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Schwarzwaldhalle, Südwestansicht, 1960, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIIIa 91.

Schwarzwaldhalle

Die 1953 errichtete Schwarzwaldhalle befindet sich am Standort der ehemaligen städtischen Festhalle von Josef Durm. Diese Mehrzweckhalle war 1944 bei einem Luftangriff großenteils zerstört worden.

Im Herbst 1952 schrieb die Stadt einen Ideenwettbewerb für eine neue Mehrzweckhalle unter Karlsruher Architekten aus, den Erich Schelling gewann. Schelling war bei seiner Konzeption von dem städtebaulichen Ansatz ausgegangen, eine Gebäudeform zu entwickeln, die sich zwanglos in das bestehende Ensemble von Vierordtbad, Ausstellungsgebäude und Konzerthaus einfügte und zugleich eine räumliche Verbindung zwischen Festplatz und Stadtgarten herstellte. Die Lösung sah der Architekt in einer plastischen Ausformung des Baukörpers mit organischer Dachkonstruktion. So entstand eine ellipsenförmige Halle von 73,60 Metern Länge und 48,60 Metern Breite, deren bis auf die westliche Stirnseite verglaste Außenwand von 36 Stahlbetonstützen gefasst wird, auf denen ein frei schwebendes, zur Mitte hin gekrümmtes Dach ruht. Bei der Ausformung der Dachkonstruktion, einer starren Spannbetonschale von nur sechs Zentimetern Höhe, wurde Schelling von dem Münchner Bauingenieur und Spezialisten für freitragende Betonkonstruktionen Ulrich Finsterwalder unterstützt.

Innerhalb eines halben Jahres, von März bis August 1953, wurde der Bau hochgezogen, dessen in Form eines flachen Sattels gebogenes, zwischen 12 und 17,5 Metern divergierendes Dach auf einer durchgehenden Holzschalung betoniert werden musste. Zum fünften deutschen Therapiekongress am 29. August 1953 wurde die Schwarzwaldhalle, deren Namensgebung auf Oberbürgermeister Günther Klotz zurückgeht, eingeweiht. Das erste selbsttragende Hängedach aus Spannbeton in Europa sorgte für großes internationales Aufsehen.

2000 wurde die Halle in die Liste der besonders bedeutenden Kulturdenkmäler Baden-Württembergs aufgenommen. Neben Kongressen, Konzerten, Revuen, Ausstellungen und wichtigen Events (z. B. Festakt zum 250-jährigen Stadtjubiläum) fanden in der Halle zahlreiche nationale und internationale Sportwettbewerbe (z. B. Hallenhandball-Länderspiele, Europameisterschaften im Freistilringen, Weltmeisterschaft im Ringen) statt. Durch den Bau der Europahalle verlor sie 1983 ihre Funktion als Sporthalle. Seit 2000 wird die Schwarzwaldhalle von der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK), vormals Ausstellungs- und Kongress-GmbH (AuK), betrieben.

Mit der Stadthalle, der Gartenhalle, dem Konzerthaus und dem Kongress-Hotel bildet sie heute das Kongresszentrum am Festplatz.

Katja Förster 2013

Quelle

StadtAK 8/ZGS.

Literatur

Ulrike Plate: Hauchdünne Spannung. Die Schwarzwaldhalle am Karlsruher Festplatz, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nachrichtenblatt des Landesdenkmalamtes, 32. Jg., Heft 2, 2003, S. 184; Gerhard Kabierske: Festplatz, in: Stadtplätze in Karlsruhe, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Manfred Koch, Karlsruhe, S. 236-249 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 26).