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[[Datei:Ins-0220 Hirsch-Reisen A40 192 6 25.jpg|alternativtext=Reisebüro Hirsch-Reisen in der Erbprinzenstraße 31, Dezember 1980, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A40/192/6/25.|links|mini|Reisebüro Hirsch-Reisen in der Erbprinzenstraße 31, Dezember 1980, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A40/192/6/25.]] |
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[[Datei:Ins-0220 Hirsch-Reisen 8 StS 24 1224 9.jpg|alternativtext=Vertreter-Tagung 1956 der Firma Wolff & Sohn mit An- und Abreise zum Gut Schöneck mit einem Reisebus der Firma Hirsch-Reisen, Stadtarchiv Karlsruhe 8/StS 24/1224.|links|mini|Vertreter-Tagung 1956 der Firma Wolff & Sohn mit An- und Abreise zum Gut Schöneck mit einem Reisebus der Firma Hirsch-Reisen, Stadtarchiv Karlsruhe 8/StS 24/1224.]] |
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[[Datei:Ins-0220 Hirsch-Reisen A54 117 1 32.jpg|alternativtext=Geschäftsraum der Firma Hirsch-Reisen, im Hintergrund Unternehmenschef Heinold Hirsch, Dezember 1987, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A54/117/1/32.|links|mini|Geschäftsraum der Firma Hirsch-Reisen, im Hintergrund Unternehmenschef Heinold Hirsch, Dezember 1987, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A54/117/1/32.]] |
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Heinold Hirsch, der Sohn des <lex id="ereig-0048">jüdischen</lex> <lex id="ereig-0105">Fußballspielers</lex> und Kaufmanns <lex id="bio-0506">Julius Hirsch</lex>, legte Ende der 1940er-Jahre den Grundstein für das Karlsruher Reisebüro Hirsch-Reisen am <lex id="top-1796">Ludwigsplatz</lex>. |
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Aktuelle Version vom 12. Oktober 2026, 13:29 Uhr
Hirsch-Reisen
Heinold Hirsch, der Sohn des jüdischen Fußballspielers und Kaufmanns Julius Hirsch, legte Ende der 1940er-Jahre den Grundstein für das Karlsruher Reisebüro Hirsch-Reisen am Ludwigsplatz.
Nachdem Heinold Hirsch im Juni 1945 aus dem Konzentrationslager Theresienstadt nach Karlsruhe zurückgekehrt war, gründete er im September des Jahres ein Transportunternehmen mit Omnibus und Güternahverkehr. Ein zweiter Omnibus, für den ihm Ende 1946 ein Fahrgestell zugeteilt wurde, war ab Herbst 1947 im Einsatz. Beide Fahrzeuge dienten zunächst dem Warentransport, die Beförderung von Personen kam erst 1948/49 dazu.
Ab September 1949 inserierte Hirsch in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) Omnibusfahrten nach Nürnberg (Bauausstellung), nach Frankfurt (Erste Deutsche Agrar-Messe für Nahrungs- und Genussmittel; Frühjahrsmesse; Fußballspiel VfB Mühlburg gegen Eintracht Frankfurt). Im Januar 1950 wurde der erste fabrikneue Omnibus geliefert, ein "eleganter Klein-Omnibus für die intime Gesellschaft, 11-17 Ledersitze, Radio- und Skihalter". Nun wurde das Programm vielfältiger. Neben Tagesfahrten in den Nord- und Hochschwarzwald fand eine erste Reise nach Paris statt, bei der seine Schwester Esther Hirsch, die seit 1948 an der Heidelberger Universität Kunstgeschichte studierte, die Teilnehmer fachkundig durch die Museen führte.
Im September 1951 schloss sich Heinold Hirsch mit den beiden Karlsruher Omnibus-Reiseunternehmen Albert Pfaff und Gustav Theurer jun. zur "Organisationsgemeinschaft Omnibus-Reisedienst Karlsruhe Oreka" zusammen. Die Gemeinschaft kooperierte mit dem BNN-Reisedienst, bei dem sich die Geschäftsstelle befand. Neben Oreka mit dem gemeinsamen Angebot für In- und Auslandsfahrten bewahrte jedes Omnibus-Reiseunternehmen seine Selbstständigkeit. Omnibus-Hirsch, seit 1953 Hirsch-Reisen, konnte so weiterhin eigenständig oder in Kooperation mit dem BNN-Reisedienst Gesellschaftsreisen anbieten.
