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De:Lexikon:bio-0718: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 25. Juni 2020, 11:23 Uhr


Karl Hoffmann, 1871, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/12b.

Karl Julius Hoffmann

Hotelier, Politiker, * 1. Juli 1833 Karlsruhe, † 2. Juli 1909 Karlsruhe, ev., ∞ 1861 Ida Amalie Wechsler, 2 Söhne, 1 Tochter.

Karl Hoffmann war der Sohn eines Gastwirts und verbrachte im Rahmen seiner Ausbildung mehrere Jahre in England. Nach seiner Rückkehr übernahm er das von seinem Vater Jakob Hoffmann geführte Karlsruher Hotel „Zum Erbprinzen“ in der Kaiserstraße. Neben seinem Beruf betätigte sich Hoffmann in der Kommunalpolitik. So amtierte er ab 1864 als Stadtverordneter und ab 1872 als Gemeinde- bzw. ab 1875 als Stadtrat (bis 1902).

In seiner 30-jährigen gemeinnützigen Tätigkeit war Hoffmann auf nahezu allen Gebieten der Stadtverwaltung tätig. Dazu gehörten das Ortsgesundheitswesen, die Schlacht- und Viehhofverwaltung, die Friedhofsverwaltung, das Einquartierungswesen, das Arbeiterversicherungswesen, die Verwaltung der Spar- und der Pfandleihkasse, die Stadtgartenverwaltung, das städtische Bauwesen, die Gas- und Wasserwerksverwaltung, das Markt-, Messe- und Verbrauchssteuerwesen sowie die Eisenbahn-, Straßenbahn- und Rheinhafenangelegenheiten. Zudem war Hoffmann Mitglied der Kassen- und Rechnungskommission, der Gewähr- und Pfandgerichtskommission sowie des Schatzungsrats. Als Mitglied der Nationalliberalen Partei amtierte Hoffmann außerdem 1879-1897 als einer der drei Vertreter der Stadt Karlsruhe in der Zweiten Kammer der badischen Ständeversammlung, in der er sich insbesondere in Budgetfragen hervortat.

Nach seinem Rückzug aus dem Hotelgewerbe nutzte Hoffmann sein kaufmännisches Fachwissen und wurde Mitglied des Aufsichtsrats der Badischen Bank, der Badischen Feuerversicherungsbank, der Karlsruher Unionbrauerei AG sowie der Waggonfabrik AG in Rastatt. Wie bereits sein Vater, unterstützte auch Hoffmann die Vergabe von Schulstipendien für begabte Mädchen aus den unteren Schichten zur Erlangung eines höheren Schulabschlusses. In seinem Testament verfügte er, 100.000 Mark als Grundstock für den Neubau des städtischen Armenpfründnerhauses einzusetzen. Der Karlsruher Stadtrat beschloss, die Summe unter der Bezeichnung „Altstadtrat Karl Hoffmannsche Pfründnerhausstiftung“ zu verwalten. Aus einer weiteren von Hoffmann initiierten Stiftung wurde 1913 das nach Plänen von Friedrich Beichel errichtete Städtische Kinderheim, das heutige Kinder- und Jugendhilfezentrum in der Karlsruher Südstadt mitfinanziert. 1929 wurde die Karl-Hoffmann-Straße in der Südweststadt nach ihm benannt.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 390/1962 (Bild 118), 69 Schweickhard 3; Badische Landeszeitung Nr. 249 II vom 23.Oktober1879 und Nr. 250 I vom 24.Oktober1879.

Literatur

Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1909, 35. Jg., Karlsruhe 1911, S. 181; Stadt Karlsruhe (Hrsg.): Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 122 f. (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).