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Eugen Geiger

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Eugen Geiger

Fabrikdirektor, Ingenieur, * 3. Mai 1861 Bühlertal/Lkr. Rastatt, † 12. Dezember 1931 Karlsruhe, ∞ Elise Deimling, 1 Sohn, 1 Tochter.

Eugen Geiger war der Sohn eines Ingenieurs und arbeitete ab 1889 gemeinsam mit seinem Vater Karl im Karlsruher „Konstruktionsbureau für Kanalisation“, das seinen Sitz zunächst in der Wilhelmstraße 56, danach in der Werderstraße 80a und schließlich in der Schützenstraße 57 hatte. Nach dem Tod des Vaters trug Geiger ab 1894 außerdem die Verantwortung (Leiter und Prokurist) für die 1891 gegründete Geigersche Fabrik GmbH, eine Abteilung der Buderus’schen Eisenwerke in Wetzlar. Die Firma, deren Sitz sich in der Rüppurrer Straße 66 befand, war spezialisiert auf die Herstellung aller für Straßen- und Hausentwässerungsanlagen erforderlichen Artikel. Geigers Mutter wurde die Geschäftsinhaberin.

In der Folgezeit entwickelte er den Betrieb dieses damals in Deutschland neuen Produktionszweigs zum landesweit führenden seiner Art. Darüber hinaus leistete Geiger im Bereich der Abwasserentsorgung wissenschaftliche Pionierarbeit und tat sich auf diesem Gebiet auch als Erfinder hervor. „In Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste als bahnbrechender Ingenieur auf dem Gebiete der Städtereinigung“ wurde ihm 1920 von der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe die Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing. e. h.) verliehen.

1910/11 entstand nach einem Entwurf Hermann Billings Geigers Villa in der Beiertheimer Allee 70, die er bis zu seinem Tod bewohnte. Geiger war Mitglied der akademischen Verbindung Sinapia, hatte dort den Titel eines Ehrenaltenherren inne und amtierte als Altherrenschaftsvorsitzender.

Nach seinem Tod wurde die Firma von seinem Sohn Hellmut (ab 1938 als Maschinenfabrik H. Geiger, Einrichtungen und Armaturen für Kläranlagen, Kanalisation und Wasserbau) in der Lameystraße 24 weitergeführt. 1981 wurde die Eugen-Geiger-Straße in Knielingen nach ihm benannt.

René Gilbert 2017

Quellen

KIT-Archiv 21001/805, 21001/2444; Karlsruher Adressbücher 1889 ff.; Badische Presse vom 15. Dezember 1931.

https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/bestaende/adressbuecher.de (Zugriff am 23. Dezember 2020)

Literatur

Stadt Karlsruhe (Hrsg.): Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 79 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7).