, hrsg. von Martin Furtwängler, Ostfildern 2025, S. 1-4.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-2165&amp;diff=598619</id>
		<title>De:Lexikon:bio-2165</title>
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		<updated>2026-02-25T10:19:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Paul Max Billet */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Paul Billet}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Paul Max Billet=&lt;br /&gt;
[[Datei:Billet Paul Führer 1934 05 06.jpg|alternativtext=Paul Billet, &amp;quot;Der Führer&amp;quot; vom 6. Mai 1934.|links|mini|Paul Billet, &amp;quot;Der Führer&amp;quot; vom 6. Mai 1934.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Billet Paul 8 PBS oVI 445.jpg|alternativtext=Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.|links|mini|Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.]]&lt;br /&gt;
Buchdrucker, Mitglied der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;, * 20. April 1905 Lahr, † 25. Mai 1931 Karlsruhe, ev. &amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Lahrer SA-Mann Paul Billet, Sohn eines Mechanikers und  gelernter Buchdrucker, kam bei einem Propagandaumzug der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; am Pfingstmontag, dem 25. Mai 1931, auf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1431&amp;quot;&amp;gt;Kaiserstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; nahe der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0009&amp;quot;&amp;gt;Adlerstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; unter zunächst nicht ganz geklärten Umständen zu Tode. Mitglieder der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)&amp;lt;/lex&amp;gt; hatten den Umzug angegriffen, so dass in der Presse zu lesen war, dass Billet von Kommunisten erschlagen worden sei. Von den nach dem Vorfall verhafteten Kommunisten, die auf Billet eingeschlagen hatten, wurden vier wegen Landfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verurteilt. Eine weitere polizeiliche Untersuchung 1932 ergab aber , dass eine ebenfalls der KPD angehörende Zuschauerin Billet einen Knüppel zwischen die Speichen seines Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war. Die Frau wurde in einem zweiten Prozess am 24. MaI 1932 wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt. Die NS-Parteizeitung &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; bedachte dies mit der Schlagzeile &amp;quot;Vertierte Weiber als Totschläger&amp;quot; und lieferte damit eines von vielen Beispielen der Instrumentalisierung und propagandistischen Ausschlachtung des Todes des Lahrer Sa-Mannes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon an der Beerdigung Billets nahmen zahlreiche &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; teil. Am 3. Juni 1931 fand eine Trauerkundgebung der NSDAP in der, einem Artikel der Zeitung Der Führer zufolge, überfüllten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; statt. Der Adjutant Hitlers Wilhelm Friedrich Karl Brückner und der SA-Gruppenführer Südwest Dietrich von Jagow hielten Traueransprachen. Billet galt nun bald als einer der Blutzeugen der badischen NSDAP. Nach ihm wurde noch 1933 der Platz an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1247&amp;quot;&amp;gt;Kleinen Kirche&amp;lt;/lex&amp;gt; in Paul-Billet-Platz benannt, am 23. November 1935 das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ort-0093&amp;quot;&amp;gt;Paul-Billet-Denkmal&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Kaiserstraße aufgestellt. Nach dem 5. März 1933 wurden in vielen Orten Straßen umbenannt, in einigen Orten, wie in Karlsruhe gar Denkmäler errichtet. Ähnliche Ehrungen erhielt Billet auch in anderen badischen Orten, so wurde 1935 das Reichsarbeitsdienstlager der Abteilung 6/273 in Lahr nach ihm benannt. Nach Ende des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Kriegs&amp;lt;/lex&amp;gt; wurden die Denkmäler entfernt und die Platz- und Straßenbenennungen aufgehoben.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2024&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
Stadtarchiv Lahr Familienmeldebogen Karl Friedrich Billet; Karlsruher Zeitungen 1931 bis 1935, darunter Der Führer vom 2. Juni 1931, [https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22, vom 22. Mai 1932] https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3193676?query=vertierte&amp;lt;nowiki/&amp;gt;und vom 24. November 1935, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3456892 (Zugriff jeweils am 17. Janaur 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Beatrice Vierneisel: Paul-Billet-Denkmal, in: Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, Karlsruhe 1989, 2. Aufl., S. 654-657 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0402&amp;diff=598615</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<updated>2026-02-24T22:15:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. 1918 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz und silberne militärische Karl-Friedrich-Verdienstmedaille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen, 1931 die badische Staatsmedaille. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 233 Nr. 27881, Nr. 59781 und Nr. 61435.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0402&amp;diff=598614</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<updated>2026-02-24T22:12:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Heinrich Ehehalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. 1918 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz und silberne militärische Karl-Friedrich-Verdienstmedaille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen, 1931 die badische Staatsmedaille. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0402&amp;diff=598613</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<updated>2026-02-24T22:10:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Heinrich Ehehalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. 1918 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz und silberne militärische Karl-Friedrich-Verdienstmedaille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<updated>2026-02-24T22:03:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Heinrich Ehehalt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1147&amp;quot;&amp;gt;Badischen Presse&amp;lt;/lex&amp;gt; vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der Badischen Presse vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit zur nationalsozialistischen Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde.&amp;quot; Eine Mitgliedschaft in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei oder einer ihrer Gliederung ist allerdings nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Volker Steck 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:bio-0402</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Heinrich Ehehalt */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Heinrich Ehehalt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Heinrich Ehehalt=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0906&amp;quot;&amp;gt;Kunstakademie&amp;lt;/lex&amp;gt; in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0490&amp;quot;&amp;gt;Hermann Volz&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0614&amp;quot;&amp;gt;Fritz Hirsch&amp;lt;/lex&amp;gt;, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0839&amp;quot;&amp;gt;Städtischen Galerie Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;, der zu seinem kleinplastischen Werk im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0821&amp;quot;&amp;gt;Badischen Landesmuseum&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Nachruf der Badischen Presse vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts &amp;quot;deutsche Grundhaltung&amp;quot; ihn &amp;quot;schon in der Kampfzeit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<title>De:Lexikon:ins-0324</title>
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		<updated>2026-02-23T18:50:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0324_8_PBS_oVI_445.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe am 28. August 1925, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0324.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Plakatwerbung für eine öffentliche Versammlung der NSDAP mit Gauleiter Robert Wagner, 1931, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 3529.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ortsgruppe der 1920 in München gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gab es in Karlsruhe bereits 1922. Nach dem Verbot der Partei in Baden am 4. Juli 1922, also noch vor dem Erlass des reichsweiten Republikschutzgesetzes vom 21. Juli des Jahres, versuchten die Parteianhänger im folgenden Jahr, eine Ortsgruppe der Deutschvölkischen Frei­heits­partei zu gründen, die aber ebenfalls von der Badischen Regierung verboten wurden. Dennoch sollen beim Hitlerputsch 1923 in München  unter der Führung von dem späteren badischen Gaubetriebszellenleiter und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF) Fritz Plattner 100 &amp;quot;Schwerbewaffnete, darunter viele &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2712&amp;quot;&amp;gt;Teutschneureuter&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; (Der Führer vom 30. März 1935) bereit gestanden haben, die badischen Miniasterien zu stürmen.  Als die NSDAP beim ersten Gautag nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; im September 1933 auch die alten Kämpfer der Partei in Baden ehrte, kamen 16 von 104 aus dem heutigen Stadtgebiet von Karlsruhe, darunter der spätere besoldete Stadtrat &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0853&amp;quot;&amp;gt;Peter Riedner&amp;lt;/lex&amp;gt; und der spätere Kreisleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1011&amp;quot;&amp;gt;Willi Worch&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bei den Reichstagswahlen 1924 traten die Nationalsozialisten in Baden im Mai unter dem Namen Völkisch Sozialer Block (7,8 % der Stimmen in Karlsruhe), im Dezember als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung (1,7 % in Karlsruhe) an. Seit Ende des Jahres war auch der spätere Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; wieder in Baden tätig. Am 25. März 1925 rief er die Vertreter aller in Baden bestehenden nationalsozialistischen Gruppen zu einer Versammlung in den Prinzen Carl in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1658&amp;quot;&amp;gt;Lammstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; zusammen und gründete den Gau Baden der inzwischen auch auf Reichsebene wiederentstandenen NSDAP mit Sitz in Karlsruhe. Noch 1928 gehörte die NSDAP aber auch hier zum Kreis der Splitterparteien, obwohl der Parteiführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. März 1928 in Karlsruhe dem Polizeibericht zufolge vor etwa 3.000 Zuhörern sprach. Die Ortsgruppe Karlsruhe war zu diesem Zeitpunkt die größte in Baden mit 290 Mitgliedern. Mannheim kam zwar auf 300, allerdings mit Rheinau und Schwetzingen. Der Durlacher Ortsgruppe gehörten 100 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der NSDAP-Orts­gruppe gab es die in erster Linie für den Saalschutz eingesetzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; mit rund 50 Mitgliedern, deren Leitung Ende 1928 &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; übernommen hatte. Außerdem existierte seit dem 21. Sep­tember 1928 eine Orts­gruppe des Deutschen Frauenor­dens, der 1931 in der NS-Frauenschaft aufging, sowie eine kleine Ortsgruppe der Hitlerjugend (rund 20 Mitglieder Anfang 1928). Die Partei, deren Mitgliederzahl in Karlsruhe bis 1929 auf über 500 ange­wachsen war, verfügte also über weitere Hilfstruppen, die im Landtags­wahlkampf 1929 aktiv werden konnten. Bei dieser Wahl ­­trat die NSDAP erstmals aus dem Kreis der Splitterparteien heraus und zog mit sechs Landtagsabgeordneten in das traditions­reiche badische &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. In Karlsruhe hatten überdurchschnittliche 11,2 % der Wählerinnen und Wähler NSDAP gewählt. Relativ stark waren die Nationalsozialisten in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2933&amp;quot;&amp;gt;Weststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2697&amp;quot;&amp;gt;Südweststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1375&amp;quot;&amp;gt;westlichen Innenstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; und in Teilen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0536&amp;quot;&amp;gt;Altstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, relativ schwach in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0506&amp;quot;&amp;gt;Daxlanden&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2321&amp;quot;&amp;gt;Rintheim&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Über die Demokratie diskreditierenden Auftritte der NSDAP-Abgeordneten im Ständehaus berichte­te das nationalsozialistische Gauorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; stets in aller Ausführlichkeit. 