Max Laeuger, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 892.

Max Laeuger

Keramiker, Architekt, Maler, Professor, * 30. September 1864 Lörrach, † 12. Dezember 1952 Lörrach, ev., ∞ 1895 Maria Pfau (1870-1958), 1 Tochter, 1 Sohn.

Der Sohn einer Architektentochter und eines Büchsenmachers besuchte nach dem Gymnasium 1880-1883 die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe. Dort wurde er 1884-1894 als Hilfslehrer und Assistent angestellt, unterrichtete bis 1898 - unterbrochen durch ein einjähriges Stipendium an der Académie Julian in Paris 1892 - an der Kunstgewerbeschule und der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe als Professor und Zeichenlehrer und danach als a. o. Professor bzw. seit 1904 als o. Professor an der TH Karlsruhe Innenarchitektur und Gartenkunst bis 1935. 1907 gehörte er zu den Mitbegründern des Deutschen Werkbundes. 1920-1922 übernahm Laeuger einen Lehrauftrag für Keramik an der Landeskunstschule Karlsruhe.

Laeuger war als Künstler außerordentlich vielseitig. Zunächst der Malerei zugewandt, begann er in der Ofenfabrik Mayer in Karlsruhe und bei Töpfern in Kandern mit keramischen Versuchen, die 1896 zur Gründung der Prof. Laeuger'schen Kunsttöpfereien in Kandern führten. 1916 richtete er im alten Gebäude der Majolika-Manufaktur in der Hoffstraße in Karlsruhe eine eigene Keramikwerkstatt ein. Bis zu deren Kriegszerstörung 1944 formte und bemalte Laeuger zumeist mit Schlickerdekor versehene international preisgekrönte Unikatkeramik (Gefäße, Bildfliesen, Reliefs, Plastiken). 1921-1929 entwarf Laeuger für die Majolika-Manufaktur Serienkeramik. Auch als Grafiker war Laeuger früh erfolgreich: Seine Plakatentwürfe von 1893-1895 zählen zu den ersten modernen in Deutschland.

Auf den Weltausstellungen in Paris (1900), St. Louis/USA (1904) und Brüssel (1910) präsentierte Laeuger mit Goldmedaillen prämiierte Innenräume mit eigenen Möbelentwürfen. Die Zusammenarbeit mit dem Baubüro Curjel & Moser beim Bau von Villen (Innenarchitektur) seit Ende der 1890er-Jahre und von Kirchen (Glasfenster, unter anderem Lutherkirche in Karlsruhe 1906, kriegszerstört) ebnete Laeuger den Weg zu eigenen Architekturentwürfen. Nach der Mannheimer Jubiläumsausstellung 1907, wo er Gartengestaltungen und Architekturentwürfe zeigte, folgten Aufträge unter anderem für die Gönner-Anlage (1907-1909) und die Wasserkunstanlage Paradies (1921-1925) in Baden-Baden, für den Ehrenfriedhof in Karlsruhe (1915), für den Ehrenhof der TH Karlsruhe (1925) sowie den Bau von Villen in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Mit seinen 1937-1939 erschienenen drei kunstdidaktischen Werken versuchte Laeuger, seinem Ideal einer von künstlerischen Gesetzen harmonisch durchwirkten Lebenswelt Breitenwirkung zu verschaffen.

Neben den zahlreichen für sein künstlerisches Schaffen erhaltenen Auszeichnungen ernannte die TH Dresden Laeuger 1927 zum Dr.-Ing. e. h. und seine Heimatstadt Lörrach, wo er nach dem Zweiten Weltkrieg lebte, 1944 zum Ehrenbürger. In Karlsruhe trägt die Max-Laeuger-Straße seit 2009 seinen Namen.

Arthur Mehlstäubler 2012

Quellen

Badische Landesbibliothek Karlsruhe, Nachlass L., K 2941-2946; saai, KIT.

Werk

Farbe und Form in der Bau- und Raumkunst, mit Ausschnitten aus anderen Gebieten, Pinneberg bei Hamburg 1937; Grundsätzliches über Malerei, Städtebau, Gartenkunst und Reklame, mit Ausschnitten aus anderen Gebieten, Pinneberg bei Hamburg 1938; Keramische Kunst, Pinneberg bei Hamburg 1939.

Literatur

Hilde Sprenger: Professor Dr.-Ing. e. h. Oberbaurat Maximilian Laeuger (1864-1952). Sein Lebensbild, Baden-Baden 1971; Elisabeth Kessler-Slotta: Max Laeuger (1864-1952). Sein graphisches, kunsthandwerkliches und keramisches Œuvre, Saarbrücken 1985.