Gustav Specht, um 1900, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIII 728.

Gustav Adolf Specht

Theologe, Pädagoge, * 12. Oktober 1837 Zysen/Kanton Baselland/Schweiz, † 26. Januar 1917 Karlsruhe, ev., ∞ 1864 Maria Auguste Prächter (1841-1920).

Gustav Specht, Sohn eines Pfarrers, studierte Theologie und Philologie. Anschließend war er bis 1865 im Dienst der Evangelischen Landeskirche tätig. Ende 1865 wurde er zum Vorstand der Höheren Mädchenschule in Lahr ernannt. Im Mai 1873 folgte seine Ernennung zum Professor an der Höheren Töchterschule in Karlsruhe und zum Rektor der Augartenschule. Am 6. April 1876 übertrugen ihm der Ortsschulrat und der Stadtrat der Stadt Karlsruhe das Amt des Rektors der städtischen Volksschulen. In dieser Funktion machte sich Specht insbesondere um die Neuorganisation des Volksschulwesens verdient. In seine Verantwortung fiel auch die durch ein Landesgesetz vorgeschriebene Umwandlung der bis dahin konfessionell getrennten Volksschulen in konfessionell gemischte Lehranstalten.

1893 wurde Specht der Titel Stadtschulrat verliehen, 1895 ernannte ihn der Badische Lehrerverein zu seinem Ehrenmitglied. Bei seiner Pensionierung erhielt Specht 1905 von Großherzog Friedrich I. den Titel Hofrat. 1921 wurde in der Oststadt die Gustav-Specht-Straße nach ihm benannt.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 466-22/6676; Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1905, 21. Jg., Karlsruhe 1906, S. 47-49; Chronik der Haupt- und Residenzstadt Karlsruhe für das Jahr 1917, 33. Jg., Karlsruhe 1919, S. 367 f.https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/chronik/HF_sections/content/1450265494993/10_Dq1_Karl_Chronik_1917.pdf (Zuhgriff am 20. Dezember 2020.

Literatur

Benedikt Schwarz: Geschichte der Karlsruher Volksschule, Karlsruhe 1905, S. 163 https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/2948285 (Zugriff am 27. Dezember 2020); Stadt Karlsruhe (Hrsg.): Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 96 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); Susanne Asche: Residenzstadt – Bürgerstadt – Großstadt. Auf dem Weg von der Residenz zum Industrie- und Verwaltungszentrum 1806-1914, in: Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe - Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 191-353, hier S. 327 https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/literatur/stadtarchiv/HF_sections/content/ZZmoP1XI2Dw44t/Karlsruhe%20Die%20Stadtgeschichte.pdf (Zugriff am 23. Dezember 2020).