(Karl Friedrich Freiherr Drais von Sauerbronn)
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Version vom 18. Mai 2017, 12:02 Uhr

Karl von Drais um 1835, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1143.

Karl Friedrich Freiherr Drais von Sauerbronn

Forstmeister, Erfinder des Zweirads, * 29. April 1785 Karlsruhe, † 10. Dezember 1851 Karlsruhe, ev.

Markgraf Karl Friedrich war Taufpate von Drais, dessen Vater Karl Wilhelm Drais als Oberhofrichter in hohem Ansehen stand. Nach dem Besuch des Karlsruher Gymnasiums wurde Drais Forstanwärter bei seinem Onkel in Pforzheim, 1808 Forstinspektor im Bezirk Offenburg und 1810 protegiert vom greisen Großherzog Forstmeister in Gengenbach. Bereits vor seinem Forstexamen 1807 studierte er Mathematik, Physik und Baukunst in Heidelberg.

1811 erhielt Drais bei vollen Bezügen auf unbestimmte Zeit Urlaub, um sich ganz seinen Erfindungen zu widmen. 1813 entwickelte er ein vierrädriges Fahrzeug mit Fußkurbelantrieb. Diese Erfindung stellte Drais dem Großherzog und im Dezember 1813 dem Zaren Alexander von Russland, Schwiegersohn der Markgräfin Amalie, im Erbprinzengarten vor. 1817 konstruierte Drais das von ihm „Laufmaschine“ genannte Zweirad, das durch Abstoßen der Füße vom Boden bewegt wurde. Um die Nützlichkeit seiner Erfindung zu demonstrieren, legte Drais die Strecke Mannheim - Rheinau - Mannheim statt in vier Stunden wie die Pferdepost in weniger als einer Stunde zurück. Großherzog Karl genehmigte Drais 1818 die kommerzielle Nutzung seiner Erfindung für zehn Jahre und verlieh ihm den Titel eines Professors der Mechanik. Zahlreiche Nachbauten im In- und Ausland verhinderten einen kommerziellen Erfolg, führten aber letztlich zur Weiterentwicklung des Zweirads. Weitere Erfindungen von Drais waren ein Klavierrekorder, eine Tastenschreibmaschine und ein Holzsparherd mit Kochkiste.

Drais legte in der Revolution von 1848/49 seinen Adelstitel ab und bekannte sich zu den demokratischen Forderungen. Nach der Niederschlagung der Revolution führte er den Adfelstitel wieder. Ein 1850 eingeleitetes Entmündigungsverfahren wurde wieder fallengelassen, Drais starb verarmt in Karlsruhe.

Die seit den 1880er-Jahren entstehenden Radsportvereine rehabilitierten Drais und feierten ihn als den Erfinder ihres Sports. Der deutsche Radfahrerbund veranlasste 1891 die Überführung der irdischen Überreste von Drais vom Alten Friedhof auf den Karlsruher Hauptfriedhof in ein repräsentatives Grabmal. 1893 wurde in Karlsruhe das Drais-Denkmal eingeweiht und später die Draisstraße, die Drais-Grund- und Hauptschule sowie die Drais-Realschule nach ihm benannt.

Peter Pretsch 2012

Literatur

Karl Friedrich Drais von Sauerbronn. Ein badischer Erfinder, Ausstellungskatalog zum 200. Geburtstag, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe (Red.: Heinz Schmitt/Peter Pretsch), Karlsruhe 1985; Hans-Erhard Lessing: Karl Drais. Zwei Räder statt vier Hufe, Karlsruhe 2010; Christine Beil: Karl von Drais, Karlsruhe 2017 (= Karlsruher Köpfe. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 4)