Luise von Schönfeld, 1846, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1100.

Luise von Schönfeld, geb. Neumann

Schauspielerin, * 7. Dezember 1818 Karlsruhe, † 17. Oktober 1905 Rabensburg/Niederösterreich, ev., ∞ 1857 Karl Graf von Schönfeld (1828-1886), 1 Sohn.

Luise Reichsgräfin von Schönfeld, ältere von zwei Töchtern des Schauspielerehepaars Carl Neumann und Amalie Haizinger, erhielt ihre Bühnenausbildung von ihrer Mutter und debütierte am 25. April 1835 am Stadttheater Breslau als Walpurgis in "Goldschmieds Töchterlein" von Carl Loewe. Daran schloss sich ein Engagement am Großherzoglichen Hoftheater Karlsruhe an. 1839 wurde Schönfeld vom Dramaturgen des Wiener Hofburgtheaters, Johann Ludwig Deinhardstein, für die bedeutende Wiener Bühne verpflichtet, wo sie zum Debüt das Hannchen in "Der aufrichtige Freund" von Franz August von Kurländer verkörperte und in diesem Stück später auch gemeinsam mit ihrer Mutter auftrat.

Bereits 1840 zur Hofschauspielerin ernannt, entwickelte sich Schönfeld durch ihre Anmut und ihre ungekünstelte Natürlichkeit zu einer idealen Darstellerin für naive, schalkhafte, aber auch sentimentale Liebhaberinnen in Lustspielen. Sie gehörte bald zu den herausragenden Mitgliedern des Ensembles und wurde zum Liebling des Wiener Publikums. Während ihrer 17jährigen Zugehörigkeit zum Burgtheater trat Schönfeld in über 200 Rollen auf. Dabei brillierte sie vor allem in Lustspielen. Zu ihren bekanntesten Rollen gehören die Beatrice in William Shakespeares "Viel Lärm um Nichts" und die Titelfigur in "Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing.

Wegen ihrer bevorstehenden Heirat bat Schönfeld 1856 um Pensionierung und gab in der Rolle des Lorle in "Dorf und Stadt" von Charlotte Birch-Pfeiffer im Dezember 1856 ihre Abschiedsvorstellung. Anschließend lebte sie mit ihrem Mann in Graz, in deren Haus viele – vorwiegend österreichische - Persönlichkeiten aus dem künstlerisch-politischen Bereich wie Anastasius Grün, Karl von Holtei, Josef Lewinsky, aber auch deutsche Kunstschaffende wie Clara Schumann und Eduard Devrient verkehrten. Ab 1869 lebte das Ehepaar Schönfeld wieder in Wien und zeitweise in Kremsmünster. Bereits zu ihren Lebzeiten (1903) wurde in der Karlsruher Oststadt die Schönfeldstraße nach ihr benannt.

René Gilbert 2016

Werk

Erinnerungen von Louise Gräfin von Schönfeld-Neumann, Wien 1905; Zwei Landsmänninen. Briefwechsel zwischen Louise Gräfin von Schönfeld-Neumann und Hermine Villinger, Wien 1906.

Literatur

Wilhelm Kosch (Begr.): Schönfeld, Luise Gräfin, in: Deutsches Theater-Lexikon, Bd. 3, Bern 1992, S. 2070; Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Jochen Karl Mehldau: Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 182 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); Edgar Marktl: Schönfeldt (Schönfeld) Luise Reichsgräfin von, in: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL), Bd. 11, Wien 1999, S. 80.