Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1703.

Victor Weishaupt

Tier- und Landschaftsmaler, * 6. März 1848 München, † 23. Februar 1905 Karlsruhe, ∞ 2. Fanny von Geiger.

Der Sohn eines Silberschmieds studierte an der Kunstakademie in München bei Wilhelm Diez. Victor Weishaupt bildete sich auf Reisen in Italien, Holland, Frankreich und der Schweiz fort. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde er verwundet und konnte ein Jahr lang nicht arbeiten. 1895 trat er als Nachfolger von Heinrich von Zügel eine Stelle als Professor für Tiermalerei an der Kunstakademie in Karlsruhe an. In seinen letzten Lebensjahren kam er wegen einer Krankheit nur noch wenig zum Malen.

Weishaupt faszinierte das Zeichnen und Malen unter freiem Himmel. Viele seiner Werke entstanden 1874-1895 im Dachauer Moor. Besonders beliebt waren die Skizzen von Weishaupt, mit denen er das Atmosphärische und Sinnliche eines Natureindrucks einzufangen wusste. Er wurde aber auch durch seine großformatigen Galeriebilder mit naturnahen Tiermotiven bekannt. Mit breitem Pinsel trug er auf die Leinwand etwa Stiere, Ochsen und Kühe auf, die annähernd Lebensgröße erreichten. In den 1890er-Jahren wandte er sich dem Impressionismus zu.

Weishaupt erhielt unter anderem auf der Internationalen Kunstausstellung in Berlin 1891 eine goldene Medaille, auf den Weltausstellungen in Chicago 1893 und Paris 1900 je eine Medaille, 1902 wurde ihm das Ritterkreuz Erster Klasse verliehen.

Arthur Mehlstäubler 2013

Werk

Fünf Gemälde, eine Zeichnung in der Städtischen Galerie Karlsruhe; sechs Gemälde, ein graphisches Blatt in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Literatur

J. A. B.: Victor Weishaupt, in: Albert Krieger (Hrsg.): Badische Biographien Bd. 6, Heidelberg 1927, S. 247 f.; Ulrich Thieme/Felix Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 35, Leipzig 1942, S. 317.