Probe des Stücks „Als unsichtbare Mauern wuchsen“ von Christiane Busse, 1988, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A56/80/6/09.

Jakobustheater

Das Jakobustheater ist das größte Amateurtheater in Karlsruhe. Es entwickelte sich ab 1972 aus der Jugendtheatergruppe der evangelischen Jakobusgemeinde in der Nordweststadt, woher das Theater auch seinen Namen hat. Als Bühne diente den Jungschauspielern zunächst die Aula des Diakonissenhauses Bethlehem, später der Keller des Gemeindezentrums der Jakobusgemeinde. Gründerin und langjährige Leiterin des Theaters war Jutta Berendes. Unter ihrer Leitung wurde es nach außen geöffnet, sodass schrittweise auch Amateurschauspieler aus anderen Stadtteilen zum Ensemble stießen. Die seinerzeit vor allem aus Studenten bestehende Theatergruppe wurde so allmählich zum heutigen Jakobustheater geformt, das in den 1980er-Jahren stetig mehr Anerkennung bekam. Seit 1982 besteht zusammen mit dem Theater „Die Käuze“ eine Partnerschaft mit dem Lace-Market Theatre in der Karlsruher Partnerstadt Nottingham. Der zunehmende Erfolg führte allerdings auch zu einem immer stärker werdenden Platzmangel, sodass nach einer neuen, größeren Spielstätte gesucht werden musste. Diese fand man 1988 im ehemaligen Turbinengebäude der Stadtwerke Karlsruhe in der Kaiserallee 11, wo bereits seit 1981 das Sandkorn-Theater seine Bühne hatte.

Das Jakobustheater hat einen Zuschauerraum mit 65 Sitzen. Es spielt – verteilt auf vier bis fünf Produktionen – rund 100 Vorstellungen im Jahr und hat dabei etwa 4.500 Zuschauerinnen und Zuschauer. Während die Mitglieder vor und hinter der Bühne ehrenamtlich tätig sind, werden die Aufführungen von professionellen Regisseuren inszeniert. Gastspiele führten das Ensemble des Jakobustheaters durch Europa, nach Israel und Ägypten. Zum Spielplan gehören vor allem zeitgenössische Stücke, moderne Klassiker, deutsche Klassiker, Komödien, Literarische Kabaretts, Lesungen, Chanson- und Musikabende, Kinder- und Jugendstücke.

Seit 2016 firmieren die drei Theater in der Kaiserallee 11 Sandkorn-Theater, marotte Figurentheater und Jakobustheater unter dem gemeinsamen Namen „Theaterhaus Karlsruhe. Ein Haus – Drei Theater“. Ziel der Verantwortlichen ist es, programmatisch gemeinsam zu wirken, indem Vernetzungen gestärkt, Ressourcen gebündelt und dadurch Synergien erzeugt werden.

René Gilbert 2019

Quelle

StadtAK 8/StS 7/1367.

Literatur

40 Jahre Jakobus-Theater in der Fabrik 1972-2012 (Festschrift); Edeltraud Götze (Red.): Die Karlsruher Nordweststadt. Geschichte und Geschichten eines Stadtteils, hrsg. von der Bürgergemeinschaft Nordweststadt e. V., Karlsruhe 2015, S. 71.