Markgrafen-Gymnasium

Das Markgrafen-Gymnasium in Durlach hat denselben Ursprung wie das Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe. Beide Lehranstalten entwickelten sich aus dem 1586 in Durlach eröffneten Gymnasium und hatten bis 1724 dieselbe Geschichte. 1724 verlegte Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach den größeren Teil des Gymnasiums in seine neu gegründete Residenz Karlsruhe, während der übrige Schulbetrieb als „Pädagogium“ fortgeführt wurde. Spätestens seit 1781 wurde im Pädagogium auch wieder Latein unterrichtet. 1837 wurde es mit der Höheren Bürgerschule verbunden. Mit dem Bezug des nach Plänen von Heinrich Lang 1877/78 errichteten Neubaus der Vereinigten Schulen Durlach (heute Friedrich-Realschule) erhob man die Schule zu einem Pro- und Realgymnasium. Ab 1902 war es ein Realgymnasium.

Die gleichzeitige Nutzung des Gebäudes durch die Volksschule, die Gewerbeschule und das Realgymnasium führte zu so gravierenden Raumproblemen, dass letzteres 1907 ein eigenes Schulhaus nach Plänen des Architekturbüros Heinrich Wellbrock & Josef Schäfers in der Gymnasiumstraße 3 erhielt. Im selben Jahr wurde die Schule zu einem humanistischen Gymnasium mit Realabteilung erhoben. Unter den Nationalsozialisten wurde sie allerdings im Frühjahr 1937 wieder in eine Oberschule zurückgeführt, die durch Erlass der Unterrichtsbehörde ab November 1937 als „Markgrafen-Schule, Oberschule für Jungen“ firmierte. Bei einem Luftangriff 1941 brannten Dachstuhl und oberstes Stockwerk aus.

Nach Kriegsende ruhte der Schulbetrieb. Erst zum Herbst 1946 wurde er als „Realgymnasium Durlach (Markgrafen-Oberschule)“ mit 562 Schülern in 21 Klassen wiederaufgenommen. Die seit 1954 als „Markgrafen-Gymnasium“ bezeichnete Anstalt zählte 1964 rund 860 Schüler in 27 Klassen. Heute bietet sie etwa 1.200 Schülern Raum. Die kontinuierlich steigenden Schüler- und Klassenzahlen verlangten ab den 1950er-Jahren nach zahlreichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen (unter anderem Aufstockung des Gebäudes 1953; Errichtung eines Pavillonanbaus 1969; dauerhafte Anmietung externer Räumlichkeiten und Nutzungsflächen seit 1964). 1996/97 wurde das Nachbargebäude der ehemaligen Gewerbeschule in der Gymnasiumstraße 1, in dem das Gymnasium seit 1966 acht Räume benutzte, vollständig in den Schulbetrieb integriert. Neben der eigenen Sporthalle nutzt das Markgrafen-Gymnasium heute auch die Weiherhalle, das Weiherhofbad sowie den Sportplatz des ASV Durlach. Der Kunstunterricht findet in Räumen der nahe gelegenen Karlsburg statt.

Bereits 1950 war das alt- und neusprachliche Schulprofil um einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zug erweitert worden. Nach weiteren Modifikationen wurde entsprechend des neuen Bildungsplans 2015 Englisch als erste Fremdsprache in der 5. Klassenstufe obligatorisch festgesetzt. Als zweite Fremdsprache folgt dann in der 6. Klasse Latein oder Französisch. Am Ende der 7. Klasse muss sich der Schüler endgültig für das sprachliche Profil mit Spanisch bzw. Französisch oder für das naturwissenschaftliche Profil entscheiden.

Die Schule, deren Leitbild auf eine effiziente Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern und Eltern abzielt, fördert durch zahlreiche Arbeitsgemeinschaften sowie einen regen internationalen Schüleraustausch mit festen Partnerschulen in Frankreich, England, China, Polen und den USA den übergreifenden inner- und außerschulischen Kontakt unter den Schülern.

Katja Förster 2017

Literatur

425 Jahre Gymnasium Durlach 1586-2011. Jubiläumsschrift – Jahresbericht 2010/2011, hrsg. von der Direktion des Markgrafen-Gymnasiums Karlsruhe-Durlach mit Unterstützung der Fördergemeinschaft, Karlsruhe 2011; Markgrafen-Gymnasium Karlsruhe-Durlach. Festschrift. 400 Jahre Gymnasium in Durlach 1586-1986, hrsg. von der Direktion des Markgrafen-Gymnasiums, Karlsruhe 1986; Der Führer, Nr. 314 vom 14. November 1937, S. 10; http://www.mgg.karlsruhe.de (Zugriff am 18. September 2017).