Reinfried Kiefer: Der Pfarrer Theodor Steinmann, in: Rüppurrer Lebensbilder II, Bd. 6 der Schriftenreihe Rüppurrer Hefte, hrsg. von der Bürgergemeinschaft Rüppurr durch Günther Philipp, Karlsruhe 2009, S. 78.

Theodor Steinmann

Pfarrer, Kirchenrat, Vorsitzender des Gesamtverbandes der Inneren Mission (Diakonie) in Baden, * 12. Dezember 1874 Reilingen/Rhein-Neckar-Kreis, † 28. Dezember 1951 Karlsruhe ev., ∞ 1. 1900 Anna Glünkin, 1 Sohn, 5 Töchter, 2. 1938 Hanna Weißer.

Theodor Steinmanns Vater war Pflästerermeister, nach dessen frühem Tod die Mutter ihre Kinder allein erziehen und als Krankenschwester durchbringen musste. Er besuchte das Gymnasium in Heidelberg und nahm dort das Studium der evangelischen Theologie auf. Nach seiner Ordination 1897 wurde er nach verschiedenen Aufgaben in Kirche und Diakonie 1922 Gemeindepfarrer (Kirchenrat seit 1933) in Rüppurr und blieb in diesem Amt bis 1937. Infolge seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus verließ er Rüppurr und war bis Ende des Zweiten Weltkriegs in der Klinikseelsorge im Städtischen Krankenhaus Karlsruhe tätig.

Steinmann widmete sich schon früh kirchlich-sozialen Aufgaben und war als Inspektor diakonischer Einrichtungen tätig. Anfang 1920 gehörte er zu den Gründern des Gesamtverbandes der Inneren Mission Baden/Diakonie (Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege) mit Sitz in Karlsruhe, dessen Vorsitzender er 1929-1951 war. Außerdem war Steinmann Gründer großer diakonischer Einrichtungen in Baden wie zum Beispiel des Epilepsiezentrums Kehl-Kork, des Mutterhauses Bethlehem Karlsruhe, der Hardtstiftung Neureut, des Lehrlingsheims Theodor-Steinmann-Haus in Karlsruhe. Seit 1952 gibt es die Steinmannstraße in Rüppurr.

Günther Philipp 2013

Literatur

Reinfried Kiefer: Der Pfarrer Theodor Steinmann, in: Rüppurrer Lebensbilder II, Bd. 6 der Schriftenreihe Rüppurrer Hefte, hrsg. von der Bürgergemeinschaft Rüppurr durch Günther Philipp, Karlsruhe 2009, S. 78-85; Hermann Erbacher: Die Innere Mission in Baden, Karlsruhe 1957 (= Veröffentlichungen des Vereins für Kirchengeschichte in der evang. Landeskirche in Baden, XVIII).