Wilhelm Schnarrenberger, Städtische Galerie Karlsruhe.

Wilhelm Theodor Schnarrenberger

Maler, Grafiker, * 30. Juni 1892 Buchen/Neckar-Odenwald-Kreis, † 17. April 1966 Karlsruhe, kath., ∞ 1. 1921 Elfriede Strauss, geb. Lossen, 2. 1930 Melitta Auwärter, 3. 1950 Michaele Aust, geb. Bonheim, 1 Tochter.

Nach dem Abitur in Freiburg studierte Wilhelm Theodor Schnarrenberger von 1911 bis 1916 und durch den Dienst im Ersten Weltkrieg unterbrochen von Februar bis März 1919 Gebrauchsgrafik an der Münchner Kunstgewerbeschule. Seit April 1919 war er als freischaffender Gebrauchsgrafiker in München, seit November 1920 als Lehrer und seit August 1921 als Professor für Gebrauchsgrafik an der aus Akademie und Kunstgewerbeschule hervorgegangenen Badischen Landeskunstschule in Karlsruhe tätig. 1933 erfolgten seine Entlassung durch die Nationalsozialisten und der Umzug nach Berlin und 1938 nach Lenzkirch im Schwarzwald.

Sein malerisches Œuvre seit Beginn der 1920er-Jahre weist ihn mit der altmeisterlich getreuen, aber auffällig starren Wiedergabe des Dargestellten (Die Freunde, 1924, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe) als Vertreter der Neuen Sachlichkeit aus. Eine Reise nach Paris 1927 führte dann zu einer freieren, vom Impressionismus inspirierten Malweise, die in den Jahren der existenziellen Bedrohung während des Dritten Reiches von einer vorwiegend dunklen, nur schemenhaft umrissenen Malerei verdrängt wurde. Nach 1945 fand er wieder zu einer helleren Farbpalette und genaueren Charakterisierung des Gegenständlichen der nun meist stilllebenhaften Arrangements alltäglicher Objekte zurück.

Mit der Ernennung zum Professor für Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe erfolgte 1947 seine Rehabilitierung. Von 1948 bis zu seinem Tode 1966 lebte er wieder in Karlsruhe. 1946 war er Gründungsmitglied der nordbadischen Künstlergruppe "Der Kreis", seit 1947 Mitglied der 1946 neu gegründeten Badischen Sezession, 1958 wurde er in den "Rat der Zehn" des Künstlerbundes Baden-Württemberg berufen und 1962 mit dem Hans-Thoma-Staatspreis ausgezeichnet.

Katja Förster 2013

Literatur

Sabine Heilig: Schnarrenberger, Wilhelm Theodor, Maler, Graphiker, Illustrator, in: Baden-Württembergische Biographien, Bd. III, hrsg. von Bernd Ottnad (†) und Fred L. Sepaintner, Stuttgart 2002, S. 369-371; Stadt Karlsruhe – Städtische Galerie (Hrsg.): Wilhelm Schnarrenberger 1892-1966. Malerei zwischen Poesie und Prosa, Karlsruhe 1993.