1930 war Karlsruhe die zweitgrößte badische Ortsgruppe mit über 1.000 Mitgliedern. Die NSDAP hatte sich damit endgültig in dem Kreis der größeren Parteien etabliert und war organisatorisch für die anstehenden Wahlen in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; vorbereitet, in der es auch in Karlsruhe Verletzte und auf Seiten der NSDAP einen Toten gab. Schon 1928 waren Versammlungen der Friedensgesellschaft gesprengt worden. ­Die Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; war am 23. April 1929 Schauplatz, als die Rede des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunisten&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Max Hölz&amp;lt;/lex&amp;gt; immer wieder durch die zahlreich erschie­nenen Karlsruher Nationalsozialisten unterbrochen wurde und es zu einer Schlägerei kam. Und auch in Karlsruhe gab es einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; bei einem Propagan­daumzug zu Tode kam. Dieser war von Kommunisten angegriffen worden und eine Zuschauerin hatte einen Knüppel zwischen die Speichen des Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschuss&amp;lt;/lex&amp;gt; und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; änderte sich das Klima ebenfalls nachhaltig. Hier war die NSDAP schon am 16. Novem­ber 1930 mit 28 von 84 Stadtver­ordneten bzw. 8 von 24 Stadträten stärkste Fraktion (31,6 % der Stimmen). Auch hier kam es zu Radauszenen, z. B. in der so genannten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0290&amp;quot;&amp;gt;Rathausschlacht 1931&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Machtübertragung wurde die NSDAP im Zuge der Gleichschaltung zur einzigen Partei, deren Gaudienststellen bis 1940 alle in Karlsruhe angesiedelt waren. In der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0107&amp;quot;&amp;gt;Gauhauptstadt Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; war auch die Kreisleitung unter dem einflussreichen Kreisleiter Willi Worch angesiedelt. 1933 gab es darüberhinaus 15 Ortgruppen, 1943 waren es 41. Dazu kamen viele weitere Dienststellen wie die der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt; auf Ortsgruppenebene, die flächendeckend auf die Stadt verteilt waren. Reichten im  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt;  1933 noch zwei Seiten, um alle Gau- und Parteidienststellen aufzuführen, so waren dies gegen Ende der NS-Herrschaft schon vier. 1945 wurde die Partei aufgelöst und verboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;Wahlergebnisse der NSDAP 1924-1933 in Karlsruhe&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 4. Mai 1924 || 6,5 % (als Völkisch-Sozialer Block)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 7. Dezember 1924 || 1,7 % (als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 25. Oktober 1925 || 1,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 20. Mai 1928 || 3,1 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 27. Oktober 1929 || 11,2 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadtverordnetenwahl 16. November 1930 || 31,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 14. September 1930 || 26,0 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 31. Juli 1932 || 40,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 6. November 1932 || 37,7 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 5. März 1933 || 45,0 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2015/2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen== &lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und&amp;lt;/nowiki&amp;gt;; Adressbücher für die Landeshauptstadt Karlsruhe 1933 - 1938, Adressbücher der Gau- und Landeshauptstadt Karlsruhe 1939 - 1944 https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/485648 (Zugriff am 27. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen 1922-1945 https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 11. Januar 2026); Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des 30. März 1935.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; Ernst Otto Bräunche: Residenzstadt, Landeshauptstadt, Gauhauptstadt. Zwischen Demokratie und Diktatur 1914-1945, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 357-502; Frank Engehausen: Wehrhafte Demokratie? Die badische Regierungspolitik gegenüber der NSDAP 1929-1932, in: Ernst Otto Bräunche, Frank Engehausen und Jürgen Schuhladen-Krämer (Hrsg.): Aufbrüche und Krisen. Karlsruhe 1918-1933, Karlsruhe 2020, S. 89-115 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 35); Elias Hansen: &amp;quot;Der Gau Baden greift an!&amp;quot; - Politische Gewalt der NSDAP in Karlsruhe, in: ebenda, S. 181-196.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0324&amp;diff=598608</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0324</title>
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		<updated>2026-02-23T18:50:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0324_8_PBS_oVI_445.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe am 28. August 1925, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0324.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Plakatwerbung für eine öffentliche Versammlung der NSDAP mit Gauleiter Robert Wagner, 1931, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 3529.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ortsgruppe der 1920 in München gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gab es in Karlsruhe bereits 1922. Nach dem Verbot der Partei in Baden am 4. Juli 1922, also noch vor dem Erlass des reichsweiten Republikschutzgesetzes vom 21. Juli des Jahres, versuchten die Parteianhänger im folgenden Jahr, eine Ortsgruppe der Deutschvölkischen Frei­heits­partei zu gründen, die aber ebenfalls von der Badischen Regierung verboten wurden. Dennoch sollen beim Hitlerputsch 1923 in München  unter der Führung von dem späteren badischen Gaubetriebszellenleiter und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront (DAF) Fritz Plattner 100 &amp;quot;Schwerbewaffnete, darunter viele &amp;quot; (Der Führer vom 30. März 1935) bereit gestanden haben, die badischen Miniasterien zu stürmen.  Als die NSDAP beim ersten Gautag nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; im September 1933 auch die alten Kämpfer der Partei in Baden ehrte, kamen 16 von 104 aus dem heutigen Stadtgebiet von Karlsruhe, darunter der spätere besoldete Stadtrat &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0853&amp;quot;&amp;gt;Peter Riedner&amp;lt;/lex&amp;gt; und der spätere Kreisleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1011&amp;quot;&amp;gt;Willi Worch&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bei den Reichstagswahlen 1924 traten die Nationalsozialisten in Baden im Mai unter dem Namen Völkisch Sozialer Block (7,8 % der Stimmen in Karlsruhe), im Dezember als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung (1,7 % in Karlsruhe) an. Seit Ende des Jahres war auch der spätere Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; wieder in Baden tätig. Am 25. März 1925 rief er die Vertreter aller in Baden bestehenden nationalsozialistischen Gruppen zu einer Versammlung in den Prinzen Carl in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1658&amp;quot;&amp;gt;Lammstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; zusammen und gründete den Gau Baden der inzwischen auch auf Reichsebene wiederentstandenen NSDAP mit Sitz in Karlsruhe. Noch 1928 gehörte die NSDAP aber auch hier zum Kreis der Splitterparteien, obwohl der Parteiführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. März 1928 in Karlsruhe dem Polizeibericht zufolge vor etwa 3.000 Zuhörern sprach. Die Ortsgruppe Karlsruhe war zu diesem Zeitpunkt die größte in Baden mit 290 Mitgliedern. Mannheim kam zwar auf 300, allerdings mit Rheinau und Schwetzingen. Der Durlacher Ortsgruppe gehörten 100 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der NSDAP-Orts­gruppe gab es die in erster Linie für den Saalschutz eingesetzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; mit rund 50 Mitgliedern, deren Leitung Ende 1928 &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; übernommen hatte. Außerdem existierte seit dem 21. Sep­tember 1928 eine Orts­gruppe des Deutschen Frauenor­dens, der 1931 in der NS-Frauenschaft aufging, sowie eine kleine Ortsgruppe der Hitlerjugend (rund 20 Mitglieder Anfang 1928). Die Partei, deren Mitgliederzahl in Karlsruhe bis 1929 auf über 500 ange­wachsen war, verfügte also über weitere Hilfstruppen, die im Landtags­wahlkampf 1929 aktiv werden konnten. Bei dieser Wahl ­­trat die NSDAP erstmals aus dem Kreis der Splitterparteien heraus und zog mit sechs Landtagsabgeordneten in das traditions­reiche badische &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. In Karlsruhe hatten überdurchschnittliche 11,2 % der Wählerinnen und Wähler NSDAP gewählt. Relativ stark waren die Nationalsozialisten in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2933&amp;quot;&amp;gt;Weststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2697&amp;quot;&amp;gt;Südweststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1375&amp;quot;&amp;gt;westlichen Innenstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; und in Teilen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0536&amp;quot;&amp;gt;Altstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, relativ schwach in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0506&amp;quot;&amp;gt;Daxlanden&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2321&amp;quot;&amp;gt;Rintheim&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Über die Demokratie diskreditierenden Auftritte der NSDAP-Abgeordneten im Ständehaus berichte­te das nationalsozialistische Gauorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; stets in aller Ausführlichkeit. 1930 war Karlsruhe die zweitgrößte badische Ortsgruppe mit über 1.000 Mitgliedern. Die NSDAP hatte sich damit endgültig in dem Kreis der größeren Parteien etabliert und war organisatorisch für die anstehenden Wahlen in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; vorbereitet, in der es auch in Karlsruhe Verletzte und auf Seiten der NSDAP einen Toten gab. Schon 1928 waren Versammlungen der Friedensgesellschaft gesprengt worden. ­Die Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; war am 23. April 1929 Schauplatz, als die Rede des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunisten&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Max Hölz&amp;lt;/lex&amp;gt; immer wieder durch die zahlreich erschie­nenen Karlsruher Nationalsozialisten unterbrochen wurde und es zu einer Schlägerei kam. Und auch in Karlsruhe gab es einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; bei einem Propagan­daumzug zu Tode kam. Dieser war von Kommunisten angegriffen worden und eine Zuschauerin hatte einen Knüppel zwischen die Speichen des Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschuss&amp;lt;/lex&amp;gt; und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; änderte sich das Klima ebenfalls nachhaltig. Hier war die NSDAP schon am 16. Novem­ber 1930 mit 28 von 84 Stadtver­ordneten bzw. 8 von 24 Stadträten stärkste Fraktion (31,6 % der Stimmen). Auch hier kam es zu Radauszenen, z. B. in der so genannten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0290&amp;quot;&amp;gt;Rathausschlacht 1931&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Machtübertragung wurde die NSDAP im Zuge der Gleichschaltung zur einzigen Partei, deren Gaudienststellen bis 1940 alle in Karlsruhe angesiedelt waren. In der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0107&amp;quot;&amp;gt;Gauhauptstadt Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; war auch die Kreisleitung unter dem einflussreichen Kreisleiter Willi Worch angesiedelt. 1933 gab es darüberhinaus 15 Ortgruppen, 1943 waren es 41. Dazu kamen viele weitere Dienststellen wie die der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt; auf Ortsgruppenebene, die flächendeckend auf die Stadt verteilt waren. Reichten im  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt;  1933 noch zwei Seiten, um alle Gau- und Parteidienststellen aufzuführen, so waren dies gegen Ende der NS-Herrschaft schon vier. 1945 wurde die Partei aufgelöst und verboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;Wahlergebnisse der NSDAP 1924-1933 in Karlsruhe&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 4. Mai 1924 || 6,5 % (als Völkisch-Sozialer Block)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 7. Dezember 1924 || 1,7 % (als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 25. Oktober 1925 || 1,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 20. Mai 1928 || 3,1 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 27. Oktober 1929 || 11,2 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadtverordnetenwahl 16. November 1930 || 31,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 14. September 1930 || 26,0 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 31. Juli 1932 || 40,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 6. November 1932 || 37,7 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 5. März 1933 || 45,0 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2015/2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen== &lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und&amp;lt;/nowiki&amp;gt;; Adressbücher für die Landeshauptstadt Karlsruhe 1933 - 1938, Adressbücher der Gau- und Landeshauptstadt Karlsruhe 1939 - 1944 https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/485648 (Zugriff am 27. