Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1826.

Carl Kuntz

Maler, Radierer, * 29. Juli 1770 Mannheim, † 8. September 1830 Karlsruhe, ev., ∞ 1795 Anne Marie Oßwald, 8 Kinder (Rudolf Kuntz).

Carl Kuntz war der Sohn eines Schreinermeisters und besuchte die Mannheimer Zeichnungsakademie, wo er von Johann Jakob Rieger in Landschaftsmalerei nach dem Vorbild der niederländischen Meister des 17. Jahrhunderts unterrichtet wurde. Während einer Reise in die Schweiz und nach Oberitalien 1791/92 eignete er sich Kenntnisse über die Druckgraphik und speziell die Aquatinta-Technik an. Mit der Serie "Schwetzinger Stiche" gewann er Ansehen als Graphiker und erhielt bei einem Kunstverlag in Dessau eine Anstellung als Zeichner und Radierer.

1802/03 amtierte Kuntz als Leiter der Mannheimer Zeichnungsakademie, deren Schließung er 1804 trotz seiner Fürsprache am badischen Hof nicht verhindern konnte. Mit der Aussicht auf eine Stellung als Hofmaler entstanden im Auftrag des Großherzogs Karl Friedrich in der Folgezeit eine Reihe von Landschaftsgemälden und Stadtansichten (Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Schwetzingen), die ihn zu einem wichtigen Vertreter der badischen Vedutenmalerei machten. Außerdem malte Kuntz Wandgemälde für den Neubau von Schloss Bauschlott. 1808 siedelte der 1805 zum Hofmaler ernannte Kuntz nach Karlsruhe über, wo er für das Markgräflich-Hochbergsche Palais vier großformatige Bodenseelandschaften schuf. Seine hohe Kunstfertigkeit führte dazu, dass er 1812 den Auftrag bekam, die badische Großherzogin Stéphanie täglich im Zeichnen zu unterrichten. Eine von Kromer 1815 gefertigte, viel beachtete Kopie des Tierbildes "Der Frühlingsmorgen" des Niederländers Paulus Potter brachte ihm zahlreiche Aufträge von Adligen und solventen Bürgern für Tierbilder ein. Die von Kromer geschaffenen Tierstudien, von denen die Kunsthalle Mannheim mehrere besitzt, zählen heute zu seinen bedeutendsten Arbeiten. 1818 gehörte Kuntz zu den Mitbegründern des Badischen Kunstvereins. Ein Jahr vor seinem Tod wurde er von Großherzog Ludwig I. zum Galeriedirektor ernannt.

René Gilbert 2015

Quelle

Kunsthalle Mannheim (Künstlerischer Nachlass von Carl Kuntz).

Werk

Erbprinz Karl Ludwig von Baden; Blick auf Karlsruhe von Süden, 1804; Blick auf das Karlsruher Schloss vom Schlossgarten aus, 1804; Schloss Bauschlott bei Pforzheim, 1804; Blick auf Geroldsau bei Baden-Baden mit Tierstaffage, 1827 (alle Gemälde in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe). Literatur: Alfred Woltmann: Karl Kuntz, in: Badische Biographien , Bd. 1, hrsg. von Friedrich von Weech, Heidelberg 1875, S. 487 f.; Lieselotte Benedict: Der badische Hofmaler Carl Kuntz 1770-1830, Karlsruhe 1980.