Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 1250.

Walter Adolf Georg Gropius

Architekt, Bauhaus-Direktor, * 18. Mai 1883 Berlin, † 5. Juli 1969 Boston (Massachusetts/USA), ∞ 1. 1915 Alma Maria Mahler, 1 Tochter, 2. 1923 Ilse Frank, keine Kinder.

Zu den Wohnbauprojekten, die Walter Gropius entwarf, zählt auch die seit 1928 errichtete Dammerstocksiedlung. Sie ist bis heute eines der prominentesten Beispiele des „Neuen Bauens“ und verbindet den Namen von Gropius mit Karlsruhe.

Nach dem Architekturstudium an den Technischen Hochschulen in München (1903-1906) und Charlottenburg (1906-1908), welches Gropius 1908 ohne Diplom beendete, war er zunächst Mitarbeiter im Berliner Architekturbüro von Peter Behrens, bevor er 1910 ein eigenes Büro eröffnete. Mit dem 1911 entworfenen Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld (seit 2011 Unesco-Kulturerbe), einer innovativen Stahl-Glas-Architektur, schuf Gropius einen Prototyp des modernen Industriebaus. Er engagierte sich im Deutschen Werkbund, dessen Mitglieder nach einer Synthese von Funktionalität, Ästhetik und industriellen Fertigungsmethoden strebten. Den Ersten Weltkrieg verbrachte Gropius als Soldat an der Westfront und gründete 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar (ab 1925 in Dessau), dessen Direktor er bis 1928 war. Seit 1926 beschäftigte sich Gropius eingehend mit dem Massenwohnbau als Lösung städtebaulicher und sozialer Probleme.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 fanden die avantgardistischen architektonischen Bestrebungen ihr Ende. Gropius emigrierte 1934 nach England und 1937 nach Cambridge in die USA, wo er als Architekturprofessor an der Graduate School of Design der Harvard University lehrte und ein eigenes Architekturbüro betrieb. In der Nachkriegszeit war Gropius auch wieder in der Bundesrepublik tätig.

Katja Förster 2014

Literatur

Reginald R. Isaacs: Walter Gropius. Der Mensch und sein Werk, Berlin 1983.