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen 1922-1945 https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 11. Januar 2026); Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des 30. März 1935.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; Ernst Otto Bräunche: Residenzstadt, Landeshauptstadt, Gauhauptstadt. Zwischen Demokratie und Diktatur 1914-1945, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 357-502; Frank Engehausen: Wehrhafte Demokratie? Die badische Regierungspolitik gegenüber der NSDAP 1929-1932, in: Ernst Otto Bräunche, Frank Engehausen und Jürgen Schuhladen-Krämer (Hrsg.): Aufbrüche und Krisen. Karlsruhe 1918-1933, Karlsruhe 2020, S. 89-115 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 35); Elias Hansen: &amp;quot;Der Gau Baden greift an!&amp;quot; - Politische Gewalt der NSDAP in Karlsruhe, in: ebenda, S. 181-196.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598607</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-02-23T18:41:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der erste Führer der SA, nach der Wiedergründung der NSDAP Oberleutnant a. D. Karl Heinrich Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicherbort zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen, hier vor allem Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des Führer vom 30. März 1935 https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598606</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-02-23T17:40:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der Führer der SA, Oberleutnant a. D. Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicherbort zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen, hier vor allem Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des Führer vom 30. März 1935 https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598605</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-02-23T17:40:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der Führer der SA, Oberleutnant a. D. Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicherbort zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen, hier vor allem Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des 30. März 1935 https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598604</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-02-23T17:37:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der spätere stellvertretende Gauleiter Hermann Röhn versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhn, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der Führer der SA, Oberleutnant a. D. Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicherbort zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0324&amp;diff=598603</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0324</title>
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		<updated>2026-02-23T17:26:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0324_8_PBS_oVI_445.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe am 28. August 1925, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0324.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Plakatwerbung für eine öffentliche Versammlung der NSDAP mit Gauleiter Robert Wagner, 1931, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 3529.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ortsgruppe der 1920 in München gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gab es in Karlsruhe bereits 1922. Nach dem Verbot der Partei in Baden am 4. Juli 1922, also noch vor dem Erlass des reichsweiten Republikschutzgesetzes vom 21. Juli des Jahres, versuchten die Parteianhänger im folgenden Jahr, eine Ortsgruppe der Deutschvölkischen Frei­heits­partei zu gründen, die aber ebenfalls von der Badischen Regierung verboten wurden. Als die NSDAP beim ersten Gautag nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; im September 1933 auch die alten Kämpfer der Partei in Baden ehrte, kamen 16 von 104 aus dem heutigen Stadtgebiet von Karlsruhe, darunter der spätere besoldete Stadtrat &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0853&amp;quot;&amp;gt;Peter Riedner&amp;lt;/lex&amp;gt;und der spätere Kreisleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1011&amp;quot;&amp;gt;Willi Worch&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bei den Reichstagswahlen 1924 traten die Nationalsozialisten in Baden im Mai unter dem Namen Völkisch Sozialer Block (7,8 % der Stimmen in Karlsruhe), im Dezember als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung (1,7 % in Karlsruhe) an. Seit Ende des Jahres war auch der spätere Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; wieder in Baden tätig. Am 25. März 1925 rief er die Vertreter aller in Baden bestehenden nationalsozialistischen Gruppen zu einer Versammlung in den Prinzen Carl in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1658&amp;quot;&amp;gt;Lammstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; zusammen und gründete den Gau Baden der inzwischen auch auf Reichsebene wiederentstandenen NSDAP mit Sitz in Karlsruhe. Noch 1928 gehörte die NSDAP aber auch hier zum Kreis der Splitterparteien, obwohl der Parteiführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. März 1928 in Karlsruhe dem Polizeibericht zufolge vor etwa 3.000 Zuhörern sprach. Die Ortsgruppe Karlsruhe war zu diesem Zeitpunkt die größte in Baden mit 290 Mitgliedern. Mannheim kam zwar auf 300, allerdings mit Rheinau und Schwetzingen. Der Durlacher Ortsgruppe gehörten 100 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der NSDAP-Orts­gruppe gab es die in erster Linie für den Saalschutz eingesetzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; mit rund 50 Mitgliedern, deren Leitung Ende 1928 &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; übernommen hatte. Außerdem existierte seit dem 21. Sep­tember 1928 eine Orts­gruppe des Deutschen Frauenor­dens, der 1931 in der NS-Frauenschaft aufging, sowie eine kleine Ortsgruppe der Hitlerjugend (rund 20 Mitglieder Anfang 1928). Die Partei, deren Mitgliederzahl in Karlsruhe bis 1929 auf über 500 ange­wachsen war, verfügte also über weitere Hilfstruppen, die im Landtags­wahlkampf 1929 aktiv werden konnten. Bei dieser Wahl ­­trat die NSDAP erstmals aus dem Kreis der Splitterparteien heraus und zog mit sechs Landtagsabgeordneten in das traditions­reiche badische &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. In Karlsruhe hatten überdurchschnittliche 11,2 % der Wählerinnen und Wähler NSDAP gewählt. Relativ stark waren die Nationalsozialisten in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2933&amp;quot;&amp;gt;Weststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2697&amp;quot;&amp;gt;Südweststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1375&amp;quot;&amp;gt;westlichen Innenstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; und in Teilen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0536&amp;quot;&amp;gt;Altstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, relativ schwach in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0506&amp;quot;&amp;gt;Daxlanden&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2321&amp;quot;&amp;gt;Rintheim&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Über die Demokratie diskreditierenden Auftritte der NSDAP-Abgeordneten im Ständehaus berichte­te das nationalsozialistische Gauorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; stets in aller Ausführlichkeit. 1930 war Karlsruhe die zweitgrößte badische Ortsgruppe mit über 1.000 Mitgliedern. Die NSDAP hatte sich damit endgültig in dem Kreis der größeren Parteien etabliert und war organisatorisch für die anstehenden Wahlen in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; vorbereitet, in der es auch in Karlsruhe Verletzte und auf Seiten der NSDAP einen Toten gab. Schon 1928 waren Versammlungen der Friedensgesellschaft gesprengt worden. ­Die Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; war am 23. April 1929 Schauplatz, als die Rede des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunisten&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Max Hölz&amp;lt;/lex&amp;gt; immer wieder durch die zahlreich erschie­nenen Karlsruher Nationalsozialisten unterbrochen wurde und es zu einer Schlägerei kam. Und auch in Karlsruhe gab es einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; bei einem Propagan­daumzug zu Tode kam. Dieser war von Kommunisten angegriffen worden und eine Zuschauerin hatte einen Knüppel zwischen die Speichen des Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschuss&amp;lt;/lex&amp;gt; und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; änderte sich das Klima ebenfalls nachhaltig. Hier war die NSDAP schon am 16. Novem­ber 1930 mit 28 von 84 Stadtver­ordneten bzw. 8 von 24 Stadträten stärkste Fraktion (31,6 % der Stimmen). Auch hier kam es zu Radauszenen, z. B. in der so genannten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0290&amp;quot;&amp;gt;Rathausschlacht 1931&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Machtübertragung wurde die NSDAP im Zuge der Gleichschaltung zur einzigen Partei, deren Gaudienststellen bis 1940 alle in Karlsruhe angesiedelt waren. In der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0107&amp;quot;&amp;gt;Gauhauptstadt Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; war auch die Kreisleitung unter dem einflussreichen Kreisleiter Willi Worch angesiedelt. 1933 gab es darüberhinaus 15 Ortgruppen, 1943 waren es 41. Dazu kamen viele weitere Dienststellen wie die der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt; auf Ortsgruppenebene, die flächendeckend auf die Stadt verteilt waren. Reichten im  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt;  1933 noch zwei Seiten, um alle Gau- und Parteidienststellen aufzuführen, so waren dies gegen Ende der NS-Herrschaft schon vier. 1945 wurde die Partei aufgelöst und verboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;Wahlergebnisse der NSDAP 1924-1933 in Karlsruhe&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 4. Mai 1924 || 6,5 % (als Völkisch-Sozialer Block)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 7. Dezember 1924 || 1,7 % (als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 25. Oktober 1925 || 1,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 20. Mai 1928 || 3,1 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 27. Oktober 1929 || 11,2 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadtverordnetenwahl 16. November 1930 || 31,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 14. September 1930 || 26,0 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 31. Juli 1932 || 40,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 6. November 1932 || 37,7 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 5. März 1933 || 45,0 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2015/2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen== &lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und&amp;lt;/nowiki&amp;gt;; Adressbücher für die Landeshauptstadt Karlsruhe 1933 - 1938, Adressbücher der Gau- und Landeshauptstadt Karlsruhe 1939 - 1944 https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/485648 (Zugriff am 27. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen 1922-1945 https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 11. Januar 2026); Zehn Jahre Kampf. Sonderbeilage des 30. März 1935.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; Ernst Otto Bräunche: Residenzstadt, Landeshauptstadt, Gauhauptstadt. Zwischen Demokratie und Diktatur 1914-1945, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 357-502; Frank Engehausen: Wehrhafte Demokratie? Die badische Regierungspolitik gegenüber der NSDAP 1929-1932, in: Ernst Otto Bräunche, Frank Engehausen und Jürgen Schuhladen-Krämer (Hrsg.): Aufbrüche und Krisen. Karlsruhe 1918-1933, Karlsruhe 2020, S. 89-115 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 35); Elias Hansen: &amp;quot;Der Gau Baden greift an!&amp;quot; - Politische Gewalt der NSDAP in Karlsruhe, in: ebenda, S. 181-196.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0324&amp;diff=598601</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0324</title>
