Sigmund von Gemmingen, Bild aus: Harald Stockert: "Der aus seinen Schranken gewichene Adel". Sigmund Freiherr von Gemmingen-Hornberg-Treschklingen, in: Die höchste Auszeichnung der Stadt: 42 Mannheimer Ehrenbürger im Porträt, hrsg. von Ulrich Nieß, Mannheim 2002, S. 29.

Sigmund Johann Nepomuk von Gemmingen

Oberst, Vormund badischer Prinzessinnen, * 2. Mai 1777 Raab/Györ/Ungarn, † 8. Mai 1843 Mannheim, kath., ∞ 1803 Charlotte von Gemmingen-Hornberg, 10 Kinder.

Sigmund von Gemmingen wurde als jüngstes von zwölf Kindern des österreichischen Feldzeugmeisters Sigmund von Gemmingen geboren. Er begann 1794 zunächst ein Studium der Rechtswissenschaften in Wien, entschied sich aber schon bald für eine militärische Laufbahn. 1796 trat Gemmingen als Leutnant in das Regiment seines Vaters ein und kämpfte in mehreren Gefechten, bevor er im selben Jahr mit einer österreichischen Grenadiereinheit erfolgreich an der Belagerung der Festung Kehl teilnahm. 1803 ging Gemmingen nach Treschklingen bei Bad Rappenau, um sich um die Familiengüter zu kümmern.

1813 schloss sich Gemmingen dem freiwilligen Jägerregiment an und trat damit in badische Dienste. Als Rittmeister eskortierte er den badischen Großherzog Karl Ludwig Friedrich bei seinem Vormarsch auf Paris. Im Anschluss an den Wiener Kongress zum Major befördert, begab sich Gemmingen 1816 nach Mannheim, wo er zu den Unterzeichnern der Sinsheimer Erklärung gehörte und sich damit gegen die restriktive Adelspolitik des badischen Monarchen stellte. Hierfür wurde er vom Großherzog aus dem Staatsdienst entlassen. 1817 erhielt Gemmingen den Titel eines kaiserlich-königlichen österreichischen Kammerherrn.

Nach Karls Tod 1818 kam es unter dem neuen Großherzog Ludwig zu einer Wiederannäherung von Gemmingens an das badische Herrscherhaus. Diese manifestierte sich in der Übertragung der Vormundschaft für Karls Töchter Luise, Josephine und Marie Amalie aus dessen Ehe mit Stéphanie de Beauharnais. Außerdem wurde Gemmingen als Vertreter des grundherrlichen Adels 1818-1822 zum Mitglied der Ersten Kammer der badischen Ständeversammlung berufen und 1820 zum Oberstleutnant à la suite befördert. Im Zuge seiner Ernennung zum Oberst und mit dem Rang eines Kommandeurs ausgestattet, wurde Gemmingen 1830 die Reform der Mannheimer Bürgerwehr übertragen. Noch im selben Jahr erhielt Gemmingen die Ehrenbürgerwürde der Stadt Mannheim.

René Gilbert 2016

Quelle

GLA 69 von Gemmingen-Tr. A502-599.

Literatur

Carl Wilhelm Friedrich Ludwig Stocker: Chronik der Familie von Gemmingen und ihrer Besitzungen, 3 Bde., Heidelberg 1868-1880; Carl Wilhelm Friedrich Ludwig Stocker: Familienchronik der Freiherrn von Gemmingen, Heilbronn 1895; Harald Stockert: "Der aus seinen Schranken gewichene Adel". Sigmund Freiherr von Gemmingen-Hornberg-Treschklingen, in: Die höchste Auszeichnung der Stadt: 42 Mannheimer Ehrenbürger im Porträt, hrsg. von Ulrich Nieß, Mannheim 2002, S. 29-31.