Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oI 16.

Friedrich VI. von Baden-Durlach

Markgraf, * 16. November 1617 Durlach, † 10. Januar 1677 Durlach, ev., ∞ 1. 1642 Christine Magdalene von Pfalz-Kleeburg († 1662), 8 Kinder, 2. Johanna von Sendau, 4 Kinder.

Der Sohn Friedrichs V. absolvierte eine militärische Laufbahn und diente während des 30-jährigen Kriegs in den Heeren Bernhards von Weimar und der Schweden. Auch nach 1648 blieb er in schwedischen Diensten und stieg zum Generalfeldmarschall in den Kriegen im Ostseeraum auf, bewährte sich im Krieg gegen die Türken ab 1663 und kämpfte ab 1674 im Holländischen Krieg als Generalfeldmarschall gegen die Truppen Ludwigs XIV. Vom Kaiser erhielt Friedrich VI. den Titel einer „Durchlaucht". 1676 eroberte er die von Franzosen besetzte Festung Philippsburg und gliederte sie in die Markgrafschaft ein.

Die Herrschaft übernahm er 1659 und regierte sein Land engagiert. Er betonte dabei entschieden seine fürstliche Herrschaft als Absolutist. Die Landstände berief er nur ein letztes Mal ein. Er pflegte Umgang mit humanistischen Gelehrten und sammelte Münzen, römische Antiken sowie Gemälde, ferner unterhielt er eine Hofkapelle. Dem Gymnasium in Durlach widmete er besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung. Bei Ausbruch des Krieges 1674 brachte Friedrich VI. seine Familie nach Basel. Er starb in der von ihm erweiterten Karlsburg in Durlach und wurde in Pforzheim bestattet.

Leonhard Müller 2012

Literatur

Arthur Kleinschmidt: Friedrich VI., in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Bd. 7, Leipzig 1878, S. 460 f.; Hansmartin Schwarzmaier: Baden: Dynastie - Land - Staat, Stuttgart, Berlin, Köln 2005; Armin Kohnle: Kleine Geschichte der Markgrafschaft Baden, Karlsruhe 2007; Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996 (=Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Band 17).