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		<updated>2026-02-16T18:38:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0324_8_PBS_oVI_445.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe am 28. August 1925, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0324.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Plakatwerbung für eine öffentliche Versammlung der NSDAP mit Gauleiter Robert Wagner, 1931, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 3529.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ortsgruppe der 1920 in München gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gab es in Karlsruhe bereits 1922. Nach dem Verbot der Partei in Baden am 4. Juli 1922, also noch vor dem Erlass des reichsweiten Republikschutzgesetzes vom 21. Juli des Jahres, versuchten die Parteianhänger im folgenden Jahr, eine Ortsgruppe der Deutschvölkischen Frei­heits­partei zu gründen, die aber ebenfalls von der Badischen Regierung verboten wurden. Als die NSDAP beim ersten Gautag nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; im September 1933 auch die alten Kämpfer der Partei in Baden ehrte, kamen 16 von 104 aus dem heutigen Stadtgebiet von Karlsruhe, darunter der spätere besoldete Stadtrat &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0853&amp;quot;&amp;gt;Peter Riedner&amp;lt;/lex&amp;gt;und der spätere Kreisleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1011&amp;quot;&amp;gt;Willi Worch&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bei den Reichstagswahlen 1924 traten die Nationalsozialisten in Baden im Mai unter dem Namen Völkisch Sozialer Block (7,8 % der Stimmen in Karlsruhe), im Dezember als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung (1,7 % in Karlsruhe) an. Seit Ende des Jahres war auch der spätere Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; wieder in Baden tätig. Am 25. März 1925 rief er die Vertreter aller in Baden bestehenden nationalsozialistischen Gruppen zu einer Versammlung in den Prinzen Carl in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1658&amp;quot;&amp;gt;Lammstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; zusammen und gründete den Gau Baden der inzwischen auch auf Reichsebene wiederentstandenen NSDAP mit Sitz in Karlsruhe. Noch 1928 gehörte die NSDAP aber auch hier zum Kreis der Splitterparteien, obwohl der Parteiführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. März 1928 in Karlsruhe dem Polizeibericht zufolge vor etwa 3.000 Zuhörern sprach. Die Ortsgruppe Karlsruhe war zu diesem Zeitpunkt die größte in Baden mit 290 Mitgliedern. Mannheim kam zwar auf 300, allerdings mit Rheinau und Schwetzingen. Der Durlacher Ortsgruppe gehörten 100 Mitglieder an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der NSDAP-Orts­gruppe gab es die in erster Linie für den Saalschutz eingesetzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; mit rund 50 Mitgliedern, deren Leitung Ende 1928 &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; übernommen hatte. Außerdem existierte seit dem 21. Sep­tember 1928 eine Orts­gruppe des Deutschen Frauenor­dens, der 1931 in der NS-Frauenschaft aufging, sowie eine kleine Ortsgruppe der Hitlerjugend (rund 20 Mitglieder Anfang 1928). Die Partei, deren Mitgliederzahl in Karlsruhe bis 1929 auf über 500 ange­wachsen war, verfügte also über weitere Hilfstruppen, die im Landtags­wahlkampf 1929 aktiv werden konnten. Bei dieser Wahl ­­trat die NSDAP erstmals aus dem Kreis der Splitterparteien heraus und zog mit sechs Landtagsabgeordneten in das traditions­reiche badische &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. In Karlsruhe hatten überdurchschnittliche 11,2 % der Wählerinnen und Wähler NSDAP gewählt. Relativ stark waren die Nationalsozialisten in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2933&amp;quot;&amp;gt;Weststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2697&amp;quot;&amp;gt;Südweststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1375&amp;quot;&amp;gt;westlichen Innenstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; und in Teilen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0536&amp;quot;&amp;gt;Altstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, relativ schwach in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0506&amp;quot;&amp;gt;Daxlanden&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2321&amp;quot;&amp;gt;Rintheim&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Über die Demokratie diskreditierenden Auftritte der NSDAP-Abgeordneten im Ständehaus berichte­te das nationalsozialistische Gauorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; stets in aller Ausführlichkeit. 1930 war Karlsruhe die zweitgrößte badische Ortsgruppe mit über 1.000 Mitgliedern. Die NSDAP hatte sich damit endgültig in dem Kreis der größeren Parteien etabliert und war organisatorisch für die anstehenden Wahlen in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; vorbereitet, in der es auch in Karlsruhe Verletzte und auf Seiten der NSDAP einen Toten gab. Schon 1928 waren Versammlungen der Friedensgesellschaft gesprengt worden. ­Die Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; war am 23. April 1929 Schauplatz, als die Rede des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunisten&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Max Hölz&amp;lt;/lex&amp;gt; immer wieder durch die zahlreich erschie­nenen Karlsruher Nationalsozialisten unterbrochen wurde und es zu einer Schlägerei kam. Und auch in Karlsruhe gab es einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; bei einem Propagan­daumzug zu Tode kam. Dieser war von Kommunisten angegriffen worden und eine Zuschauerin hatte einen Knüppel zwischen die Speichen des Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschuss&amp;lt;/lex&amp;gt; und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; änderte sich das Klima ebenfalls nachhaltig. Hier war die NSDAP schon am 16. Novem­ber 1930 mit 28 von 84 Stadtver­ordneten bzw. 8 von 24 Stadträten stärkste Fraktion (31,6 % der Stimmen). Auch hier kam es zu Radauszenen, z. B. in der so genannten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0290&amp;quot;&amp;gt;Rathausschlacht 1931&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Machtübertragung wurde die NSDAP im Zuge der Gleichschaltung zur einzigen Partei, deren Gaudienststellen bis 1940 alle in Karlsruhe angesiedelt waren. In der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0107&amp;quot;&amp;gt;Gauhauptstadt Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; war auch die Kreisleitung unter dem einflussreichen Kreisleiter Willi Worch angesiedelt. 1933 gab es darüberhinaus 15 Ortgruppen, 1943 waren es 41. Dazu kamen viele weitere Dienststellen wie die der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt; auf Ortsgruppenebene, die flächendeckend auf die Stadt verteilt waren. Reichten im  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt;  1933 noch zwei Seiten, um alle Gau- und Parteidienststellen aufzuführen, so waren dies gegen Ende der NS-Herrschaft schon vier. 1945 wurde die Partei aufgelöst und verboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;Wahlergebnisse der NSDAP 1924-1933 in Karlsruhe&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 4. Mai 1924 || 6,5 % (als Völkisch-Sozialer Block)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 7. Dezember 1924 || 1,7 % (als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 25. Oktober 1925 || 1,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 20. Mai 1928 || 3,1 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 27. Oktober 1929 || 11,2 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadtverordnetenwahl 16. November 1930 || 31,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 14. September 1930 || 26,0 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 31. Juli 1932 || 40,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 6. November 1932 || 37,7 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 5. März 1933 || 45,0 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2015/2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen== &lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und&amp;lt;/nowiki&amp;gt;; Adressbücher für die Landeshauptstadt Karlsruhe 1933 - 1938, Adressbücher der Gau- und Landeshauptstadt Karlsruhe 1939 - 1944 https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/485648 (Zugriff am 27. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen 1922-1945 https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 11. Januar 2026).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; Ernst Otto Bräunche: Residenzstadt, Landeshauptstadt, Gauhauptstadt. Zwischen Demokratie und Diktatur 1914-1945, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 357-502; Frank Engehausen: Wehrhafte Demokratie? Die badische Regierungspolitik gegenüber der NSDAP 1929-1932, in: Ernst Otto Bräunche, Frank Engehausen und Jürgen Schuhladen-Krämer (Hrsg.): Aufbrüche und Krisen. Karlsruhe 1918-1933, Karlsruhe 2020, S. 89-115 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 35); Elias Hansen: &amp;quot;Der Gau Baden greift an!&amp;quot; - Politische Gewalt der NSDAP in Karlsruhe, in: ebenda, S. 181-196.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0324&amp;diff=598600</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0324</title>
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		<updated>2026-02-16T18:22:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-0324_8_PBS_oVI_445.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe am 28. August 1925, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0324.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Plakatwerbung für eine öffentliche Versammlung der NSDAP mit Gauleiter Robert Wagner, 1931, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 3529.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Ortsgruppe der 1920 in München gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gab es in Karlsruhe bereits 1922. Nach dem Verbot der Partei in Baden am 4. Juli 1922, also noch vor dem Erlass des reichsweiten Republikschutzgesetzes vom 21. Juli des Jahres, versuchten die Parteianhänger im folgenden Jahr, eine Ortsgruppe der Deutschvölkischen Frei­heits­partei zu gründen, die aber ebenfalls von der Badischen Regierung verboten wurden. Als die NSDAP beim ersten Gautag nach der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0111&amp;quot;&amp;gt;Machtübertragung&amp;lt;/lex&amp;gt; auf die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt; im September 1933 auch die alten Kämpfer der Partei in Baden ehrte, kamen 16 von 104 aus dem heutigen Stadtgebiet von Karlsruhe, darunter der spätere besoldete Stadtrat &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0853&amp;quot;&amp;gt;Peter Riedner&amp;lt;/lex&amp;gt;und der spätere Kreisleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1011&amp;quot;&amp;gt;Willi Worch&amp;lt;/lex&amp;gt;. Bei den Reichstagswahlen 1924 traten die Nationalsozialisten in Baden im Mai unter dem Namen Völkisch Sozialer Block (7,8 % der Stimmen in Karlsruhe), im Dezember als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung (1,7 % in Karlsruhe) an. Seit Ende des Jahres war auch der spätere Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; wieder in Baden tätig. Am 25. März 1925 rief er die Vertreter aller in Baden bestehenden nationalsozialistischen Gruppen zu einer Versammlung in den Prinzen Carl in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1658&amp;quot;&amp;gt;Lammstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; zusammen und gründete den Gau Baden der inzwischen auch auf Reichsebene wiederentstandenen NSDAP mit Sitz in Karlsruhe. Noch 1928 gehörte die NSDAP aber auch hier zum Kreis der Splitterparteien, obwohl der Parteiführer &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; am 3. März 1928 in Karlsruhe dem Polizeibericht zufolge vor etwa 3.000 Zuhörern sprach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der NSDAP-Orts­gruppe gab es die in erster Linie für den Saalschutz eingesetzte &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt; mit rund 50 Mitgliedern, deren Leitung Ende 1928 &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; übernommen hatte. Außerdem existierte seit dem 21. Sep­tember 1928 eine Orts­gruppe des Deutschen Frauenor­dens, der 1931 in der NS-Frauenschaft aufging, sowie eine kleine Ortsgruppe der Hitlerjugend (rund 20 Mitglieder Anfang 1928). Die Partei, deren Mitgliederzahl in Karlsruhe bis 1929 auf über 500 ange­wachsen war, verfügte also über weitere Hilfstruppen, die im Landtags­wahlkampf 1929 aktiv werden konnten. Bei dieser Wahl ­­trat die NSDAP erstmals aus dem Kreis der Splitterparteien heraus und zog mit sechs Landtagsabgeordneten in das traditions­reiche badische &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1355&amp;quot;&amp;gt;Ständehaus&amp;lt;/lex&amp;gt; ein. In Karlsruhe hatten überdurchschnittliche 11,2 % der Wählerinnen und Wähler NSDAP gewählt. Relativ stark waren die Nationalsozialisten in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2933&amp;quot;&amp;gt;Weststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2697&amp;quot;&amp;gt;Südweststadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1375&amp;quot;&amp;gt;westlichen Innenstadt&amp;lt;/lex&amp;gt; und in Teilen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0536&amp;quot;&amp;gt;Altstadt&amp;lt;/lex&amp;gt;, relativ schwach in &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0506&amp;quot;&amp;gt;Daxlanden&amp;lt;/lex&amp;gt;, &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-1955&amp;quot;&amp;gt;Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt; und &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2321&amp;quot;&amp;gt;Rintheim&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Über die Demokratie diskreditierenden Auftritte der NSDAP-Abgeordneten im Ständehaus berichte­te das nationalsozialistische Gauorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; stets in aller Ausführlichkeit. 