Nach dem Umzug von der Kandelstraße 2 in die Karlstraße 15 im Frühjahr 1956 – das Reisebüro befand sich bis zum Bezug des Ladengeschäfts am Ludwigsplatz 1972 in den Privaträumen der Familie – konzentrierte sich Hirsch ausschließlich auf das eigene Unternehmen. Während seine Schwester das Besichtigungsprogramm der Städtereisen detailliert ausarbeitete, leitete seine Ehefrau Christa, geborene Thunhorst, das Büro. Nach dem Bezug neuer Wohnräume in der Kaiserstraße 104 1962 wurde die erste Mitarbeiterin für den Verkauf von Reisen eingestellt.
Das Wirtschaftswachstum in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren steigerte die Reiselust der Deutschen. Zwar blieb das eigene Auto das beliebteste Reiseverkehrsmittel, doch Pauschalreisen gewannen zunehmend an Attraktivität. Das Angebot von Hirsch Reisen wurde stetig umfangreicher und differenzierter. Fahrten nach Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, in die Schweiz sowie nach Belgien und Holland gehörten schon bald zu den Klassikern. Ab 1958 führte Heinold Hirsch selbst durch Museen und Kulturstätten. Mit der Studienreise nach Griechenland 1969 wurde erstmals eine Flugreise angeboten. Eine Städtereise nach Prag 1970 führte zum ersten Mal in den Ostblock.
Zu den Städte- und Rundreisen kamen in den 1980er-Jahren Musik-, Wander- und Wanderstudienreisen dazu. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 bilden die neuen Bundesländer beliebte Reiseziele. Gleichzeitig stieg die Nachfrage an Fernreisen in die USA, nach Afrika und Asien. Auch die baltischen Staaten, Polen und Tschechien werden seit ihrer Zugehörigkeit zur Europäischen Union 2004 regelmäßig angefahren.
Die Hirsch Reisen KG wurde 1978 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. 1982 übernahm der ältere Sohn von Heinold und Christa Hirsch, Mathias Hirsch, als geschäftsführender Gesellschafter die Leitung des Unternehmens. 1988 trat sein jüngerer Brüder Andreas Hirsch als gleichberechtigter Geschäftsführer in die Firma ein. Im selben Jahr erhielt Heinold Hirsch die Bundesverdienstmedaille und zog sich mit seiner Frau Christa aus dem operativen Geschäft zurück. 1989 gründete das Ehepaar die Stiftung Hirsch zur Förderung der Museen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe.
Die Brüder Mathias und Andreas Hirsch haben sich inzwischen aus der Geschäftsführung von Hirsch-Reisen GmbH zurückgezogen, nachdem sie schon seit Oktober 2023 zunehmend mehr Verantwortung an die beiden Prokuristen Stefan Simonis und Oliver Possehl abgetreten haben. Julia Hirsch, Rechtsanwältin und Tochter von Mathias Hirsch, begleitet als künftige Gesellschafterin seit 2023 das Karlsruher Unternehmen.
Quellen
GLA 480/304; StadtAK 1/H-Reg 10650.
Literatur
Anzeigen in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) vom 8. September, 13. Oktober und 2. Dezember 1949, 12. und 27. Januar 1950, 11. März 1950 (Beilage), 14. März und 20. April 1950, 9. und 18. Juni 1951, 11. Juli und 17. September 1951 (Gründung "Oreka"), 9. Februar, 4. und 9. August 1952, 20. September und 10. Oktober 1952, 14. Mai und 6. August 1955, 27. Januar 1956, 29. März 1958; Hirsch Reisen, Firmengeschichte, https://www.hirschreisen.de/unternehmen/firmengeschichte/ (Zugriff am 2. September 2026); reisezeit. Ein Magazin von Hirsch Reisen, Jubiläumsausgabe 2018, https://www.hirschreisen.de/fileadmin/user_upload/web_Hirsch_Reisezeit_Jubilaeum_2018.pdf (Zugriff am 2. September 2026); 50 Jahre Hirsch Reisen. Eine Festschrift zum Jubiläum, [ohne Ort] 1998.