Paul Rose, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 635.

Paul Rose

Schauspieler, Autor, Generalintendant des Badischen Staatstheaters, * 31. Juli 1900 Berlin, † 25. Dezember 1973 Baden-Baden, ∞ 1925 Traute Kummer, 1 Sohn, 1 Tochter.

Paul Arthur Max Rose, mittlerer von drei Söhnen des Schauspielers und Direktors des Berliner Rose-Theaters Bernhard Rose, lernte 1917/18 das Bühnenfach als Schüler der Schauspielschule des Deutschen Theater unter Max Reinhardt. 1918 debütierte er als Ferdinand in "Egmont" am Kurtheater Warmbrunn. Es folgten kleinere Engagements am Stadttheater Liegnitz (1918), an den Vereinigten Bühnen Barmen-Elberfeld (1919/20) und am Nationaltheater Mannheim (1920-1923). 1924 ging er an das Rose-Theater seines Vaters, das er nach dessen Tod ab 1927 gemeinsam mit seiner Mutter (bis 1935) und seinen Brüdern bis zu seiner Zerstörung nach der Einnahme Berlins durch die Sowjetarmee 1945 leitete. Durch die Aufnahme klassischer Stücke von Henrik Ibsen, George Bernard Shaw und vor allem Gerhart Hauptmann, mit dem er befreundet war, machte Rose aus dem beliebten Volkstheater auch mit einer "Faust"-Inszenierung von 1937 eine literarisch angesehene Bühne. 1943-1945 übernahm er zusätzlich die Intendanz des Berliner Lessing-Theaters.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Rose kurzzeitig Intendant am Theater in Köthen, wo er den jungen Horst Tappert entdeckte. Im Juni 1947 wurde er Intendant am Landestheater Württemberg-Hohenzollern in Tübingen und im August 1950 Leiter des Staatstheaters Kassel. Nachdem sein Vertrag nicht verlängert worden war, arbeitete Rose als freier Regisseur und Schauspieler in Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart, Wiesbaden Schweinfurt und Berlin.

Im Februar 1953 wählte ihn der Verwaltungsrat des Badischen Staatstheaters unter 45 Kandidaten zum neuen Intendanten. Er trat das Amt am 7. Mai offiziell an. In seiner Karlsruher Wirkungszeit bis 1962 gelang es Rose, das Theater finanziell abzusichern sowie den Betrieb durch die Steigerung der Vorstellungszahlen und die damit verbundene Steigerung der Besucherzahlen auf eine gesunde wirtschaftliche Basis zu stellen. In seiner Bühnenarbeit setzte Rose auf einen gleichsam der Klassik, der Moderne wie der experimentellen Darstellung geöffneten Spielplan, dem er durch eigene Inszenierungen bleibende Akzente zu verleihen vermochte. 1956 brachte er mit "Kiss me Kate" erstmals ein Musical auf die Karlsruher Bühne. Für seine Verdienste um das deutsche Theater wurde Rose 1956 zum Generalintendanten ernannt. 1960 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 57-4/38, 57 b 28; StadtAK 7/Nl Zollner 583.

Werk

Vincent van Gogh, Drama 1938; Zehn Jahre Kleines Haus des Badischen Staatstheaters Karlsruhe 1950-1960, Karlsruhe 1960; Fünfzehn Jahre Grosses Haus des Badischen Staatstheaters am Festplatz 1945-1960, Karlsruhe 1960; Der sezierte Pegasus – eine frohe Philosophie der deutschen Schaubühne, o. O. 1943; Berlins große Theaterzeit: Schauspieler-Porträts der zwanziger- und dreißiger Jahre, Berlin 1969.

Literatur

Franz Josef Wehinger: Theatermann aus ganzem Herzen: Generalintendant i. R. Paul Rose zum 70. Geburtstag am 31. Juli 1970, Karlsruhe 1970 (= Das kleine Geschenk Bd. 31); Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1975, Hamburg 1975, S. 73; Wilhelm Kappler: Aufwärtsentwicklung bis zur Eröffnung des Neuen Hauses, in: Karlsruher Theatergeschichte. Vom Hoftheater zum Staatstheater, hrsg. vom Badischen Staatstheater Karlsruhe und Generallandesarchiv Karlsruhe, Karlsruhe 1982, S. 140-152, hier S. 140-143; Wilhelm Kosch (Begr.): Rose, Paul, in: Deutsches Theater-Lexikon Bd. 3, Klagenfurt 1992, S. 1911.