1930 war Karlsruhe die zweitgrößte badische Ortsgruppe mit über 1.000 Mitgliedern. Die NSDAP hatte sich damit endgültig in dem Kreis der größeren Parteien etabliert und war organisatorisch für die anstehenden Wahlen in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; vorbereitet, in der es auch in Karlsruhe Verletzte und auf Seiten der NSDAP einen Toten gab. Schon 1928 waren Versammlungen der Friedensgesellschaft gesprengt worden. ­Die Karlsruher &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1233&amp;quot;&amp;gt;Festhalle&amp;lt;/lex&amp;gt; war am 23. April 1929 Schauplatz, als die Rede des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0321&amp;quot;&amp;gt;Kommunisten&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Max Hölz&amp;lt;/lex&amp;gt; immer wieder durch die zahlreich erschie­nenen Karlsruher Nationalsozialisten unterbrochen wurde und es zu einer Schlägerei kam. Und auch in Karlsruhe gab es einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; bei einem Propagan­daumzug zu Tode kam. Dieser war von Kommunisten angegriffen worden und eine Zuschauerin hatte einen Knüppel zwischen die Speichen des Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1015&amp;quot;&amp;gt;Bürgerausschuss&amp;lt;/lex&amp;gt; und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; änderte sich das Klima ebenfalls nachhaltig. Hier war die NSDAP schon am 16. Novem­ber 1930 mit 28 von 84 Stadtver­ordneten bzw. 8 von 24 Stadträten stärkste Fraktion (31,6 % der Stimmen). Auch hier kam es zu Radauszenen, z. B. in der so genannten &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0290&amp;quot;&amp;gt;Rathausschlacht 1931&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Machtübertragung wurde die NSDAP im Zuge der Gleichschaltung zur einzigen Partei, deren Gaudienststellen bis 1940 alle in Karlsruhe angesiedelt waren. In der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0107&amp;quot;&amp;gt;Gauhauptstadt Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt; war auch die Kreisleitung unter dem einflussreichen Kreisleiter Willi Worch angesiedelt. 1933 gab es darüberhinaus 15 Ortgruppen, 1943 waren es 41. Dazu kamen viele weitere Dienststellen wie die der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1803&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)&amp;lt;/lex&amp;gt; auf Ortsgruppenebene, die flächendeckend auf die Stadt verteilt waren. Reichten im  &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0284&amp;quot;&amp;gt;Adressbuch&amp;lt;/lex&amp;gt;  1933 noch zwei Seiten, um alle Gau- und Parteidienststellen aufzuführen, so waren dies gegen Ende der NS-Herrschaft schon vier. 1945 wurde die Partei aufgelöst und verboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;&amp;lt;big&amp;gt;Wahlergebnisse der NSDAP 1924-1933 in Karlsruhe&amp;lt;/big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 4. Mai 1924 || 6,5 % (als Völkisch-Sozialer Block)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 7. Dezember 1924 || 1,7 % (als Nationalsozialistische Freiheitsbewegung)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 25. Oktober 1925 || 1,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 20. Mai 1928 || 3,1 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Landtagswahl 27. Oktober 1929 || 11,2 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Stadtverordnetenwahl 16. November 1930 || 31,6 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 14. September 1930 || 26,0 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 31. Juli 1932 || 40,3 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 6. November 1932 || 37,7 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Reichstagswahl 5. März 1933 || 45,0 %&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2015/2023&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen== &lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, &amp;lt;nowiki&amp;gt;https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und&amp;lt;/nowiki&amp;gt;; Adressbücher für die Landeshauptstadt Karlsruhe 1933 - 1938, Adressbücher der Gau- und Landeshauptstadt Karlsruhe 1939 - 1944 https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/485648 (Zugriff am 27. Juli 2022); Karlsruher Zeitungen 1922-1945 https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 11. Januar 2026).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; Ernst Otto Bräunche: Residenzstadt, Landeshauptstadt, Gauhauptstadt. Zwischen Demokratie und Diktatur 1914-1945, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 357-502; Frank Engehausen: Wehrhafte Demokratie? Die badische Regierungspolitik gegenüber der NSDAP 1929-1932, in: Ernst Otto Bräunche, Frank Engehausen und Jürgen Schuhladen-Krämer (Hrsg.): Aufbrüche und Krisen. Karlsruhe 1918-1933, Karlsruhe 2020, S. 89-115 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 35); Elias Hansen: &amp;quot;Der Gau Baden greift an!&amp;quot; - Politische Gewalt der NSDAP in Karlsruhe, in: ebenda, S. 181-196.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-0403&amp;diff=598599</id>
		<title>De:Lexikon:ins-0403</title>
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		<updated>2026-02-16T18:18:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Literatur */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Karlsruher Notgemeinschaft}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0403_1.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Dankschreiben der Karlsruher Notgemeinschaft an die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1593&amp;quot;&amp;gt;Residenzlichtspiele GmbH&amp;lt;/lex&amp;gt; für Spenden und freien Eintritt von Filmvorführungen, 29. Januar 1932, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Residenztheater 146.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:ins-0403_2.jpg|200px|thumb|left|&amp;lt;small&amp;gt;Information der Karlsruher Notgemeinschaft an Hilfsbedürftige, Februar 1946, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS X 2751.&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Karlsruher Notgemeinschaft=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon Ende des Jahres 1922, als sich eine dramatische Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Lage vor allem infolge der Fahrt aufnehmenden &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0203&amp;quot;&amp;gt;Inflation&amp;lt;/lex&amp;gt; bereits ankündigte, wurde eine &amp;quot;Ortsgruppe Karlsruhe der Deutschen Notgemeinschaft&amp;quot; gegründet, die sich unter der Überschrift &amp;quot;Rettet ! Helft !&amp;quot; an die Bevölkerung wandte und um Spenden bat. Der Notgemeinschaft, die ihre Geschäftsstelle im städtischen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1771&amp;quot;&amp;gt;Fürsorgeamt&amp;lt;/lex&amp;gt; erhielt, gehörten zahlreiche Vereine, Behörden und Religionsgemeinschaften an. In einem Arbeitsausschuss saßen unter Leitung von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1014&amp;quot;&amp;gt;Oberbürgermeister&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0006&amp;quot;&amp;gt;Julius Finter&amp;lt;/lex&amp;gt; zahlreiche Honoratioren der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diese Notgemeinschaft schloss während der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0210&amp;quot;&amp;gt;Weltwirtschaftskrise&amp;lt;/lex&amp;gt; die nun explizit als Karlsruher Notgemeinschaft, ein Zusammenschluss privater und öffentlicher Einrichtungen, gegründete Organisation an. Ihre Aufgabe bestand darin, hilfsbedürftigen Menschen im Stadtgebiet in den Wintermonaten bei der Sicherung ihrer elementaren Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und einer warmen Unterkunft zu helfen. Diese Maßnahme war notwendig geworden, nachdem die Zahl der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0083&amp;quot;&amp;gt;arbeitslos&amp;lt;/lex&amp;gt; gewordenen und in der Folge auf Unterstützung angewiesenen Menschen in Karlsruhe innerhalb kurzer Zeit stark gestiegen war und diese Herausforderung durch das städtische Fürsorgeamt nicht mehr allein bewältigt werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum ersten Mal wurde die Karlsruher Notgemeinschaft am 10. November 1930 vom damaligen Karlsruher Oberbürgermeister Julius Finter ins Leben gerufen. Die Trägerschaft bestand aus 45 Institutionen und Organisationen, darunter kirchliche Verbände, beide jüdischen Religionsgemeinden, &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1633&amp;quot;&amp;gt;Gewerkschaften&amp;lt;/lex&amp;gt;, die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1072&amp;quot;&amp;gt;Handels-&amp;lt;/lex&amp;gt; und die &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1071&amp;quot;&amp;gt;Handwerkskammer&amp;lt;/lex&amp;gt;, der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; und der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1120&amp;quot;&amp;gt;Stadtverordneten&amp;lt;/lex&amp;gt;vorstand sowie mehrere karitative Verbände und Wohlfahrtsorganisationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Hauptausschuss, in dem führende Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Handwerk, Kultur und Religion vertreten waren, wurde die eigentliche Arbeit der Notgemeinschaft im Arbeitsausschuss und im Werbeausschuss geleistet. Finter als Vorsitzender des Arbeitsausschusses rief die Bevölkerung dazu auf, Lebensmittel, Kleidung, Geld und Brennstoff zu spenden. Die weiteren Mitglieder des aus zwölf Personen bestehenden Arbeitsausschusses waren für die Organisation, Verwaltung und Verteilung der Spenden zuständig. Für die Bekanntmachung der Spendenaufrufe in Form von Plakaten, Reklameschildern, Rundschreiben und Zeitungsinseraten sorgte der Werbeausschuss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Spendenbereitschaft in der Karlsruher Bevölkerung war trotz der allgemeinen Krise sehr hoch. So kamen für die rund 18.500 Bedürftigen im ersten Jahr neben zahlreichen Sachspenden 102.000 Reichsmark zusammen, im zweiten Jahr erhöhte sich diese Summe um mehr als das Doppelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erfolgreiche Arbeit der Notgemeinschaft führte 1932 zur Ausweitung ihres Tätigkeitsbereichs. Unter der Leitung von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0040&amp;quot;&amp;gt;Franz Gurk&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde ein Ausschuss für Bildungsfragen eingerichtet, der zur Aufrechterhaltung der Lebensfreude den kostenlosen Besuch von Theater-, Musik- und Sportveranstaltungen ermöglichen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Karlsruher Notgemeinschaft, deren Geschäftsstelle sich beim &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0723&amp;quot;&amp;gt;Badischen Frauenverein&amp;lt;/lex&amp;gt; zunächst in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2653&amp;quot;&amp;gt;Stephanienstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 74 und anschließend in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0879&amp;quot;&amp;gt;Gartenstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 47 befand, wurde im September 1933 aufgelöst und ihr Vermögen an das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes übergeben, das auch ihre Aufgaben übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Initiative des damaligen Oberbürgermeisters &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0029&amp;quot;&amp;gt;Hermann Veit&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde die Karlsruher Notgemeinschaft im November 1945 wiedergegründet. Neben der Essensversorgung aus einer Großküche wurden erneut zahlreiche Sachspenden gesammelt, darunter nun auch Küchenutensilien und Möbel. Zum 31. Mai 1952 wurde die Karlsruher Notgemeinschaft endgültig aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;René Gilbert 2015&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
