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1932-1976 auf dem Platz zwischen <lex id="top-2760">Turner-</lex>, <lex id="top-2157">Pfalz-</lex> und <lex id="top-1503">Kastenwörtstraße</lex>; seit 1976 südöstlich der Kreuzung von Kastenwört- und Pfalzstraße. <br/ ><br/ >
 
1932-1976 auf dem Platz zwischen <lex id="top-2760">Turner-</lex>, <lex id="top-2157">Pfalz-</lex> und <lex id="top-1503">Kastenwörtstraße</lex>; seit 1976 südöstlich der Kreuzung von Kastenwört- und Pfalzstraße. <br/ ><br/ >
Zu Beginn der 1920er-Jahre konstituierte sich in Daxlanden ein vor allem aus Mitgliedern des dortigen <lex id="ins-1569">Bürgervereins</lex> und der dortigen Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen bestehendes Denkmalkomitee, das sich die Errichtung eines Kriegerdenkmals für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Daxlander Soldaten zur Aufgabe machte. Da die Stadtverwaltung im April 1921 lediglich eine Unterstützung von 1.000 Mark zusicherte, wurde die Umsetzung zurückgestellt, bis ausreichend Spendengelder der Daxlander Einwohner vorlagen. Als 1929 rund 5.500 Mark an Spenden eingegangen waren, bildeten Mitglieder des Bürgervereins erneut ein Komitee. Im Juni 1929 wandte sich der Ausschuss zwecks Konzeption und Standort an die Landesberatungsstelle für Kriegerehrungen. Kurz darauf fand mit Stadtbaudirektor <lex id="bio-0194">Friedrich Beichel</lex> eine Standortbesichtigung statt.
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Zu Beginn der 1920er-Jahre konstituierte sich in Daxlanden ein vor allem aus Mitgliedern des dortigen <lex id="ins-1569">Bürgervereins</lex> und der dortigen Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen bestehendes Denkmalkomitee, das sich die Errichtung eines Kriegerdenkmals für die im <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkrieg</lex> gefallenen Daxlander Soldaten zur Aufgabe machte. Da die Stadtverwaltung im April 1921 lediglich eine Unterstützung von 1.000 Mark zusicherte, wurde die Umsetzung zurückgestellt, bis ausreichend Spendengelder der Daxlander Einwohner vorlagen. Als 1929 rund 5.500 Mark an Spenden eingegangen waren, bildeten Mitglieder des Bürgervereins erneut ein Komitee. Im Juni 1929 wandte sich der Ausschuss zwecks Konzeption und Standort an die Landesberatungsstelle für Kriegerehrungen. Kurz darauf fand mit Stadtbaudirektor <lex id="bio-0194">Friedrich Beichel</lex> eine Standortbesichtigung statt.
   
 
Der Leiter des Städtischen <lex id="ins-1017">Hochbauamts</lex> plädierte für das unscheinbare dreieckige Terrain zwischen Turner-, Pfalz- und Kastenwörtstraße, die Komitee-Mitglieder dagegen für einen Platz vor der <lex id="ins-1273">Heilig-Geist-Kirche</lex>, den ihnen dann allerdings die katholische Kirchengemeinde als Besitzerin des Geländes verwehrte. Des Weiteren wurde dem Komitee ein Entwurf von Stadtbaurat Otto Roth vom Städtischen Hochbauamt unterbreitet, dessen gigantische Denkmalkonzeption dieses jedoch ablehnte. Der Ausschuss veranstaltete daraufhin einen eingeschränkten Wettbewerb unter Karlsruher Bildhauern. Die dreiköpfige Jury, bestehend aus <lex id="bio-0421">Albert Haueisen</lex>, <lex id="bio-0628">August Kutterer</lex> und <lex id="bio-0463">Otto Schließler</lex>, empfahl den Entwurf von <lex id="bio-0401">Carl Egler</lex> zur Ausführung. Im Mai 1930 stimmte das Komitee der Entscheidung zu. 1932 wurde der Entwurf, vermutlich von Egler selbst, realisiert.
 
