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Der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688 – 1697) wurde im Rahmen der Eroberungs- und so genannten Reunionspolitik des französischen Königs Ludwig XIV. zwischen Frankreich und einer Allianz europäischer Mächte geführt, der England, die Niederlande, Kaiser Leopold I., König Karl II. von Spanien, König Karl XI. von Schweden, Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern und andere Reichsstände angehörten. Mit der Reunionspolitik wollte Ludwig XIV. die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eroberten Territorien mit älteren tatsächlichen oder von Frankreich behaupteten rechtlichen Verbindungen, darunter das der Markgrafschaft Baden benachbarte Elsass, sichern. Auslöser des Krieges waren seit 1685 von Ludwig XIV. erhobene Ansprüche seiner Schwägerin Lieselotte von der Pfalz, die mit dem Herzog von Orléans am Hof in Versailles lebte, auf die Kurpfalz. Der Krieg endete nach neun Jahre im Oktober 1697 unter anderem mit der Anerkennung der Annexion des Elsass im Frieden von Rijswijk. |
Der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688 – 1697) wurde im Rahmen der Eroberungs- und so genannten Reunionspolitik des französischen Königs Ludwig XIV. zwischen Frankreich und einer Allianz europäischer Mächte geführt, der England, die Niederlande, Kaiser Leopold I., König Karl II. von Spanien, König Karl XI. von Schweden, Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern und andere Reichsstände angehörten. Mit der Reunionspolitik wollte Ludwig XIV. die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eroberten Territorien mit älteren tatsächlichen oder von Frankreich behaupteten rechtlichen Verbindungen, darunter das der Markgrafschaft Baden benachbarte Elsass, sichern. Auslöser des Krieges waren seit 1685 von Ludwig XIV. erhobene Ansprüche seiner Schwägerin Lieselotte von der Pfalz, die mit dem Herzog von Orléans am Hof in Versailles lebte, auf die Kurpfalz. Der Krieg endete nach neun Jahre im Oktober 1697 unter anderem mit der Anerkennung der Annexion des Elsass im Frieden von Rijswijk. |
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Als die Franzosen in die Defensive gerieten, praktizierten sie die Kriegsführung der verbrannten Erde, die jegliche Infrastruktur vernichten und die betroffenen Landstriche wirtschaftlich ruinieren sollte. Mit dem Befehl "Brûlez le Palatinat" (Verbrennt die Pfalz) zerstörten die Truppen des Generals Mélac fast alle Städte des Raumes - Bretten, Bruchsal, <lex id="ort-0034">Durlach</lex>, Heidelberg, Mannheim, <lex id="ort-0083">Mühlburg</lex>, Offenburg, Pforzheim und Rastatt, sowie etwa 1.000 kleinere Dörfer darunter auch <lex id="ort-0061">Knielingen</lex>. Die Schlösser und Städte Durlach und Mühlburg wurden 1689 so bis auf wenige Häuser komplett zerstört. Die Steine der Ruine des <lex id="top-2453">Mühlburger Schlosses</lex> wurden später zum Aufbau des Karlsruher <lex id="top-2450">Schlosses</lex> verwendet. |
Als die Franzosen in die Defensive gerieten, praktizierten sie die Kriegsführung der verbrannten Erde, die jegliche Infrastruktur vernichten und die betroffenen Landstriche wirtschaftlich ruinieren sollte. Mit dem Befehl "Brûlez le Palatinat" (Verbrennt die Pfalz) zerstörten die Truppen des Generals Mélac fast alle Städte des Raumes - Bretten, Bruchsal, <lex id="ort-0034">Durlach</lex>, Heidelberg, Mannheim, <lex id="ort-0083">Mühlburg</lex>, Offenburg, Pforzheim und Rastatt, sowie etwa 1.000 kleinere Dörfer, darunter auch <lex id="ort-0061">Knielingen</lex>. Die Schlösser und Städte Durlach und Mühlburg wurden 1689 so bis auf wenige Häuser komplett zerstört. Die Steine der Ruine des <lex id="top-2453">Mühlburger Schlosses</lex> wurden später zum Aufbau des Karlsruher <lex id="top-2450">Schlosses</lex> verwendet. |