StadtAK 1/BVA 50, 109, 1/H-Reg 1925, 1982-1987, 1/POA 2/687, 1/SJB 640; Statistisches Amt der Stadt Karlsruhe (Hrsg.): Karlsruhe in Zahlen 1946, S. 12-16, Karlsruhe in Zahlen 1947, 1. Halbjahr, S. 27-29, 2. Halbjahr, S. 32 f., Karlsruhe in Zahlen 1948, S. 43 f.&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Manfred Koch: Karlsruher Chronik. Stadtgeschichte in Daten, Bildern, Analysen, Karlsruhe 1992, S. 162 f., S. 170, S. 188 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 14); Ernst Otto Bräunche: Residenzstadt, Landeshauptstadt, Gauhauptstadt. Zwischen Demokratie und Diktatur 1914-1945, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe – Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 357-502, hier S. 398 f. und S. 404-413; Manfred Koch: Trümmerstadt – Residenz des Rechts – Zentrum der Technologieregion – Wechselvoller Weg in die Gegenwart, in: ebd., S. 519-673, hier S. 545; Ernst Otto Bräunche: &amp;quot;Riesengroß ist die Not&amp;quot;: Die Karlsruher Notgemeinschaft und die kommunale Sozialpolitik in der Endphase der Weimarer Republik, in: Wirtschaft. Gesellschaft. Städte. Festschrift für Bernhard Kirchgässner zum 75. Geburtstag, hrsg. von Hans-Peter Becht und Jörg Schadt, Ubstadt-Weiher 1998, S. 319-334.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:bio-0516&amp;diff=598576</id>
		<title>De:Lexikon:bio-0516</title>
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		<updated>2026-01-29T09:38:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Emil Josef Oberle */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Emil Josef Oberle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0516_8_SpoA_591_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Emil Josef Oberle=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkaufmann, Fußballnationalspieler, * 16. November 1889 Karlsruhe, † 25. Dezember 1955 Karlsruhe, ∞ Aimee Dedebal. 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn eines Schlossers spielte als Linksaußen seit 1907 in der ersten Mannschaft des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1214&amp;quot;&amp;gt;FC Phönix Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Mit seinem Außenstürmerkollegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0528&amp;quot;&amp;gt;Karl Wegele&amp;lt;/lex&amp;gt; bildete er das gefährlichste Außenstürmerduo seiner Zeit. In den Jahren 1909 bis 1912 wurde er fünfmal in die Deutsche Nationalmannschaft berufen, das erste Mal am 4. April 1909 im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-11042&amp;quot;&amp;gt;Stadion&amp;lt;/lex&amp;gt; des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; (KFV) bei der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1650&amp;quot;&amp;gt;Telegraphenkaserne&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der erste Sieg einer deutschen Nationalmannschaft mit 1:0 über die Schweiz gelang. 1909 wurde er mit dem goldenen Phönixring geehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1912 beendete der ausgebildete Bankkaufmann Emil Oberle seine Fußballlaufbahn in Deutschland und ging nach Istanbul, wo er noch erfolgreich für Galatasaray Istanbul spielte und später zu deren Ehrenspielführer ernannt wurde. In der Türkei blieb er von einer kurzen Unterbrechung nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; und einem zweijährigen Aufenthalt in Sofia 1934-1936 abgesehen und arbeitete als Stellvertretender Direktor einer Bank. 1934 trat Oberle der Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt; bei, weshalb er 1947 in einem schriftlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; als Mitläufer und zu einer Sühnezahlung von 400 RM verurteilt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 wohnte Oberle nach seiner Ausweisung aus der Türkei  in der Eisenlohrstraße 14. 1948 wurde er Stellvertretender Vorsitzender des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1951 war Oberle dann wieder in Istanbul tätig und wurde während eines Urlaubs in Karlsruhe mit einem Ehrenabend geehrt, den der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1213&amp;quot;&amp;gt;VfB Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt;, dem er ein Freundschaftsspiel in der Türkei gegen Galatasary Istanbul vermittelt hatte, mit dem FC Phönix und dem KETV veranstaltete. Als Oberle bei seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1955 bereits ein Haus in Baden-Baden gekauft hatte, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte, erkrankte er und verstarb in einem Karlsruher Krankenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012/2026&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
GLA 465h/20931.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Emil Oberle. in: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Oberle&amp;lt;nowiki/&amp;gt;(Zugriff am 16. Dezember 2024).&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0516_8_SpoA_591_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Emil Josef Oberle=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkaufmann, Fußballnationalspieler, * 16. November 1889 Karlsruhe, † 25. Dezember 1955 Karlsruhe, ∞ Aimee Dedebal. 1 Sohn.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn eines Schlossers spielte als Linksaußen seit 1907 in der ersten Mannschaft des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1214&amp;quot;&amp;gt;FC Phönix Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Mit seinem Außenstürmerkollegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0528&amp;quot;&amp;gt;Karl Wegele&amp;lt;/lex&amp;gt; bildete er das gefährlichste Außenstürmerduo seiner Zeit. In den Jahren 1909 bis 1912 wurde er fünfmal in die Deutsche Nationalmannschaft berufen, das erste Mal am 4. April 1909 im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-11042&amp;quot;&amp;gt;Stadion&amp;lt;/lex&amp;gt; des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; (KFV) bei der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1650&amp;quot;&amp;gt;Telegraphenkaserne&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der erste Sieg einer deutschen Nationalmannschaft mit 1:0 über die Schweiz gelang. 1909 wurde er mit dem goldenen Phönixring geehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1912 beendete der ausgebildete Bankkaufmann Emil Oberle seine Fußballlaufbahn in Deutschland und ging nach Istanbul, wo er noch erfolgreich für Galatasaray Istanbul spielte und später zu deren Ehrenspielführer ernannt wurde. Dort blieb er von einer kurzen Unterbrechung nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; und einem zweijährigen Aufenthalt in Sofia 1934-1936 abgesehen und arbeitete als Stellvertretender Direktor einer Bank. 1934 trat Oberle der Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt; an, weshalb er 1947 in einem schriftlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; als Mitläufer und zu einer Sühnezahlung von 400 RM verurteilt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 wohnte Oberle nach seiner Ausweisung aus der Türkei  in der Eisenlohrstraße 14. 1948 wurde er Stellvertretender Vorsitzender des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1951 war Oberle dann wieder in Istanbul tätig, wurde während eines Urlaubs in Karlsruhe mit einem Ehrenabend geehrt, den der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1213&amp;quot;&amp;gt;VfB Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt;, dem er ein Freundschaftsspiel in der Türkei gegen Galatasary Istanbul vermittelt hatte, mit dem FC Phönix und dem KETV veranstaltete. Als Oberle bei seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1955 bereits ein Haus in Baden-Baden gekauft hatte, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte, erkrankte er und verstarb in einem Karlsruher Krankenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
GLA 465h/20931.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Emil Oberle. in: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Oberle&amp;lt;nowiki/&amp;gt;(Zugriff am 16. Dezember 2024).&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Emil Josef Oberle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0516_8_SpoA_591_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Emil Josef Oberle=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkaufmann, Fußballnationalspieler, * 16. November 1889 Karlsruhe, † 25. Dezember 1955 Karlsruhe, ∞ Aimee Dedebal.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn eines Schlossers spielte als Linksaußen seit 1907 in der ersten Mannschaft des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1214&amp;quot;&amp;gt;FC Phönix Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Mit seinem Außenstürmerkollegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0528&amp;quot;&amp;gt;Karl Wegele&amp;lt;/lex&amp;gt; bildete er das gefährlichste Außenstürmerduo seiner Zeit. In den Jahren 1909 bis 1912 wurde er fünfmal in die Deutsche Nationalmannschaft berufen, das erste Mal am 4. April 1909 im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-11042&amp;quot;&amp;gt;Stadion&amp;lt;/lex&amp;gt; des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; (KFV) bei der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1650&amp;quot;&amp;gt;Telegraphenkaserne&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der erste Sieg einer deutschen Nationalmannschaft mit 1:0 über die Schweiz gelang. 1909 wurde er mit dem goldenen Phönixring geehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1912 beendete der ausgebildete Bankkaufmann Emil Oberle seine Fußballlaufbahn in Deutschland und ging nach Istanbul, wo er noch erfolgreich für Galatasaray Istanbul spielte und später zu deren Ehrenspielführer ernannt wurde. Dort blieb er von einer kurzen Unterbrechung nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; und einem zweijährigen Aufenthalt in Sofia 1934-1936 abgesehen und arbeitete als Stellvertretender Direktor einer Bank. 1934 trat Oberle der Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt; an, weshalb er 1947 in einem schriftlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt; als Mitläufer und zu einer Sühnezahlung von 400 RM verurteilt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 wohnte Oberle nach seiner Ausweisung aus der Türkei  in der Eisenlohrstraße 14. 1948 wurde er Stellvertretender Vorsitzender des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt;. 1951 war Oberle dann wieder in Istanbul tätig, wurde während eines Urlaubs in Karlsruhe mit einem Ehrenabend geehrt, den der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1213&amp;quot;&amp;gt;VfB Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt;, dem er ein Freundschaftsspiel in der Türkei gegen Galatasary Istanbul vermittelt hatte, mit dem FC Phönix und dem KETV veranstaltete. Als Oberle bei seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1955 bereits ein Haus in Baden-Baden gekauft hatte, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte, erkrankte er und verstarb in einem Karlsruher Krankenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
GLA 465h/20931.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Emil Oberle. in: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Oberle&amp;lt;nowiki/&amp;gt;(Zugriff am 16. Dezember 2024).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Emil Josef Oberle */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Emil Josef Oberle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:bio-0516_8_SpoA_591_Ausschnitt.jpg|200px|thumb|left|Ausschnitt aus einem Mannschaftsfoto des FC Phönix, um 1910, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Emil Josef Oberle=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bankkaufmann, Fußballnationalspieler, * 16. November 1889 Karlsruhe, † 25. Dezember 1955 Karlsruhe, ∞ Aimee Dedebal.&amp;lt;br/ &amp;gt;&amp;lt;br/ &amp;gt;Der Sohn eines Schlossers spielte als Linksaußen seit 1907 in der ersten Mannschaft des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1214&amp;quot;&amp;gt;FC Phönix Karlsruhe&amp;lt;/lex&amp;gt;. Mit seinem Außenstürmerkollegen &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0528&amp;quot;&amp;gt;Karl Wegele&amp;lt;/lex&amp;gt; bildete er das gefährlichste Außenstürmerduo seiner Zeit. In den Jahren 1909 bis 1912 wurde er fünfmal in die Deutsche Nationalmannschaft berufen, das erste Mal am 4. April 1909 im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-11042&amp;quot;&amp;gt;Stadion&amp;lt;/lex&amp;gt; des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0972&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Fußballvereins&amp;lt;/lex&amp;gt; (KFV) bei der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1650&amp;quot;&amp;gt;Telegraphenkaserne&amp;lt;/lex&amp;gt;, in dem der erste Sieg einer deutschen Nationalmannschaft mit 1:0 über die Schweiz gelang. 1909 wurde er mit dem goldenen Phönixring geehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1912 beendete der ausgebildete Bankkaufmann Emil Oberle seine Fußballlaufbahn in Deutschland und ging nach Istanbul, wo er noch erfolgreich für Galatasary Istanbul spielte und später zu deren Ehrenspielführer ernannt wurde. Dort blieb er von einer kurzen Unterbrechung nach dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0068&amp;quot;&amp;gt;Ersten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; und einem zweijährigen Aufenthalt in Sofia 1934-1936 abgesehen und arbeitete als Stellvertretender Direktor einer Bank. 1934 trat Oberle der Auslandsorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt; an, weshalb er 1947 in einem schriftlichen &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0099&amp;quot;&amp;gt;Spruchkammerverfahren&amp;lt;/lex&amp;gt;,Spruchkammerverfahren als Mitläufer und zu einer Sühnezahlung von 400 RM verurteilt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regelmäßig kam er aber nach Karlsruhe zu Besuch. 1946 wurde er aus der Türkei ausgewiesen und wohnte zunächst in der Eisenlohrstraße 14. 1948 wurde der stellvertretender Vorsitzender des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0970&amp;quot;&amp;gt;Karlsruher Eislauf- und Tennisvereins 1911 (KETV)&amp;lt;/lex&amp;gt;.1951 war Oberle dann wieder in Istanbul tätig und wurde mit einem Ehrenabend geehrt, den der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1213&amp;quot;&amp;gt;VfB Mühlburg&amp;lt;/lex&amp;gt;, dem er ein Freundschaftsspiel in der Türkei gegen Galatasary Istanbul vermittelt hatte, mit dem FC Phönix und dem KETV veranstaltete. &lt;br /&gt;
