Rudolf Plank um 1965, KIT-Archiv Karlsruhe 28010 I, 2713.

Rudolf Plank

Ingenieur, Kälteforscher, * 6. März 1886 Kiew, † 16. Juni 1973 Ettlingen, ev., ∞ 1913 Charlotte Hupfert, 1 Tochter.

Als Sohn des österreichischen Direktors der internationalen Handelsbank in Kiew wuchs Plank mehrsprachig (deutsch, russisch, französisch) auf. Nach dem Abitur studierte er 1903 zunächst Mathematik und Physik, wechselte aber 1904 zum Maschinenbau an die Technische Hochschule (TH) St. Petersburg und 1905 an die TH Dresden. Dort wurde er 1909 bei Richard Mollier mit einer Arbeit über Absorptionskältemaschinen promoviert. Plank ging anschließend als Assistent von Hans Lorenz an die TH Danzig, wo er sich 1911 habilitierte. Danach arbeitete Plank zwei Jahre in der Abteilung für Kältemaschinen der Borsig AG in Berlin, bis er 1913 zum ordentlichen Professor für Wärmelehre und zum Direktor des Maschinenlaboratoriums der TH Danzig ernannt wurde. Seine Danziger Zeit unterbrach er 1914-1916 für eine Tätigkeit bei der Zentral-Verkaufsgesellschaft in Berlin, wo er Versuche zur Frischhaltung von Lebensmitteln durchführte, und 1918 für eine Anstellung als Ingenieur bei der Firma Luftschiffbau Schütte-Lanz.

1925 folgte Plank einem Ruf an die TH Karlsruhe. Hier trat er die Nachfolge von Wilhelm Nußelt als Professor für theoretische Maschinenlehre und Direktor des Maschinenlaboratoriums an. Er gründete 1926 das Kältetechnische Institut und 1936 die Reichsanstalt für Lebensmittelfrischhaltung (Max-Rubner-Institut - Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel). 1930/31 amtierte er zudem als Rektor. Nach der Machtübernahme der NSDAP zog er sich aus der Arbeit in der akademischen Selbstverwaltung zurück und konzentrierte sich auf seine Forschungen. 1939 beklagte er im Kultusministerium den Qualitätsverlust von Forschung und Lehre und kündigte seinen Weggang als Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Lindes Eismaschinen in Wiesbaden an. Er ließ sich jedoch zum Bleiben bewegen, ging aber nach Kriegsausbruch 1939 nach Berlin, um Aufgaben der Lebensmittelfrischhaltung wahrzunehmen. Zum Sommersemester 1941 nahm er seine Vorlesungstätigkeit in Karlsruhe wieder auf. 1946 wurde der nicht NS-Belastete erster Nachkriegsrektor der TH Karlsruhe. Deren demokratischen Wiederaufbau leitete er ein und förderte die Kooperation von Naturwissenschaft, Technik, Wirtschaftswissenschaften und Geisteswissenschaften. 1954 erfolgte seine Emeritierung.

Planks Arbeitsschwerpunkt lag bei der Kältetechnik, insbesondere dem Kühlen und Gefrieren von Lebensmitteln. Zu seinen rund 200 Publikationen zählt die 1952 begonnene Herausgabe des 12-bändigen Handbuchs der Kältetechnik, wofür er zahlreiche Artikel und den zweiten Band über die thermodynamischen Grundlagen der Kältetechnik verfasste. Plank gehörte zu den weltweit führenden Kälteforschern seiner Zeit, er galt als Kältepapst. Er hielt weltweit Vorträge und gehörte zahlreichen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gremien an. Seine Sprachkenntnisse nutzte der seit 1925 in Ettlingen wohnende Professor zudem für Übersetzungen russischer und französischer Literatur.

Plank erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1952 die goldene Medaille der Associazione Termotechnica Italiana, 1953 die Franz-Grashof-Denkmünze, 1955 die Goldene Kammerlingh-Onnes-Medaille der Niederländischen Vereinigung für Kältetechnik sowie 1959 das Große Bundesverdienstkreuz und mehrere Ehrendoktorwürden. 1993 wurde die Rudolf-Plank-Straße auf dem Gelände der Universität Karlsruhe nach ihm benannt.

René Gilbert / Manfred Koch 2016

Quellen

GLA 76/2990; KIT-Archiv 27031 (Nachlass), 21011/327 (Personalakte).

Werk

Die technische Hochschule als geistige Einheit. Rede gehalten anlässlich des Rektoratswechsels am 22. November 1930, Karlsruhe 1930; Ein Ende - oder ein Anfang? Rede gehalten anlässlich der Wiedereröffnung der technischen Hochschule Fridericiana zu Karlsruhe am 15. Februar 1946, Karlsruhe 1946; Thermodynamische Grundlagen 1953; Handbuch der Kältetechnik 1954-1967(12 Bde.).

Literatur

Hans Dieter Baehr: Plank, Rudolf, in: Neue Deutsche Biographie (NDB), Bd. 20, Berlin 2001, S. 501 f.; Alexander Kipnis: Plank, Rudolf, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. 4, hrsg. von Fred Sepaintner, Stuttgart 2007, S. 269-271.