Friedrich VII. Magnus von Baden-Durlach, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS I 559.

Friedrich VII. Magnus von Baden-Durlach

Markgraf, * 23. September 1647 Ueckermünde, † 25. Juni 1709 Durlach, ev., ∞ 1670 Augusta Maria von Schleswig-Holstein-Gottorf, 11 Kinder, darunter der Thronfolger.

Zur Erziehung des Sohnes von Markgraf Friedrich VI. und Christine Magdalena von Pfalz-Zweibrücken-Kleeberg gehörten neben Sprachstudien, Mathematik und Architektur auch Bildungsreisen nach Frankreich, England, Holland und Italien. Die Hochzeit des Erbprinzen wurde 1670 in der Karlsburg in Durlach mit 500 Personen fünf Tage lang gefeiert. Ungeachtet der Armut nach langen Kriegen strebten die Fürsten nach Repräsentation, um nach außen das Land als finanziell leistungsstark und kreditwürdig vorzustellen.

Militärischen Ehrgeiz besaß Friedrich VII. trotz des Beinamens "Magnus" keinen. Außer einer Reform der Verwaltungsorganisation richtete er eine Landpost ein, die ab 1677 die Strecke Durlach-Lörrach, Durlach-Pforzheim und Durlach-Graben befuhr. 1684 besaß Durlach schon Briefkästen. Die Länder am Oberrhein litten in dieser Zeit unter den Eroberungskriegen des französischen Königs Ludwig XIV. Nach Regierungsantritt von Friedrich VII. 1677 erlebte Baden-Durlach im holländischen und pfälzischen Reunionskrieg ständige Einfälle französischer Truppen und die nicht weniger Schäden verursachenden Feldlager der kaiserlichen Armee. Das Land wurde erneut verwüstet, nachdem die Bevölkerung nach dem 30-jährigen Krieg wieder gewachsen war. Die Regierung musste von 1689-1697 in die markgräflichen Besitzungen nach Basel verlegt werden, wo auch der Markgraf und sein Hof mit Kunstsammlungen, Bibliothek und Archiv Zuflucht fanden. Durlach wurde am 14. August 1689 zerstört, die Karlsburg war unbewohnbar. Die in Durlach verbliebene Markgräfin Augusta musste in das Schloss Grötzingen ("Augustenburg") flüchten.

Nach dem Frieden von Rijswijk 1697 kehrte Friedrich VII. nach Durlach zurück und betrieb den Wiederaufbau der Karlsburg nach Plänen von Egidio Rossi und der Stadt nach Plänen von Thomas Lefèbvre, wobei sich die neue barocke Stadtanlage nur zum geringen Teil als durchsetzbar erwies. 1699 suchte Friedrich VII. durch die Aufnahme von nach 1685 aus Frankreich fliehenden Hugenotten in den neuen Dörfern Welsch-Neureut und dem nach ihm benannten Friedrichstal sein Land wirtschaftlich zu beleben, zumal die Einwanderer mit ihren verschiedenen Handwerken die Wirtschaft stärkten. Sie legten auch den Grundstein für den Tabakanbau.

Nachdem Friedrich VII. 1703-1705 und 1707 kriegsbedingt erneut in Basel Zuflucht suchen musste, starb er in der nur teilweise fertig gestellten Karlsburg in Durlach.

Leonhard Müller 2012

Literatur

Hansmartin Schwarzmaier: Baden: Dynastie - Land - Staat, Stuttgart, Berlin, Köln 2005; Armin Kohnle: Kleine Geschichte der Markgrafschaft Baden, Karlsruhe 2007; Susanne Asche/Olivia Hochstrasser: Durlach. Staufergründung - Fürstenresidenz – Bürgerstadt, Karlsruhe 1996 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Band 17).