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Letztlich spielte der Krieg auch für die erst 1715 <lex id="ereig-0230">gegründete</lex> Stadt Karlsruhe nicht nur wegen des Baumaterials eine Rolle, da die badische <lex id="ereig-0269">Residenzstadt</lex> und vor allem das <lex id="top-1466">Schloss Durlach</lex> beim Regierungsantritt von Markgraf <lex id="bio-0562">Karl Wilhelm</lex> noch nicht wieder komplett wiederaufgebaut waren, was diesem den Entschluss, eine neue Residenzstadt zu gründen, leichter gemacht haben dürfte. |
Letztlich spielte der Krieg auch für die erst 1715 <lex id="ereig-0230">gegründete</lex> Stadt Karlsruhe nicht nur wegen des Baumaterials eine Rolle, da die badische <lex id="ereig-0269">Residenzstadt</lex> und vor allem das <lex id="top-1466">Schloss Durlach</lex> beim Regierungsantritt von Markgraf <lex id="bio-0562">Karl Wilhelm</lex> noch nicht wieder komplett wiederaufgebaut waren, was diesem den Entschluss, eine neue Residenzstadt zu gründen, leichter gemacht haben dürfte. |
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Aktuelle Version vom 7. August 2025, 08:01 Uhr
Pfälzischer Erbfolgekrieg
Der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688 – 1697) wurde im Rahmen der Eroberungs- und so genannten Reunionspolitik des französischen Königs Ludwig XIV. zwischen Frankreich und einer Allianz europäischer Mächte geführt, der England, die Niederlande, Kaiser Leopold I., König Karl II. von Spanien, König Karl XI. von Schweden, Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern und andere Reichsstände angehörten. Mit der Reunionspolitik wollte Ludwig XIV. die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eroberten Territorien mit älteren tatsächlichen oder von Frankreich behaupteten rechtlichen Verbindungen, darunter das der Markgrafschaft Baden benachbarte Elsass, sichern. Auslöser des Krieges waren seit 1685 von Ludwig XIV. erhobene Ansprüche seiner Schwägerin Lieselotte von der Pfalz, die mit dem Herzog von Orléans am Hof in Versailles lebte, auf die Kurpfalz. Der Krieg endete nach neun Jahre im Oktober 1697 unter anderem mit der Anerkennung der Annexion des Elsass im Frieden von Rijswijk.
Als die Franzosen in die Defensive gerieten, praktizierten sie die Kriegsführung der verbrannten Erde, die jegliche Infrastruktur vernichten und die betroffenen Landstriche wirtschaftlich ruinieren sollte. Mit dem Befehl "Brûlez le Palatinat" (Verbrennt die Pfalz) zerstörten die Truppen des Generals Mélac fast alle Städte des Raumes - Bretten, Bruchsal, Durlach, Heidelberg, Mannheim, Mühlburg, Offenburg, Pforzheim und Rastatt, sowie etwa 1.000 kleinere Dörfer, darunter auch Knielingen. Die Schlösser und Städte Durlach und Mühlburg wurden 1689 so bis auf wenige Häuser komplett zerstört. Die Steine der Ruine des Mühlburger Schlosses wurden später zum Aufbau des Karlsruher Schlosses verwendet.
Letztlich spielte der Krieg auch für die erst 1715 gegründete Stadt Karlsruhe nicht nur wegen des Baumaterials eine Rolle, da die badische Residenzstadt und vor allem das Schloss Durlach beim Regierungsantritt von Markgraf Karl Wilhelm noch nicht wieder komplett wiederaufgebaut waren, was diesem den Entschluss, eine neue Residenzstadt zu gründen, leichter gemacht haben dürfte.
Literatur
Olivia Hochstrasser: Von der Staufergründung zur Residenz, in: Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung, Fürstenresidenz, Bürgerstadt, Karlsruhe 1996, S. 15-146, S.130-146 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Band 17).