Leopold Heinrich

Architekt, Oberbaurat, * 20. Juni 1830 Karlsruhe, † 17. Januar 1891 Karlsruhe, ev., ∞ 1863 Mina Kuentzle, 2 Töchter, 1 Sohn.

Leopold Heinrich studierte Architektur bei Heinrich Hübsch am Karlsruher Polytechnikum und legte dort 1854 die Staatsprüfung im Baufach ab. Seine praktische Ausbildung erhielt er ab 1852 bei dem Fürstlich Fürstenbergischen Hofbaurat Dibold in Donaueschingen, von wo aus er nach Berlin an die Bauakademie wechselte. In dieser Zeit führte er Studienreisen in Deutschland, Frankreich und Italien durch.

Nach dem Staatsexamen in Karlsruhe im Jahr 1854 fand er eine Beschäftigung bei Oberbaurat Heinrich Hübsch. 1857 wurde er Hilfslehrer an der Bauschule, eine der fünf Fachschulen des Polytechnikums. 1868 wechselte Heinrich als Bauinspektor und Architekt zu den Hochbauten der Generaldirektion der badischen Staatseisenbahnen. Als Baurat (1878) und Oberbaurat (1885) und außerordentliches Mitglied der großherzoglichen Baudirektion war er unter anderem für den Umbau und die Vergrößerung des Karlsruher Personenbahnhofs (1884) sowie für die Hochbauten der Bahn Stüblingen-Immendingen verantwortlich. Durch seine umfangreichen technischen Kenntnisse sowie seine reiche baupraktische Erfahrung wirkte Heinrich auch bei der Lösung technisch-gesetzgeberischer Fragen mit. Darüber hinaus bearbeitete Heinrich Pläne für einen neuen und größeren Personenbahnhof in Baden-Baden. Er starb jedoch vor Baubeginn an einem Herzleiden. Geehrt wurde er 1883 mit der Verleihung des Ritterkreuzes des Ordens vom Zähringer Löwen.

René Gilbert 2017

Quellen

GLA 206/867; Karlsruher Zeitung vom 21. Januar 1891, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/1741772?query=Oberbaurath (Zugriff am 22. März 2022).

Literatur

Josef Durm: Ober-Baurath Heinrich †, in: Centralblatt der Bauverwaltung 4/1891, XI. Jg., S. 44; Friedrich von Weech/Albert Krieger (Hrsg.): Totenliste 1891-1901, in: Badische Biographien Bd. 5, Heidelberg 1906, S. 910, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/pageview/252042 (Zugriff am 16. März 2022).