Karl Bonning, 1911, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 12/46a.

Karl Bonning

Buchdruckereibesitzer, Stadtrat, * 9. Januar 1865 Karlsruhe, † 29. September 1919 Karlsruhe, ev., ∞ 1. 1888 Juliane Katharina Wahl († 1897), 2. 1897 Marie Katharina Ehreiser (1871-1949), 2 Töchter, 1 Sohn aus erster Ehe.

Karl August Bonning war der Sohn eines Bahnwärters und arbeitete laut Karlsruher Adressbuch ab 1888 als Buchdrucker. Seit 1899 wird er als Besitzer einer Buchdruckerei geführt. Diese befand sich zunächst in der Karlstraße 20 und ab 1904 in einem Hinterhaus in der Amalienstraße 55. Bonning war auch der Herausgeber der Süddeutschen Sportzeitung. In demselben Hinterhaus eröffnete sein Schwager Heinrich Klumpp, der im Zusammenhang mit der Revolution 1918/19 Bekanntheit erlangen sollte, 1912 ein Büro für Inkasso, Rechts- und Verwaltungssachen.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Bonning in der Kommunalpolitik. Für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) amtierte er 1896-1902 und von 1905-1911 als Stadtverordneter sowie ab 1911 als Stadtrat. Darüber hinaus betätigte sich Bonning als Mitglied in verschiedenen städtischen Kommissionen, namentlich der Friedhofkommission, des Ortsgesundheitsrats sowie der Badanstalten- und der Stadtgartenkommission. Zudem war er Mitglied des Gewerbe- und Kaufmanngerichts und des Schatzungsrats. Bei den Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 fungierte Bonning als Wahlvorsteher des Karlsruher Wahlbezirks 80 (Amalienstraße).

Bonning starb unerwartet an den Folgen eines Schlaganfalls.

René Gilbert 2016

Quellen

StadtAK 1/POA2 816, 1/HReg. 2150; GLA 390/1966 (Bild 9); Karlsruher Adressbücher 1889-1920; Badische Presse Nr. 18 vom 11. Januar 1919, Nr. 452 vom 29. September 1919, Nr. 453 vom 30. September 1919, Nr. 463 vom 6. Oktober 1919.

Literatur

Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für die Jahre 1918/19, 34./35. Jg., Karlsruhe 1925, S. 436.