Version vom 14. November 2018, 17:53 Uhr von KarlsBot (Diskussion | Beiträge) (Setzen des DISPLAYTITLEs)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)


Heilig-Geist-Kirche in Daxlanden, 1963, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A10/127/5/28A.

Heilig-Geist-Kirche

Die 1713-1715 erbaute und 1835 erweiterte St. Valentinskirche in Daxlanden war gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu klein geworden. Pfarrer Friedrich Förster (1903-1910) setzte sich daher entschieden für den Bau einer neuen Pfarrkirche auf dem ehemaligen Friedhofsgelände ein, das seit 1907 der katholischen Gemeinde gehörte. Unter seinem Nachfolger Hermann Wacker wurde dann von 1910-1912 (Grundsteinlegung 4. Juni 1911, Konsekration 27. Oktober 1912) die dreischiffige neoromanische Basilika nach Plänen von Johannes Schroth, Leiter des Erzbischöflichen Bauamts in Karlsruhe, errichtet.

Schroth, der bereits St. Bonifatius (1905-1908) entworfen hatte, bevorzugte den neoromanischen Stil, den er ab 1905 mit zeitgenössischen Stiltendenzen verband. Fenster und Portale des Langhauses, Fenster des Chors und der Kapellenanbauten sowie die Schallöffnungen und Galerie des Kirchturms sind rundbogenförmig ausgebildet und zum Teil in Sandstein gefasst. Die übrigen Wandflächen der von einem 53 Meter hohen Turm flankierten Kirche dagegen schmucklos verputzt, wodurch die Anlage jene Monumentalität erhält, die für den Kirchenbau der 1920er- und frühen 1930er-Jahre charakteristisch wurde. Bei dem Luftangriff am 4. Dezember 1944 wurde die Kirche von mehreren Brandbomben getroffen und Teile des Gebälks und des Kirchengestühls beschädigt. Das erste und zweite Geläut aus der Glockengießerei Bachert war im Zuge der Metallsammlungen 1916 und 1942 eingeschmolzen worden. 1951 wurden dann aus Kostengründen lediglich fünf Stahlglocken angeschafft.

Bis 1960 wurde das notdürftig reparierte Dach neu gedeckt und der Außenverputz erneuert. Ab 1960 folgte dann eine purifizierende Renovierung des Innenraums auf Kosten des Hochaltars, der Kreuzigungsgruppe über den Chorstufen und des Chorbogenbilds Anbetung des Lammes von Kunstmaler Otto Rünzi. Von der originalen Innenausstattung sind heute noch das Kirchengestühl, die Beichtstühle und Kommunionbank, die Kanzel, die Pieta-Kapelle, die reliefierten Kreuzwegstationen und die ehemals farblich gefassten Apostelfiguren am Obergaden erhalten. Dazu kommt am Außenbau das Heilig-Geist-Fresko von Rünzi über dem Hauptportal. Zu den neueren Ausstattungsstücken gehören die Chorfenster nach Entwürfen aus den 1950er-Jahren, die Obergaden-Fenster des Grötzinger Künstlers Franz Dewald, die beiden Fenster der Taufkapelle, welche seit den 1960er-Jahren den 1793 gefertigten Taufstein von St. Valentin aufnimmt, und die große Madonnenstatue (1962) der Pforzheimer Bildhauerin Gisela Bär, die im Seitenchor anstelle des ehemaligen Marienaltars Aufstellung fand.

Im Dezember 1978 wurde die neue Orgel der Endinger Firma Fischer & Krämer geweiht. 1997 wurde die Krypta renoviert, die seitdem als Gottesdienstraum genutzt wird. Ihre bereits 1993 eingesetzten Fenster stammen von dem Ettlinger Künstler Michael Mannel, der Altar und das Stehkreuz aus Keramik von dem Künstlerpaar Barbara Jäger und OMI Riesterer. Von 2011-2013 fand eine umfangreiche Renovierung statt.

Katja Förster 2015

Literatur

Werner Burkart und Erich Höll: Die Katholische Kirche, in: Daxlanden. Die Ortsgeschichte, hrsg. vom Bürgerverein Daxlanden durch Werner Burkart/Gottfried Ganz/Manfred Fellhauer/Manfred Koch/Edgar Morrison-Cleator, Karlsruhe 2007, S. 433-466, bes. S. 453-462; Jürgen Krüger: Kirchen in Karlsruhe und die Synagoge, hrsg. Günter Frank u. A., Ubstadt-Weiher 2015, S.151-153; Gerhard Kabierske: Katholische Heilig-Geist-Kirche Daxlanden, http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/kulturdenkmale/denkmaltag_archiv/2007/daxlanden/heiliggeistkirche.de (Zugriff am 28. Oktober 2015).