Karl Christian Gmelin, um 1810, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 460.

Karl Christian Gmelin

Botaniker, Direktor des Naturalienkabinetts Karlsruhe, * 18. März 1762 Badenweiler/Lkr. Breisgau-Hochschwarzwald, † 26. Juni 1837 Karlsruhe, ev., ∞ Christine Elisabetha Herbst, 1 Tochter.

Als Pfarrersohn besuchte Karl Christian Gmelin die Lateinschule in Müllheim und studierte 1778-1784 Medizin und Naturwissenschaften in Straßburg und Erlangen, wo er das Studium mit der Promotion abschloss. Zusätzlich erwarb er die Zulassung als praktischer Arzt und ließ sich im selben Jahr in Karlsruhe nieder, um als Mediziner und Lehrer am Gymnasium Illustre zu arbeiten. Bereits 1786 wurde Gmelin zum Direktor des von der Markgräfin Karoline Luise angelegten markgräflichen Naturalienkabinetts (heute Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe) sowie zum Aufseher der botanischen Gärten in Karlsruhe ernannt. Beide Ämter hatte er bis zu seinem Tod inne, wobei er den Grundstein für den Ausbau des Naturalienkabinetts zum späteren Museum legte.

Im Zuge der Französischen Revolution organisierte Gmelin 1794 den Umzug des größten Teils des Naturalienkabinetts – einschließlich der markgräflichen Münz- und Gemäldesammlung – nach Ansbach, wohin er selbst übersiedelte und bis 1797 bei Johann Christian von Schreber Studien in Erlangen betrieb. Das zurückgelassene Rumpfkabinett wurde von Johann Peter Hebel verwaltet, der Gmelin auch in seiner Funktion als Lehrer vertrat.

Nach Karlsruhe zurückgekehrt, erhielt Gmelin die Aufsicht über die badischen Apotheken und wurde Mitglied der Prüfungskommission der angehenden Ärzte und Pharmazeuten. Ab 1803 war er Mitglied der großherzoglich-badischen Sanitätskommission und ab 1814 Mitglied der Bergwerkskommission. Für seine Arbeit wurde Gmelin 1797 zum Hofrat und 1808 zum Geheimen Hofrat ernannt.

René Gilbert 2016

Quelle

GLA 390/1944 (Bild 411).

Werk

Consideratio Generalis Filicum, Diss. Erlangen 1784; Catalogus plantarum horti Carlsruhani, Karlsruhe 1791/1800; Hortus magni ducis Badarum Carlsruhanus: nomina si nescis, periit cognitio rerum, Karlsruhe 1811; Flora Badensis Alsatica et confinium regionum Cis et Transrhenana, 4 Bde. Karlsruhe 1805-1826; Über den Einfluss der Naturwissenschaft auf das gesamte Staatswohl vorzüglich auf Land und Zeit berechnet, Karlsruhe 1809; Gemeinnützige systematische Naturgeschichte für gebildete Leser, Mannheim 1818; Beschreibung der Milchblätter-Schwämme im Großherzogthum Baden und dessen nächsten Umgebungen, als Beitrag zur Toxicologie, Karlsruhe 1825.

Literatur

Adolf Hoffmann: Karl Christian Gmelin, in: Badische Biographien, Bd. 1, hrsg. von Friedrich von Weech, Heidelberg 1875, S. 304-307; Moriz Gmelin: Gmelin, Karl Christian, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Bd. 9, Leipzig 1879, S. 271 f.; Heinrich Hauß: Hofrat Karl Christian Gmelin (18. März 1762-26. Juni 1837), Botaniker, Gründer des Naturkundemuseums, Freund J. P. Hebels, in: Badische Heimat 92 (2012), S. 604-606.