Als Oberle bei seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1955 bereits ein Haus in Baden-Baden gekauft hatte, in dem er seinen Lebensabend verbringen wollte, erkrankte er und verstarb in einem Karlsruher Krankenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2012&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
GLA 465h/20931.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Emil Oberle. in: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Oberle&amp;lt;nowiki/&amp;gt;(Zugriff am 16. Dezember 2024).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1942&amp;diff=598565</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1942</title>
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		<updated>2026-01-29T08:38:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Quellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schutzstaffel der NSDAP (SS)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schutzstaffel der NSDAP (SS)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1942 SS Führer 1939 07 03.jpg|alternativtext=Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.|links|mini|Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.]]&lt;br /&gt;
Die SS wurde am 4. April 1925 von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Geheimer Staatspolizei (Gestapo)&amp;lt;/lex&amp;gt;, Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt;, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien aufgefallen war. Diese Gründung wurde am 15. April 1929 von Himmler als Schutzstaffel anerkannt, so dass dies später als Gründungsdatum der Karlsruher SS galt. Neben Heidt gehörten der Lagerist Franz Krummich, Verwaltungsassistent Rudolf Link, Kaufmann Gustav Mußgnug, Reichsbahnbetriebsassisstent Paul Ruthmann, Peter Schlindwein, der Kanzleiangestellte Paul Sührer und der Kaufmann Ludwig Werle zu den Gründungsmitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals trat die SS dann bei der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Karlsruhe war zunächst Teil des zur SS-Sandarte XV (Baden) gehörenden SS-Sturm 17 Mittelbaden-Karlsruhe. Im Januar 1931 erhielt Baden eine zunächst noch von Otto Heidt geleitete Brigade mit den Standaten Nord-, Mittel- und Südbaden. Im März des Jahres schied Heidt wegen Unstimmigkeiten mit der obersten SS-Leitung aus seinem Amt aus. Nachfolger wurde der spätere Kommandant des Konzentrationslagers Ankenbuck Kanzleiassistent a. D. Hans Helwig, Adjutant war der Kaufmännische Angestellte und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt;-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1992&amp;quot;&amp;gt;Fritz Argus&amp;lt;/lex&amp;gt;, Schatzmeister der Verwaltungsassistent Rudolf Link. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der vom Badischen Staatsministerium Anfang 1932 veröffentlichten Organisationsstruktur (Stand Herbst 1931) der SA und der SS bildete die SS in Baden die Standarte 32 unter der Führung von Hellwig. Karlsruhe gehörte als Sturm 1 zu dem von Kaufmann Hermann Benner geleiteten Sturmbann II (Mittelbaden). Die Brigade Baden umfasste rund 700 Mann, womit das eigentlich vorgesehene Kräfteverhältnis zur SA (10 %) deutlich überschritten war. Das Landespolizeiamt sah die SS als &amp;quot;Parteipolizei&amp;quot;, welche die Parteimitglieder überwachte, und  als &amp;quot;ein Instrument, das als sehr schlagkräftig und wirkungsvoll angesprochen werden muss&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem sogenanten Röhmputsch wurde die SS im Juli 1934 eine selbstständige Organsiation. Bis 1936 leitete der seit 1934 in Karlsruhe wohnhafte Brigadeführer Christoph Diehm, zeitweise württembergischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des Reichstags, später Leiter des SS-Oberabschnitts West und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; in die Verbrechen der SS in der besetzten Sowjetunion verwickelt, den SS-Abschnitt XIX. Nachfolger wurde SS-Oberführer Ekhardt. 1939 wird Obersturmführer Rudolf Lohse als Leiter genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Karlsruher Zeit schrieb Diehm für das NS-Parteiorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; einen Artikel als Rückblick auf das Jahr 1935: &amp;quot;Das schwarze Korps&amp;quot;, aus dem sehr deutlich hervorgeht, dass sich die SS als Eliteeinheit verstand, die dem Führer Adolf Hitler als &amp;quot;unbedingt zuverlässige blindlings gehorsame&amp;quot; Einheit zur  Verfügung stand. Diehm lobte die Präsenz der SS bei allen großen Veranstaltungen, wo sie ihre &amp;quot;stramme Disziplin&amp;quot; demonstrierte. Auch in Karlsruhe geschah dies zum Beispiel im Dezember 1936 bei der SS-Führertagung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die Dienststellen des XIX. SS-Abschnitts in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und;  Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828.; Sonderbeilage des &amp;quot;Führer&amp;quot; zum Kreistag Karlsruhe 1930 vom 19. Juni 1938, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3268853?query=%22Otto%20Heidt%22 (Zugriff am 5. August 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34 f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1941&amp;diff=598564</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1941</title>
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		<updated>2026-01-29T08:32:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Sturmabteilung (SA) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Sturmabteilung (SA)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Sturmabteilung (SA)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA 8 PBS oVI 439.jpg|alternativtext=Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.|links|mini|Erster großer Aufmarsch der NSDAP vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925 mit SA-Männern, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 439.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Volksfreund 1932 02 04.jpg|alternativtext=Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.|links|mini|Organisationsstruktur der SA, Volksfreund vom 4. Februar 1932.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1941 SA Adressbuch 1933 34 II 19.jpg|alternativtext=Adressbuch 1933/34, S. II 19.|links|mini|Adressbuch 1933/34, S. II 19.]]&lt;br /&gt;
Die im November 1920 in München als Turn- und Sportabteilung gegründete paramilitärische Abteilung der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)&amp;lt;/lex&amp;gt; wurde im Oktober 1921 in Sturmabteilung (SA) umbenannt. Sie übernahm zunächst den Saalschutz eigener Versammlungen, war dann aber vor allem in der Endphase der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0212&amp;quot;&amp;gt;Weimarer Republik&amp;lt;/lex&amp;gt; bei Straßenschlachten und der Störung gegnerischer Parteiveranstaltungen im Einsatz. Die SA wurde im Laufe der 1920er-Jahre auch in Baden zum Sammelbecken, in dem nahezu alle rechten, gegen die Weimarer Republik gegründeten Kampfverbände früher oder später aufgingen. In Karlsruhe und Baden sind aus der Frühzeit der NSDAP vor deren Verbot 1922 keine Aktivitäten der SA bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt (LPA)&amp;lt;/lex&amp;gt; berichtete erst im Oktober 1924, dass in Baden und auch in Karlsruhe der Hauptmann Ernst Röhm, der spätere Stabschef der SA, versuche, die SA unter dem Namen Frontbann aufzubauen. Der am 17. September nach Karlsruhe zugezogene spätere NSDAP-Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; distanziere sich aber von Röhm, da er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; den Auftrag bekommen habe, den Frontkriegerbund in Baden aufzubauen. Offensichtlich wurde aus diesem dann rasch der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1940&amp;quot;&amp;gt;Schlageterbund&amp;lt;/lex&amp;gt; (Frontkriegerbund). Die größte Ortsgruppe im März 1925 war die in Pforzheim mit 500 Personen, darunter die ehemaligen Mitglieder des &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1938&amp;quot;&amp;gt;Wehrwolf&amp;lt;/lex&amp;gt; Pforzheim, gefolgt von Karlsruhe mit 300 Mitgliedern. Der Schlageterbund war eindeutig zunächst eine Tarnorganisation der NSDAP bzw. der SA, existierte dann noch eine Zeitlang neben der NSDAP und der SA, ging schließlich in letzterer auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung der SA verlief in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in Baden und Karlsruhe, ähnlich wie die der NSDAP, zunächst nur schleppend. Noch im Frühjahr 1927 beklagte Gauleiter Wagner deren Rückständigkeit in Bezug auf Mitglieder und Organisationsstruktur. Der Führer der SA, Oberleutnant a. D. Windgassen, war umstritten, referierte aber noch auf der Führertagung der NSDAP am 7. Oktober 1928 als Gau-SA-Führer (Gausaf) über SA-Fragen. Die Geschäftsstelle der Gau-SA-Leitung befand sich in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-2834&amp;quot;&amp;gt;Vorholzstraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 43 bei Standartenführer Franz Becke, von Beruf Kaufmann, der kurze Zeit auch als Ortsgruppenleiter fungierte, ehe er von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1320&amp;quot;&amp;gt;Franz Moraller&amp;lt;/lex&amp;gt; abgelöst wurde. Wenig später wurde Windgassen &amp;quot;wegen Disziplinlosigkeit&amp;quot; (Landespolizeiamt) von der obersten Reichsleitung  durch Major a. D. Max Fröhlich ersetzt, dem erste Schritte bei der Reorganisation der SA gelangen. Dieser propagierte unter anderem, dass SA-Männer durch den Anschluss an Kleinkaliberschützenvereine den Umgang mit Feuerwaffen erlernen sollten. Franz Moraller wurde ebenfalls trotz des Widerstands von Gauleiter Robert Wagner als Ortgruppenleiter abgesetzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Februar 1929 berichtete das LPA zunächst speziell über die SA in Baden, dass &amp;quot;die S.A. der N.S.D.A.P. in ihrer Betätigung und Entwicklung der sorgfältigen Beobachtung durch die staatlichen Organe bedürfe. Die durch die sozialen und wirtschaftlichen Nöte begünstigten Ausschreitungen in verschiedenen Teilen des Reiches, die rechts und links in den letzten Wochen zu einer weiteren Radikalisierung des öffentlichen Lebens geführt haben, lassen es zur Erleichterung der staatlichen Abwehr geboten erscheinen, nähere Einzelheiten über die S.A. mitzuteilen.&amp;quot; Die SA sei in Baden inzwischen auf 1.200 Mitglieder angewachsen, die auf fünf Standarten in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Eberbach verteilt seien. Damit liege die SA des Gaus Baden an 13. Stelle im Deutschen Reich. Die Karlsruher Standarte 1 wurde von dem Bankbeamten Paul Dorr geleitet, der 1937 die Leitung der SA-Brigade 53 (Baden) übernahm, 1938 zum SA-Oberführer und 1941 zum SA-Brigadeführer befördert wurde, nachdem er seit August 1940 die SA im annektierten Elsaß aufgebaut hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karlsruher SA-Männer waren in der Endphase der Weimarer Republik an allen handgreiflichen Auseinandersetzungen und Überfällen auf gegnerische Parteimitglieder beteiligt, so etwas an der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt; oder der Schlägerei im Darmstädter Hof, als NSDAP-Mitglieder unter Führung von Gauleiter Robert Wagner eine Delegation der internationalen Arbeitsgemeinschaft der Eisenbahnbeamten überfielen. Es gab auch einen Toten, als am 26. Mai 1931 der Lahrer SA-Mann &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-2165&amp;quot;&amp;gt;Paul Billet&amp;lt;/lex&amp;gt; zu Tode kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fröhlich hatte Mitte 1930 wegen parteischädigenden Verhaltens allerdings zurücktreten müssen. Die SA wurde nun kurz von dem NSDAP-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1520&amp;quot;&amp;gt;Landtagsabgeordneten&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Lenz geleitet, ehe dessen Nachfolger als Landtagsabgeordneter Wilhelm Freiherr Marschall von Bieberstein die SA-Führung übernahm. Geschäftsführer war zu dieser Zeit Franz Moraller. Nun verdoppelte sich die Mitgliederstärke der badischen SA, am 1. Mai 1931 waren es 3.400. Im August 1931 übernahm dann Oberleutnant Hanns Ludin, der im Vorjahr wegen seiner Tätigkeit für die NSDAP als einer der drei Angeklagten im Ulmer Reichswehrprozess ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten war, die Führung der badischen SA.