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Lauterberg

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Lauterberg

Der Lauterberg in Karlsruhe war bis zur XYZEingemeindung XYZDurlachs 1938 mit 153,6 Metern über NN die höchste Erhebung in der Stadt. Er überragt den XYZMarktplatz um 38,7 Meter und ist um 103,6 Meter niedriger als der Durlacher XYZTurmberg.

Der 1889 bis 1893 künstlich geschaffene Hügel verdankt seine Entstehung der Notwendigkeit, für die rasch wachsende Bevölkerung am Ende des 19. Jahrhunderts die XYZWasserversorgung auch in den höheren Etagen der Wohnhäuser sicher zu stellen. Dafür sollte anstelle des Wasserturms im XYZDurlacher Wald und des Hochbehälters am heutigen XYZArchivplatz ein neuer leistungsfähigerer Hochbehälter gebaut werden. Statt eines technischen Bauwerks schlug der Chef der XYZGas- und Wasserwerke XYZFranz Reichard, unterstützt von XYZOberbürgermeister XYZWilhelm Lauter vor, einen künstlichen Hügel mit einem stählernen Behälter für 3,2 Millionen Liter Wasser im Inneren zu errichten. Entstehen solle der Hügel südöstlich des XYZTier- und Stadtgartens, der damit um eine Attraktion bereichert wurde, woran OB Lauter besonders gelegen war. Im Juni 1893 wurde das Wasserreservoir in Betrieb genommen und der Hügel nach dem 1892 verstorbenen Oberbürgermeister Lauterberg benannt.

Auf Antrag Lauters hatte der XYZBürgerausschuss 1892 die Mittel für die gärtnerisch-landschaftliche Gestaltung des Hügels genehmigt. Ein Wegenetz führte zum Gipfel, auf dem eine Burgruine aus Steinen der 1892 abgebrochenen Festung Rastatt gestaltet wurde. Am südwestlichen Abhang entstand eine schwarzwaldähnliche Felsenlandschaft (Alpinum) mit einem Wasserlauf, der in den an der Westseite gelegenen, durch Aushub für den Hügel entstandenen XYZSchwanensee mündete. Der weitaus größere, im Süden entstandene XYZLautersee gehörte nicht zur Anlage des Stadtgartens. Hier steht seit 1913 der Karlsruher XYZHauptbahnhof. Schon vor seiner Fertigstellung war der Hügel zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Seit 1890 gab es um den Schwanensee eine XYZRadfahrbahn (1896 stillgelegt) und am Fuß des Hügels ein Schwarzwaldhaus mit Restaurant und einen Fahrradverleih.

Regelmäßig veranstaltete die XYZFeuerwehr auf dem Lauterberg zu Geburtstagen von Kaiser und Großherzog ein Kanonen-Salutschießen. Durch die Erschütterungen ereignete sich dabei im September 1900 nach 40-maligem Kanonendonner ein starker Erdrutsch, der zur Sperrung der Berges bis 1902 führte. Im XYZZweiten Weltkrieg wurde der Wasserbehälter durch Bombeneinschläge bei XYZLuftangriffen zwar beschädigt, blieb aber funktionsfähig. Auf dem Gipfel führte der Einsatz der dort stationierten Flak zu Rissen im Fundament der Burgruine, deren Bergfried 1958 abgetragen werden musste und 1959 durch eine Aussichtsplattform ersetzt wurde. Anstelle des ebenfalls kriegsgeschädigten Schwarzwaldhauses eröffneten 1955 die bewirteten Milchterrassen.

Im Jahr der XYZBundesgartenschau 1967 endete mit der Inbetriebnahme des Hochbehälters Luß die Funktion des Reservoirs im Lauterberg. Es diente bis 1977 noch als Reservebehälter für den Stadtgarten und wurde dann zur Sicherung gegen Durchrostung mit Schaumbeton verfüllt. Zur Bundesgartenschau gab man das nach 1945 nur notdürftig reparierte Alpinum samt den Zugangswegen auf. Seit 1983 existiert ein von der Ortsgruppe des XYZVogelschutzbundes eingerichteter Vogelschutzlehrpfad auf den Lauterberg. 1997 fanden wieder Arbeiten zur Sicherung der Hänge und der Wege sowie der Umfassungsmauern der ehemaligen Ruine auf dem Gipfel statt. Dort entstand 2023 um die Aussichtsplattform eine Kinderturnwelt.

Manfred Koch 2024

Quellen

Stadt AK 1/H-Reg 4514 und 12136; Reichard: Die Wasserversorgung, in: Reinhard Baumeister (Hrsg.): Hygienischer Führer durch die Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe. Festschrift zur XXII. Versammlung des deutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege, Karlsruhe 1897, S. 113-119, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/2950514; Fotogalerie | Neue Kinderturnwelt auf dem Lauterberg im Karlsruher Zoo - meinKA, https://meinka.de/galerie/kinderturnwelt-lauterberg-zoo-karlsru (Zugriffe jeweils am 9. Januar 2025).

Literatur

Uta Schmitt: Der Stadtgarten in Karlsruhe, Karlsruhe 2007 (= Häuser und Baugeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 6).