Emil Glaser, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 204.

Emil Glaser

Kaufmann, Stadtrat, * 23. April 1848 Karlsruhe, † 22. Mai 1913 Karlsruhe, ev., ledig.

Emil Glaser trat nach Schulbesuch und Lehre in das Betten- und Ausstattungsgeschäft seines Vaters Karl Glaser am (Inneren) Zirkel 27 ein, das er später zeitweise mit seinem Bruder, und nach dessen Tod allein führte. Glaser leistete 1867/68 seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger beim Badischen Leib-Grenadier-Regiment. Am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 nahm er im Infanterie-Regiment 112 als Leutnant der Reserve teil. Anschließend war Glaser Mitbegründer und langjähriger Vorstand des Militärvereins sowie Präsidialmitglied des Badischen Militärvereinsverbands.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Glaser kommunalpolitisch und wurde 1892 zum Stadtverordneten gewählt. 1894/95 amtierte er als Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Stadtverordneten. 1896-1911 vertrat Glaser die Nationalliberale Partei im Karlsruher Stadtrat. Zeitweise hatte er das Amt des 2. Vorsitzenden des Karlsruher Nationalliberalen Vereins inne. Als Mitglied in verschiedenen städtischen Kommissionen zeigte Glaser besonderes Engagement in der Stadtgarten-Kommission zur Verschönerung der innerstädtischen Grünanlage. Der bekennende Blumenliebhaber amtierte außerdem als Vorsitzender des badischen Gartenbauvereins und als 2. Vorsitzender des Karlsruher Gartenbauvereins.

Von 1950-1953 war eine (unbebaute) Straße in der Oststadt nach Glaser benannt.

René Gilbert 2016

Quellen

StadtAK 1/POA 2/859, Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1913, 29. Jg., Karlsruhe 1914, S. 258-260 (https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/chronik/HF_sections/content/1450265428447/10_Dq1_Karl_Chronik_1914.pdf).