Ulrich von der Trenck 1939, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS IV 68/9.

Ulrich von der Trenck

Staatsschauspieler, Spielleiter am Badischen Landestheater, * 30. September 1883 Greiz/Lkr. Greiz, † 28. September 1958 Dresden, ev., ∞ 1. Ida Wiesmann (†15. Januar 1933), 2. Rosa Schmidt, 3 Kinder.

Obwohl das Schauspieltalent des Pfarrersohns schon bei Schultheateraufführungen auffiel, studierte Trenck nach dem Abitur zunächst Germanistik, neuere Fremdsprachen und Philosophie an den Universitäten Leipzig und Grenoble. Als sich ihm am Neuen Theater in Leipzig die Möglichkeit zu einem Engagement bot, brach er seine Doktorarbeit ab und begann unter dem Bühnennamen Adalbert Ulrici seine schauspielerische Laufbahn, die ihn von Leipzig zunächst ans Herzogliche Hoftheater nach Meiningen führte. Von dort aus gastierte er in den Niederlanden, Belgien und Heidelberg. 1909 wechselte Trenck ans Stadttheater Konstanz, wo er erste Regieaufgaben übernahm. Danach folgten Engagements in Detmold, im Deutschen Schauspielhaus Berlin sowie als Oberspielleiter in Bremerhaven und in Dresden. Dort brachte er das von ihm geschriebene Märchen „Christinchens Märchenbuch“ erstmals zur Aufführung.

Im September 1919 wurde Trenck Schauspieler am Badischen Landestheater. Trenck verkörperte sowohl klassische Charaktere wie Mephisto in Goethes „Faust“ und Riccaut in Lessings „Minna von Barnhelm“ als auch zeitgenössische Figuren wie „Michael Kramer“ in Gerhard Hauptmanns gleichnamigem Stück. 1924 wurde er Staatsschauspieler und inszenierte neben Klassikern wie Shakespeares „Othello“ ab 1927 auch die Uraufführungen verschiedener eigener Stücke. Im selben Jahr bekam er einen Lehrauftrag an der neu gegründeten Staatlichen Theaterakademie im Torgebäude des Botanischen Gartens und wurde 1931 schließlich Spielleiter am Badischen Landestheater. Zehn Jahre später verabschiedete er sich mit seiner Lieblingsrolle des Mephisto aus Karlsruhe, zunächst nach Zittau und dann ans Staatstheater nach Dresden, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Selina Küst 2012

Quellen

GLA 57a/1922 und 235/2967, StadtAK 8/ZGS Persönlichkeiten.