Peter Ackermann

Maler, Grafiker, * 31. Januar 1934 Jena, † 20. Februar 2007 Cortona/Prov. Arezzo/Italien.

Aufgewachsen in Eisfeld/Thüringen kam Peter Ackermann 1950 aus der DDR nach West-Berlin und studierte ab 1954 an der Freien Universität Berlin Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie. 1956-1962 studierte er an der dortigen Hochschule für bildende Künste unter anderem Kunstpädagogik bei Georg Kinzer. 1963 nahm er als Mitglied der Künstlervereinigung Neue Gruppe München an der Großen Kunstausstellung in München teil. In demselben Jahr siedelte Ackermann als freischaffender Künstler nach Karlsruhe über. Es folgten Studienreisen in die Niederlande sowie nach Spanien, England und Italien. 1972/73 lehrte Ackermann als Gastdozent an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 1976/77 war er Professor an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. 1977 kehrte er für eine Professur an die Karlsruher Akademie zurück. Anlässlich seiner Verabschiedung 1997 wurde für ihn eine Ausstellung (Zerfallserscheinungen und Fragmente) in Karlsruhe ausgerichtet.

Ackermanns Frühwerk besteht vor allem aus Zeichnungen sowie aus Öl- und Acrylmalerei, seit 1963 kamen vermehrt Radierungen im Stil Alter Meister hinzu. Gelegentlich wird Ackermann als Piranesi des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Sein Hauptthema ist die mit Zügen des Gefährlichen und Unheimlichen behaftete, meist nicht lokalisierbare Stadtlandschaft. Als Vertreter des Phantastischen Realismus arbeitete der Italienliebhaber Ackermann ab den 1970er-Jahren bevorzugt mit Motiven der klassischen italienischen Architektur, indem er Fragmente von Häusern, Mauern, Säulen, Fenstern und Treppen in verschobenen Perspektiven zu surreal verfremdeten Architekturgebilden zusammensetzte. Auf der Documenta 1977 in Kassel wurden zwei seiner Zeichnungen "Nach Canaletto" ausgestellt. Ackermann war auch schriftstellerisch tätig und verfasste vor allem Kurzprosa.

Ackermann erhielt 1965 den Deutschen Kritikerpreis, 1966 den Berliner Kritikerpreis für bildende Kunst, 1971 den Villa-Romana-Preis Florenz sowie 1977 den Kunstpreis der Stadt Darmstadt.

René Gilbert 2016

Quelle

StadtAK 8/ZGS Personen – Ackermann, Peter.

Werk

Brandenburger Tor, Radierung 1968 (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe); Kleines Interieur, Öl auf Leinwand 1977; Bruchstück: Ensemble architektonisch, Öl auf Leinwand 1993 (beide Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe); Peter Ackermann (Hrsg.): Zwei stories – Aquarelle, Zeichnungen, Karlsruhe 2003.

Literatur

Kunstverein Freiburg (Hrsg.): Peter Ackermann. Neue Bilder und Zeichnungen 1983, Freiburg 1983; Erika Rödiger-Diruf: Zum Spektrum der Malerei an der Karlsruher Kunstakademie in den 1960er bis 1980er Jahren, in: Die Malerei ist tot – es lebe die Malerei. 150 Jahre Kunstakademie Karlsruhe – Die Professoren von 1947 bis 1987, hrsg. von Ursula Merkel, Karlsruhe 2004, S. 55-81, hier S. 74 f.; Andreas Beyer (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 1, München/Leipzig 1992, S. 255 f.