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1930 hatte das LPA berichtet, dass die inzwischen in zehn Standarten untergliederte SA den Aufschwung der NSDAP mitgemacht habe. Die mit der SA verbundene Gefahr sah man durchaus, denn: &amp;quot;Sehr bedenklich erscheint auch die bewußte Züchtung eines übersteigerten Selbstbewußtseins bei den (meist jungen) SA-Leuten durch die Führung; dadurch werden nicht nur Überheblichkeit und ein krankhaftes Geltungsbedürfnis hervorgerufen, sondern auch die Bereitschaft zu Unduldsamkeiten und Gewalttätigkeiten geschaffen.&amp;quot; Ein Jahr später hatte die Karlsruher SA circa 500 Mitglieder in vier Stürmen, wobei das Landespolizeiamt feststellte: &amp;quot;Das Gros der S.A. bilden, wie das Beispiel von Karlsruhe zeigt, Kaufleute und Handarbeiter; jedenfalls sind Arbeiter in der S.A. weit stärker vertreten als in der eigentlichen Partei. Bewaffnet ist die S.A. als solche nicht; bei einzelnen Angehörigen sind schon wiederholt Schuß- und Hiebwaffen festgestellt worden.&amp;quot; Im Oktober wurde die SA in drei Standarten in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim eingeteilt. Der zu Mittelbaden gehörende Sturmbann I 109 Karlsruhe hatte sechs Stürme, Sturmbannführer war der Kaufmann Alfred Stapelmann. Das Landespolizeiamt schätzte die Stärke der badischen SA, in der es eine hohe Fluktuation gebe, auf rund 3.200 Mann. Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefahr, die von der SA ausging, war dem Landespolizeiamt und der badischen Regierung durchaus bewusst. Sie verhängte deshalb auch wiederholt Uniformverbote und verbot Gelände- und Ordnungsübungen. Als die neue Regierung von Papen am 14. Juni 1932 ein noch von der Vorgängerregierung Brüning im April reichsdweit verhängtes Verbot der SA aufhob, um den potentiellen Kolationspartner NSDAP nicherbort zu verärgern, reagierte die badische Regierung mit einem allgemeinen Demonstrationsverbot, einem Uniformverbot und dem Verbot von Geländeübungen unter freiem Himmel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1931 bat die SA-Leitung um Bücherspenden für ein badisches SA-Heim, das Ende des Jahres in der Gaststätte Karlsburg in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;top-0024&amp;quot;&amp;gt;Akademiestraße&amp;lt;/lex&amp;gt; 30 entstanden war. Zu dieem Zeitpunkt soll die badische SA 15.000 Mitglieder gehabt haben, die Zahl für Karlsruhe ist nicht bekannt. Zu offenen Spannungen zwischen SA-Führung und Gauleitung kam es in Baden zwar nicht, Wagner soll die SA aber immer mit einem gewissen Misstrauen beobachtet und deshalb auch die SA-Mitgliedsbeiträge relativ hoch angesetzt haben. Ende 1932 monierte Wagner in einem Beschwerdeschreiben an die Landesinspektion Südwest der Reichsleitung den seiner Meinung nach mangelnden Einsatz der SA bei der Reichstagswahl im November und stellte fest, dass die SA zwar paramilitärisch ausgebildet werden müsse, sie sich aber auch werbend für die Partei einzusetzen habe und zwar nicht nur in geschlossener Formation, sondern auch einzeln. Erst 1934, nach der Entmachtung der SA im Gefolge des  angeblichen Röhm-Putsches sah Wagner die Gefahr als gebannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Übertragung der Macht auf die NSDAP und der letzten mit Einschränkungen demokratischen Reichstagswahl am 5. März 1933 – an den massiven Beeinträchtigungen des Wahlkampfes der gegnerischen Parteien war die SA maßgeblich beteiligt - übernahm die SA zeitweise Polizeifunktionen. Sie war nun an allen verbrecherischen Aktionen der neuen Machthaber beteiligt: der Verhaftung demokratischer Politiker, dem &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0219&amp;quot;&amp;gt;Boykott&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0048&amp;quot;&amp;gt;jüdischer&amp;lt;/lex&amp;gt; Geschäfte am 1. April, der Zerstörung der Synagogen in der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0224&amp;quot;&amp;gt;Reichspogromnacht&amp;lt;/lex&amp;gt; am 9. November 1938. Den Mord an &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0541&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Marum&amp;lt;/lex&amp;gt; in der Nacht vom 28. auf den 29. März begingen der SA-Hauptsturmführer und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Gestapokommissar&amp;lt;/lex&amp;gt; Karl Sauer und drei weitere SA-Leute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der neuen, noch 1933 eingeführten Struktur war die Standarte 109 mit fünf Sturmbannen Teil der SA-Brigade 53 Baden-Nord. Bei keiner Parteiveranstaltung in der Zeit der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;nationalsozialistischen&amp;lt;/lex&amp;gt; Herrschaft fehlten SA-Männer, die immer für die Massenaufmärsche in der badischen Gauhauptstadt bereitstanden. Allerdings verlor die SA nach 1934 immer mehr an Einfluss zugunsten der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1942&amp;quot;&amp;gt;Schutzstaffel (SS)&amp;lt;/lex&amp;gt;, die bis Juli 1934 Teil der SA war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die NSDAP-Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die SA-Dienststellen in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/5987, 6160 und 6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931 und Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff jeweils am 28. August 2025). &lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
	</entry>
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		<id>https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php?title=De:Lexikon:ins-1942&amp;diff=598563</id>
		<title>De:Lexikon:ins-1942</title>
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		<updated>2026-01-29T08:12:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Stadtarchiv1: /* Schutzstaffel der NSDAP (SS) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:Schutzstaffel der NSDAP (SS)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Schutzstaffel der NSDAP (SS)=&lt;br /&gt;
[[Datei:Ins-1942 SS Führer 1939 07 03.jpg|alternativtext=Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.|links|mini|Karlsruher Reit- und Fahrturnier, auf der Ehrentribüne links SS-Oberführer Rudolf Lohse, Foto aus: Der Führer vom 3. Juli 1939.]]&lt;br /&gt;
Die SS wurde am 4. April 1925 von &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0043&amp;quot;&amp;gt;Adolf Hitler&amp;lt;/lex&amp;gt; als persönliche Leibgarde gegründet. Sie unterstand seit 1926 der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1941&amp;quot;&amp;gt;Sturmabteilung (SA)&amp;lt;/lex&amp;gt;. Erst nach 1933 wurde die seit 1934 nicht mehr der SA unterstellte SS unter Leitung des Reichsführers SS Heinrich Himmler unter anderem durch den Aufbau von &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1480&amp;quot;&amp;gt;Geheimer Staatspolizei (Gestapo)&amp;lt;/lex&amp;gt;, Sicherheitsdienst (SD) sowie der Konzentrationslager zu einem entscheidenden Machtinstrument und Werkzeug für alle Verbrechen der &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0016&amp;quot;&amp;gt;Nationalsozialisten&amp;lt;/lex&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schwerpunkt des SS lag lange in Bayern. Erst im Februar 1929 berichtete das &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1099&amp;quot;&amp;gt;Badische Landespolizeiamt&amp;lt;/lex&amp;gt;, dass es Schutzstaffeln nur in wenigen Orten gebe, darunter in Karlsruhe mit 16 Mitgliedern. Heinrich Himmler hatte bei Gauleiter &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-0064&amp;quot;&amp;gt;Robert Wagner&amp;lt;/lex&amp;gt; die Aufstellung einer SS-Truppe in Baden angemahnt. Wagner beauftragte damit das NSDAP-Mitglied Kaufmann Otto Heidt, der zuvor schon durch seine Beteiligung an politischen motivierten Schlägereien aufgefallen war. Diese Gründung wurde am 15. April 1929 von Himmler als Schutzstaffel anerkannt, so dass dies später als Gründungsdatum der Karlsruher SS galt. Neben Heidt gehörten der Lagerist Franz Krummich, Verwaltungsassistent Rudolf Link, Kaufmann Gustav Mußgnug, Reichsbahnbetriebsassisstent Paul Ruthmann, Peter Schlindwein, der Kanzleiangestellte Paul Sührer und der Kaufmann Ludwig Werle zu den Gründungsmitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals trat die SS dann bei der &amp;quot;&amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0217&amp;quot;&amp;gt;Hölzschlacht&amp;lt;/lex&amp;gt;&amp;quot; in Erscheinung und war von da an regelmäßig mit der SA im Einsatz. Anfang 1930 gab es 120 SS-Männer in Baden, ein Jahr später waren es 280. Karlsruhe war zunächst Teil des zur SS-Sandarte XV (Baden) gehörenden SS-Sturm 17 Mittelbaden-Karlsruhe. Im Januar 1931 erhielt Baden eine zunächst noch von Otto Heidt geleitete Brigade mit den Standaten Nord-, Mittel- und Südbaden. Im März des Jahres schied Heidt wegen Unstimmigkeiten mit der obersten SS-Leitung aus seinem Amt aus. Nachfolger wurde der spätere Kommandant des Konzentrationslagers Ankenbuck Kanzleiassistent a. D. Hans Helwig, Adjutant war der Kaufmännische Angestellte und &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-0324&amp;quot;&amp;gt;NSDAP&amp;lt;/lex&amp;gt;-&amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1095&amp;quot;&amp;gt;Stadtrat&amp;lt;/lex&amp;gt; &amp;lt;lex id=&amp;quot;bio-1992&amp;quot;&amp;gt;Fritz Argus&amp;lt;/lex&amp;gt;, Schatzmeister der Verwaltungsassistent Rudolf Link. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der vom Badischen Staatsministerium Anfang 1932 veröffentlichten Organisationsstruktur (Stand Herbst 1931) der SA und der SS bildete die SS in Baden die Standarte 32 unter der Führung von Hellwig. Karlsruhe gehörte als Sturm 1 zu dem von Kaufmann Hermann Benner geleiteten Sturmbann II (Mittelbaden). Die Brigade Baden umfasste rund 700 Mann, womit das eigentlich vorgesehene Kräfteverhältnis zur SA (10 %) deutlich überschritten war. Das Landespolizeiamt sah die SS als &amp;quot;Parteipolizei&amp;quot;, welche die Parteimitglieder überwachte, und  als &amp;quot;ein Instrument, das als sehr schlagkräftig und wirkungsvoll angesprochen werden muss&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1936 leitete der seit 1934 in Karlsruhe wohnhafte Brigadeführer Christoph Diehm, zeitweise württembergischer Landtagsabgeordneter und Mitglied des Reichstags, später Leiter des SS-Oberabschnitts West und im &amp;lt;lex id=&amp;quot;ereig-0074&amp;quot;&amp;gt;Zweiten Weltkrieg&amp;lt;/lex&amp;gt; in die Verbrechen der SS in der besetzten Sowjetunion verwickelt, den SS-Abschnitt XIX. Nachfolger wurde SS-Oberführer Ekhardt. 1939 wird Obersturmführer Rudolf Lohse als Leiter genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner Karlsruher Zeit schrieb Diehm für das NS-Parteiorgan &amp;lt;lex id=&amp;quot;ins-1164&amp;quot;&amp;gt;Der Führer&amp;lt;/lex&amp;gt; einen Artikel als Rückblick auf das Jahr 1935: &amp;quot;Das schwarze Korps&amp;quot;, aus dem sehr deutlich hervorgeht, dass sich die SS als Eliteeinheit verstand, die dem Führer Adolf Hitler als &amp;quot;unbedingt zuverlässige blindlings gehorsame&amp;quot; Einheit zur  Verfügung stand. Diehm lobte die Präsenz der SS bei allen großen Veranstaltungen, wo sie ihre &amp;quot;stramme Disziplin&amp;quot; demonstrierte. Auch in Karlsruhe geschah dies zum Beispiel im Dezember 1936 bei der SS-Führertagung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Gauleitung 1943 nach Straßburg verlegt wurde, blieben die Dienststelle des XIX. SS-Abschnitts in Karlsruhe.  &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;Ernst Otto Bräunche 2025&#039;&#039;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
GLA 309/6160-6161; STAF A 96/1 1617, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/bild_zoom/thumbnails.php?bestand=22869&amp;amp;id=2369155&amp;amp;syssuche=1617&amp;amp;logik=und; Die S.A. und die S.S. der N.S.D.A.P., Bericht des Landespolizeiamts vom15. Mai 1931, in: GLA 309/5987; Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828.; Sonderbeilage des &amp;quot;Führer&amp;quot; zum Kreistag Karlsruhe 1930 vom 19. Juni 1938, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3268853?query=%22Otto%20Heidt%22 (Zugriff am 5. August 2025).&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
Ernst Otto Bräunche: Die Entwicklung der NSDAP in Baden bis 1932/33, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) Bd. 125, NF 86, 1977, S. 331-375; ders.: Die NSDAP in Baden 1928-1933 - Der Weg zur Macht, in: Thomas Schnabel (Hrsg.): Die Machtergreifung in Südwestdeutschland. Das Ende der Weimarer Republik in Baden und Württemberg 1928-1933, Stuttgart 1983, S. 15-48, S. 34 f.; Johnpeter Horst Grill: The Nazi Movement in Baden,1920-1945, The University of North Carolina Press, Chapel Hill 1983, S. 209-215.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Stadtarchiv1</name></author>
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