Hans-Georg Rudolph, 4. September 1976, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A32/63/2/4.

Hans-Georg Rudolph

Intendant, Regisseur, Schauspieler, * 24. Mai 1908 Hamburg, † 30. März 1987 Hamburg, ∞ 1939 Ada Liemer, 1 Sohn, 1 Tochter.

Hans-Georg Rudolph erhielt seine schauspielerische Ausbildung an der Theaterschule von Paul Alexander Kleinmann in Hamburg und debütierte 1926 am dortigen Thaliatheater. Ab 1927 folgten Engagements in Berlin, Ratibor, Zittau, Halberstadt, Görlitz und Wuppertal. Von 1941–1944 hatte Rudolph die Spielleitung am Deutschen Theater in Metz inne. 1945 wurde er stellvertretender Intendant des Stadttheaters in Halle/Saale, ehe er 1948 als Intendant an die Bühnen der Stadt Gera wechselte. Nach einigen Auftritten in DDR-Filmproduktionen Anfang der 1950er-Jahre ging Rudolph 1953 in die Bundesrepublik und übernahm als Oberspielleiter die Verantwortung für den Spielplan des Theaters am Domhof in Osnabrück. Es folgte die Leitung der Oper am Hessischen Staatstheater Kassel.

Nach dreijähriger Tätigkeit als Intendant am Theater in Kiel wechselte Rudolph 1963 als Generalintendant an das Badische Staatstheater. Unter seiner 14 Jahre währenden Leitung erfuhr das Haus einen künstlerischen Aufschwung sowie wirtschaftliche Stabilität, sodass bereits zu seiner Wirkungszeit von der Ära Rudolph gesprochen wurde. Er brachte in Karlsruhe 19 Opern- und vier Balletterstaufführungen sowie im Bereich des Schauspiels 15 Ur- oder deutsche Erstaufführungen auf die Bühne. Auf seine Initiative geht die Eröffnung der Probebühne als Studio für moderne Problemstücke und die Theaterwerkstatt als Forum der Zusammenarbeit zwischen Autoren, Dramaturgen, Regisseuren und Ensemble zurück. Ferner intensivierte er die Gastspieltätigkeit des Badischen Staatstheaters, das während seiner Wirkungszeit unter anderem in Nancy, Passau, Luxemburg, Lissabon und Straßburg gastierte.

1967 rief Rudolph den Sozialfonds Karlsruher Bühnen- und Presseball für in Not geratene Künstler ins Leben, der 1971 wieder aufgelöst wurde. Zudem wirkte er 1972 bei der Gründung der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters mit.

Für seine Verdienste um die künstlerische Weiterentwicklung des Badischen Staatstheaters erhielt Rudolph 1975 die Ehrenmedaille der Stadt Karlsruhe. Bereits 1973 war er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Mit einem Festakt wurde Rudolph im Juni 1977 in den Ruhestand verabschiedet.

René Gilbert 2015

Quelle

GLA 57 b Zugang 2009-98/227.

Werk

Du, mein Papa und ich, Lustspiel 1944.

Literatur

Wilhelm Kappler: Aufwärtsentwicklung bis zur Eröffnung des Neuen Hauses, in: Karlsruher Theatergeschichte. Vom Hoftheater zum Staatstheater, hrsg. vom Badischen Staatstheater Karlsruhe und Generallandesarchiv Karlsruhe, Karlsruhe 1982, S. 140-152, hier S. 144-152; Wilhelm Kosch (Begr.): Deutsches Theaterlexikon Bd. 3: Pallenberg – Singer, Klagenfurt 1992, S. 1929; Frank-Burkhard Habel/Volker Wachter (Hrsg.): Das große Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen, überarb. und erweit. Neuausgabe, Berlin 2002, S. 322 f.; Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE), 2. überarb. und erweit. Ausgabe Bd. 8: Poethen – Schlüter, München 2007, S. 599.