Erich Heckel, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1978.

Erich Heckel

Maler, Grafiker, * 31. Juli 1883 Döbeln/Lkr. Mittelsachsen, † 27. Januar 1970 Radolfzell, ∞ 1915 Milda Frieda, geb. Georgi (Künstlername Sidi Riha).

Nachdem der Sohn eines Eisenbahningenieurs 1905 die expressionistische Künstlervereinigung Die Brücke in Dresden mitbegründet hatte, brach Heckel das Architekturstudium an der dortigen Technischen Hochschule (TH) ab. In den nächsten Jahren malte und zeichnete er bevorzugt in Dresden, Dangast und an den Moritzburger Seen. Hier entstanden jene farbenintensiven Kompositionen, welche die verlorengegangene Einheit zwischen Mensch und Natur, den paradiesischen Urzustand, thematisieren. Der Umzug in die Reichshauptstadt Berlin im Dezember 1911 führte zu einer Zäsur in seinem Werk. Das Leid und die Isolation des modernen Menschen rückten in den Mittelpunkt der dunkel getrübten und kantig aufgesplitterten Darstellungen (Geschwister, 1911, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Ausstellungsbeteiligungen in Berlin, München und Köln machten seine Kunst zunehmend bekannter. Seit 1918 erfolgten Ankäufe durch öffentliche Museen. Das NS-Regime belegte ihn 1937 mit Ausstellungsverbot und beschlagnahmte über 700 seiner Werke aus deutschem Museumsbesitz. Nach der Zerstörung seines Berliner Ateliers im Januar 1944 zog er noch im selben Jahr nach Hemmenhofen am Bodensee.

1946 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der wieder gegründeten Badischen Secession. Von Herbst 1949 bis Frühjahr 1955 lehrte er als Professor für Malerei an der im Oktober 1947 wieder eröffneten Badischen Kunstakademie in Karlsruhe. 1950 wurde er in den Vorstand des wieder gegründeten Deutschen Künstlerbundes gewählt und 1955 zählte er zu den Gründungsmitgliedern des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Anlässlich seines 70. Geburtstags 1953 und seines 80. Geburtstags 1963 veranstaltete die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe Ausstellungen. Ihr stiftete Heckel 1967 ein umfangreiches Werkkonvolut. Seit 1956 erhielt er verschiedene Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz (1956).

Zur Erinnerung an sein Wirken in Karlsruhe wurde 1972 in Durlach die Erich-Heckel-Straße nach ihm benannt. Anlässlich des 100. Geburtstages fand 1983 in der Städtischen Galerie im Prinz-Max-Palais eine retrospektive Werkschau statt.

Katja Förster 2014

Werk

Paul Vogt: Erich Heckel: Werkverzeichnis der Gemälde, Recklinghausen 1965; Annemarie Dube: Erich Heckel: das graphische Werk, Bde. 1–3, New York 1974.

Literatur

Magdalena M. Moeller: Erich Heckel. Aufbruch und Tradition. Eine Retrospektive, München 2010.