Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 1584.

Heinrich Wilhelm Trübner

Maler, Professor, * 3. Februar 1851 Heidelberg, † 21. Dezember 1917 Karlsruhe, ev., ∞ 1900 Alice Auerbach, 1 Sohn.

Als Sohn eines Silber- und Goldschmiedes besuchte Trübner 1867 zunächst die Goldschmiedeschule in Hanau, bevor er noch im selben Jahr auf Anselm Feuerbachs Rat das Studium an der Kunstschule in Karlsruhe aufnahm, das er 1869 an der Kunstakademie München fortsetzte. In München lernte er die Werke Otto Leibls kennen. 1871-1876 gehörte er, wie auch Hans Thoma, dem „Leibl-Kreis“ an. 1872 und 1874 bereiste Trübner Italien, Belgien und Holland.

1888 und 1889 erschienen zwei Alben, die er jeweils Großherzog Friedrich I. zukommen ließ. 1891 erste Einzelausstellung in München und Ankauf eines Gemäldes durch die Neue Pinakothek, seitdem regelmäßige Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in München und Berlin. 1896-1897 leitete Trübner das Meisteratelier für Malerei am Städelschen Kunstinstitut, anschließend eröffnete er eine private Malschule in Frankfurt a. M. Im März 1903 erfolgte seine Berufung an die Kunstakademie in Karlsruhe, an der Trübner eine Meisterklasse übernahm. 1904 und 1910 war er Direktor der Akademie.

1908 erschien die erste, 1909 die zweite Monografie über den Künstler. Zum 60. Geburtstag veranstaltete der Badische Kunstverein Karlsruhe eine große Ausstellung. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Kunstakademie, die Trübner bis zu seinem Tode ausübte, war er unter anderem Mitglied des Deutschen Künstlerbundes sowie der Berliner und Münchner Sezession. Seit 1892 bezog er regelmäßig in Aufsätzen und Broschüren zu kunstpolitischen Fragen Stellung.

Bevorzugte Themen seines umfangreichen Œuvres waren Porträt, Landschaft und Interieur, die er anfangs in realistischer, mit zunehmendem Alter in impressionistischer Manier wiedergab. 1927-1939 hieß die heutige Holtzstraße in der Südweststadt Karlsruhes Trübnerstraße; seit 1993 erinnert im Ortsteil Knielingen der Wilhelm-Trübner-Weg wieder an den Maler. Am Brunnen auf dem Stephanplatz ist auch das Antlitz von Trübner nachgebildet.

Katja Förster 2012

Quellen

Jos. Aug. Beringer (Hrsg): Trübner, des Meisters Gemälde in 450 Abbildungen, Stuttgart Berlin 1917 (= Klassiker der Kunst in Gesamtausgaben, Bd. 26).

Werk

Das Kunstverständnis von Heute, München 1892; Die Verwirrung der Kunstbegriffe, Frankfurt a. M. 1898; Der Wert deutscher und französischer Kunst, in: Wochenschrift der Berliner Neuesten Nachrichten vom 8. April 1917.

Literatur

Jörn Bahns (Hrsg.): Wilhelm Trübner 1851-1917. Ausstellungskatalog für das Kurpfälzische Museum der Stadt Heidelberg, Heidelberg 1995.