Version vom 24. Dezember 2020, 12:14 Uhr von Stadtarchiv1 (Diskussion | Beiträge) (Literatur)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)


Cäcilie von Baden, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Zollner B1142.

Cäcilie von Baden

Badische Prinzessin, Großfürstin von Russland, * 20. September 1839 Karlsruhe, † 31. März/12. April 1891 Charkow/Ukraine, ev., ab 1857 orthodox, ∞ 1857 Michael Nikolajewitsch Romanow, 6 Söhne, 1 Tochter.

Cäcilie Auguste von Baden war das jüngste Kind des Großherzogpaars Leopold und Sophie von Baden. Sie wurde im elterlichen Haus von einer Erzieherin erzogen und von Privatlehrern unterrichtet. Im Sommer 1857 heiratete Cäcilie, nunmehr unter ihrem orthodoxen Namen Olga Fjodorowna, in Sankt Petersburg den Großfürsten Michael Nikolajewitsch Romanow, Sohn von Kaiser Nikolaus I. von Russland und der Prinzessin Charlotte von Preußen.

1862 entsandtet der neue russische Kaiser Alexander II. seinen Bruder Michael Romanow als Gouverneur des Kaukasus nach Tiflis, wohin ihm Olga mit den gemeinsamen Kindern folgte. Neben der Erziehung der Kinder betätigte sich Olga insbesondere auf administrativem und kulturellem Gebiet. Ihren Landsitz Borjom machte sie zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt, an dem Künstler und Gelehrte verkehrten. Im Russisch-Osmanischen Krieg 1877/78 leistete Olga Dienste in der Versorgung von Kriegsverwundeten. 1882 kehrte die Familie zurück nach St. Petersburg, wo Michael Romanow nach dem Tod seines Bruders Alexander II. Vorsitzender des Reichsrats wurde.

Während ihres 20-jährigen Aufenthalts in Tiflis besuchte Olga mehrere Male ihre Familie in Karlsruhe. Die Besuche intensivierten sich in den 1880er-Jahren, nachdem die Mehrzahl ihrer Kinder das Erwachsenenalter erreicht hatte. Im Winter 1890/91 machte sich bei Olga ein Herzleiden bemerkbar. Eine Besserung ihres Gesundheitszustands versprach sie sich von einem Aufenthalt auf ihrem Landgut Ai-Todor auf der Krim im folgenden Frühjahr. Auf dem Weg dorthin musste die Großfürstin wegen einer Halsentzündung ihre Reise in Charkow unterbrechen. Sie starb dort an einer akuten Rippenfellentzündung.

René Gilbert 2016

Literatur

Friedrich von Weech (Hrsg.): Badische Biographien Bd. 4, Karlsruhe 1891, S. 514-517 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/titleinfo/246264 (Zugriff am 23. Dezember 2020); Olga Barkowez/Fjodor Fedorow/Alexander Krylow: Deutsche Prinzessinnen in Russland, Augsburg 2006, S. 43-63.