Christian Wilhelm Gerbel, Generallandesarchiv Karlsruhe 231 Nr. 2937 (420), http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1384744-1 (Zugriff am 7. Juli 2016).

Christian Wilhelm Gerbel

Jurist, Landtagsabgeordneter, * 14. November 1820 Bruchsal, † 24. September 1894 Karlsruhe, ev., ∞ Anna Schmidt.

Christian Wilhelm Gerbel war der Sohn des gleichnamigen Hofrats und Obergerichtsadvokaten. Er begann seine juristische Laufbahn 1845 als Rechtspraktikant und trat 1852 als Gerichtsassessor beim Oberamt Heidelberg in den badischen Staatsdienst. Danach wurde er Amtsrichter in Bühl und 1861 aufgrund seiner guten Leistungen Assessor am Hofgericht in Bruchsal. 1871 erfolgte Gerbels Ernennung zum Mitglied des Appellationssenats des Kreis- und Hofgerichts in Karlsruhe. Seine auch dort herausragenden Leistungen als Jurist führten dazu, dass ihm nach kurzer Zeit die Stelle des Gerichtsdirektors angetragen wurde.

Aus gesundheitlichen Gründen gab Gerbel dieses Amt 1885 auf und wechselte an das Oberlandesgericht. Dort arbeitete er, zeitweise als Stellvertreter des Vorsitzenden, mit hoher Akribie und Verlässlichkeit bis zu seiner Zurruhesetzung im Mai 1892. Am zweiten Tag seines Ruhestands erlitt Gerbel einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte.

Neben seinem Beruf als Richter engagierte sich Gerbel politisch. Von 1863-1871 war er für die Stadt Offenburg Mitglied der zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung. Mit befreundeten Juristen gründete er 1864 in Offenburg die Deutsche Fortschrittspartei, aus der wenige Jahre später die Nationalliberale Partei hervorging.

René Gilbert 2015

Literatur

Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1894, Jg. 10, Karlsruhe 1895, S. 72 f.; Friedrich von Weech/Albert Krieger (Hrsg.): Christian Wilhelm Gerbel, in: Badische Biographien Bd. 5, Heidelberg 1906, S. 195 f., http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/pageview/251325 (Zugriff am 22. April 2016).