Johann Velten, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1614 (Ausschnitt).

Johann Velten

Hofkunsthändler, * Juli 1784 Wetzlar, † 22. März 1864 Karlsruhe, ev., ∞ Susanna Elisabetha Lang, mind. 1 Sohn, 1 Tochter.

Johann Sigmund Velten war der Sohn eines Hutmachers aus Wetzlar. Er machte in Basel erste berufliche Erfahrungen als Kunsthändler und kam 1820 nach Karlsruhe, wo er in seinem Haus in der Langen Straße 233 eine Kunsthandlung, die spätere Hofkunsthandlung J. Velten, eröffnete. In seinem Geschäft konnten insbesondere Musikpartituren und Kunstbücher, aber auch Originalgemälde von Carlo Dolci, Hans Holbein dem Jüngeren oder Lucas Cranach dem Jüngeren erworben werden. Zudem waren dem Laden ab 1826 eine Lithographie-Werkstatt sowie eine Buchdruckerei für den hauseigenen Verlag angegliedert. In diesem erschien im Folgejahr der vom späteren badischen Außenminister Alexander von Dusch ins Deutsche übertragene historische Atlas (Atlas historique, chronologique, géographique et généalogique) des französischen Staatsmanns Emmanuel de Las Cases (Pseudonym Le Sage).

In der Folgezeit entwickelte sich der Betrieb zu einem der führenden Verlage in Baden. 1832-1839 betrieb Velten im Haus Lange Straße 141 ein zweites Ladengeschäft. Hinzu kam seit 1837 eine Filiale in St. Petersburg. Trotz des gut gehenden Geschäfts verkaufte Velten 1840 sein Haus in der Langen Straße sowie Teile seines Unternehmens an Carl Egon Fürst zu Fürstenberg in der Absicht, zu seinem Schwiegersohn, dem Kunsthändler Johann Jacob Veith (Druckerei Veith et Hauser) in Paris, umzusiedeln. Velten blieb schließlich aber doch in Karlsruhe und eröffnete 1844 eine neue Kunsthandlung in der Herrenstraße 23. 1853 trat sein Sohn Sigmund als Teilhaber in das Geschäft ein. 1854 wurden Vater und Sohn zu Hofbuchhändlern ernannt. Der Betrieb firmierte fortan unter der Bezeichnung Hofkunsthandlung Johann Velten. Nach Veltens Tod im März 1864 führte sein Sohn die Hofkunsthandlung und den Verlag in der Herrenstraße weiter, zunächst unter eigenem Namen, ehe 1870 der Name in J. Velten Hofkunsthandlung geändert wurde.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 390/1965 (Bild 220); Karlsruher Adressbücher 1821-1871 https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/bestaende/adressbuecher.de (Zugriff am 23. Dezember 2020).

Literatur

Friedrich von Weech: Karlsruhe – Geschichte der Stadt und ihrer Verwaltung Bd. 1, Karlsruhe 1895, S. 510 f.; Chronik der Karlsruher Verlage 1719-1918, zusammengestellt durch Ernst Otto Bräunche auf der Grundlage der Texte von Rainer Fürst und Christina Wagner, in: Zwischen Autor und Leser. Karlsruher Verlage von der Stadtgründung bis heute, hrsg. vom Stadtmuseum Karlsruhe, Karlsruhe 1999, S- 52-55.