Der Leiter des Städtischen <lex id="ins-1017">Hochbauamts</lex> plädierte für das unscheinbare dreieckige Terrain zwischen Turner-, Pfalz- und Kastenwörtstraße, die Komitee-Mitglieder dagegen für einen Platz vor der <lex id="ins-1273">Heilig-Geist-Kirche</lex>, den ihnen dann allerdings die katholische Kirchengemeinde als Besitzerin des Geländes verwehrte. Des Weiteren wurde dem Komitee ein Entwurf von Stadtbaurat Otto Roth vom Städtischen Hochbauamt unterbreitet, dessen gigantische Denkmalkonzeption dieses jedoch ablehnte. Der Ausschuss veranstaltete daraufhin einen eingeschränkten Wettbewerb unter Karlsruher Bildhauern. Die dreiköpfige Jury, bestehend aus <lex id="bio-0421">Albert Haueisen</lex>, <lex id="bio-0628">August Kutterer</lex> und <lex id="bio-0463">Otto Schließler</lex>, empfahl den Entwurf von <lex id="bio-0401">Carl Egler</lex> zur Ausführung. Im Mai 1930 stimmte das Komitee der Entscheidung zu. 1932 wurde der Entwurf, vermutlich von Egler selbst, realisiert.

Version vom 22. Mai 2020, 16:45 Uhr


Das Denkmal nach der Versetzung, 1987, Foto: Marianne Störlein.

Kriegerdenkmal in Daxlanden

1932-1976 auf dem Platz zwischen Turner-, Pfalz- und Kastenwörtstraße; seit 1976 südöstlich der Kreuzung von Kastenwört- und Pfalzstraße.

Zu Beginn der 1920er-Jahre konstituierte sich in Daxlanden ein vor allem aus Mitgliedern des dortigen Bürgervereins und der dortigen Ortsgruppe des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen bestehendes Denkmalkomitee, das sich die Errichtung eines Kriegerdenkmals für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Daxlander Soldaten zur Aufgabe machte. Da die Stadtverwaltung im April 1921 lediglich eine Unterstützung von 1.000 Mark zusicherte, wurde die Umsetzung zurückgestellt, bis ausreichend Spendengelder der Daxlander Einwohner vorlagen. Als 1929 rund 5.500 Mark an Spenden eingegangen waren, bildeten Mitglieder des Bürgervereins erneut ein Komitee. Im Juni 1929 wandte sich der Ausschuss zwecks Konzeption und Standort an die Landesberatungsstelle für Kriegerehrungen. Kurz darauf fand mit Stadtbaudirektor Friedrich Beichel eine Standortbesichtigung statt.

Der Leiter des Städtischen Hochbauamts plädierte für das unscheinbare dreieckige Terrain zwischen Turner-, Pfalz- und Kastenwörtstraße, die Komitee-Mitglieder dagegen für einen Platz vor der Heilig-Geist-Kirche, den ihnen dann allerdings die katholische Kirchengemeinde als Besitzerin des Geländes verwehrte. Des Weiteren wurde dem Komitee ein Entwurf von Stadtbaurat Otto Roth vom Städtischen Hochbauamt unterbreitet, dessen gigantische Denkmalkonzeption dieses jedoch ablehnte. Der Ausschuss veranstaltete daraufhin einen eingeschränkten Wettbewerb unter Karlsruher Bildhauern. Die dreiköpfige Jury, bestehend aus Albert Haueisen, August Kutterer und Otto Schließler, empfahl den Entwurf von Carl Egler zur Ausführung. Im Mai 1930 stimmte das Komitee der Entscheidung zu. 1932 wurde der Entwurf, vermutlich von Egler selbst, realisiert.

Das in hellgrauem Gertelbacher Granit ausgeführte Kriegerdenkmal zeigt zwei uniformierte Soldaten des Ersten Weltkriegs, von denen der rechte am Kopf verwundet ist und beim Gehen von seinem behelmten Kameraden unterstützt wird. Diese Geste des Miteinanders wird durch die blockhafte Verschmelzung der Körper noch unterstrichen. Die unterlebensgroße Figurenplastik mit Plinthe ruht auf einem hohen rechteckigen Postament, das auf einer Bodenplatte befestigt ist. Die Schauseite des Unterbaues zierte ursprünglich nur die dreizeilige Inschrift „DAXLANDEN SEINEN KRIEGERN 1914-1918“. An den drei übrigen Seiten sind in chronologischer Reihenfolge die 142 Namen der Gefallenen eingraviert. Nach 1945 erweiterte man die Widmungsinschrift um die zwei Zeilen: „1939-1945 / UND DEN KRIEGSOPFERN“, um den gefallenen Daxlandern beider Weltkriege zu gedenken. Die Umgestaltung des Kirchplatzes 1976 führte zur Versetzung des Denkmals an seinen heutigen Standort in unmittelbarer Nähe zur Daxlander Grundschule.

Katja Förster 2015

Literatur

Ursula Merkel: Kriegerdenkmal in Daxlanden (Erster Weltkrieg), in: Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, 2. Aufl. Karlsruhe 1989, S. 622-625 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7).