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Männerschwimmbad des "Städtischen Luft-, Licht- und Sonnenbads" in Durlach, um 1907, Pfinzgaumuseum Durlach U I 987.
Frauenschwimmbad, um 1907, Pfinzgaumuseum Durlach U I 988.
Turmbergbad nach der Generalsanierung, 28. Juli 1978, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A26a/198/1/19.

Turmbergbad Durlach

Die Anfänge des Turmbergbades in der Alten Weingartener Straße 40 in Durlach reichen bis 1906/07 zurück. 1906 erhielt die Stadt Durlach die Genehmigung zum Bau einer Badeanstalt an der Pfinz, die an Pfingstsonntag, dem 19. Mai 1907, ihren Betrieb aufnahm. Das "Städtische Luft-, Licht- und Sonnenbad" verfügte über getrennte Abteilungen für Männer und Frauen. Durchaus modern für die damalige Zeit waren die Filterung des Pfinzwassers sowie seine Aufwärmung in langen, mäanderförmigen Betonkanälen auf etwa zwanzig Grad Celsius, bevor es den Schwimmbecken zugeleitet wurde. Neben der Bevölkerung nutzte auch der 1906 gegründete 1. Durlacher Schwimmverein (1. DSV) das Bad zum Training und zur Veranstaltung von Schwimmwettkämpfen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Badeanstalt von den Besatzungstruppen beschlagnahmt und genutzt. Ab 1946 stand sie wieder der Bevölkerung offen; Schulklassen nahmen den Schwimmunterricht und der ehemalige 1. DVS, der von 1945-1953 die Schwimmabteilung des Allgemeinen Sportvereins (ASV) stellte, seine Übungsabende wieder auf. Die räumliche Beschränktheit und insbesondere die anhaltenden Probleme mit der Wasserqualität der Pfinz führten 1954/55 zum Neubau des Freibades mit einem 50-Meter-Schwimmbecken und einem Nichtschwimmerbecken. Als "Turmbergbad" wurde es am 6. August 1955 durch Oberbürgermeister Günther Klotz eröffnet.

Um die Attraktivität des Bades weiterhin zu sichern, ersetzte man gegen Ende der 1970er-Jahre für 2,6 Millionen Deutsche Mark das Schwimmbecken durch ein neues, beheizbares 50-Meter-Sportschwimmbecken (Einweihung 14. Juli 1978). Weitere Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen erfolgten 1985 mit der Aufstellung einer Riesenrutsche und der Erneuerung des Nichtschwimmerbeckens mit Massagedüsen sowie 2010/11 mit der Neugestaltung des Eingangsbereiches und der Umkleide- und Sanitäranlagen sowie der Herstellung eines Planschbeckens mit Abenteuer-Piratenschiff und eines Barfußpfades (Eröffnungsfeier 28. April 2012). Ein Bolzplatz, ein Spielfeld für Beachvolleyball und eines für Schach runden das Angebot der Anlage ab. Das Nichtschwimmerbecken bekam 2013 eine neue Familienbreitrutsche und das Sportschwimmbecken zur Energieoptimierung 2015 eine Abdeckung für die Nacht.

Mit durchschnittlich über 100.000 Badegästen – 2013 waren es sogar rund 130.000 Besucher – liegt das Turmbergbad im vorderen Bereich der Karlsruher Bäder, hinter dem Europa-, Fächer- und Rheinstrandbad Rappenwört.

Katja Förster 2015

Literatur

Stadt Karlsruhe, Bäderbetriebe: Turmbergbad, http://www.ka-baeder.de/turmbergbad (Zugriff am 16. Dezember 2015); Volker Steck: Sport in Karlsruhe 1945 bis heute, in: Sport in Karlsruhe von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 112-157, bes. S. 154-156 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28).