Feldschützer

Die Anfänge der Stadtverwaltung Karlsruhe im 18. Jahrhundert waren durchaus bescheiden. Der bereits im März des Jahres 1718 von 55 Bürgern gewählte und von Markgraf Karl Wilhelm bestätigte Bürgermeister Johannes Sembach sowie sechs im September gewählte Stadträte tagten erstmals am 24. November des Jahres und übernahmen Verwaltungsaufgaben wie die Führung der Stadtrechnung und die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit bis zu einer Strafe von zehn Gulden. Damit verbunden war die Besetzung verschiedener Ämter durch Ratsmitglieder und die Einsetzung von niederen Bediensteten, zu denen auch die Feldschützer gehörten. Diese hatten die Felder und Gärten zu überwachen und Diebstähle anzuzeigen. Von den verhängten Strafen bekam der Feldschützer die Hälfte.

Ernst Otto Bräunche 2020

Quelle

StadtAK 3/B 1-11 (Stadtratsprotokolle).

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Die Karlsruher Ratsprotokolle des 18. Jahrhunderts, Karlsruhe 1995, S. 1-22 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 2); Christina Müller: Karlsruhe im 18. Jahrhundert. Zur Genese und sozialen Schichtung einer residenzstädtischen Bevölkerung, 2. Aufl., Karlsruhe 2018, S. 330-332 und S. 364-433 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 1).