Friedhof Bulach, 1961, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Bildstelle I 745/27.
Kruzifix am Eingang zum Friedhof Bulach, 1999, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Erbacher 2646.
Gräberfeld mit Steinkreuzen und Gefallenen-, Vermissten- und Kriegstotendenkmal auf dem Friedhof Bulach, 2016, Foto: Arthur Mehlstäubler, Stadtarchiv Karlsruhe 11/DigA 43/38 DO.

Friedhof Bulach

Ein erster Dorffriedhof in Bulach ist bereits für das späte 14. Jahrhundert nachweisbar. Er befand sich westlich der im Jahr 1388 erstmals schriftlich erwähnten Kirche St. Cyriakus. Im Gegensatz zur Kirche, die im Lauf der Zeit mehrfach verändert, umgebaut und 1837 von Heinrich Hübsch durch einen Neubau ersetzt wurde, blieb der Friedhof Bulach an seiner Position bestehen. Durch die steigende Einwohnerzahl Bulachs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde 1896 eine Verlegung des Friedhofs an den Dorfrand in die südliche Litzenhardtstraße in Richtung Hofgut Scheibenhardt beschlossen. Deswegen wird die erst wenige Jahre zuvor in der Nähe des Friedhofs erbaute Marienkapelle gelegentlich fälschlicherweise als Friedhofskapelle bezeichnet. Am nördlichen Seiteneingang des Friedhofs an der Litzenhardtstraße wurde eines der alten Wegkreuze des Ortes von 1820 aufgestellt. Auf dem alten Friedhofsgelände entstand 1920 ein neues großes Schulhaus, zu dem später ein Spielplatz hinzukam.

Bei dem neuen Friedhofsgelände befand sich seit dem späten 17. Jahrhundert eine kleine Kapelle, die Ende des 19. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Auf ihrem Platz wurde 1891 eine neue Kapelle errichtet und 1892 „zu Ehren der schmerzhaften Gottesmutter“ eingeweiht. Die Kapelle bildet zusammen mit einem Feld von Sandsteinkreuzen für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und der nach Plänen des Architekten Hans-Ullrich Naefe im Jahr 1967 erbauten Aussegnungshalle den Eingangsbereich des Friedhofs. Zu diesem Ensemble gehört in dessen Zentrum das Mahnmal „Tor des Lebens“. Das von dem Bildhauer Gerhard Karl Huber im November 1988 nach der Erweiterung der Aussegnungshalle für diesen Platz geschaffene und aus Schwarzwälder Granit und Bronze gestaltete Kunstwerk wird beiderseits von „Gittern des Hasses“ verschlossen, die es symbolisch zu durchbrechen gilt. Biblischen Motiven, vom Brudermord Kains bis zur Kreuzigung Christi, werden Szenen der jüngeren deutschen Vergangenheit wie die Verbrechen der Nationalsozialisten und die alliierten Bombenangriffen gegenüber gestellt. Das am Volkstrauertag 1988 eingeweihte „Tor des Lebens“ ist Mahnung an die Lebenden zum Frieden. Auf dem Sockel befindet sich folgende Inschrift: „Tor des Lebens ist Liebe und Verständnis. Hass und Gewalt versperren uns aber den Weg unabänderlich. Darum denkt an die Toten – ändert Euch.“

Nach Einsatz des Bürgervereins Bulach erhielt der Friedhof im Mai 2012 am Nordeingang das neue Landschaftsgräberfeld. Dieses ist als parkähnliche Anlage konzipiert, wobei sich in seinem Zentrum eine Bronzeskulptur auf einem Steinsockel befand, die einen Jungen mit drei Gänsen darstellte. Das Kunstwerk war umrahmt von Bäumen und einer Rund- bzw. Sitzbank. In der Nacht zum 14. Juli 2014 wurde die Figur gestohlen. Nach dieser Erweiterung umfasst der Friedhof Bulach heute eine Fläche von 1,9 Hektar.

René Gilbert 2019

Quelle

StadtAK 8/ZGS 3.2.

Literatur

Stadtzeitung vom 8. Juni 2012; https://www.karlsruhe.de/b4/buergerdienste/bestattungen/friedhoefe/fried-sueden/bulach.de (Zugriff am 8. September 2019).