Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1985.

Karl Joseph Berckmüller

Architekt, * 11. Dezember 1800 Karlsruhe, † 6. April 1879 Karlsruhe, ∞ 1829 Caroline Seeligmann von Eichthal, 2 Töchter.

Berckmüller, dessen Familie väterlicherseits seit drei Generationen in Karlsruhe im Bauwesen tätig und dessen Vater 1797 zum Stadtbaumeister ernannt worden war, besuchte nach dem Lyzeum in Karlsruhe von 1817-1823 die Bauschule Friedrich Weinbrenners, die damals im deutschen Südwesten als führende Ausbildungsstätte für Architektur galt. Zur weiteren Ausbildung folgte von 1823-1827 eine Studienreise, die ihn unter anderem nach München, Wien, Paris, London, Rom und Neapel führte. Vermutlich gegen Jahresende 1827 kehrte er nach Karlsruhe zurück. 1829 legte er unter Residenzbaumeister Heinrich Hübsch die Staatsprüfung für die Übernahme in den Staatsdienst ab. Noch im gleichen Jahr heiratete er die Tochter des Karlsruher Bankiers und Fabrikanten David Seeligmann Freiherr von Eichthal und trat hauptberuflich in dessen St. Blasier Unternehmen ein.

Die rückläufige Auftragslage der Firma seit Mitte der 1830er-Jahre aufgrund der wachsenden Schweizer Textilindustrie veranlasste Berckmüller 1844 nach Karlsruhe zurückzukehren und eine Laufbahn im Staatsdienst aufzunehmen. Zu Jahresbeginn 1845 wurde er zum Bezirksbaumeister ernannt und im April zusätzlich mit den Aufgaben eines Militärbaumeisters betraut. Nachdem er im Mai 1853 den Titel eines Baurats erhalten hatte, berief ihn Prinzregent Friedrich I. von Baden im Herbst desselben Jahres in den Hofdienst, von dem er sich wegen der Planung des Badischen Bahnhofs in Basel bis Juli 1856 beurlauben ließ. Berckmüllers Tätigkeiten als Hofbaumeister beschränkten sich bis 1864 vorrangig auf die Instandhaltung und Modernisierung des vorhandenen Baubestandes. Die Planung und Ausführung des Sammlungsgebäudes (heute Staatliches Museum für Naturkunde), verbunden mit der Gestaltung des angrenzenden Friedrichplatzes, stellte sein letztes und bedeutendstes Werk dar (1857-1876). Dem damaligen Ideal einer wissenschaftlichen Sammlung entsprechend, wählte er den Stil der Neorenaissance. Zur Erinnerung an sein Wirken wurde in der Oststadt 1920 die Berckmüllerstraße nach ihm benannt.

Katja Förster 2013

Quelle

Der zeichnerische Nachlass sowie zahlreiche Planzeichnungen im Institut für Baugeschichte der Universität Karlsruhe (IfB, Berckmüller 1-Berckmüller 820).

Literatur

Elisabeth Spitzbart: Karl Joseph Berckmüller 1800-1879. Architekt und Zeichner, Karlsruhe 1999 ( = Friedrich Weinbrenner und die Weinbrenner-Schule Bd. 3).