Foto: Thilo Mechau 2004.
Foto: Thilo Mechau 2004.

Brunnen auf dem Neureuter Platz

Um die Bedeutung des Neureuter Platzes als geografischen Mittelpunkt des gesamten Stadtteils Neureut hervorzuheben, wurde die Platzanlage 1991 neu gestaltet und in ihrem Zentrum mit einer monumentalen Brunnenanlage versehen.

Der Maler und Bildhauer Rainer Scheithauer, der den vom Neureuter Ortschaftsrat ausgeschriebenen Brunnenwettbewerb gewann, schuf einen architektonisch klar gegliederten Bronzebrunnen, der sich mit seinen enormen Raummaßen in der weitläufigen, von markanten Bauwerken gefassten Umgebung behaupten kann. In der Mitte der Anlage erhebt sich ein monumentaler Brunnenstock, von dessen nach drei Seiten aufgebrochenem Ende das Wasser in freiem Fall nach unten in ein aus einer Vielzahl von querrechteckigen Steinquadern zusammengesetztes Brunnenbecken fällt, dessen breite Überläufe es direkt an ein darunter gelegenes Bassin weitergeben. Wasser tritt als zentrales Element der Anlage auf und behauptet sich dadurch gegenüber der monumentalen Brunnenarchitektur.

Trotz der abstrakten Darstellungsweise nimmt der Brunnen, ähnlich dem Schlaucherbrunnen in Daxlanden und dem Entenfangbrunnen in Mühlburg, inhaltlichen Bezug auf die Ortgeschichte von Neureut. Das steinerne Brunnenbecken wird an vier Stellen von trapezförmig gestalteten Bronzeblöcken akzentuiert, auf denen der topografischen Ausrichtung entsprechend die vier Ortsteile von Neureut mit den Eckdaten ihrer Entstehung notiert sind: "Teutschneureut 1260", "Welschneureut 1699", "Kirchfeld 1929/49" und "Heide 1921/57".

Katja Förster 2012

Literatur

Katja Förster: Märkte und ihre Brunnen in Karlsruhe, in: Katja Förster, Markus Gruber, Matthias Maier: Märkte und ihre Brunnen, Karlsruhe 2011, S. 71-73 (= Häuser- und Baugeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 11).